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MrLch V M. gWtL4«*5e^ Nerteijchriich 3 ^ 25 ^
Für auSwärtige Momenten mit bem beittffmbeii Psstaufschlag.
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für Stadt- und 8e* kreis Hanau 10 ^ bw 4gespaltene Garmond- zeile oder deren Raum, für Auswärts 15 ^.
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Amtliches Organ für StaSi- unö LanSkrels Hansu.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.
Dienstag den 18. Oktober
1898
Hierzu
„Amtliche Beilage" Nr. 68.
KMMchss.
^taöt&rew ^anau.
^r^s8AtUachu»M des OberLürgerMeisteramtes.
Der Hebetermin für Steuern und Schulgeld für das III. Vierteljahr läuft mit dem 15. November er. ab. Diejenigen, welchen an einer schnellen Abfertigung gelegen ist, werden darauf aufmerksam gemacht, daß auch schon vor der gesetzlichen 14tägigen Hebezeit Einzahlungen aller Abgaben- arten in den Vormittagsstunden von 8—12V», vom 1. November er. ab von 81/®—12% stattfinden können.
Hanau den 17. Oktober 1898.
Städtische Steuerkasse. 15583
Markt Nr. 16, Zimmer 6 und 7 zu ebener Erde.
Dicllstmchrichtcn aus dem Kreise.
Gesunden: Ein goldener Kneifer. Ein Block Zink. Entflogen: Eine junge weiße Brünner Taube.
Hanau am 18. Oktober 1898.
Die Verzögerung der Kaiserreise.
Das stürmische Wetter, welches die Kaiseryacht „Hohen- zollern" schon in Zante zu mehrstündigem Aufenthalte zwang, hat auch während eines Theils des Sonntages angehalten, so daß die Fahrt nach der Hauptstadt des Türkenreiches sich nicht in der vorgesehenen Zeit bewirken ließ. Wie ein Telegramm aus Konstantinopel meldet, steht man dort der Ankunft des Kaiserpaares, die bekanntlich nach dem Reiseprogramm Montag Mittag erfolgen sollte, nun erst Dienstag früh entgegen. Zur Erinnerung an die Anwesenheit des deutschen Kaiserpaares in Konstantinopel wird eine Medaille geprägt, von der ein Exemplar in Gold für Kaiser Wilhelm hergestellt wird, während im Nebrigen silberne und kupferne Exemplare vertheilt werden sollen. Die Medaille zeigt auf der einen Seite das türkische Wappen und eine Inschrift, auf der anderen das Wappen des deutschen Reiches mit der Inschrift: „Erinnerung an den Besuch Sr. Majestät des Deutschen Kaisers Wilhelm II. bei Sr. Majestät dem Kaiser derOsmanen Abdul Hamid Khan in Konstantinopel". Hierzu erhält der „B. L.-A." folgendes Privattelegramm:
Konstantinopel, 17. Oktbr. Das Programm der Kaiserreise hat die erste Störung erfahren. Das Kaiserpaar langt nicht, wie anfänglich bestimmt war, Montag Vormittag in Konstantinopel an, sondern vermuthlich erst 24 Stunden später. Der häßliche Südwind, der seit einigen Tagen säst ununterbrochen weht, gab zu der Vermuthung Anlaß, daß die „Hohenzollern" mit sehr schwerem Wetter zu kämpsen haben werde, aber man glaubte hier nicht annehmen zu müssen, daß sie dadurch sehr erheblich auf ihrer Fahrt aufgehalten würde. AlS ich heute einer Reihe hoher türkischer Würdenträger meine Aufwartung machte, wurde des Gerüchts Erwähnung gethan, die „Hohenzollern" habe infolge schweren Wetters Havarie erlitten; ich konnte aber an anderer Stelle, die gut unterrichtet sein mußte, schnell seststellen, daß das Gerücht glücklicherweise grundlos sei. Nur die Thatsache wurde bestätigt, daß das Kaiserliche Geschwader starken Sturm erlitten habe, so daß es genöthigt gewesen, in Zante anzulaufen. Es hat
d. I. ein Konzert abgehalten werden konnte, in welchem unter anderem der „42. Psalm" von Mendelssohn-Bartholty und „Salve regina“ von Hauptmann, zur Aufführung gelangten.
Am 5. und 6. Juli 1874 fand das achte Mainthal Sängerfest in Hanau statt. Festdirigent war Herr Heinrich Lucan. Die Soloparthie im Festkonzert hatte das Orato rienvereiusmitgiied Frl. Pauline Jung trefflich ausgeführt. Bei dem Schluß-Volksfest in Wilhelmsbad brachten die auswärtigen Sänger ihr und dem Dirigenten begeisterte Huldigungen dar.
Ein zweites, am 1; Juni 1875, unter Herrn Lucan 3 Leitung abgehattenes Konzert brächte das „Requiem“ von Cherubini.
Im Januar 1876 legte Herr 8neun das Dirigentenamt des OratorienvereinS nieder. An seine Stelle trat Herr Musikdirektor Anton Appunn, der mehrere Jahre den Oratorienverein verdienstvoll leitete.
Aus der Zahl der unter seiner Leitung aufgeführten Ton- werke heben wir heraus:
„Messe" in Es-dur von Anton Andrö,
„Vater unser" von Spohr,
„Die Worte deS Glaubens" als Cautate von A. Schmitt, „Schön Ellen" von Max Bruch,
„6-äur-Messe" von L. v. Beethoven, „Comala" von NielS W. Gade, „Athalia" von MendelSsohn-Bartholty, „Der Rose Pilgerfahrt" von R. Schumann, „Paulus" von Mendelssohn-Bartholdy, „DaS Weltgericht" von Fr. Schneider, Cantate: „GotteS Zeit ist die allerbeste Zeit von Joh.
Seb. Bach.
Von Solisten, die während tiefer Periode den Oratorien- verein tmch ihre fitl. Mitwükurg trifflich unterstützt haben, nennen wir:
Bekanntmachung.
Der Kaufmann Heinrich Rödiger hierselbst beabsichtigt, an dem Hintergebäude seiner Liegenschaft vor der Kinzigbrücke Nr. 10 einen Anbau zu errichten.
Interessenten werden hiervon mit dem Bemerken in Kenntniß gesetzt, daß die Pläne und sonstigen Unterlagen vom 19. d. Mts. ab 14 Tage lang im Stadtsekretariate, Zimmer Nr. 21 des Raihhauses, zur Einsicht aufgelegt sind.
Einwendungen sind innerhalb 14 Tagen vom 19. d. Mts. an bei uns einzubringen.
Hanau den 17. Oktober 1898.
Der Stadtausschuß des Stadtkreises Hanau.
Dr. Gebeschus. 15597
Vergebung der Schreiner- und Glaserarbeiten zumWasserwerkii.
Die zum Neubau des Wasserwerks II nothwendigen Schreiner- und Glaserarbeiten werden hiermit öffentlich ausgeschrieben.
Die hierzu erforderlichen Unterlagen liegen von heute an für Interessenten im Stadtbauamt I, Zimmer Nr. 24 (Rathhaus), zur Einsicht aus, woselbst auch Arbeitsauszüge gegen Mark 0,60 Schreibgebühren zu bezieben sind.
Angebote, mit der Aufschrift: „Schreiner-, bezw. Glaserarbeiten" versehen, sind längstens bis zum Eröffnungsiermin Montag den 24. d. M., vormittags 1t Uhr, bei obengenannter Amtsstelle einzureichen, woselbst um diese
Fsntttetsn.
Gründung und Thätigkeit des ©ratorienverein^ 3x1^9 anait während der 50 Jahre seines Bestehens (1848—1898).
(Schluß)
Im Jahre 1873 blickte der Oratorienverein auf ein 25= jähriges Bestehen zurück. ,
Aus diesem Anlaß war eine Aufführung des „Paulus geplant. Da aber Herr Fr. R ü hl in dieser Zeit von schwerem Kranksein betroffen wurde, das sich längere Zeit hinaus- zog, und dem er 1874 erlag, ,o wurden die Proben zu genanntem Konzert immer weiter hinauSgeschobm und zuletzt sah sich der Oratorienverein gezwungen, sich nach einem provisorischen Dirigenten umzusehen. Die Watt fiel auf Herrn Lucan, der aber damals wegen uberhäufter Arbeit*) die Dirigentenstelle nicht annehmen konnte. Da Herr Fr. Rühl nun seinen anderen Herrn vorschlagen konnte, so unterblreb eine in größerem Rahmen geplante Feier des 25Mngen Bestehens des OrarorienvereinS; eS wurde vielmehr auf einer Generalversammlung Ende Oktober beschlossen, den Derem im Laufe des WinterS auSzusetzen.
Im Dezember deS Jahres 1873 ließ sich indeß Herr Lucan doch bewegen, die musikalische Leitung deS Oratorien- vereinS zu übernehmen und zu Anfang des JahreS 1874 begannen wieder die regelmäßigen Proben, so daß am 12. JHat
*) Herr L ucon war Leiter des damaligen .Jnstrumcntalver-
«ins."
Zeit die Eröffnung derselben im Beisein erschienener Bieter erfolgt.
Hanau den 17. Oktober 1898.
Der Magistrat.
Dr. Gebeschus. 15598
sich inzwischen wieder in Bewegung gesetzt und dampft den Dardanellen zu. Von den Dardanellen nach dem Hafen dürfte die Fahrt in langsamerem Tempo erfolgen, fo daß die Einfahrt in den Hafm Dienstag Vormittag stattfinden wird. Diejenigen, denen die Vorbereitung des Empfanges obliegt, werden über die kleine Verzögerung der Reise dankend quittiren. Im Miraszim-Kiosk wird an der Ausstattung noch wacker gearbeitet. Ein Besuch der für die Gäste bestimmten Gemächer ist jetzt allerdings nicht mehr möglich, da man jetzt jedeu Augenblick gewärtigen muß, den Sultan in Person erscheinen zu sehen. Der Großherr überwacht alle Arrangements selbst und hat die Schlüssel zu den Gemächern der Kaiserin an sich genommen, als deren Ausstattung beendet war. Was ich heute sah an Vasen, Geschirr und sonstigen Dekorationen, die zurückgeschickt wurden, weil sie nicht für angemessen erachtet wurden zur Ausschmückung der Kaiserlichen Zimmer, läßt einen Schluß zu auf die wunderbare Pracht, die dabei entfaltet wurde.
Zur persönlichen Sicherheit des Kaiserpaares während der Reise durch Palästina ist noch nachträglich ein besonderer Kriminalkommissär beordert worden. Es ist dies der Kriminal- kommissar Wittmer in Thann im Bezirk Ober-Elsaß, der sich schon wiederholt als ein äußerst geschickter, umsichtiger und gewiegter Beamter erwiesen hat. Die Heranziehung eines elsässischen Beamten zu dem erwähnten Posten ist gewiß be- merkenSwerth und beweist, daß in dieser Hinsicht große Umschau gehalten wurde.
Tagesschau.
2hm der Marine. Laut telegraphischer Meldungen an das Ober-Kommando der Marine ist S. M. S. „Kaiserin Augusta", Kommandant: Kapitän zur See Koellner, mit dem DtvistonS-Chef, Kontre-Admiral Prinzen Heinrich von Preußen, Königliche Hoheit, an Bord, am 15. Oktober in Tientsin angekommen; S. M. S. „Arcona", Kommandant: Kor- vetten-Kapitän mit Oberst-Lieutenants-Rang Reincke, ist am 16. Oktober in Manila angekommen; der Dampfer „Cheruskia" der Hamburg Amerika-Linie mit der Ablösung für S. M. S. „Geier" an Bord — Transportführer: Unter-Lieutenant zur See Kohl — ist am 16. Oktober in New-Orleans an» gekommen.
Enthüllung der Gedenktafel für Kaiser Friedrich. Sau Remo, 17. Oktbr. Zu der morgen statt- findenden Feier der Enthüllung der Gedenktafel für Kaiser Friedrich III. trafen 150 deutsche Veteranen ein und wurden am Bahnhöfe von den Spitzen der Zivil- und Militärbehörden, zahlreichen Vereinen mit Fahne und Musik und einer großen Menschenmenge empfangen. Der Bürgermeister bewillkommnete die Gäste. Der Präsident der hiesigen Veteranen, General BB——BMBB^—B—^M——M—^—u.
Damen:
Frl. Pauline Jung, „ Hartmann, „ Rödiger, Frau Härtung, Frl. Härtung, Frau Grill, Frl. E. Osius, Frau Brandt, geb. Port u. a.
Herren:
Herr Franz Waßmuth, „ Jakob Geissell, „ Jean Schlicher, „ Fritz Frank u. a.
In dieser Periode verlor der Oratorienverein zwei außerordentlich eifrige, von Begeisterung für edle Musik erfüllte Mitglieder, nämlich Herrn Fabrikant Fr. Rödiger (gest, im Sommer 1881) sowie Herrn Gasdirektor Heinrich Friedrich Ziegler (gest, am 26. März 1882).
Nach dem Zurücktritt des Herrn Musikdirektors A. Appunn vom Dirigentenamte des OratorieNvereins übernahm im Oktober 1883 Herr Bertrand Roth, Lehrer am Raff-Konser- vatorium zu Frankfurt, dasselbe auf kurze Zeit.
In dieser Periode ist besonders die Aufführung der „Schöpfung" v. Haydn zu erwähnen, die im Stadttheater stattfand und deren Erfolg ein guter war.
Als dann Herr B. Roth im Herbst 1884 Frankfurt verließ, übernahm Herr Max Fleisch, Direktor am Raff-Konser- vatorium ebendaselbst, die Dirigentenstelle des Oratorien- vereins.
Don den unter seiner Leitung aufgeführten größeren Tonwerken erwähnen wir:
„Die Jahreszeiten" v. Haydn, „Walpurgisnacht" v. Mendelssohn-B.,