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für Stadt- uud Ba* kreis Hmum 10 ^ bw ^gespaltene Garmond- zelle oder bereit Raum, für Auswärts 15 ^.
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Preis:
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3 ^ 25 ^.
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Pvstauflchlag.
Die einzelne
Kummer kostet
10 ^.
Zugleich G
Amtliches Organ für Stsöl- nnö LsuöKreis Hanau.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.
Im Reklamentheil die Zeile 29 ^ für Auswärts 30 ^.
Dienstag den 25. Oktober
1898
Hierzu „Amtliche Beilage" Nr. 8S.
sTMMchSK» ^art^to^i^ ^anau.
Vekauntmachungen des Königlichen Landrathsamtcs.
Frankfurt a/M. den 8. Oktober 1898.
21. Division
Der Königlichen Regierung
C a s s e l.
Die Truppen der Division haben bei den diesjährigen Herbstübungen, die zum größten Theile im Bezirk der Königlichen Regierung (Kreise Kirchhatn, Marburg, Ziegenhain, Frankenberg, Fritzlar, Hauau) stattgefunden haben, durchweg eine sehr entgegenkommende und gute Aufnahme bei ihren Quartierwirthen gefunden.
Ich kann es nicht unterlassen, der Königlichen Regierung meinen verbindlichsten Dank im Namen der mir unterstellten Truppen hierfür auszusprechen und knüpfe hieran die Bitte, von dieser Danksagung den betheiligten Kreisen und Gemeinden in geeignet scheinender Weise Kenntniß geben zu wollen.
P e r t h e 8,
Generallieutenant und Divisions-Kommandeur.
Vorstehendes bringe ich hiermit zur öffentlichen Kenntniß.
Hanau am 21. Oktober 1898.
Der Königliche Landrath
M. 4929 v. Schenck.
Landwirthschastlichcr Kreisverein Hanau.
Nächste Versammlung Samstag den 29. Oktober, nachmittags 2 Uhr, im Gasthaus zum „goldenen Löwen" in Hanau.
Tagesordnung:
1. Geschäftliche Mittheilungen.
2. Vortrag des Herrn Professor Dietrich aus Marburg über „Die Anwendung künstlicher Düngemittel".
3. Mittheilung der Herren Delegirten über das landwirth- schaftliche Fest in Eschwege.
4. Referat über die Erträge der neuen Kartoffelsorten, welche vom Verein bischafft wurden.
Der Borst and.
Die Herren Bürgermeister des Kreises werden ersucht, obige Bekanntmachung des landwirthschaftlichen Kreisvereins in ihren Gemeinden in ortsüblicher Weise bekannt zu machen. Hanau am 25. Oktober 1898.
Der Königliche Landrath
v. Schenck.
^taöt^rei^ ^banau.
FrZZrmLWachullZW d?s Oöerbürgermeisteramtes- Bekanntmachung.
Mittwoch den 26. Oktober d. 3„ nachmittags 2 Uhr, sollen an Ort und Sülle die dem Althanauer Hospital gehörigen Vvitchwiesen, 10 ha 94 ar 83 qm groß, in 23 Abtheilungen auf 12 Jahre verpachtet werden, wozu Pachtliebhaber hiermit eingeladen werden.
Die Pachtbedingungen werden vor dem Termin verlesen, können aber auch vorher im Zimmer Nr. 10 des Neustädter RathhauseS eingesehen werden.
Versammlungsort: Vor der Patrontasche.
Hanau den 15. Oktober 1898.
15644 Althanauer Hospitalkasse.
Grundstücks-Verpachtung.
Von dem in der Gemarkung von Eichen belegenen Domanialgrundbesitz sollen 40 ha 42 ar 89 qm Acker- und Wiesenländereien in 139 einzelnen Parzellen vom 1. Januar 1899 an auf zwölf Jahre öffentlich meist, bietend verpachtet werden. Termin hierzu ist auf Freitag den 28. dieses Monats, vormittags von 10 Uhr ab, in das Rathhaus in Eichen anberaumt.
Auf angemessene Gebote erfolgt der Pachtzuschlag ohne Abhaltung eines weiteren Termins.
Hanau am 21. Oktober 1898.
Der Königliche Domänenrath.
Bell. 15836
Die Kaiserreise nach Palästina.
Konstantinopel, 24. Oktbr. Das Blatt „Sabah" führt in einem Abschiedsartikel für das deutsche Kaiserpaar aus, die höchste Tugend der Osmanlis sei, dem Padischah zu folgen. Daher schlugen die Herzen vor Freude den Souveräns entgegen. Ein zweiter Artikel sagt, der Aufenthalt des Kaiserpaarcs hat länger' gedauert als sonst die Besuche im Auslande. Dies sei ein Zeichen der Freundschaft und Hochachtung für den Sultan. Auch bleibe das Kaiserpaar noch einen Monat Gast des Sultans. In Palästina werde der Kaiser sich überzeugen, wie es dem türkischen Regierungs- system gelungen, zwischen den verschiedenen Konfessionen an den heiligen Stätten den Frieden aufrecht zu erhalten und alte Konflikte auszugleichen. Der Kaiserbesuch werde einen denkwürdigen Platz in der Geschichte behalten und seine Erinnerung der Nation unauslöschlich angehören. Die aus
getauschten Freundschaftskundgebungen überstiegen den gewöhn lichen Grad. Die Intimität sei an Stelle der offiziellen Ceremonie getreten. Alle Osmanli, welche mit größter Freude die guten Folgen der beiderseitigen Freundschaft sehen, brächten daher dem Kaiserpaar bei der Abreise warme Huldigungen dar. Die deutsch türkischen Beziehungen der Kameradschaft basirten auf dem Bestreben, den Frieden zu sichern und die Liebe zur Gerechtigkeit und Freundschaft.
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Wien, 24. Oktbr. Die „Polit. Korresp." berichtet in einer Zuschrift aus Kairo, die Entdeckung des gegen Kaiser Wilhelm von Auarchisten geplanten Attentats sei dadurch erfolgt, daß einige Tage vor der Festnehmung der Anarchisten in den Kleidern eines von Franzosen ermordeten Italieners ein Portefeuille mit belastenden Briefen gefunden wurde. Bei einer in der Wohnung des Ermordeten vorgenommenen Haussuchung wurden Beweise dafür gefunden, daß von Anarchisten eine Verschwörung gegen das Leben des Kaisers eingeleitet sei. Aus Grund dieser Entdeckung ist es gelungen, sämmtlicher Verschworener habhaft zu werden.
Tagesschau.
Von der Marine. Laut telegraphischer Meldung an das Ober-Kommando der Marine ist S M. S. „Kaiser", Kommandant: Kapitän zur See Stubenrauch, — mit dem Chef des Kreuzer-Geschwaders, Vize-Admiral von Diederichs an Bord — am 21. Oktober in Honkong angekommen und will am 29. Oktbr. nach Amop gehen; S. M. Dacht „Hohen- zollern", Kommandant: Kontre-Admiral Freiherr von Boden- hausen, ist am 21. Oktober von Konstautinopel nach Haifa in See gegangen.
PMZZsche und unpolitischs Nachricht»«.
(DevesSeu-Änresu»Herold*.)
Berlin, 24. Oktbr. Im Reichstagsgebäude fand heute die Eröffnung der ersten Tagung der fünften Session des Koloniatamtes statt. Der Vorsitzende Dr. von Buchka hielt die Begrüßungsrede, in welcher u. A. auch an das Hinscheiden des Fürsten Bismarck und an dessen Verdienste um das deutsche Vaterland erinnert wurde. Nachdem der Vorsitzende noch eine genaue Uebersicht derjenigen Ereignisse gegeben, die auf die Entwickelung der deutschen Schutzgebiete großen Einfluß ausgeübt haben, wurde in die Berathung des allgemeinen Etats und den Etat des Schutzgebietes von Deutsch-Ostafrika ein getreten. Der Sitzung wohnte auch der Herzog-Regent von Meckl-nburg-Schwerin bei.
Berlin, 24. Oktbr. Der „Lokal-Anzeiger" meldet aus Paris: Die Pariser Straßen durchziehen schon heute die
Feuilleton.
Der Große Friede.
Ein Gedenkblatt zur 250. Gedenkfeier des Westfälischen Friedens, 24. Oktober.
Von Dr. Hans Hasselkamp.
(Nachdruck verboten.)
Im Jahre 1645 wanderte durch Deutschland eines jener illustrtrten Flugblätter, die dazumal die Stelle von Zeitungen vertraten. Da sah man an einem Tische, den, nach Rang und Würde geordnet, die europäischen Herrscher und die deutschen Reichsstände umgaben, den Papst, einen Jesuitenpriester und einen evangelischen Doktor in Berathung an einem Tische sitzen. Aber ihre Verhandlung wird durch eine Erscheinung gestört. Jesus selbst tritt in den Saal, seine Wunden bluten, er trägt das Schmerzenskreuz und warnend hebt er die R-chte gegen die Rathpfleger. Der Strafengel folgt ihm, der die Ruthen von Pestilenz, Schwert und Hunger in seinen Händen trägt, vor ihm aber kuieen die unschuldigen Seelen der um gebrachten Kinder und heben jammernd die Hände zu ihm empor. Und Jesus kann, wie der T-xt sagt, „die Langmurh sein nicht länger hinderholten,
. Ich kann die böse Welt nicht länger lassen schalten
An ihrer Tyranncy und übermachtem Grimm, Jcy muß ihr ruffen zu mit meiner Donner-Stmm: Hör Welt, du tolle Welt, sammt dein so schnöden Smben, An meinem Eygenthum wollt ihr euch noch versanden e Eo mahnt er nachdrücklich zum Frieden. Als aber dann der Papst und die Theologen, die Füsten und die Herren zu Worte kommen, da stellt sich doch heraus, daß eben jeder den Frieden nur dann will, wenn seine Wünsche befriedigt werden.
Bild und Text haben wohl keinen sonderlichen Kunstwerth. Und dennoch ergreifen sie noch heut jedes fühlenden Menschen
Herz mit unmittelbarer Gewalt. Denn es spricht aus ihnen die ganze jammervolle Sehnsucht des durch einen unerhörten Krieg gebrochenen deutschen Volkes nach Frieden und zugleich die ganze Hoffnungslosigkeit seiner abgestumpften Seele. Es war kein Schrei nach Frieden, der durch die deutschen Lande ging, denn dazu besaß die gemarterte und zerrüttete deutsche Nation nicht mehr die Kraft; es war ein klägliches Stöhnen, ein verzweifeltes Wimmern, es war die Aeußerung des letzten Gedankens, den das zerstörte Volk noch eben fassen konnte.
Was aber ging die Herren Diplomaten, die seit 1643 in Münster und Osnabrück über den Frieden beriethen, der unermeßliche Jammer des deutschen Volkes an? Sie hatten es ja sicher, die Kongreßstädte waren für neutral erklärt, überdies schützte sie ihre Guardia; sie schmausten und gingen in Stolz nnd Prunk einher; ja, sie sahen darin eine diplomatische Pflicht: „ich will klar machen (schrieb ein französischer Gesandter an seine Königin), von welcher Art auch die geringsten Diener Eurer Majestät sind, und daß der Krieg uns nicht arm gemacht hat." Sie hatten Zeit, die Herren Legaten, mochte der Krieg auch noch die "letzten kümmerlichen Reste von Anbau und Kultur vernichten, und mit großer Umstand lichkeit behandelten sie monatelang die wichtigsten Fragen der Etiquette: ob dem Dogen von Venedig der Vorrang vor dem Kurfürsten zukomme, ob dem kurfürstlichen Gesandten der Titel Exzellenz gebühre, ob es zu erlauben sei, daß der kur- brandenburgische Legat seine Mitgesandten voraus und nicht, wie üblich, hinter sich fahren lasse. Ueber derlei hochwichtige Fragen wurden Ströme von Tinte verschrieben, — draußen, in Böhmen und am Rhein, in Schwaben und Franken flossen Ströme deutschen Blutes. Wahrhaft erlösend wirkte in dieser diplomatischen Stickluft das Kernwort des wackeren Alten- burger Gesandten, Dr. Thumbshirn, der Oxenstjerva einmal die Leiden der Evangelischen durch den Krieg klagte, und als
der Schwede darauf nur ein Lächeln hatte, mit erhobener Stimme fortfuhr: „Obschon von etlichen Menschen darüber gelacht werden mag, Gott wird die Thränen und Seufzer, das Stöhnen und Wehklagen der Unglücklichen nicht gering achten, und die, so Schuld daran tragen, werden von gerechter Sühn' und Rache nicht verschont bleiben."
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Freilich waren die Schwier izkeiten auch ungeheuer. Der Große Friede steht in der Geschichte so einzig da wie der Große Krieg. Nie zuvor und nie nachher hat die Diplomatie einen solchen Rattenkönig von Ansprüchen, Schwierigkeiten, Bedingungen zu entwirren gehabt, wie damals. Da waren die Forderungen der übermüthigen Ausländer, die jetzt den Lohn für igre Kriege heischten, da waren die Separat- schwierigkeiten zwischen Spanien und den Niederlanden, deren achtzigjährige Feindschaft nun zu Ende geführt werden sollte, Zwilchen der Schweiz und dem Reiche; da war die noth- wendig gewordene völlige Neuordnung der Rsichsverfaffung, lie unumgängliche Entschädigung der sä irr zahllostn Ansprüche der deutschen Reichsstände, zu der schließlich immer wieder das Kirchengut, „das große Tuch", aus welchem alle Aequivalentien geschnitten werden müssen", herhalten mußte; da waren endlich die durchaus neu zu regelnden konfessionellen Verhältnisse, die zu den großen internationalen Fragen ein unermeßliches Wirrsal lokaler Fragen hinzufügten, über die Besetzung von Rathzstellen, die Benutzung von Kirchen, die Verwaltung von StiftungSgeldern, über Baulasten und Spitäler, Nutzungsrechte und Titelgerechtsame. So kreuzten sich hier größte und kleinste Interessen, Well- und KirchthmmSpolitik in hundertfacher Verwirrung: die diplomatischen Gruppen und Kombinationen schwankten und wechselten, was Heut beschlossen war, wurde morgen revidirt und übermorgen umgestoßen; was zu endgiltiger Ausführung bestimmt war, wurde zur festgesetzten Frist wieder verzögert. Eitelkeit, Gewinnsucht, gelehrter