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22. Oktober

Hanauer Anzeiger

Seite 11

von einander ermöglicht und bestehen technische Schwierigkeiten Zusammensetzung der Wasser muß ein Zusammenhang der in Bezug aus die eventuelle Ausführung dieser Arbeiten in Grundwasser jenseits der Kinzig mit dem Grundwasstr dies- keiner Weise und wäre eine derartige Vergrößerung jederzeit ' möglich; außerdem ist ja, wie bereits im ersten Berichte über das Projekt erwähnt, die spätere Aufstellung eines zweiten

Hochreservoirs von 10001500 edm Inhalt auf dem Kara­bineracker als letzte Erweiterung der Wasserversorgung Hanaus vorgesehen, wodurch dann wohl aus Jahrzehnte hiuans, selbst dem abnormsten Wasserverbrauch, vorgesorgt sein dürfte.

Die Stadtverordnetenversammlung hat in ihrer Sitzung vom 12. Mai 1898 die Ausführung des zweiten Wasser­werkes an der Leipzigerstraße nach dem vorgelegenen Projekt genehmigt, jedoch sollte zunächst, bis zur Klarstellung der von Herrn Ingenieur Kullmann noch geäußerten Bedenken, nur ein Brunnen ausgeführt werden.

Ich glaube, daß durch die hier vorliegenden weiteren Feststellungen und Versuche die von dem Herrn Gutachter noch gehegten Bedenken einmal als vollständig widerlegt und beseitigt betrachtet werden können, ferner ober liegt es unbe­dingt im Interesse der Betriebssicherheit deS zweiten Wasser-

Werkes, daß zur Wasserentnahme mindestens zwei Brunnen fj^moniat vorhanden sind, denn sobald daS erforderliche Wasserquantum

nur an einer Stelle geschöpft werden soll, ist die Absenkung des Grundwasserspiegels auf eine solche Tiefe erforderlich, daß eine Unterspülung des Brunnenmauerwerks und dadurch eine Senkung der Brunnen unbedingt zu befürchten ist, wie solche thatsächlich schon beim Brunnen I deS alten Wasserwerks im Frühjahre dieses Jahres passirt ist und zur Abdrückung des Saugrohres geführt hat.

Ich halte daher die sofortige Ausführung auch des zweiten Brunnens für unerläßlich und nach den obigen Ausführungen auch entsprechend dem ursprünglichen Projekte für durchaus angängig und zweckentsprechend.

Wasseruntersuchung.

Im Auftrage der Direktion der städtischen Wasserwerke untersuchte der geprüfte Nahrungsmittelchemiker Herr Dr. Rau auS Anlaß der Errichtung deS zweiten Wasserwerkes Wasserproben aus den einzelnen Bohrlöchern (Nr. 115) längs der Friedberger-Bahndammes, sowie in der Schneiße 7 am Neuhof (Nr. 1622), ferner eine Probe Oberflächeu- waffer entnommen bei Bohrloch 2, sowie eine Probe Kinzig- waffer und erstattete unterm 17. September folgendes Gut­achten :

Was nun zunächst die Bohrlöcher 1 bis 15 anbelangt, so find hier drei charakteristische Typen deutlich zu unter­scheiden und zwar umfassen dieselben:

1) die Bohrlöcher 13,

2) deSgl. 4-14,

3) das Bohrloch 15.

Das Wasier aus den Bohrlöchern 414, welches die Brunnen des zweiten Wasserwerks einbegreift, zeigt folgende Zusammensetzung:

Gesammtrückstand 300350 Milligramm im Liter,

Glührückstand Chlor Schwefelsäure

250-280 4045 4257

N

M

M

v

Härte ungefähr 10 Grad,

Salpetersäure vorhanden.

Auf Grund der Uebereinstimmung in der Zusammensetzung dieser Wasser kann mit Sicherheit angenommen werden, daß die Wasier der Bohrlöcher 414 demselben Grundwasser- strom angehören.

Dieser Grundwasserstrom ist nach beiden Seiten scharf abgegrenzt, wie die Analysen des Wassers der Bohrlöcher

13 und 15 zeigen.

13

910

810

3,5

Schwefelsäure Gesammthärte Bleibende

4-14 4257 10

6

15

187

16

der be-

Salpetersäure 0 vorhanden vorhanden.

Was hier in erster Livie in die Augen fällt, ist trächtliche Unterschied im Gehalt an Schwefelsäure.

Während Wasser 13 mit 910 Schwefelsäure nur die Hälfte des Schwefelsäuregehaltes des Kinzigwassers aus- weisen, ist der Schwefelsäuregehalt in 414 fünfmal so hoch als in 13 und in 15 zwanzigmal so hoch. Das Wasser 15 charakterisirt sich mit einer die Grenzzahl von 80 Milli­gramm um das doppelte überschreitenden Menge Schwefel­säure als ein sehr hartes gypshaltiges Wasser. Wesentlich bedingt durch den verschiedenen Gehalt an Schwefelsäure ist die Differenz in der bleibenden Härte bei 13 und 414. Bei diesen Wasser kommt als scharfe Scheidung noch hinzu, daß 13 frei von Salpetersäure sind im Gegensatz zu 414, die größere Mengen von Salpetersäure aufweisen. Wasser 1 und 2 zeigen außerdem einen erheblichen Gehalt an ge­löstem Eisenoxydul. ,

Aus Grund des Ergebnisses der Untersuchung der Wasser 115 kann daher mit Sicherheit festgestellt werden, daß in der durch die Bohrlöcher 115 begrenzten Strecke längs des Friedberger Bahndammes drei verschiedene, scharf von einan­der getrennte Grundwasserströme bestehen, deren mittlerer,^die Brunnen des neuen Wasserwerkes einschltcßend, ein gutes Trinkwasser liefert. Das Wasser aus den Bohrlöchern jen­seits der Kinzig, in der Nähe vom Neuhof, weist erhebliche Unterschiede von den Wassern 115 auf. Es enthält nur 21 Milligramm Chlor, 16 Milligramm Schwefelsäure, zeigt im Verhältniß von Kalk und Magnesia wesentliche Unter­schiede und enthält eine sehr hohe organische Substanz. Es erscheint als ein stagnirendeS Wasser, welches sich in moorigem Untergründe stark mit organischen Substanzen beladen hat. Auf Grund der wesentlichen Unterschiede in der chemischen

seits der Kinzig als ausgeschlossen betrachtet werden. Für

die Frage, ob nicht das Oberflächenwasser Zutritt zum Grund­wasser hat und Verunreinigung derselben herbeiführen kann, gibt die Analyse des Wassers 2 und der zu gleicher Zeit neben dem Bohrloch entnommenen Probe Oberflächenwasser sehr gute Anhaltspunkte, deren wichtigste Zahlen ich nach­stehend folgen lasse, unter Beifügung der Analyse eines mir von Herrn Zimmermeister Wörner übergebenen und, wie ich

hörte, von den Brüning'schen Arbeiterneubauten kommenden Oberflächenwassers.

Grund­

Oberflächen­

9^Sthpy

wasser 2

wasser 2

248

420

592

204

273

443

32

35

78

96

61

89

71

80

14

29

9°

12°

Spur

viel

viel

0

viel

viel

0

viel

0

so erhebliche

Rückstand Glührückstand Cdlor Schwefelsäure Kalk Magnesia

Salpetrige Säure

Salpetersäure

Grundwasser und Oberflächenwasser weisen

liche, in die Augen springende Unterschiede auf, daß ich wohl, ohne näher darauf einzugehen sagen darf, daß eine Ver­mischung der Wasser nicht stattfindet und daß offenbar die dazwischen liegende Lettenschicht vollständig undurchlässig ist.

Ich komme nun noch zu der Beantwortung der Frage, ob das Grundwasser mit dem Kinzigwasser in Verbindung steht, ob dasselbe also nichts anderes ist, als ein durch die dazwischenliegende Sand- und Kiesschicht filtrirtes Kinzig­wasser, oder aber, ob es ein unabhängig von der Kinzig laufender Grundwafferstrom ist. Bei Beantwortung dieser Frage an der Hand der Analysen des Grundwassers und des Kinzigwassers muß man immer berücksichtigen, daß zwischen Kinzig und den Bohrlöchern eine Schicht von reinem Sand und Kies liegt, aus der das Wasser also keine festen Stoffe aufnehmen kann. Ebenso ist es aber auch nicht denkbar, daß ein Wasser in dieser Schicht seinen Gehalt an Chlor, Schwe­felsäure, Kalk rc. verringern sollte.

Die Zahlen sind nun folgende:

Grundwasser

Kinzig

13

414

16-22

Rückstand

228

248

324

228

Glührückstand

188

204

262

192

Chlor

41

32

43

21

Schwefelsäure

18

9,6

43

16

Kalk

40

71

76

68

Magnesia

13

14

23

8,6

Härte gesammt

5,6°

9°

10,8°

8°

bleibend

4°

6°

Spur 0 0

0 0 vorh.

vorh. vorh.

0

Spur 0 0

Ammoniak Salpetrige Säure Salpetersäure Die Wasser 13

und 1622 können meines ErachtenS

von einer Vermischung mit Kinzigwasser direkt ausgeschlossen werden; denn ich halte es nicht für möglich, daß ein Wasser im Sand- und Kiesuntergrunde einerseits wesentliche Mengen von Chlor und Schwefelsäure verliert, andererseits aber sich mit Kalk anreichert. Die Wasser 414 könnten ihrer Zu­sammensetzung nach auf einen Einfluß der Kinzig schließen lassen, sie müßten aber dann auf ihrem Laufe durch den Sandgrund beträchtliche Mengen von schwefelsaurem und kohlensaurem Kalk, sowie kohlensaures Magnesia ausgenommen haben. Die Aufnahme dieser Stoffe aus dem Boden muß aber als ausgeschlossen erscheinen, wenn das Wasser nur durch Sand und Kies filtrirt. Aehulich verhält es sich mit dem Gehalt des Wassers an Nitraten. Das Grundwasser läuft unter einer gegen das Oberflächenwasser vollständig ab schließenden Lettenschicht durch sehr reinen Sand und Kies, hat also keine Gelegenheit, wenn es wirklich Kinzigwasser ist, sich mit Salpetersäure zu beladen. Aus diesen Gründen halte ich die Ansicht für gerechtfertigt, daß auch das Wasser der Bohrlöcher 414 keine direkte Verbindung mit der Kinzig hat.

Vermischte Nachrichten.

Eine Aufsehen erregende Operation hat Dr. Rambard vom Pasteur-Jnstitut in Paris ausgesührt. Ein wohlhabender Mann Namens Aaron Hemion war kürzlich durch ein Oberlichtsinster gefallen, wobei ein Stück von der Bade des einen Beines fortgerisien wurde. Die Aerzte waren für Amputation desselben. Die Helling schien jedoch bis vor einer Wcche guten Verlauf zu nehmen. Dann ent­wickelte sich Starrkrampf. Dr. Rambard, welcher hinzuge­zogen wurde, injizirte Tetanus-Serum, jedoch ohne Erfolg. Darauf schritt er zu radikalen Maßnahmen. Der Patient wurde auf den Operationstisch gebracht und sein Schädel auf beiden Seiten trepanirt. Dann wurde ihm das Serum direkt in das Gehirn eingeflößt. Fast augenblicklich minderte sich die Straffheit der Kinnbacken. Seit der Zeit ist die Befferung fortgeschritten. Hemion kann wieder kauen und feste Nahrung ZU sich nehmen. Seine völlige Genesung erscheint fast gewiß.

Art-züge aus dem Amtsblatt der Königlichen Regierung zu Casfel.

Wittgenborn und Spielberg. Im Wege der Zwangsvollstreckung sollen die im Grundbuche von Wittgen- borv und Spielberg auf den Namen der Ehefrau deS Fabrik-

arbeitet 8 Heinrich Farr (Johannes Sohn), Katharina, geb. Seyer, von Wittgenborn eingetragene«; in den Gemarkungen Wittgenborn und Spielberg belegenen Grundstück« am 12. Dezember 1898, vormittags 11 Uhr, vor dem Königlichen Amtsgericht zu Wächtersbach versteigert werden.

Pateut-Erth eilu » grM

Nr. 100 578. Von einer Kohlensäureflasche bethätigter Speiseeis -Gefrierer. L. Seeger in Frankfurt a. M., Oppenheiwerlaudstraße 12, vom 12. Februar 1898 ab. Kl. 17.

Nr. 100 512. Kohlen walzen Mikrophon mit Papier­dämpfung. C. Winterstein in Frankfurt a. M., vom 28. August 1897 ab. Kl. 21.

Nr. 100 590. Elektrischer Ausschalter mit Nürnberger Schere. Voigt u. Haeffner in Frankfurt a. M.- Bcckenheim, vom 8. Februar 1898 ab. Kl 21.

Nr. 100 556. Verfahren zur Darstellung von blauen basischen T,iphenylmethanfarbstoffeu. Farb werke, vorm. Meister, Lucius u. Brüning in Höchst a. M., vom 27. Oktober 1897 ab. Kl. 22.

Nr. 100 612. Verfahren zur Darstellung gelber wäsch- und lichtechter Farbstoffe; 4. Zus. z. Pat. 99 381. FarH- werke, vorm. Meister, Lucius u. Brüning in Höchst a. M., vom 18. Juli 1897 ab. Kl. 22.

Nr. 100 624. Zug - Venttlanorduung. R. G 0 ll in Frankfurt a. M., vom 13. Juli 1897 ab. Kl. 24.

Nr. 100 487. Rotations - Lusipampe mit dreiflügligen Flügelkolben. D. Morell in Cssiel, Wilhelms! öher Allee 37, vom 9. September 1896 ab. Kl. 27.

Nr. 100 631. Verfahren, bei Dichtungsringen eine gleich­mäßige Ar-pressung zu erzielen. E. Capitaine in Frank­furt a. M., Mainluststraße 9, vom 21. September 1897 ab. Kl. 47.

Nr. 100 633. Ein bei Rohrbruch selbstthätig sich schließen­des Ventil. A. Sch oeller in Frankfurt a. M., Zeil 46, vom 25. Januar 1898 ab. Kl. 47.

Nr. 100 544. Verschluß- und Abfeuerungsvorrichtung für mehrläufige Geschütze. F. EgerSdörfer in Wies­baden, Mainzer Landstraße, vom 29. März 1898 ab. Ki. 72.

Schiff-bericht«

Bremen, 20. Oktbr. Der Dampfer deS Norddeutschen LloydMainz" ist gestern in Oporto und der Dampfer ^Kö­nigin Luise" vorgestern in New-Dork eingetroffen.

Direkter Versandt der weltberühmten Lindener

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Louis Schmidt, Hannover, gegr. 1857.

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L Redaktion und Verlag desHanauer Anzeiger."