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Donnerstag den 3. November
1898
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Stadt- und Landkreis Hanau.
In dem auf heute zur Wahl eines Landtags-Abgeordneten für den 14. Wahlbezirk des Regierungsbezirks Sessel anbe- ranmten Termin wurde der Rentner Emil Junghenn von Hanau mit 185 von 203 abgegebenen Stimmen zum Abgeordneten gewählt. 18 Stimmen entfielen auf den Kandidaten August Leonhardt.
Hanau den 3. November 1898.
Der Wahl-Kommissar, v. S ch en ck, Königlicher Landrath.
Tagesschau.
Die Finanzlage des Reiches läßt die Annahme zu, daß der Ueberschuß des laufenden Jahres den des Vorjahres mit 78 Millionen Mark mindestens erreichen werde. Da die Sümpelabgaben, welche im Vorjahre um über vier Millionen Mark hinter dem Etatsausatze zurückblieben, gleichfalls eine steigende Tendenz angenommen haben, so daß statt auf einen Fehlbetrag auf einen, wenn auch nicht beträchtlichen Ueberschuß zu rechnen ist, so darf die Lage der Reichsfinanzen in dem laufenden Rechnungsjahre als durchaus günstig angesehen werden. Die thatsächliche Entwicklung bestätigt in vollem Umfange die Auffassung der Finanzlage im Reiche, zu welcher sich der Reichsschatzselretär Frhr. v. Thielmann bei der Berathung der Flottenvorlage bekannte. Die günstige Finanzlage wird im Reichstage auch den Mehrforderungen, welche für die Stärkung unserer Landesoertheivigung unabweisbar sind, die Wege ebnen.
Zu der Novelle zum Juvaliditäts.Gesetz schreibt die „Nordd. Allg. Ztg.": Die Anregung, die Altersgrenze für die Altersrente herabzusetzen, hat wegen ihrer großen finanziellen Tragweite unberücksichtigt bleiben müssen. Die Zahl der Altersrenten betrug am 1. Januar 1897 200 492. Bei einer Herabsetzung der Altersgrenze von 70 Jahre auf 65 Jahre würde diese Zahl sich um 199 329, bei einer
Lage der ungünstig gestellten Anstalten nicht vorgeschlagen werden.
Kaiser Wilhelm and Sultan Abdul Hamid.
Politische und «np-liltsche Röhrichten.
(Deveschen'Kvrea« .Herold'.)
Berlin, 2. Novbr. Wie der Lokal-Anzeiger zu melden weiß, soll der Direktor der Kolonial-Abtheilung des Auswärtigen Amtes, Dr. von Buchka, amtsmüde sein. Der hier eingetroffene Generalmajor Siebert wird in bethriligten Krei en als sein Nachfolger bezeichnet. Gleichzeitig ist die „Dost" ermächtigt, der wiederum auftauchenden Meldung, daß Generalmajor Liebert von seinem Gouverneurposten zurücktreten werde, entgegen zu treten. Herr Liebert werde zunächst wieder aus seinen Posten zurückkehren.
Berlin, 2. Novbr. Der „Nordd. Allgem. Ztg." wird gegenüber den in am ländischen Blättern verbreiteten sensationellen Gerüchten an unterrichteter Stelle als zutreffend bestätigt, daß das Kaiserpaar angesichts der ungewöhnlichen tropischen Hitze, die zur Zeit in Palästina herrscht, den Ausflug nach Jericho und dem todten Meer aufgegeben habe und demgemäß bereits am 3. November Jerusalem verlassen werde.
Berlin, 2. Novbr. Im Prozeß Harden wurde heute Vormittag zunächst unter Zulassung der Oeffentlichkeit verhandelt. Der Staatsanwalt erklärte, daß es ihm darum zu thun sei, den Verfasser des Artikels; „Der Wahrheit Rache" kennen zu lernen. Der Angeklagte weigerte sich, den Namen zu nennen. Nachdem der Staatsanwalt noch die Vorladung eines neuen Zeugen, des Dr. Berthold, beantragt hatte, wurde für die weitere Verhandlung die Oeffentlichkeit wieder ausgeschlossen. Das Urtheil ist nach einer Bemerkung des Staat sanw altes nicht vor Freitag zu erwarten.
Köln, 2. Novbr. Die „Köln. Ztg." meloet aus London; Die Lage wird in den letzten Tagen in allen wirklich unterrichteten Kreisen sehr ernst aufgefaßt, in den am besten unterrichteten am ernstesten. Es wäre eine Täuschung,
Herabsetzung auf 60 Jahre sogar um 530189 vermehren. Die jährliche Ausgabe würde sich bei der Herabsetzung aus 65 Jahre auf 30,28 Millionen Mark, auf 60 Jahre um 80,5 Millionen Mark steigern. Der in diesen Summen enthaltene Beitrag des Reiches würde für dieses eine jährliche Mehrleistrng von etwa 10 Millionen bezw. 261/« Millionen „ „ ..... .... ________ U1U
Mark bedeuten. Gegenüber dieser Mehrbelastung konnte die bart. Dasselbe wird als zeitgemäße Abbildung gewiß all- Herabsetzung der Altersgrenze im Hinblick auf die fianzielle > seitiges Interesse erregen.
Jn vorstehender Abbildung geben wir unseren Lesern ein Doppelportrait des Kaisers Wilhelm mit dem Sultan, wie dasselbe aus Anlaß des Kaiserbesuckes in Konstantinopel ent- ‘ sterbe« ist. Unser Bild zeigt die beiden Herrscher in ganzer Figur und den Sultan nach der neuesten Aufnahme mit Voll-
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Palästina, einst und jetzt.
(Schluß.) Von Dr. Otto Ankel-Hanau.
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: die neuesten Rüstungen einfach als SäSelroffeln aufzufassen. ’ Jedenfalls liege guter Gvund für die Annahme vor, daß der i sramöstsche Botschafter diese leichte Auffassung nicht theilt, sondern in Mittheilungen an seine Regierung die neuerliche straffere Haltung Salisburys betont hat, die nicht erst vom letzten Kabinetsrath, sondern von Privatvorstellungen seiner Kollegen nach dem Erscheinen des französischen Gelbbuches datirt.
‘ Wien, 2. Novbr. Einer Athener Meldung der „Pol. , Corresp." zufolge notifizirte der König von Griechenland den Cretamächten die offizielle Zustimmung zu der Ernennung
! des Prinzen Georg zum Gouverneur von Kreta. Derselbe ! erhält den Titel eines Fürst-Gouverneur. Falls der Sultan
Im großen und ganzen hat sich das Klima Palästinas nicht geändert, einfach, weil die es bedingenden Faktoren nahezu dieselben geblieben sind. Wie heute, so zerfiel ehedem daS Jahr in eine regenlose (Sommer) und eine Regenzeit (Winter). Auf dem rechtzeitigen Eintreffen des Regens und der genügenden Menge von Nieder schlagen beruhte der Ertrag des Landes. Besonders trockene Jahre mit Theuerung im Gefolge waren auch im Alterthum nicht unbekannt (1. Kön. 17, 1; „Es soll diese Jahre weder Thau noch Regen kommen" und 17, 7: „Und es geschah nach etlichen Tagen, daß der Bach vertrocknete; (denn es war kein Regen im Lande"), Donner und Regen zur Zeit der Weizenernte aber unerhört (1. Sam. 12, 17 f.) Schnee und Hagel, Thau und Reif waren und sind im Jordaulande nohibelonnte Erscheinungen, Temperalurgeger sätze gehören zur Regel, die Wind- und Meeresströmungen sind dieselben geblüben. Auch die Temperatur tat sich wenig geändert: die Nordgrenze der Dattelpalme und die Südgrenze des Weinstocks fallen am Jordanufer zusammen wie ehemals ; im Thale Eskol gedeiht die Traube noch ebenso trefflich wie in den Togen der Kundschafter, und bei Gaza reist die Palme ihre Frucht. Wäre das Klima kälter geworden, die Palme hätte Küste und Jordantbol verlassen; wäre es utn vieles wärmer heute, die Rebe würde aus dem Trau- benihal tei Hebron verschwunden sein.
Eine wesentliche Aenderung deS Klimas hat in Palästina wcht stattgefundcn. Zugeben muß man freilich, daß die durch zahlreiche Thatsachen hmlürglich bewiesene Zunahme der Trocken-
hett des großen Steppen- und Wüstengürtels, der sich quer durch Afrika und Asten zieht, vor Allem der Sahara, nicht spurlos an den Randgebieten vorübergegangen ist. So euch in Palästina. In der Hauptsache aber sind es geschichtliche Vorgänge, die dem Lende das vielfach öde Aussehen verliehen haben. Auch für Palästina gilt, was Th. Fischer (Studiert über das Klima der Mittelmeerländer) von Sizilien sagt: „Namentlich in Sizilien drängt sich unabweisbar die Ueberzeugung auf, daß auf den drei südlichen Halbinseln Europas und mit ihnen auch in Kleinasien der Gang der Weltgeschichte das entscheidende Moment bei der jetzt bestebenden, im Orient noch immer wachsenden Verwahrlosung ist, daß sich, nicht die Natur geändert hat und ändert, sondern die Menschen." Dos ist betrübend und erfreulich zugleich. Denn ist es der geschichtliche Faktor, sind es die Menschen gewesen, über die zerfallene Städte und verödete Fluren, vertrcck- nete Eisternen und verschüttete Gründe, entwaldete Höhen und versumpfte Niederungen zu klagen haben, so ist die Hoffnung nicht auSgeschlcssrn, daß jener Faktor, der ja mit kürzern Zeitspannen rechnet als der natürliche, sich wieder zum Bessern wenden könne; daß aus den Ruinen vergangener Jahrhunderte neue- Leben erwachse, auS ihrem Schütte neue Kultur erblühe, wenn nur die Menschen andere werden wollen, wenn an die Stelle dumpfer Entsagung und traumhaften HinlebenS ein lebendiger Wettbewerb «irthschaftlich tüchtiger Kräfte tritt.
Demgegenüber glaubt der Geologe Fraas (Aus dem Orient) an tiefgreifende klimatische Aenderungen in geschicht- licher Zeit, während er der türkischen Unkultur nur einen bescheidenen Antheil an der Verwahrlosung deS Landes zu- fchreibcn möchte. Das Land feil ehedem weit niederschlags- reicher, von Wiesen und Wäldern bedeckt gewesen sein; Abraham, Jakob vnd Josua waren noch Zeugen des Wasser-
reichthums. Mußten aber nicht schon Abraham und Lot sich scheiden, weil daS Land ihre Herden nicht ernähren konnte? „Und daS Land mochte eS nicht ertragen, daß sie beieinander rechneten; .... und war immer Zank zwischen den Hirten über Abraham- Vieh und zwischen den Hirten über Lots Vieh." (1. Mof. 13,6 f.) Das Vorwiegen der Kleinvieh- zucht heutzutage läßt sich sehr wohl geschichtlich begründen. „Herden vcn Rindvieh sind selten. Es scheint das türkische System der Abgaben gewesen zu sein, bat vom Großen zu Große- nahm, oder auch die Raubsucht der herrschenden Fremdlinge des Landes, da sich das Kleine leichter verbergen und entziehen ließ als das Große, was der eifrigen Zucht der Rinder solchen Eintrag that; denn man darf wohl sagen, daß, nenn noch hundertmal so große Herden, als jetzt da find, in den fruchtbar gebliebenen Auen und Gefilden weideten, sie in den verwilderten Saatfeldern mehr niedertreten würden, als sie verzehren könnten." (Schubert, Reise in dar Morgenland.) UebrigenS wurden ichon zu Salomos Zeiten 100 Schafe täglich für die königliche Tafel geliefert (1. Kön. 4, 23); 3000 Schafe und 1000 Ziegen galten al» großes Vermögen (1. Sam. 25, 2); Hiob hatte sogar 7000 Schafe neben 3000 Kamelen und 500 Joch Rindern (Htob I, 3).
Zahlreiche Beobachtungen einsichtiger Reisenden bestätigen, daß im Boden Palästinas wunderbare Kräfte schlummern, die nur der menschliche Fleiß zu wecken braucht, um das Land der Verwahrlosung zu entreißen. „Welcher Boden könme von Natur fruchtbarer und zum Anbau günstiger sein als der von Palästina ? ... So sehr aber auch das eigene Volk des Lande?, au? Neid gegen den freuten Eroberer und Herrscher, und so sehr die Feinde desselben, deren Zorn so oft diese Stätte der alt«n Segnungen traf, gegen den inneren Wohlstand derselben gewüthet haben, ist eS mir dennoch unbegreiflich, daß ni$t