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Zugleich U
Amtliches Argan für $faöf~ unS FanöKreis Hanau
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage
Nr. 288
Samstag den 10. Dezember
Amtliches.
SlcrHIKveis ^anaxt
Nationen. Ich glaube, daß meine Hoffnungen in dieser Richtung wohlgegründete sind; denn unsere Interessen werden von Japan, Deutschland, Amerika geteilt; alle haben sie die Der vom Johanniskirchplatz nach der Haingasse führende gleichen Interessen." Chamberlain wandte sich sodann der Schulweg wird hierdurch, soweit er das Schulgrundstück Frage der Allianzen zu und sagte: „Wir sind bereit, westlich begrenzt, als öffentlicher Weg eingezogen. unsere eigenen Besitzungen und unsere ausschließlichen Jn-
I teressen allein zu vertheidigen; dafür verlangen wir keine
Hanau am 3. Dezember 1898.
P. 9529
Königliche Polizeidirektion, v. Schenck.
Einrückungs- gebühr
für Stadt- und Land« kreis Hanau 10 ^ die ^gespaltene Garmondzeile oder deren Raum, für Auswärts 15 ^.
Im Reklamentheil die Zeile 20 ^, für Auswärts 30 ^.
1898
Aus Stadt- und Landkreis Hanau.
Nachdruck unserer Lokalartikel nur mit Quellenangabe ,Han. ? nz* gestattet.
* Verliehen. Den Prosesso en Wilhelm Henkel am Gymnasium zu Hanau und Karl Knosp an der Oberrealschule zu Hanau wurde ter Rang der Räthe vierter Klaffe verliehen.
3« dem geplanten Neubau einer Kaserne
I Beihülfe, dafür haben wir keine Allianz nöthig. Aber es . __________
gibt andere Interessen, welche wir mit anderen theilen. Ist in Hanau. Die Gesammtkosten sind, wie wir bereits ge- es nicht vernünftig, daran zu denken, daß es ein gewisses meldet haben, auf 2 400 OOOJDIt. veranschlagt. Zusammenwirken gäbe, um diSe Jntereffen zu fördern? Ich m gestatte mir, gewissen unserer deutschen Freunde zu sagen, daß es müßig ist, von einer Allianz zu sprechen, wo der Vor-
Gefunden: Ein Messer. Ein Paar graue Fausthand- _ ......
schuhe. Ein Ein- und Ausschalter für elektrische Beleuchtung, theil gänzlich auf einer Seite ist. Wir verlangen nicht, daß Verloren: Ein goldener Trauring mit dem Zeichen ^e unsere Kastani n aus dem Feuer holen und wollen ihre
A. V. 1894.
Hanau am 10. Dezember 1898.
grtaöt&rei# ^anau.
PckWÄMachmzsey des Merbärgermeisteramtes.
Städtische Sparkasse.
Zwecks Zinsenberechnung und Bücherabschluß wird städtische Sparkasse
vom 20. Dezember bis einschl.
31. Dezember d. Js.
für den Verkehr mit dem Publikum geschloffen sein.
Hanau den 3. Dezember 1898.
Die Verwaltung der städt. Sparkasse.
die
Kastanien nicht aus dem Feuer holen. Aber was hat sich, was Deutschland betrifft, ereignet? Wir haben mittels eines freundschaftlichen und redlichen Gedankenaustausches festgestcllt, daß es sehr wichtige Fragen gibt, welche die deutschen Interessen ebenso wie die englischen Interessen berühren. Wir können uns verständigen, uns h-lfen und können unterlassen, in diesen Fragen einer die Politik des anderen zu behindern. Und ein Augenblick der Ueber- legung wird beweisen, daß die englischen und deutschen Interessen in keinem Theile der Erde in ernstlichem W i d e r st r e i t sind. Ich glaube daher, wir können hoffen, daß in Zukunft die beiden Nationen, die größte Flottenmacht der Welt und die größte militärische Macht, sich, häufiger einander nähern können, und daß unser gemeinsamer Einfluß im Interesse des FriedenS
.. „ • Für das Rechnungsjahr sind 400 000 Mk. als erste Rate (für Grunderwerb, Entwurf und Baubeginn) gefordert. Vom 1. Oktober nächsten Jahres ab soll nach Hanau ein Felvartillerie- Regiment gelegt werden, für das die neue Kaserne hergerichtet werden soll. Bis dieses geschehen, wird eine Abtheilung des Regiments im Barackenlager auf dem Truppen-Uebungsplatze bei Darmstadt untergtbracht, für die zweite Abtheilung muß eine andere Unterkunft besorgt werden.
Jung. K l a e r e. E i l b e r.
und des freien Handels angewandt werden könne.
* Garnison-Lazareth. Für Neubau und Aus- stattungeergänzung eines GarnisonLazareths in Hanau sind im Reichshaushaltsetat für 1899 20 000 Mark verlangt. Dieses Geld soll für Grunderwerb und Straßenherst« llung verwendet werden. Zur Erläuterung der Forderung ist im Etat darauf hingewiesen, daß der Ankauf des betreffenden Grundstücks nöthig sei, weil vor der Bebauung noch Weze- Herstellungen n. s. w. hergestellt werden müssen.
* Professor Georg Cornieelins f. Gestern Nachmittag verschied infolge eines Schlaganfalles der weit über Deutschlands Grenzen bekannte und geschätzte Maler Herr Professor Georg Cornicelius, 73 Jahre alt. Seine zahl-
reichen Werke zeichnen sich sämmtlich durch fesselnde Cha-
17816 Er wird in diesem Falle mächiiger sein, als der Einfluß der > rakteristik und treffliches Kolorit aus. Eine besondere Wür-
Eine bedeutsame Rede Chamberlains
Das Redebedürfniß der englischen Minister ist immer noch nicht erschöpft. Heute liegt abermals eine Auslastung des Kolonialministers Chamberlain vor, die sich in ausführlicher Weise über die allgemeine politische Lage verbreitet und ebenso das Verhältniß Englands zu Frankreich, wie zu Rußland und Deutschland behandelt. Die Rede dürfte nach der scharfen Ansprache des englischen Botschafters Monson in Paris wieder etwas beruhigend wirken. Was die deutsch-englischen Beziehungen betrifft, so können die Bemerkungen Chamberlains in jeder Hinsicht als zufriedenstellend bezeichnet werden. Immerhin ist auch diese neueste Kundgebung nicht geeignet, über die letzten Absichten der englischen Regierung und die eigentlichen Gründe ihrer unbeint fortgesetzten Rüstungen volle Aufklärung zu schaffen. Sie dürfte vielmehr geflissentlich darauf angelegt sein, die politische Lage als immer noch nicht gefahrlos erscheinen zu lassen. Ein Bericht theilt die Rede in folgendem, ausführlichem Auszuge mit:
Wakest-ld (Yorkshire), 9. Dezbr. Kolonialmmister Chamberlain hielt hier eine Rede, in der er mit Bezug auf Frankreich sagte, die Zukunft fei noch immer ungewiß; sie hänge von der Frage ab, bis zu welchem Punkte es möglich fei zu einer Verständigung mit Frankreich zu gelangen, und in welchem Geiste man an eine solche Verständigung herantreten werde. Er wolle eine herzliche Freundschaft zwischen den beiden großen Ländern begründet sehen, doch halte er es . auch für nöthig, zn erklären, daß diese Freundschaft unverträglich mit der Politik der Erbitterung und der Chffanen sei, welche seit so vielen Jahren verfolgt werde. „Wir sind «icht gesonnen", sagte der Redner, „diese Freundschaft um den Preis von Konzessionen, die ohne Gegenleistung fur u^ sind, und die nur als Ausgangspunkt für neue Fo-derun^n dienen, zu erkaufen." Sodann sprach d« Mmrster über China und wies die an der Regier ungspolr rt von Rednern der Opposition geübte Kritik zurück. Hierbei fragte^ er, o England Rußland den Krieg hätte "N^wm^n sollen we es seinen weiteren, bisher nicht offenbarten Planen m ^ und ob es mit Gewalt dem natürlichen Streben Rußlands einen eisfreien Hafen zu haben, hatte, W'derstand lest en sollen. Die große Mehrheit des englischen Volkes werde eine solche Politik alS unmoralisch und »uh-i voll verurthnstn „Ich glaube", fuhr der Minister fort, „eine Ueberetnftimmung mit Rußland ist zu wünschen; ,ch kann sogar s«g-n, si s nothwendig. Wofern nicht sehr ernste Verwickelungen treten sollten, stellen sich keine unubersteiglichen Hwdermsse einer freundschaftlichen Regelung entgegen, $ fßolitif nünftigen Bestrebungen Rußlands mit der entsch -frecht- dieses Landes versöhnen würde, die folgende s. '.
«Haltung gleicher Gelegenheiten für den Handel a
einen oder der anderen Macht allein. Inzwischen ist angesichts der jetzigen Weltlage die Freundschaft Englands nicht zu verachten. Ich kann unseren deutschen Freunden die Versicherung geben, daß wenn jemals unsere Interessen nicht die gleichen sind, wenn je unsere Ziele nicht von ihnen gebilligt werden, wir ihre
digung des Verstorbenen behalten wir uns für die nächste Nummer vor.
h. Wetterauische Gesellschaft. Eine Fülle des | Interessanten strömt auf uns ein, wenn wir uns in das Kulturleben der Alten versenken. Zu den ältesten Kaltur-
Völkern Gehören die Egypter. Sie haben schon vor mehreren
Mitwirkung nicht von ihnen verlangen und sie nicht wollen > werden. Aber einstweilen b-haupte ich, daß diese Entente mit Jahrtausenden den Höhepunkt ihrer Entwickelung erreicht.
Diesem Wunderlande war der Vortrag gewidmet, den gestern
Deutschland ein Erfolg ist und nicht der geringste derjenigen, die die Regierung erreicht hat. Wenn ich Sie, meine Herren, zu der Entwickelung der guten Gesinnungen zwischen uns j und der großen 'Festlandsmacht beglückwünsche, so f-eue ich imich noch mehr über die Entwickelung d r freundschaftlichen ! Beziehungen zwischen unS und unsiren Kolonien, sowie ! zwischen uns um den Vereinigten Staaten. Wenn wir die ^Freundschaft der angelsächsischen Rasse besinn, gibt es keine andere Kombination, welche uns Fmcht einflößen könnte.
Der Eindruck in Denschland.
In hiesigen RegicrungskreislN hat die Rede Chamberlains einen vorwiegend günstigen Eindruck hervorgerufen. Man erblickt darin ein weitere- Anzeichen dafür, daß man in England eingesehen hat, die Pflege herzlicher Beziehungen zwischen England und Deutschland könne b iden Ländern in gleichem Maße nur zum Vortheil geieichen, wehhalb man ernstlich bemüht sei, diese Beziehungen zu pflegen und zu festigen. Wie der englische Minister richtig bemerkt, gibt es auf dem weiten Gebiete der Politik verschiedene Fragen, in welchen die deutschen und englischen Jutereffe« parallel lauf n und sich wechselseitig unterstützen lassen. Das kann natürlich geschehen, ohne daß der eine oder andere Staat Verpachtungen fordert oder auf sich nimmt, die über den Rahmen der gemeinsamen Jntereffen hinausreichen würden.
Angenehm hat hier auch der überaus versöhnliche Ton berührt, den Chamberlain diesmal gegenüber Rußland anschlägt. Erst kürzlich wurde gemeldet daß, der Zar in einer Unterredung mit dem englischen Publizisten W. T. Stead — der, wie erinnerlich sein dürfte, im „Berliner Lokal-Anzeiger" einen längeren Artikel über feinen Besuch in Livadia veröffentlicht hat — gerade die Art und Weise, in der Chamberlain von Rußland zu sprechen pflegte, scharf rügte. Vielleicht hat diese Thatsache den englischen Kolonialminister bewogen, diesmal versöhnlichere Saiten aufzuziehen. Jmmmerhin gewinnt «s den Anschein, als ob die jetzt zweifellos zwischen England und Rußland angebahnten Versuche, zur Verständigung über die schwebenden Streitfragen in Asien zu gelangen, nicht ganz so aussichtslos sind, wie bisher. Dann stände Frankreich gegenüber England isolirt da, und das erklärt vielleicht die ungewöhnliche Schroffheit, deren sich die englichen Staats- Männer bei Erörterung der englisch-französischen Beziehungen befleißigen.
Die heutige Kummer umfaßt außer dewUuterhaltungsblatt 22 Seiten.
: Abend Dr. Koppen im Saale der Ceuiralhalle hielt. Mit i stimm Sachverständviß machte uns der Redner besonders mit - dem Kunstleben dieses Volkes bekannt. Ehrfurchtsvolles Schauern übrrfällt uns, wenn wir im Geiste vor jene gewaltig'« Werke genialer Baumeisterkunst versetzt werden, deren mächtigen Überreste noch heute Zeugniß von ihrer ursprüng- lich'N gigantischen Größe ableger. Doch auch rüder Malerei, in der Plastik und im Kunsthandwerk haben die Egypter schon Ersprußlichts erreicht. Um die Produkte der Kunst recht zu ' verstehen und zu würdigen, machte Redner interessante Mittheilungen aus dem Erbiete der Religion und des Wirth- schaftslebenS. Der Vortrag war sehr geschickt angelegt, in Form einer Reise und fesselte bis zum Schluß. Eine Reihe trefflicher Lichtbilder illustrirten tie Darbietungen und verliehen dadurch dem Ganzen einen höheren Grad von Anschaulichkeit. Das nicht sehr zahlreich erschienene Publikum ehrte den Redner durch lebhaften Beifall.
* Der „silberne" Sonntag. Mit dem «orgigea Sonntage beginnt der eigentliche Weihnachtsverkehr. Die prächtig dekorinen Schaufenster und die großen, Lvffrllen» den Inserate in den Zeitungen laben zwar schon längst zum Kaufen ein, doch immer noch hielten die Käufer zurück, denn „t6 hat ja noch Zeit." Nun aber haben wir nur noch zwei Wochen bis zum Feste, nur noch zwei Sonntage, und nun wirr die Zeit benutzt, in der man von Geschäft zr G schäft eilend, ernstlich an das Kaufen von Weihnachtsgeschenken denkt. Am „silbernen* und „goldenev" Sonntag können die Geschäfte bis abends 8 Uhr geöffnet sein. Möge das Publikum nicht verabsäumen, die Gelegenheit zu Einkäufen zu benutzen; je zeitiger man einkauft, um so vor» theilbafikr tauft man.
* Stadttheater. Dar morgen zur Darstellung gelangende VolkS- stück mit Gesang .Das Volk wie's weint und lacht be» handelt, wie schon sein Titel sagt, einen echt populären Stoff. Die Handlung setzt sich aus sehr wirkungsvollen heiteren und ernsten Bildern zusammen und die Charaktere sind mit prächtigem Humor gezeichnet. Hübsche Musik und drastische Koupletk sind seine weiteren Vorzüge, die in Verbindung mit einer gut vorbereiteten Vorstellung, in deren Vordergrund die Herren Gehrmann, Taube, gingen» Sternberg, sowie die Damen Jüngling, Roller nnb Millar stehen, jedenfalls einen guten Erfolg verbürgen.
* Kölner Trio. Im Saalbau zum Deutschen HauS gibt das bekannte Kölner Trio (Direktion: Bandonconvirtuose Herr Körfgen) heute, morgen und übermorgen Gastspiele. Der allerorten mit großem Beifall und Erfolg aufgetretenen Gesellschaft kann auch hier ein guter Besuch gewünscht werden, da ein thatsächlich gutes Personal auftritt.