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Nr. 260
Montag den 7. November
1898
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Hierzu
Amtliche Beilage" Nr. 73
Dicusvlachnchtes aus dem Kreise.
Gesunden: Ein schwarzer Damenregenschirm, am Wochenmarkt stehen geblieben. Eine Brille. Ein ev. Gesang- und Gebetbuch. Baares Geld.
Verloren: Ein rehbraunes Rädchen.
Entlaufen: Ein Hammel.
Hanau am 7. November 1898.
London, 5. Novbr. Die Aufregung der letzten Tage türkischen Truppen erlege gleichzeitig der christlichen Bevölkerung hat heute einer vollständigen Beruhigung Platz gemacht. Die i die Pflicht auf, ben muselmanischen Einwohnern brüderlich Zeitungen warnen zwar davor, daß man schon alle Schwierig-I “" **“k *“ —»*— -«*■*- k— —1—
ketten für überwunden halte, aber die friedliche Beilegung der Differenzen mit Frankreich wird allgemein erwartet. Mitt den Rüstungen fährt man trotzdem ununterbrochen fort. Nach■
die Hand zu reichen, welche dem Schutz der Admirale unter«
Plymouther und Porlsmouther Telegrammen wurde an der s schleunigen Fertigstellung zweier fliegender Geschwader heute
stehen. Jeder Angriff gegen Mohamevaner werde als gegen die internationalen Truppen gerichtet angesehen werden. Der zweite Abschnitt richtet sich an die Muselmanen und garautirt ihnen Leben und Ehre. Sie mögen ohne Furcht in ihre »erlassenen Besitzunzen in das Innere deS Landes zurück-
ebenso eifrig weitergearbeitet. Dies beüärkr die Vermuthung, kehren. Der dritte Theil spricht zu allen Kretenser». Das daß England die Rüstungen bermtzen will, um auch in China Werk der Mächte aus Kreta sei noch nicht beendet. Weder
gewisse Ansprüche durchzusetzen und Rußland zu verhindern, Christen noch Muselmanen hätten Waffen nöthig, da das auS dem anglo-französtschen Konflikt Nutzen zu ziehen. Nach r i
einer Meldung von Chamberlasns Organ Birmingham Daily Post hatte Lord Beresford bereits große Erfolge in China
Schicksal des Landes gesichert sei. Christen und Moha-
England grollt weiter!
In den Beziehungen zwischen England und Frankreich macht sich jetzt — wie es in der diplomatischen Sprache beißt — eine „Tötente", d. h. ein Nachlassen der Spartnung bemerkbar. Das war vorauszusehen, seitdem Salisbury beim Lordmoporsbankett die Nachgiebigkeit Frankreichs in der Faschodasrage verkünden konnte. Weit wichtiger als dieser Umstand ist aber die gemeldete Thatsache, daß die englischen Rüstungen dennoch fortdauern. WaS soll das bedeuten? Entweder sührt John Bull eine lächerliche Komödie auf oder will allen Ernstes einen Krieg provoziren. In der Faschoda- frage haben sich die sonst auf ihre Nüchternheit so stolzen Engländer ja merkwürdig benommen. Nachdem dieser Streit beigelegt ist, wäre es allmählich wohl an btr Zeit, daß die Engländer zur Besinnung zurückkehren oder aber, falls sie wirklich in Ostasien ihre Interessen durch Rußland bedroht glauben, diesem offen ihre Meinung sogen, statt sich darauf zu beschränken, unter dunklen Andeutungen unbestimmter Katastrophen wie Indianer ihre Tomahawks zu schwingen. Wenn sie in ihren jetzigen internationalen Ruhestörungen fort fahren und die Sache dann doch ausgeht wie das Hornberger Cckießen, so werden sie sich in Zukunft schon gefedert lassen müssen, als die Clowns der internationalen Politik betrachtet und behandelt zu werden.
und schloß wichtige Kontrakte ab, welche ber britischen Industrie zu Gute kämen. Er erklärte, die chinesischen Politiker sähen infolge des japanischen KriegeS den Nutzen der Freund-
medaner werden daher ausgefordert, die Waffen zu übergeben. Nach fünf Tagen würde eine Haussuchung stattfinden und die Nichtachtung der Aufforderung streng bestraft werden.
Schließlich ermähnt die Proklamation die Bevölkerung, mit- zuhelfen bei der Errichtung der autonomen Regierung auf f$aft mit dem mächtigen England ein, und die Kaiserin sei Kreta.
sich bewußt, daß ein besseres Einverständniß zwischen England und China vortheilhaft sei. Lord Beressord sei den deutschen Vertretern, welche zur Förderung des HandelS hingeschickt wurden, zuvorgekommen. Die Zeitungen bringen ferner das Gerücht, die deutsche Regierung habe erklärt, daß sie gegen die Besetzung Niutschwangs durch Rußland nichts einwenden werde. Das Gerücht erscheint jedoch durchaus un- authentisch.
Die Freiheit Kretas
ist das neueste Ereigniß der europäischen Politik. Nominell bleibt zwar die Souveränetät des Sultans bestehen, thatsächlich ist aber sein Regiment abgelöst und wirft, niemals wieder hergestellt werden. So verliert der Großherr ein Stück Landes nach bim andern; in Kreta hat mit Freitag seine Herrschaft faktisch ihr Ende gefunden. In der^nternationalen
Der Sturz des türkischen Ministeriums ist die unerwartete Folge der Preisgebung Kretas durch den Großherrn. Im Dildix-Kiosk war man schon stets besorgt, daß die Ernennung des Prinzen Georg zum Gouverneur oder das Erlöscheu der türkischen Souveränetät aus Kreta eine große Aufregung in der wohamrdanischen Welt zur Folge haben werde, die sich vielleicht gegen den Sultan kehren könne. Gerade nach dem siegreichen Kriege gegen Griechenland sträubte die Hohe Pforte sich daher energisch gegen jede Konzrsston. Jetzt ist das Schicksal Kretas im gegentheiligen Sinne entschieden. Wenn die Admirale auf daS Gesuch der Pforte, eine kleine türkische Garnison aus der Insel zu belassen, antworteten, sie hätten dazu keinen Auftrag von ihren Regierungen, so zeigt dies, drß man die Souveränetät deS Sultans nicht einmal formell mehr anerkennen will. Als
Politik spricht eben nicht die Logik oder das Recht, sondern Folge des Verlustes von Kreta wird der Sturz des türkischen die Macht das letzte Wort. Um KretaS Willen wurde der! Ministeriums durch folgendes Telegramm stgnalistrt: jüngste türkisch-griechische Krieg geführt, die Türkei blieb sieg- - Konstantinopel, 5. Novbr. Maßgebende Kreise reich, aber Europa nahm ihr die Insel und wird sie dem- Halten den Sturz des Ministeriums für unmittelbar bevor- nächst wenigstens mittelbar durch die Ernennung des Prinzen stehend, welches als Sündenbock für die Räumung Kretas
Georg zum Gouverneur dem griechischen Königreiche unterstellen. — Aus Kanea, 4. Novbr., wird hierzu berichtet: Alle wichtigen Punkte der Stadt sind von den vier Mächten ohne Zwischenfrll übernommen. Die türkische Flagge ist von allen öffentlichen Gcbäuden verschwunden, dagegen wehen vor
Paris, 5. Novbr. Die Londoner Meldung, die englische Regierung besitze Beweise btfür, daß vor der Schlacht von Owdurman Marchand dem Khalisa französische Unter- sützung zugesichert und ihm sogar zvm Zcichen der Freurd- schafr eine Tr'colrre onvcrtraute, wird hier für eine tendenziöse Erfindung gchalttn. Wein die Evplönder wirklich im Zeltlager des Klalisa eine fronzösische Tricolore gefunden hätten, so könnte daraus höchstens geschloffen werden, ....^.^.^........ ,.-„-, —- — — — —.
daß der Khalisa bcmit irgend welches Manöver beak- unterzeichnkte Proklamation. Der erste Sieit «endet sich sichtigte. 1 en die christlichen Einwohner und sagt: Der Abzug der
stehend, welches als Sündenbock für die Räumung Kretas
^mitteten
Sta-ttheater in Hanau.
Hanau, 7. Novbr.
Auf die moderne Entwickelung der Litteratur hat bekanntlich der wächtiae Geist deS nordischen Dichters Henrik Ibsen einen gewaltigen Einfluß ausgeübt, der geistigen Bewegung ist er bahnbrechend vorausgeschritten und der an modernen Ideen nicht gerade überreichen dramatischen Produktion hat er neue Bahnen gewiesen. Ein Versuch unserer früheren Bühnenleitung, Ibsens Dramen auf der hiesigen Bühne heimisch werden zu lassen, mußte als mißlungen gelten, wohl weil man in der Wahl des Stückes nicht vorsichtig genug zu Werke ging und das Publikum der eigenartigen Gestaltungskraft in seinen charakteristischen Werken noch zu fremd gegenüber stand. Jetzt, da Ibsens Dramen durch billige Buchausgaben längst Gemeingut des Volkes geworden und feinem Gebildeten mehr fremd sind, hat jede Bühne, will sie nicht blos der leichten Unterhaltung dienen, die Verpflichtung, Stücke des nordischen SeisteShelden zur Aufführung zu bringen. Unsere Theaterleitung hat dieses erkannt und in den letzten Jahren uns mit einigen seiner Dramen auch durch Darstellung auf der Bühne bekannt gemacht; daß sie hierin etwas vorsichtig zu Werke geht und hauptsächlich erst zu den älteren Kompositionen deS Dichters greift, in welchen der Hang zum Mystischen und Problematischen weniger hervortritt, ist erklärlich unb mag wohl überlegt sein. Die Stücke Ibsens, die sich mit der Kritik gesellschaftlicher Zustände befassen, sind vornehmlich sein .Volksfeind und »Die Stutzen der Gesellschaft" und gehören beide der mittleren Periode seines geistigen Schaffens an. Ersteres gelangte in verflossener Saison zur erfolgreichen Darstellung, während letzteres am vergangcnen Freitag M Aufführung an unserer Bühne kam. .Die Stutzen der Gesellschaft' ist wohl das klarste Drama des Norwegers, die Handlung wächst organisch aus den Charakteren und Situationen heraus und ist im Ausbau und in der knappen Technik von eindringlich dramatischer Wirkung. Einer auf schwankendem Grunde .sich stutzenden Gesellschaftsmoral hält er den Spiegel vor und eine Fülle von charakteristisch gestaltender Kunst ist hier zu ftnben und zu bewundern. Das feine Räderwerk der Handlung greift tadellos in etnanber und nur am Schluß läßt er sich auf Kosten der Wahrheit zur Konzession °n das Publikum nach einem sogenannten versöhnenden Schluß
dem Stadtkommando fünf Banner, nämlich das türkische, russische, italienische, fravzöfischc und englische. Oeffeutlich angeschlagen wurde eine dreitheilige, von den vier Admiralen
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von der muselmannischen Bevölkerung gelten muß. Der Sultan hielt mit seinen intimen Rathgebern verschiedene Konferenzen über die Neubildung des Ministeriums ab, ohne bisher einen geeigneten Nachfolger des Großvefirs finden zu können. Djevad Pascha ist'als Walt von Damaskus kalt gestellt, und zwar auf persönlichen Wunsch des Sultans, welcher Djevad für zu fortschrittlich gesinnt hält. Danach käme für den Posten zunächst Zecky Pascha, der Großmeister der Artillerie, in Bettacht, der aber als bekanntes Protektionskind des Sultans im Volke die Befürchtung erwecken könnte,
herbei. Ob das moralische Bewußtsein des Zuschauers durch diese Lösung des Konfliktes aber ganz befriedigt wird, ist eine andere Frage, konsequent handelt jedenfalls der Autor nicht. Herrn Linzen war die Aufgabe zugefallen, den Konsul Bernick zu verkörpern. Schon gelegentlich der Aufführung des .Volksfeind" hat uns Herr Linzen gezeigt, daß er im vollsten Sinne Menschendarsteller sein kann; seiner damaligen Leistung steht die vom Freitag würdig zur Seite. Sein Konsul Bernick war kein berechnender Bösewicht, der mit Vorbedacht sich zudem geplanten Verbrechen bereitfindet, sondern das willenlose Werkzeug seiner Leidenschaft, der Gier und Ehre, wie es wohl der Dichter gewollt haben mag; seiner hochinteressanten Leistung fehlte nicht die gebührende Anerkennung. Voll impulsiver Leidenschaft war sein Spiel im vierten Akte, da er erfährt, daß sein Sohn sich auf der ab- segelnden .Gazelle" befindet, h-m Höhepunkt des Stückes. Voll schlichter Natürlichkeit gab Frl. Brandow die Lona Hessel, eine Aufgabe, die dem Rollengebiet der Künstlerin eigentlich ferner liegt, aber dennoch durch die Dame zur fesselnden Wiedergabe gelangte Ein besonderes Lob gebührt Herrn Stieler für die einfache und schlichte Gestaltung des HilfSpredigerS Rohrland. Als Hilmar Tön- nesen wirkte Herr Gehrmann mit dem erforderlichen Humor, wie es die Rolle verlangte. Für die natürliche Derbheit des Amerikaners Johannes Tönnesen fand Herr Stein götter die kernige Frische der Darstellung. Einfach und lieblich wirkte Frl. Schlomka als Dina Dorff. Auch die übrigen Damen aus dem Hause des Konsuls fanden passende verständnißvolle Wiedergabe, so der Frau Betty durch Frau Lehmann und der Frl. Bernick durch Frl. Köllcr. Frl. Jüngling war als Olaf voll erfrischender Munterkeit. Gut wirkte auch Herr Schön als Schiffsbauer Auler, doch dürfte etwas weniger Sentimentalität die Parthie zu noch besserer Wirkung bringen. Unter den übrigen Darstellern sei noch besonders Herr T aube genannt, obwohl sie Alle befriebigten. Die Regie bei Herrn Steingötter verdient anerkennend hervorgehoben zu werden, für die Wirkung des FestzugeS im letzten Akte ist jedoch bei einer etwaigen Wiederholung eine bessere Repräsentation der Bürger der Stadt erwünscht.
und Trelleborg auf Schonen statt-efunden. Das Kabel ist 112 Kilometer lang, enthält vier Leitungen und kostet einschließlich der Legungskosten 395,000 Mark. Nachdem bei Saßnitz das Strandkabel gelegt worden, ging der Dampfer nach Trelleborg, wo das Strandkabel am Montag gelegt worden. ■ Auf dem Dampfer befanden sich Generalpostmeister v. Podbiel^ki und Staatssekretär v. Thielmann. Die Legung des Kabels selbst begann von Trelleborg auS und wurde unter Anfficht deutscher Beamten von dem Personal eines englischen Kabeldampfers auszeführt.
Aus Kunst und Leben.
Neues deutsch schwedisches Kabel. In den Tagen vom 31. Oktober bis zum 2. November hat im Beisein hoher deutscher und schwedischer Beamten die Auslegung eines neuen Tolegraphenkabels zwischen der Insel Rügen
Herbstnebel.
Herbstnebel sind wie letzte Züge Der mild ersterbenden Natur; Herbstnebel sind des Winters Wiege, Das Allerseelen auf der Flur. Herbstnebel sind wie leises Ahnen Von winterlich r Einsamkeit;
Herbstnebel sind, wie leises Mahnen An aller Pracht Vergänglichkeit.
Er will in uns Verständniß wecken Für Gottes Welt, wenn sie vergeht; Er möchte sreundlich uns verdecken Des büft’ren Todes Majestät. Und doch, auch er will uns gemahnen, Daß ewig wechseln Nacht und Licht, Gleichwie, wenn auch nach langem Kampfe, Die Sonne durch den Nebel bricht.
Albumblätter
Ermüde nicht und locke
In hellem Klang ein Herz: Triffst Du den Ton der Glocke, So klingt von selbst das Erz.