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Erstes Blatt.

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Amtliches Gegan für $taöf~ nnö LsnSKreis Hansu.

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Nr. 291

Mittwoch den 14. Dezember

1898

Amtliches.

^aoWr^w Jbanait. NttaMtmachMgelk des Kömglicheu Laudrathsamtes. Landwirthschastlichcr Kreisvercin Hanau. Nächste Versammlung Samstag den 17. Dezember, nachmittags 2 Uhr, im Gasthaus zumgoldenen Löwen" in Hanau.

Tagesordnung:

1. Geschäftliche Mittheilungen.

2. Vortrag über die Errichtung einer landwirthschaftlichen Haftpflichtversicherungsstelle durch die Landwirthschafts- kammer. Referent: der Vorsitzende.

3. Bericht über die diesjährige Ernte. Referenten: die Herren Wittmer und Ph. Jung.

4. Verschiedenes.

Der Vorstand.

Die Herren Bürgermeister des Kreises werden ersucht, obige Bekanntmachung des landwirthschaftlichen Kreisvereins in ihren Gemeinden in ortsüblicher Weise bekannt zu machen.

Hanau am 7. Dezember 1898.

Der Königliche Landrath.

v. Schenck.

Dientzvachrichten Ms dem Kreise.

Gefunden: Eine Scheere. Ein schwarzer Herrenregen­schirm mit braunem Griff. Ein schwarzer Damenregenschirm.

Verloren: Ein Portemonnaie mit 2 M. Inhalt.

Vom Wasenmeister eingefangen:

Foxterrier m. Geschl. Ein gelber Bastard m. Geschl. Hanau am 14. Dezember 1898.

^ta^Wrei0 ^banau.

W^MW^ des OLerbürgermeisteramtes.

Weihnachtsbescheerung

der Erde zu messen im Stande ist. Auch die Klagen über als bedeutender erscheinen, als ^ uuycnuumm war, tu einen angeblichen Stillstand der Sozialpolitik wres Graf an der Bewegung außer dem Häuptling von Bethanien auch Posadowsky als gänzlich unbegründet noch, indem er an die der von Warmbad betheiligt ist. '

zahlreichen Verordnungen und Gesetze der letzten Zeit erinnerte,'"^---<---

welche insgesammt sozialpolitischen Geist athmen. In posi­tiver Hinsicht erörterte er alsdann Wesen und Zweck des Gesetzentwurfes zum Schutze Arbeitswilliger. Die Festigkeit, mit welcher der Staatssekretär des Innern den unberechtig­ten Ansprüchen der Sozialdemokratie entgegenzutreten gewillt ist, kam auch bet dieser Gelegendeil in erfreulicher Weise zur Geltung.Wir wollen nicht halben, daß die Sozialdemo­kratie staatliche Zwangs-Befuzniste im Reiche übt, daß sie ein Staat im Staate wird" diese Worte können als das kurze, treffende Resuwöe seiner bezüglichen Ausführungen gelten.

als zuerst angenommen war, da

-......------- .... Man hofft abe, daß die

von Major Leutwein arstgebotene Macht, welche noch durch H-udrik Witbooi und seine Leute verstärkt worden ist, ein- schüchternd wirkt, so daß es ohne Blutvergießen abgehen wird. Ueber die Lage des Volkes im Süden ist im Allgemeinen nicht viel Erfreuliches zu beritten, wenn auch die Rinderpest nicht allzuviel Schaden angerichtet hat. Aber es wird besonders über den bodenlosen Leichtsinn der Leute geklagt, die durch Schaden nicht klug werden und durch die Branntwrinpest langsam, aber sicher zu Grunde gehen.

Geistvoll wie immer, mit frinem Humor und souveräner Beherrschung des Stoffes sprach Staatssekretär von Bülow. Wie er die Orient-Politik und die Ausweisungssngelegenheit behandelte, wie er diejenigen Allianzen als die besten bezeich­nete, von denen man am wenigsten spreche, wie er dann am Schlüsse seiner Rede allgemeine Ausblicke auf die Friedeus- Politik und die bewegenden Momente aller Politik warf, war zum größten Theil äußerst wirksam und manchmal wahr­haft klassisch.

Deutscher Reichstag.

(Sitzung vom 13. Dezember.)

Zweite Berathung der e r st e n Lesung des Etats.

Abg. Wassermann (nat.-lib.) führt aus, das Koali- tionsverbot der Vereine sei bisher nicht aufgehoben. Er habe auch nicht das Vertrauen, taß dem Minister des Innern die Aufhebung desselben in Preußen gelinge. Die National- liberalen haben darum ihren entsprechenden Initiativantrag erneuert. In der Sozialdemokratie sei eire Wandlung be­merkbar. Manche alten Grundsätze seien preisgegeben worden. Redner erinnert an die Verhandlungen der Zollschutztrage

Dem gegenüber fällt die Rede des Freisinn-Führers

Eugen Richter wenig irs Gewicht. WaS idm an sachlicher i u

Kraft abging, suchte er durch allerlei Witzeleien und persön-i°uf dem (Stuttgarter Parteitage. Auer nannte damals Löb­liche Angriffe zu ersetzen. Fast immer ritt er das Pferd der Knecht einen prächtigen Kerl, aber einen schlechten Propheten, hohen Politrk. Bei manchen seiner staatsrechtlichen und poli-s Z^ Bekämpfung der Sozialdemokratie sei ein weiterer Ar- li'chen Ausrührungen aber bemächtigte sich des Hauses eine Heiterkeit, die von ihm selber nicht beabsichtigt war. Den

deiterschütz nothwendig. Auf die Klagen der Landwirthschaft über eine Verchetlung der Lasten im Unfallversicherungswesen

L,:6r' glänzenden Erfolgen unserer auswärtigen Staatsleitung konnte P^^ man ''Rücksicht nehmen. Jede Antastung des KoalttionL- ElN werter, _ Lrecktes der Arbeiter rns- 17n^»l,- bernar 2 »m»rnnSfhtnerr

rechtes, der Arbeiter rufe Unruhe hervor. Zu einer unnöthigen Verschärfung der Strafbestimmungen bei Drohungen gegen Arbeitswillige werde seine Partei nicht die Hand bieten. Die Regierung müsse die Nothwendigkeit der angekündigten Vor­lagen Nachweise--. Namens seiner Partei würde er eine ein-

Die Weihnachtsbescheerung der städtischen Klein- kinderschule findet Freitag den 23. d Mts«, nach­mittags 5 Uhr, im Saale des Altstädter Schlosses

i sich übrigens selbst der Abgeordnete Eugen Richter nicht ent- ! ziehen, wie seine Beurtheilung des Werthes von Kiautschou 1 unb unseres Verhalten- in der Kreta Frage bewies. Wenn ! er es trotzdem am Schluffe seiner Rede fertig bringen konnte,! : vonunhaltbaren Zuständen" zu sprechen, so bleibt dies sein ! Geheimniß. ' i settige Herabsetzung d-r Zuckerprämien für Deutschland ab-

Eine wesentlich entgegenkommendere Haltung als der Ver-1 lehnen. Zum Schutze der Bauhandwerker müsse etwas ge- treter des Freisinns legte der Centrums-Redner Fritzen an schien. In der Lippeschen Angelegenheit sei er nicht der den Tag, und es läßt sich hiernach wohl Günstioes für den > Meinung, daß der Bundesrath unzuständig sei. Eine Bc- weiteren Fortgang der ElatSmrhandlungcn erhofftn. j kämpfung des Anarchismus durch eine energische Polizei sei

statt.

Der Zutritt ist dem Publikum nur gegen Karten gestattet,' welche in der Kleinkinderschule in Empfang genommen werden

anzuureben. Es sei zweifellos, daß die Lehren der Sozial- demokratie zerfetzend wirken, wenngleich Sozialdemokrttie und Anarchismus nicht dasselbe sei. Er sei der Ansicht, daß an- GeWerbr.Aufstcht. Die Organisation des gewerblichen Gesichts des steigenden Wohlstandes Deutschlands die Aus- Aufsichtdvienstes im Deuttchen Rei»e ist nach drudem BundeSraih i gabervermehrung des Heeres ertragen werden könne. Den u ______________-_____- t : Forderungen für den Kolonialetat könne seine Partei zu-

weitert worden. In Preußen sind vier neue Gewerbein'pektionen ttimmen. Bei den Ausweisungen müsse vorsichtig und ohne in L ssa, Ratibor, Eschwege und Effen enichtet worden. Die Rigorosität vorgegangen werden. Eine Kritik des Auslandes , Zehl »er Beamten ist von 278 auf 284 gestiegen. In den dürfe man nicht dulden. Die gestrigen Ausführungen

: übrigen Bundezstaaten hat namentlich die F-age der An- v. Bülows werden im Lande einen freudigen Widerhall

steÜung von weiblichen AufsichtSbeamten zu eingehenden Er- s finden. Wir wünschen von Herzen die Aufrechterhaltung des ärterungen Anloß gegeben. In Bapern, wo im Jahre 1896 Dr,ibundes, sehen aber mit Bangen auf die Vorgänge in

ein Bedürfniß dazu noch nicht anerkannt worden war, ist im Oesterreich, wo die deutsch-feindlichen Elemente im Vorder-

Jahre 1897 dem Landtage eine Vorlage zur Einstellung von gründe sind. Der scharfe Ton des österreichischen Minister- weiblichen Aufsichts-Beamten gemacht worden. Leit dem Präsidenten Grafen Thun rechtfertige sich nicht. Dazu kam die Interpellation bezl. Beiruts. Wir vertrauen auf die

Tagesschau.

'"""Etwaig« Gabe» z«r B-fch-erung bitten »n«1 iWWM" 8«^ im Lokale der Kleinkinderschule abgeben zu

wollen.

Hanau den 12. Dezember 1898. Der Magistrat. ' Bode.

18485

Die Etats Debatte.

Im Reichstage hat die Etals-Berathung ihren Anfang genommen. Der erste Tag derselben war ein sogenannter großer Tag, freilich nur, insofern man die Reden der drei Regierungsvertreter in Betracht zieht. Die Ausführungen der drei Staatssekretäre des Reichs Schatzamts, deS ReichSamtS

1. Oktober d. I. sind infolge besten zwei Gewerbeinspektions­Assistentinnen eingestellt worden. In Baden, Oldenburg, einigen mitteldeutschen BundeSstaaten und im Ober-Elsaß ist

deS Innern und des Reichsamls deS Aeußeru gewähren ein nahezu erschöpfendes Bild der inneren wie äußeren Lage des Reiches und ergänzen sich gegenseitig aufS trefflichste.

Zunächst legte der Staatssekretär deS ReichS-Schatzamtes, Freiherr von Thielmann, an der Hand reichhaltigen Zahlen- Materials den fortdauernd günstigen Stand der Reichsfinan­zen dar. Die Reichs-Einnahmen aber sind zugleich ein Baro­meter der allgemeinen wirthschaftlichen Loge. Die Behaup­tung, daß in dieser Lage sich eine Verschlechterung bemerkbar mache, fehlte nach den überzeugenden Darlegungen deS Staats­sekretärs jeglicher Anhalt. Es ist auf keinem Gebiete ein Nachlassen industrieller Unternehmungslust hervorgetreten, der hohe Reichsbank Diskont zeugt vielmehr von dem Gegentheil.

Wie wenig Grund auch in anderer Beziehung zur Unzu­friedenheit und der von einigen Blättern erfundenen Reichs Verdrossenheit vorhanden sei, legte der Staatssekretär deS In­nern, Graf Posadowsky, dar. Er zeigte, wie unsere Arbeits­löhne in fortdauernd steigender Bewegung begriffen sind, wie Deutschland Einrichtungen zum Besten seiner Arbeiterbeoölke- rung besitzt, deren sich kein anderes Land rühmen könne, und wie auch in Bezug auf freiheitliche Institutionen und Rechts­garantien das deutsche Reich sich mit jedem anderen Staate

Festigkeit des auswärtigen Amts, werden aber nöthigensalls auf eigenen Füßen stehen können. Wir wünschen eine kräftige Vertretung unserer Interessen gegenüber Amerika und wollen uns die Erfolge der Orientreise nicht verkleinern lassen.

man zu der Ansicht gekommen, daß die Einstellung weiblicher Aufsicktsbeamten unnöthig und in Rücksicht auf die Kenntniß der Betriebs-Einrichtungen bedenklich sei. Auch in Fragen Die ReichSverdrossinheit dürste wohl einen rechten Grund des sittlichen Gefühls könne der Beamte ebenso gut wie eine nicht haben.

Frau den nöthigen Schutz ausüben, wenn nur mit dem rich­tigen Takte verfahren werde. In Meiningen bat man mit

v. Vollmar (Soz.) beklagt die neuerliche Anleihe. Die

rigtn rtune verjugren weroc. ^n wcernrngen rar man mit^ Ursachen der vermehrten Ausgaben würden in verschärftem gutem Erfolg weibliche VertrauenSpersonen hinzugezogen. Auch Maße auf die künftigen Geschlechter fortwirken. Auch die ;« (?..«.». in - '» ^" oe.^-^:-.r* *-& "*** "'^1 Ausgaben der Flotte würden fortwährend sich vermehren.

in Hessen ist man zu dem Ergebniß gelangt, daß mehr als durch Bestallung von Gewerbe-Affistentinnen den Arbeiterinnen mit der allgemeinen Bestallung weiblicher Vertrauevsp-rionen für kleinere Fabrik Aufsichts-Bezirke gedient ist. Zu Württem­berg hat man es mit solchen »ertraueuspersonen in größerem Umfange versucht. Infolge dessen sind versuchsweise Dia­konissen, barmherzige Schwestern, Vorsteherirnen von Mäd- chenheimen, Arbeiterfrauen und in einem Falle eine Ve' - traueus-Person aus bürgerlichen Kreisen befteHt worden.

Der Seidenarb-iterausstand in Krefeld. Der Ausstand der Arbeiter der Firma Engländer dauert fort. Da die Vermittelungsversuche erfolglos blieben, kündigten die ver­einigten 46 Seidensabrikanten sämmtlichen Arbeitern Montag früh auf 14 Tage.

Anfstand der Hottentotten. Neuere Nachrichten auS Groß-Namaland lasten den Aufstand der Hottentotten

Da

Die heutige Nummer umfaßt außer demUnterhaltungsblatt 12 Seite».

Jetzt seien Anzeichen für ein Rückgehen der Reichseinnahmen vorhanden, aber an einen Rückgang der Ausgaben sei nicht zu denken. Die Ausweisungen seien das schlechteste Mittel zur Hebung des Deutschthums. Au der Slawisirung Oester­reichs trage allein deS preußische Junkerthrim Schuld. Redner protestirt gegen das barbarische Vorgehen gegenüber Däne­mark. (Präsident Graf Ballestrem ruft den Redner zur Ordnung.) Die Sozialdemokraten verabscheuten jede Gewalt­that, gleichviel ob sie an einem Fürsten »der an einem Privat­manne begangen werde und von einen Anarchisten oder von der Regierung ausgeführt werde. Die italienische R-gierung solle nicht den Anarchismus züchten. Das Volk schreie vor Hunger, die Regierung antworte mit Blei. Besser wäre ein internationaler Arbeiterschutzkongreß, welcher Ernst mache. Die Sozialdemokratin wollen keinen Kampf, keine Gewalt und