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Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

Im Reklamentheil dir Zeile 20 ^, für Auswärts 30 ^.

Montag den 17. Oktober

1898

AmMicher.

^anö&rete ^anau.

Bekanntmachungen des Königlichen Landrathsamtcs.

~ Landtagswahl betreffend.

Es wird hiermit bestimmt, daß die aus den 27« d. Mts. festgesetzten Wahlmänne, wählen zum Aggeordnetenhause den in nachstehenden Urwahlbezirken vormittags 10 Uhr zu beginnen haben.

1) Im ersten Urwahlbezirk, bestehend auS der Stadt Windecken,

2) im dritten Urwahlbezirk, bestehend auS der Gemeinde Bischofsheim,

3) im vierten Urwahlbezirk, bestehend aus der Gemeinde Bruchköbel und den Gutsbezirken Neuhof und Kinzig- heimerhof,

4) im fünften Urwahlbezirk, bestehend auS der Gemeinde Dörnigheim,

5) im sechsten Urwahlbezirk, bestehend aus den Gemeinden Eichen und Erbstadt,

6) im achten Urwahlbezirk, bestehend aus den Gemeinden Gronau und Niederdorfelden und den Gutsbezirken Gronauerhof und Dottenfelderhos,

7) im zehnten Urwahlbezirk, bestehend auS der Gemeinde Großkrstzenburg,

8) im elften Urwahlbezirk, bestehend aus der Gemeinde Hochstadt,

9) im zwölften Urwahlbezirk, bestehend aus den Gemeinden Hüttengesäß und Neuwiedermuß,

10) im dreizehnten Urwahlbezirk, bestehend aus der Ge­meinde Kefselstadt und Gutsbezirk Philippsruhe,

11) im vierzehnten Urwahlbezirk, bestehend auS den Ge­meinden Kilianstädten und Oberdorfelden,

12) im siebzehnten Urwahlbezirk, bestehend aus der Gemeinde Marköbel,

13) im achtzehnten Urwahlbezirk, bestehend aus der Gemeinde Mittelbuchen,

14) im neunzehnten Urwahlbezirk, bestehend aus der Ge­meinde Roßdors und der Nebengemeinde Butter­städterhöfe,

15) im zwanzigsten Urwahlbezirk, bestehend aus den Ge­meinden Oberisstgheim, Niederissigheim und dem Guts­bezirk Baiersröderhof,

16) im einundzwanzigsten Urwahlbezirk, bestehend aus der Gemeinde Niederrodenbach,

17) im zweiundzwanzigsten Urwahlbezirk, bestehend aus den Gemeinden Rüdigheim, Ravoljhausen und dem GutS- bezirk Rüdigheim erhof,

18) im dreiundzwanzigste« Urwahlbezirk, bestehend auS der Gemeinde Oberrodenbach und den GutSbezirken Pul­verfabrik und Wolsgang,

19) im vierundzwanzigsten Urwahlbezirk, bestehend auS der Gemeinde Oftheim,

20) im fünfundzwanzigsten Urwahlbezirk, bestehend auS der Gemeinde Rückingen und

21) im sechsundzwanzigsten Urwahlbezirk, bestehend aus der Gemeinde Wachenbuchen und den Gutsbezirken Wil­helm sbad und Wilhelmsbaderhof.

Die Stunde der Wahl

1) in dem zweiten Urwahlbezirk, bestehend aus der Ge­meinde BergewEnkheim,

2) in dem siebenten Urwahlbezirk, bestehend aus der Ge­meinde Fechenheim,

3) im neunten Urwahlbezirk, bestehend aus der Gemeinde Großauheim,

4) im fünfzehnten Urwahlbezirk, bestehend aus der Ge­meinde Langendiebach und

5) im sechzehnten Urwahlbezirk, bestehend aus der Ge­meinde Langenselbold ist von den betreffenden Gemeindeverwaltungsbehörden, in Fechenheim von dem Bürgermeister festzusetzen.

Die sämmtlichen Urwähler jeder Gemeinde und jedeS Gutsbezirks sind seitens der Herren Bürgermeister und Guts­vorsteher zu der Wahl unter Benennung des Wahlvorstehers, des Wahllokals, des Tages .und der Stunde der Wahl in ortsüblicher Weise rechtzeitig einzuladen.

Hanau den 15. Oktober 1898.

Der Königliche Landrath.

¥^11081 v. Schenck.

DieustllachnHtrll aus dem Kreise.

Gefunden: Ein braunwollenes Umhängetuch. Eine Ledertasche (Ranzen). Ein Paar schwarze Trikothandschuhe und ein schwarzer Herrnregenschirm, am Schalterraum der Post liegen resp, stehen geblieben. Ein schwarzer Dameu- handschuh, rechter.

Zugelaufen: Ein weißer Foxterrier w. Geschl. Ein weißes Mutterschaf; Empfangnahme bei dem Landwirth Christian Rausch zu Marköbel.

Hanau am 17. Oktober 1898.

^taötllrew ^anau.

Mm^AKchüWW des OLerbürgermeißeraNtes- Grundstücksverpachtllllg.

Dienstag den 18. Oktober er., vormittags 11 Uhr, sollen im Lokal der Stadtkämmerei folgende Grund- MMWMmMMai^re^^ L MMWIWBMW«^^ H M W I.U 1 iL^^WHRMI

stücke auf die Dauer von 6 Jahren meistbietend unter Vor­behalt des Zuschlages verpachtet werden.

Die Pachtbedingungen werden im Termin bekannt gemacht, können auch vorher im Zimmer Nr. 10 deS Neustädter Rath­hauses eingesehen werden.

a. in Hanauer Gemarkung.

ha 68 ar 67,5 qm Karte W Nr. 4/6 rechts der Roden- bacher Straße, stößt auf dieselbe und dem Lehrhoser- Weg, Abtheilung 1.

b, in Großauheimer Gemarkung.

ha 10 ar 42,1 qm Karte L Nr. 52 auf demBettmcn- gewann das 23te Stück,

ha 32 ar 19 qm Karte A Nr. 54 daselbst am grünen Weg neben dem folgenden,

ha 33 ar 25,3 qm Karte A Nr. 55 daselbst das 27te Stück,

ha 33 ar 96,8 qm Karte A Nr. 104 in der Gewann nach dem rothen Stein, das 9te Stück,

ha 74 ar 34,9 qm Karte A Nr. 386 am Kinzigheimer- Weg das erste Stück auf dem Bettmengewann, ein Anwender,

ha 12 ar 41 qm Karte A Nr. 461 zieht über den Kinzigheimer-Weg.

Hanau den 13. Oktober 1898.

Atthanauer Hospitalkaff-. 15273

Grundstücksverpachtung.

Dienstag den 18. Oktober er., vormittags 11 Uhr, sollen im Lokal der Stadtkämmerei folgende G.und- stücke auf die Dauer von 6 Jahren meistbietend unter Vor­behalt des Zuschlages verpachtet werden.

Die Pachtbedingungen werde» im Termin bekannt ge­macht, können auch vorher im Zimmer Nr. 10 des Neustädter Rathhauses eingesehen werden.

ha 04 ar 61 qm Karte M Nr. 213 Grasstück (Weg), das frühere Wallthor, auch Hühnerloch genannt, von der Gärtnergaffe nach dem Stadtgraben zwischen Jakob Kurz und Caspar Hühner,

4 ha 76 ar 19 qm Karte V Nr. 86/19 Wiese, das große Rohr zwischen dem Großauheimer-Weg und dem aufstoßenden Felde, auch theils an der Großauheimer Grenze her, spitz auslaufend, in Abtheilungen,

ha 07 ar 08 qm Karte V Nr. 81/19 Land, das große Rohr zwischen dem Großauheimer-Weg und dem aufstoßenden Felde, auch theils au der Großauheimer Grmze her, spitz auslaufend, in Abtheilungen,

ha 39 ar 96 qm Karte EE Nr. 75/37 Land im

FentÜetsir.

Gründung und Thätigkeit

des

©rafortetwerein# ^H^artaxt

während der 50 Jahre seines Bestehens (18481898).

Die Gründung des Oratorien-Vereins fällt in das Jahr 1848, eine W, in welcher es allenthalben gährte und tobte. Unsere Vaterstadt selbst war damals ein Herd politischer Wirren. Um so mehr ist es zu verwundern, daß auf diesem unruhigen Boden ein bescheidenes Pflänzchen aussprießen konnte, das sich bald so gut entwickelte; es muß a so der Böden, auf dein eS erwuchs, doch schon zu seiner Aufnahme te^t empfänglich gewesen sein.

Schon früher war in Hanau daS Verlangen nach Pflege klassischer, ernster Musik rege; allein die Kräfte waren durch Theilnahme an verschiedenen Vereinen mehrfach zersplrttert. Diese Kräfte zu vereinigen mußte daher die erste Aufgabe der Männer sein, denen es damals so sehr am Herzen lag, geist­liche Musik in unserer Vaterstadt zu pflegen.

So versammelten sich denn am 7. August ^8 mehrere angesehene Männer auf Einladung deS Herrn Kommerz.- AfsessorS Jakob Müntzenberger in der Wohnung deS Herrn Springmühl (in der Nähe deS Altstädter Schlosses zu einer Vorbesprechung über einen neu,zr. gründen­den Musikverein. Als gemeinsam zu erstrebendes Ziel wurde dabei aufgestellt:Sie Ausübung der ernsten, klassischen Musik in hiesiger S tadt 'st auf -ine den musikalischen Kräften derselben me$r angemessenen Art zu vereinigest.

Herr F r. W. Rühl, unser damals in Frankfurt a/M. als Musikdirektor lebender, nun in Frieden Muhender Lands­mann, an dessen Namen sich besonders die Gründung und der erste Aufschwung des OratorienvereinS knüpfen, war als eifrigster Freund und Förderer ernster, klassischer Musik auch zu genannter Vorbesprechung nach Hanau eingeladen worden. Er konnte leider nicht erscheinen, äußerte aber von Frankfurt aus in einem längeren, nach Form und Inhalt geradezu klassischen Briefe seine klare Ansicht über den zu gründendm Musikverein. AuS dem Briefe erhellt, wie sehr ihm eine derartige Vereinigung musikalischer Kräfte in seiner Vaterstadt am Herzen gelegen, und daß er schon lange beschloffen hatte, in Hanau einen Verein zu gründm, dernach Art und Vorbild des Frankfurter Cäcilienvereins" sich zur Aufgabe stellt, die vortrefflichsten mehrstimmigen Ge- fangkompositionen im Oratorienfache einzuüben und zur Auf­führung zu bringen und dadurch den Sinn für daS Schöne und Vortreffliche zu heben und zu veredeln!"

Fürwahr, treffliche Worte, ein erhabenes Ziel! Dafür dem wackeren Manne an dieser Stelle wärmste Anerkennung!

Zugleich machte Herr Fr. Rühl in dem Briefe Vorschläge betreffs Organisation des neuen vereinS und außerdem über den zu führenden Namen. Er schrieb darüber wörtlich: Sollte der neu zu errichtende Verein als Fortsetzung der frühe, enAkademie"*) betrachtet werden, so möchte ich wohl dm Ramm verändert missen; denn daAkademie*

auf deutschKünstlerverein" heißt, so scheint mir der Name auf einen Dilettantenverein nicht zu paffen. Hoffentlich wird unser Verein mit der Zeit auch dem Ausland gegenüber (er meint wohl die umliegenden Kleinstaaten unseres in jener Zeit zerrissenen Vaterlandes) eine Stellung einnehmm, und dann wäre ein einfacherer Name, z. B.Oratorien- Verein" oder sonst eine bescheidene Beneunung zweck­mäßiger."

Ferner erklärte sich Herr Rühl in dem Briefe bereit, in dem neuen Vereine die Dirigentenstelle übernehmen zu wollen und rieth, zunächst Heinere Tonwerke einznüteu, weil diese auf eine unglaublich schnelle Weise einen Chor heranbildeten und vor allem Muth und Freude bei jedermann im Hinblick auf die raschen Resultate wecken würden. Jede Woche wollte Herr Rühl, da in aller Kürze die Eisenbahnstrecke Frankfurt- Aanon eröffnet würde, einmal, wenn nöthig auch zweimal nach Hanau kommen in der Absicht, die vorgeschlagenen Ton- stücke eiNznübm. Er schloß feinen Brief:Die wir daraus erwachsenden Opfer will ich gerne bringen, wenn nur der eine große Zweck, meiner Vaterstadt auch in Beziehung auf Knust einige Bedeutung und Ansehen zu verschaffen, erreicht wird."

Wahrlich, der erste Dirigent hätte seiner Uneigmnützigkeit und seinem edlen Streben kein leuchtenderes Denkmal setzen können als in diesen Worten!

Natürlich fanden derartige treffliche Vorschläge die Zu­stimmung der zur Vorbesprechung versammelten Männer. So hatte sich also ein tüchtiger Dirigent für den neuen Musikverein gefunden, um den sich bald wackere Säuger und . . Am 12. September 1848 fanden

ersten musikalische« Uebungen in der Wohnung deS Herrn Springmühl statt, so daß man diesen Tag dm Geburtstag des OratorienvereinS nennen kaun.

*) Schon vor dem Jahre 1807 bestand in Hanau ein Konzer^ Verein, woraus sich im Jahr« 1818 eine .musikallsche Akademie ÄÄ «5 ÄÄ ^Akademie/ Ijwnjirnerein gejuncen,

hatte zwei MlyetlungemÄne für Gesang und eine für 3n|lrumenta£ Sängerinnen scharten, musik, die sich im Jahre 182» von einander trennten. ^Jm Jahre dann die erste« musika 1838 traten dann eine AnzahlJviusikfreunde zusammen und zündeten ^rrn Springmüh einen neuen Musikverein, dessen Mitglieder sich später au den Ora- , ----- . - ~ -

torienverein ««schlössen.