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für Stadt- und Be* kreis Harun» 10 ^ bw 4gespaltenc Garmond» zeUe oder deren Raum, für Auswärts 15 4*
Im Reklammthcil die Zeile 20 ^, für
Auswärts 30 ^.
Amtliches Grgsn für Stadt- unö LsnöKrers Hsuau.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.
Ät. 245
Donnerstag den 20. Oktober
1898
Hierzu
„Amtliche Beilage" Nr. 67.
MEkiliches. S1<röM^eis ^anaxt. N^irshMchrmM des OherbürgermeisteraAtes. Bekanntmachung.
Zur Wahl der W?hlwänner für die Wahlen zur neunzehnten Legislaturperiode des Hauses der Abgeordneten laden wir die sämmtlichen Urwähler deS Stadtbezirks Hanau auf Donnerstag den 27. Oktober d. Js.,
vormittags 9 Uhr, in die betreffenden, unterm 13. d. Mts. bereits bekannt gemachten Wahllokale hiermit ein.
Hanau den 19. Oktober 1898.
Der Magistrat.
Dr. Gebeschus. 15712
Bekauntmachultg.
Wahlen für die Gewerbesteuer- Ausschüsse III u. IV
Zur Vornahme der Wahlen von je 7 Mitgliedern und je 7 Stellvertretern für die Steuerausschuffe der Gewerbe- steuerklassen III u. IV habe ich Termine angesetzt:
a. für Klaffe III
auf Montag den 24. d. M., nachmittags V24 Uhr, im untern Rathhaussaale,
b. für Klasse IV
auf Donnerstag den 27. d. M., nachmittags ^-4 Uhr, daselbst, zu welchen die betreffenden Gewerbetreibenden hierdurch ein- geladen werden.
Wählbar sind nur solche männlichen Mitglieder der betreffenden Klaffe, welche das 25. Lebensjahr vollendet haben und sich im Besitze der bürgerlichen Ehrenrechte befinden.
Von mehreren Inhabern eines Geschäfts ist nur einer wählbar und zur Ausübung der Wahl berechtigt. Aktien- und ähnliche Gesellfchafien üben die Wahlbesugnisse durch einen von dem gefchäftsführenden Vorstände zu bezeichnenden
Frrrilletsn.
Stadttheater in Danau.
Hanau, 20. Oktbr.
Schenkte man dem Spielplan der deutschen Bühnen einige Beachtung, so konnre es in Erstaunen setzen, das alte längst vergessene Topser'sche Lustspiel »Ein Pariser Taugenichts" selbst an größeren Bühnen wieder austauchen zu sehen. Daß unser Publikum von heute wieder Geschmack an derartigen rührsamen Sachen, die für eine entschwundene Zeit geschrieben waren, finden konnte, war unbegreiflich und es mvßie wohl ein anderer zwingender Grund vorhanden sein. Das gestrige Gastspiel des zmölsjährigcn Joseph von Fielitz gab uns denn die Ausklärung, warum diese dramatische Gehaltlosigkeit seine Auferstehung zum Lampenlicht feiern konnte. Das Stück enthält die Rolle eines kecken übermüthigen Burschen, eines echten .Taugenichts', wie seine Großmutter in Uebereinstimmung mit den Nachbarn versichert, der allerlei Tollheiten treibt und vom Dichter dazu berufen ist, die Ehre seiner Schwester wiedeiherzustcllen und deren Glück zu begründen. Diese Rolle bildete früher des Entzücken der Naiven und wurde von hervorragenden Darstellerinnen häufig zur Gastrolle benutzt. Der kleine Künstler, welcher sich gestern dem hiesigen Publilum präsentirte, konnte sich allerdings keine dankbarere Ausgabe wählen, als den kindlichen Helden dieses Stückes, der die überraschenden Borzüge seines Spieles in die beste Beleuchtung zu füllen geeigr et war. Schon bei seinem Auftreten hatte er mit seiner sympathischen Erscheinung das Publikum für sich eingenommen und die Ungezwungenheit und natürliche Frische seine» Spieler veram Wßlcu einen mitunter stürmischen Beifall und nach jedem Aktschlüsse drei- und vierfachen Hervorrus Der junre Darsteller bat echter Theaterblut in sich, sein Beter ist Schauspieler und schon sein Groß- wicr soll ein hervorragender Künstler gewesen sein. Inwieweit bei den ßisolgen des jungen Fielitz sein Lehrer Antheil hat, ist jetzt nicht scstzustevcn, denn dat beschränkte Repertoir, da?, wie wir hören, nur °ys zwei Rollen besteht, die er bereits seit zwei Jahren spielt, bedingt eil< unausbleibliche Rlutine In der Darstellung des „Tauge- rnchls' vcrvißuv wir auch nicht die Innerlichkeit und Gesühlswärme t>vd da ,8 m möglich ist, diese eirzuleruen, so darf man besser, von
jungen Künstler bn heianreisci dem Berständniß für höhere Auf- Leben in Zrlurst RühMenswertheS zu hören. Er hat mit seiner
Beauftragten aus; wählbar ist von den Mitgliedern des gefchäftsführenden Vorstandes nur eins. Minderjährige und Frauen können die Wahlbefugnisse durch Bevollmächtigte ausüben, wählbar sind letztere nicht.
Wird die Wahl der Abgeordneten und Stellvertreter seitens einer Steuergesellschaft verweigert oder nicht ordnungsmäßig bewirkt, oder verweigern die Gewählten die ordnungsmäßige Mitwirkung, so gehen die dem Steuerausschuffe zu- stehenden Befugnisse für das nächste Jahr auf mich über.
Die Wahl erfolgt mittelst Abgabe von Stimmzetteln. Hanau den 19. Oktober 1898.
Der Vorsitzende der Gewerbesteuer-Ausschüsse III u. IV für den Stadtkreis Hanau.
Dr. G ebeschus. 15711
Bekanntmachung.
Die Lieferung von:
500 lfd. m geraden Randsteinen,
150 „ „ Curven- „
aus Basaltlava soll vergeben werden. Massenverzeichnisse und besondere Bedingungen liegen werktäglich von 10—12^2 Uhr zur Einsicht bei der unterzeichneten Amtsstelle auf. Angebote sind bis zum 28. d. Mts., morgens 11 Uhr, ebendort einzureichen, zu welcher Zeit die Eröffnung im Beisein etwa erschienener Bieter erfolgt.
Hanau den 15. Oktober 1898.
Stahtbauamt II.
Leers. 15757
Vergebung der Schreiner- und Glaferarbeiten zumWafierwerkii.
Die zum Neubau des Wasserwerks II nothwendigen f Schreiner- «nd Glaferarbeiten werden hiermit öffentlich ausgeschrieben.
Die hierzu erforderlichen Unterlagen liegen von heute an für Intel effenten im Stadtbauamt I, Zimmer Nr. 24 (Rathbaus), zur Einsicht aus, woselbst auch Arbeitsauszüge gegen Mark 0,60 Schreibgebühren zu bezieben sind.
Angebote, mit der Aufschrift: „Schreiner- bezw. Glaser- arbeiten" versehen, sind längstens bis znm Eröffnungstermin
Montag den 24. d. M., vormittags 11 Uhr,
bei obengenannter Amtsstelle einzureichen, woselbst um biefe Zeit die Eröffnung derselben im Beisein erschienener Bieter s erfolgt.
Hanau den 17. Oktober 1898.
Der Magistrat.
Dr. Gebeschus. 15598
sicheren Spielweise dem Publikum imponirt und dem veralteten Stück zu verhältnißmäßiger günstiger Aufnahme verholfen. In den übrigen Rollen des Stückes, das sich nicht so glatt abspielte wie wir es sonst gewohnt, waren noch mit Erfolg beschäftigt Herr Linzen als „General Graf von Morin', Herr Ge hrmann als „Herr Bizol', Frl. Schlomka als „Elise , Frau Lehmann als „Baronin Morin' und Frau Millar als »Madame Meunier".
Kuntes Allerlei.
(Nachdruck ------- verboten.)
So ging denn auf der Zeiten Schwingen, — Mit guten und mit bösen Dingen — Auch diese Woche schnell dahin, — vnd wie seither ein Auf und Nieder — Jm Lauf der Menschen ist is wieder, — Was heut beschäftigt meinen Sinn. — Weithin zum fernen Morgenlande —“ Hog vou l»tm heimathlichen Sironde — Der Deutschen hehres Kaiserpaar. — Und inn'ge Wünsche für die Reffe — Bringt ihm in treuer deutscher Weise — DaS Volk von Grnnd deS Herzens dar. — vnd von des Heiwothlands Gefilden — Der Kaiserin, der güt'pen, milden — Wird noch besonders bald gedacht: — Der Wunsch, daß GotteS reichsser Segen — Zu theil ihr werd' auf allen Wegen — Sei ihr zum Wiegenfest gebracht. — Ja treu zu Reich und Kaiser halten — Wllln wir, da finstere Gewalten — Eich wieder zeigen weit und breit, — Da hoch sich lhürmev rings die Wogen — vnd mit Gefahren ist umzogen — Auf» neue wieder unsre Zeit. — Der holde Ruf „Die Waffen nieder!" — Den wir gehört vor kurzem wieder, — Verheißend allen Völkern Heil, — Wie bald ist lautlos er verklungen, — Rings bei den Menschen aller Zungen — Und ew'ger Kampf bleibt unser Shell. — Nicht fei'S ein blutig Völker ringen, — WaS uns die Zukunft möge bringen, — pnd loch ruft unS die Pflicht zum Streit: — Znm Kampfe wider jene Horden, — Die Bestien gleich gemeinem Morden — Ihr ganzes Trachten nur geweiht. — Ja was unS immer auch mag
Dicustnachrichteu aus dem Kreise.
Gefunden: Ein Stück graues Zeug mit braunen Streifen. 1,45 Mk. baar.
Hanau am 20. Oktober 1898.
Drahtnachrichten nes „Han. Än^"
Berlin, 20. Oktbr. Der Vossischen Zeitung wird aus Madrid telegraphirt; Offiziell wird aus Manila vom Dienstag gemeldet, daß ein erbitterter Kampf zwischen den philippinischen Aufständischen und den Amerikanern stattge- fuudeu habe, weil die Amerikaner sich geweigert haben, den Philippinen eine eigene Flagge zuzugestehen. Auf beiden Seiten sollen die Verluste bedeutende gewesen sein. Viele philippinische Fahrzeuge seien in den Grund gebohrt. Weitere Einzelheiten fehlen noch.
Berlin, 20. Oktbr. Zwei in Konfektionskreisen bekannte Persönlichkeiten, der Kaufmann Ludwig Weinert und der Konsul Leopold Auerbach wurden gestern von der Strafkammer wegen Betruges zu neun bezw. drei Monaten Gefängniß verurtheilt.
Hamburg, 20. Oktbr. Hier eingetroffenen Nachrichten zufolge hat der in den letzten Tagen herrschende orkanartige Sturm zahlreiche Schiffsunfälle auf hoher <see zur Folge gehabt, wobei eine ganze Reihe von Schiffen total verloren ging und viele Seeleute ertranken.
Wien, 20. Oktbr. Sämmtliche Blätter bestätigen, daß der Todesfall des Klinik-Dieners Barisch an indischer Pest nur durch zufällige Infektion erfolgt ist und daß dieser- halb keine Ursache zu einer weiteren Beunruhigung vorhanden ist und daß seitens der Regierung entsprechende SicherheitS- maßregeln getroffen sind.
Budapest, 20. Oktbr. Einer hiesigen Blättermeldung zufolge hat das hiesige deutsche Konsulat au daS Unterrichts- Mirttsterium das Ersuchen gerichtet, hier eine deutsche Handelsschule errichten zu dürfen.
Fittme, 20. Oktbr. Ein furchtbarer, fünf Stunden anhaltender Wolkenbruch richtete in der ganzen Stadt und Umgebung großen Schaden an. Das ganze Telephonnetz ist zerstört. Drei Personen ertranken, viele Menschen werden vermißt. Durch die Unterwaschung des Eisenbahn- dames bei Dornegg ist die Eisenbahnlinie Sankt Peter-Fiume unterbrochen. Ebenso ist der direkte Verkehr Abbazia-Wien gestört.
Paris, 20. Oktbr. Die Zahl der ausständigen Grubenarbeiter in Lievin nimmt zu. Die Streikenden durchziehen die Straßen und besetzen die Wege zu den Zechen, um die zur Arbeit ziehenden Leute zu bestimmen, gemeinsame Sache mit ihnen zu machen. Die Gendarmen mußten die Demon-
trennen, — Wie wir als Völker uns benennen, — vus allen droht derselbe Feind. — Und ihn für immer zu bezwingen, — Das kann und wird nur dann gelingen, — Sind wir zu solchem Kampf geeint. — Wohlan, der Ruf „€ie Waffen nieder!" — Bei allen Völkern hall' er wider — Uuv mahn' zu fester Eiuigkeit, — Da hoch sich thürmen rings die Wogen — Und mit Gefahren ist umzogen — Aufs neue wieder unsre Zeit.
Aus Kunst und Leben.
Japanische Doktoren. An der Universität zu Tokio wurden am 10. Juli wie alljährlich die Doktordiplome ausgetheilt und zwar diesmal an 353 Studenten. Davon gehörten 110 der technischen, 107 der juristischen, 66 der literanschen, 30 der medizinischen, 26 ter physikalischen und 14 der landwirthschaftlichen Fakultät an. Ein Drittel der neuen Doktoren trug Bärte, die Hälfte — Brillen, wie der ^Osaka-Asahi-Shiwbun" ausgerechnet hat.
Ein grimmiger Feind des Radfahrens ist der Kaiser von Marokko. Wie nämlich aus London gemeldet wird, hat der genannte Monarch den Gebrauch des Fahrrades in seinem ganzen Reiche verboten.
Der Ehimay.Klnb. Den GeschmacklostgkeitS-Rekord der Vereinsmeierei hat entschieden die gute Stadt Nümberg errungen. Dort prangte in den Buchhandlungm folgendes Plakat: „Chimay-Club in Nürnberg. 1. Vorstand: Buch- bär dler Oskar Treuster in Nürnberg. Anmeldung daselbst. Wahlspruch: Es lebe die Freiheit in Litteratur und Kunst! Vereinszwecke: 1. Gemüthliche Abende. 2. Keine Engherzigkeit und Phllisterei. 3. Verehrung alles Schönen und aller Schönheiten. Ehrenmitglied: Prinzessin Chimay." Die Nürnberger Polizei offenbarte das richtige Verständniß für die „idealen" Ziele dieses Tugendbundes, daß sie das Plakat konfiszirte.