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Bir einzelne Amtliches Organ für StaSt- unö Lanökreis Hanau.

^inrückung-» gebichr

für Stobt= unt 8ta* stets Hanau 10 ^ b« igefpaltene Garmond- zeile oder deren Raum, für AuswärrS 15 ^.

Im Reklamenthei!

die Zeile 20 ^, für Auswärts 30 ^.

10 ^ Erscheint täglich mit Ansushme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

Nr. 255.

Stcnfiag den 1. November

1898

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Hierzu

Amtliche Beilage" Nr. 7L

AMLiichsS.

^cmM^rer# ^anau.

Bekanntmachungen des Königlichen Landrathsamtes.

Das Infanterie-Regiment Nr. 166 wird vom 7. bis einschließlich 25. November d. JS. auf dem großen Exerzier­platz, Schußrichtung Eisenbahnübergang Fallbachbrücke, Schießen mit scharfen Patronen abhalten.

Das Schießen wird an diesen Tagen um 11 Uhr vor­mittags beginnen und um 4 Uhr nachmittags beendet sein.

Das Gelände ArbeiterhäuserPulverhauswache Chaussee HanauLangendiebachReußerhofEisenbahn in Höhe des Kinzigheimerhoss, insbesondere der Fußweg Reußerhof Hanau und der Waldweg ReußerhofChaussee Hanau Roßdorf, wird durch Sicherheitspostcn abgesperrt und darf während des Schießens nicht betreten werden.

Den Weisungen der Sicherheitsposten ist unbedingt Folge zu leisten.

Die Herren Ortsvorstände wollen dies unter dem be­sonderen Hinweis darauf, daß ans Gründen der Sicher­heit das Zuschauen verboten ist, alsbald veröffentlichen lassen.

Hanau den 31. Oktober 1898.

Königliche Polizei-Direktion

J. A.:

Becker, Regierungs - Assi ssor.

7. Bewilligung einer Vergütung von M. 1200 für Ver- sehung der Geschäfte des Dirigenten der gewerbl. Fort­bildungsschule.

8. Nachverwilligung von M. 342,20 Umzugskosten (auf Tit. II 4 Spez.-Et. H. pro 1898/99) an den Direktor der gewerbl. Fortbildungsschule.

9. Dem Leiter der gewerbl. Fortbildungsschule ist die Amts­bezeichnungDirektor" beigelegt.

10. Nachverwilligung von M. 6950 auf E.-O. Tit. II 5 i und von M. 790 auf Tit. V 3 Spez.-Et. Gaswerk für 1898/99 (Ausbau der Waldstraße).

11. Formelle Zustimmung zum Nachtragsstatut der Althanauer Deputation.

12. Nachverwilligung von M. 184,50 auf Tit. I Spez.-Et. Schlachthof pro 1898/99.

13. Nachverwilligung von M. 600 für Versetzung einer

14.

15.

Lehrerstelle an der Mädchen-Mittelschule.

Bewilligung von M. 2325 Ruhegehalt an den Lehrer der höheren Mädchenschule, David.

Verpachtung eines städtischen Grundstücks an der Sandel- mühle (F. 123/70).

16. Bericht über die 17. Sitzung der Elektrizitätswerks- Kommission.

17. Nachverwilligung von M. 1034,53 für den Ausbau des Aufuhrweges zum Nordbahnhof.

von den Urwählern bestimmten Wahlmänner am 3. November ihre Stimme für die Landtagskandidaten abgegeben haben werden. Jedoch läßt sich schon jetzt voraussehen, daß tief­gehende Verschiebungen in dem Stärke-Verhältniß der einzelnen Parteien nicht erfolgen werden.

Die Konservativen, gegen welche diesmal d^r Hauptsturm aller linksgerichteten Parteien gerichtet war, werden die ihnen an der absoluten Mehrheit im Abgeordnetenhause bisher noch fehlendm Stimmen nicht erlangen, vielmehr dürfte ihnen etwa ein halbes Dutzend Mandate verloren gehen. Die Nationalliberast.n, welche die bewährte Waffen-Genossenschaft mit der Rechten diesmal Iheilweis aufgegeben hatten, um ge­meinsam mit dem Freisinn den Kriegspfad zu beschreiten, werden gleichfalls eine Einbuße von einigen Mandaten er­leiden. Der Freisinn wird dementsprechend wohl einen Zu­wachs von einer Anzahl von Sitzen erlangen. Das Centrum rückt in alter Stärke wieder ein, und die Sozialdemokratie, welche einen ungleich größern Wahleifer an den Tag gelegt hat, als anfänglich sich erwarten ließ, muß zufrieden sein, daß die von ihr unterstützten Kandidaten des Freisinns an mehreren Orten infolge dieser kräftigen Unterstützung den Sieg über ihre Gegner davontragen. Obgleich in manchen Wahlbezirken eine beträchtliche Anzahl von sozialdemokratischen

Wahlmännern durchgebracht worden ist, werden diese doch ! schwerlich einen der Ihrigen in den preußischen Landtag

18. Nachverwilligung von M. 5000 auf E.-O. Tit. II 6 b Hineinzuschieben imstande sein.

äußere Herstellung des Altstädt. Rathhauses.

19. Anstellung einer Kanzlistin.

20. Weiterverpachtung der Butterwaage für 1899.

Man kann von einer Wahl kaum mehr verlangen, als daß sie alle zufriedenstellt. Das aber scheint im vor-

liegenden Fall thatsächlich einzutreffen. Die konservatie Par-

^taöt&rew ^anau.

W^^ drs Oherbürgermeisteramtes.

Sitzung der Stadtverordneten- Versammlung

am Donnerstag den 3. November 1898, nachmittags 5 Uhr, im unteren Saale des Rathhauses.

Tagesordnung:

1. Einquartierungsstatut.

2. Verpachtung einer Parzelle am Schloßgraben bezw. an der Ramsay-Straße. ~

3. Regelung der Gehaltsverhältnisse des Sparkassen-Ren- danten.

4. Gnadenquartal für die Hinterbliebenen städt. Beamten.

5. Nachverwilligung von M. 234 Vertretungskosten für die gewerbl. Fortbildungsschule. _ I

6. Besetzung zweier Hilsstechnikerstellen beim Tiefbauamt.

21. Weiterbewilligung der bisherigen Unterstützungen an die tei ist, laut einer parteioffiziösen Kundgebung, zufrieden, daß früheren Nachtwächter im Gesammlbetrage von M. 3026

(Tit. II B. 11).

22. Außerordentliche Kassenrevision der Sparkasse. 16340

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sie den Ansturm der vereinigten Linken abgeschlagen hat, zu-

Gefunden: Eine goldene Brille, in einem hiesigen Bankgeschäft liegen geblieben. Ein großer Hundemaulkorb. Ein kleines schwarzes Portemonnaie mit einigen Pfennigen.

Verloren: Ein goldener Kneifer, gegen Belohnung abzugeben. Ein goldener Ring mit einem schwarzen Omx.

Entlausen: Ein brauner Hühnerhund m. Geschl.

Hanau am 1. November 1898.

mal da die ihr verloren gegangenen Mandate vornehmlich durch das Eingreifen der Sozialdemokratie in die Hände des Freisinns gefallen sind. Die Nationalliberalen trösten sich ebenfalls über die ihnen widerfahrene Einbuße. Im frei­sinnigen Lager herrscht selbstverständlich lauter Jubel über den Erfolg, den man gern dem angeblich siegreich vor­dringenden liberalen Gedanken zu Gute bringen möchte, ohne die zwei Thatsachen genügend zu beachten: daß, einmal, dem freisinnigen Zuwachs eine Schwächung der nationalliberalen

Die Landtagswahlen.

Part i gegenüdersteht, und Eroberungen zunächst nur truppen zu danken sind.

Die Thatsache wird dem

j tzt eindringlich vorgeha ten

daß, zweitens, die freisinnigen den sozialdemokratischen Hilfs-

Freisinn vomVorwärts" schon

damit jener nichtallzustolz

//

Die Ergebnisse der Urwahlen zum preußischen Abgeord-!auf seinen Gewinn sich gebende. Selbst der freisinnige netenhause lassen sich noch nicht völlig überblicken. Welche Parteiführer Eu en Richter^ heißt es in dem sosia'.dewo- Veränderungen in der Zusammensetzung des Abgeordneten- kratischen Blatte - werde auf sozialdemokratischen Krücken Hauses infolge der Neuwahlen eintnten werden, wird mit als Vertreier seines früheren Wahlkreises Hagen in das Sicherheit überhaupt erst dann festzustellen sein, wenn die Parlament humpeln.

FsMiKetsm.

UMstina, rinst und jetzt.

Von Dr. Otto Ankel-Hanau.

Die Kaiserreise nach dem Gelobten Lande lenkt wieder einmal die Augen vieler Millionen von Christen auf die Stätte, wo einst der Wunder größtes sich vollzogen hat. So reich auch die Litteratur, die zeitgenössische und ältere, über Palästina ist, so irrig sind vielfach in weiten Kreisen die Vorstellungen von dem Lande, das wie kaum ein zweites sein Antlitz im Laufe der Jahrbundeite gewandelt hat. Es mag daher den Lesern dieses Blattes nicht unwillkommen sein, etwas Näheres vom Jordanlan^e zu erfahren.

Vielfach kann man die Behauptung hören: über Pa­lästina sei der Fluch des Herrn hereinge­brochen; aus dem Lande, in dem einst Milch und Honig floß, sei ein Land der Dornen und Disteln geworden; wo einst Wald und trefflicher Weidegang, grünende Auen und gut bewässerte Gründe, da sei es heute öde und unfruchtbar. Wie steht'z mit der Behauptung? Eine kurze geschichtliche Be­trachtung soll die Frage beantworten.

In einem Lande von dem hohen geschichtlichen Alter Pa­lästinas zeigt selbstredend die Natur deutlich die Spuren der Eingriffe des Menschen und seiner nicht selten naturwidrigen kulturellen Bestrebungen. Das ursprüngliche Pflanzenkleid der jungfräulichen palästinensischen Erdscholle ist im Verlaufe der Erd- und Menschheitsgeschichte anders geworden. In der Tertiärzeit trug Palästina tropischen PflanzenwuchS, dessen verkümmerte Reste noch im Jordanthal zu finben sind; die Eiszeit ging nicht spurlos an der Pflanzenwelt vorüber; da- ^uuf hat die Mittelmeerflora das Land besiedelt. Ob der

Libanon einst Gletscher trug, gilt nicht für ausgemacht, wohl aber für sehr wahrscheinlich. Sicherlich war das Klima Pa­lästinas während der Diluvialzeit weit kühler und besonders feuchter als späterhin. Dem entsprach ein üppiges Pflanzen­kleid, das das Land noch zur Zeit menschlicher Ansiedelung bedeckte.

Wie überall, so trat auch in Palästina die Kultur in ihren ersten Anfängen als Waldzerstörerin auf; aus Jägern und Fischern wurden Nomaden. Bet dem eigenthümlich traumhaften Zuge des Orientalen, unbekümmert um die Zu­kunft, nur für das Heute zu sorgen, ist es nicht verwunder­lich, daß der Wald keine Schonung erfuhr. Bei der Er­schließung von Weidegründen spielten Axt und Feuer eine g'ößere Rolle, als nothwendig und nützlich war. An die Stelle des Weidelandes oder doch neben es trat die Getreide- und Baumkultur, die aus einem Theil der schweifenden No­maden seßhafte Bauern schuf. Als die Kundschafter aus dem Lande Kanaan zurückkehrten, brachten sie Granatäpfel, Trau­ben und Feigen mit. Im Gegensatze zu Egypten und der durchwanderten sinaitischen Wüste schilderte Moses seinem Volke das verheißene Land also:Denn das Land, da du hinkommst, ist nicht, wie Egyptenland, davon ihr ausgezogen seid, da du deinen Samen säen und selbst tränken mußtest wie einen Kohlgarten, sondern es hat Berge und Auen, die der Regen vom Himmel tränken muß." (5. Mos. 11, 10 s.) Denn der Herr, dein Gott, führt dich in ein gut Land, ein Land, da Bäche und Brunnen und Seen innen sind, die an den Bergen und in den Auen fliehen; ein Land, da Weizen, Gerste, Weinstöcke, Feigenbäume und Granatäpfel innen sind; ein Land, da Oelbäume und Honig innen wächset." (5. Mos. 8, 7 f?)

') Die Fruchtbarkeit des Landes wird durch zahlreiche Orts­namen bestätigt: Abel-Aue, Grasplatz; Ajalon-Hirschaue; Anal-

Diese Stellen hat man gewöhnlich im Auge, wenn man von der alten Fruchtbarkeit Palä inas redet. Kürzer Hand wird nun immer wieder behauptet, daß die Entwaloung eine Aenderung des Klimas herbeigeführt, die Abnahme der Niederschläge das Land trockener und damit unfruchtbarer ge­macht habe. Zu dieser Annahme fehlt, wie mir scheint, alle Berechtigung. Keinen Ausdruck gibt es in den erwähnten Mosesworten, den man nicht in seinem vollen Umfange auf das heutige Palästina anwenden könnte. Die Bäche sind die Wadis, die zur Regenzeit reichlich Wasser führen, im Sommer dagegen mit wenig Ausnahmen trocken sind. Salomo weihte feinen Tempel im Monat Etbanim (vom Neumond d^s Ok­tober bis zu dem des November) ein, dem Monatder fließenden Bäche", als nur noch wenig Rinnsale Wasser führ­ten. (1. Kön. 8, 2.) Jesaias verkündete seinem Do ke, daß die Fliege und Biene (d. h. die Egypler und Assyrer) kommen und alle sich legen an die trockenen Bäche und in die Steinklüfte und in alle Hecken und in alle Büsche." (Jes. 7, 19.) Jeremias redet von Lügenbächen", d. h. von solchen, die im Sommer kein Wasser führen. (Jer. 15,18). Die Brunnen sind die heutigen 'Ayüi, perennierenoe und zum Theil reiche Quellen, bereit mau besonders in Äaliläa, aber auch in Samaria und selbst

Traubenort; Basan-Fettigkeit; Vethanien-Dattelort; Beth Cherem- Weinbergsort; Bethlehem-Brotort, daher Ephrata, die Fruchtbare, ceftannt; Bcthphage-Feigenhausen; Betb Tappuah-Apfelhaus; Bis- jothja-Olivenort; Chesil - Fettgebiet; Chorazin - Gebirgsweideland; Daphka-Viebtrift; Eskol-Traubenthal; Gethsemane (am Fuße des Oelbergs) -Oelkelter; Gomorrha-Garbcnland; Hazar Susa-Lilienhof; Hesmon-Fruchtbarkeit; Jericho-die Wohlriechende (wegen der Balsam­gärten, auch die Palmenstadt genannt); Karmel-Baumgarten; Mas- rek-Rebenort; Rckem-buntblühender Garten; Ribba - Fruchtbarkeit; Thamar-Palwenstadt u. a. nt. Daneben werden freilich auch recht unwirthliche Orte genannt. Das alte Palästina war eben ein Ge­misch aus Ackerland, Fruchthain, Weide und Steppe.