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Für auswärtige MMnienten mit dem betreffenden Pvstaufschlag.

Die einzelne Nummer kostet 10

XL 237.

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Sinrückung». gebLhr

für Stadt- ui* 8e* freie Hanon 10 4 b* 4gespaltene Garmond­zeile oder deren Raum, für Auswärts 15 ^.

Im Reklamentheil die Zeile 20 ^, für Auswärts 30 ^.

Amtliches Organ für StaSi- unö LanöKreis Hanau

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

Dienstag den 11. Oktober

1898

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NmMcheS. ^an^rew ^anau.

Nrkanutmachuugeu des Königlichen Landrathsamtes.

Unter dem Viehbestände des Handelsmanns Joseph Kaufmann in Langendiebach ist die Maul- und Klauenseuche festgestellt und infolgedessen Orts- und Ge- markungssperre für Langendiebach angeordnet worden.

Die Bestimmungen der Bundesraths-Jnstruktion znr Aus­führung des Reichsviehseuchengesetzes (R.-Ges.-Bl. 1895, Seite 358 ff. §§ 58, 59 ff.) sind genau zu beachten.

Die Herren Ortsoorstände wollen Vorstehendes sofort ortsüblich bekannt machen.

Hanau am 11. Oktober 1898.

Der Königliche Landrath

V. 10976 v. Schenck.

Unter den Remontepferden der V. Eskadron Husaren- RegimentS König Humbert von Italien (1. Hessisches) Nr. 13 in Bockenheim ist die Brustseuche ausgebrochen.

Die Herren Ortsvorstände wollen Vorstehendes ortsüblich bekannt machen.

Hanau am 10. Oktober 1898.

Der Königliche Landrath

V. 10922 v. Schenck.

^taöt&rei# ^anau.

RMMtmachrmgeK der OLerdürgermeisteramtes»

Lieferung und Verlegung von Fußboden betr.

Die Lieferung und Verlegung von 130 qm Eichen- hülzfutzbodeu soll in öffentlicher Ausschreibung vergeb« werden.

Arbeitsauszug und Bedingungen liegen von heute an im Stadtbauamt I, Zimmer Nr. 24, für Bewerber zur Einsicht aus.

Verschlossene, mit entsprechender Aufschrift versehene An­gebote sind längstens bis zum Eröffnungstermin

Samstag den 15. d. M., vormittags 11 Uhr, bei der obenbezeichneten Amtsstelle einzureichen, z« welcher Zeit die Eröffnung derselben im Beisein etwa erschienener Bieter erfolgt.

Hanau den 6. Oktober 1898.

Der Magistrat

B o d e. 14954

Bekanntmachung.

Sitzung der Stadtverordneten- Versammlung

am Donnerstag den 13. Oktober 1898, nachmittags 5 Uhr, im unteren Saale des Rathhauses. Tagesordnung:

1. Nachbewilligung von 7946,85 M. auf Titel XI, 1, b pro 1897/98, Rückvergütung von Verbrauchsabgaben für Branntwein.

2. Nachbewilligung von 185,20 M. auf Titel V, 6, c, d, e pro 1897/98 für die Feuerwehr.

3. Zustimmung zur Niederschlagung von 8,06 M. Kosten von rc. Bracker.

4. Verwilligung von 480 M. Umsatzsteuer auf E.-O. Tit. III, 6 pro 1898/99.

5. Protokoll über die 14., 15. und 16. Sitzung der Elektri- zitätswerks-Kommission.

6. Nachbewilligung von 90 M. auf Titel VII, 2 Spez.-Et. C. pro 1898/99, Vertretung des Lehrers Lanz.

7. Vertretungskosten für Lehrer Zwicker 64 M. auf Tit. VII, 2 Spez.-Et. F. 1898/99.

8. Vervollständigung der Gaszuleitung und Beleuchtung am Sandeldamm und der Maulbeerallee 1000 M. auf Tit.

V, 3 Spez.-Et. Gaswerk pro 1898/99.

9. Bewilligung von 1200 M. zur Verlegung der stadt. Wasserleitung nach der Siloanlage am Güterbahnhos.

10. Zustimmung zur Inbetriebsetzung der Laterne in der Bernhardstraße.

11. Befugnisse der Gas- und Wafserwerk-Komunssion.

12. Bewilligung von 3000 M. zur Beschaffung einer neuen Thurmuhr auf der Johanniskirche und Reparatur der Rathhausuhr.

13. Nachbewilligung von 5000 M. aus E.-O. I, 12 pro 1898/99, betreffend Festsaal im Stadtschloß.

14. Nachbewilligung von 1058,33 M. für elektrische Be­leuchtung im Rathhaussaal auf E.-O. Tit. I, 12, c.

15. Bewilligung von 5500 M. für Befestignng des Hoch- wasserdammes auf E.-O. Tit. I, 12 pro 1898/99.

16. Maßnahmen betr. der Fleischvertheuerung.

17. Fußboden des Stadtverordneten-Sitzungssaales.

18. Klärbeckenanlage. 15072

19. Bewilligung von 90 000 M. zum Bau einer Kühlanlage aus E.-O. T t. III, 6 pro 1898/99, 2. Berathung.

20. Nenwabl ehu-j Schiedsmannes und eines Stellvertreters.

21. . 11 n 6 Sachverständigen zur Abschätzung von Flur- s .; |ür die Kalenderjahre 1899, 1900 und 1901.

Deutschland und der Vatikan.

Berlin, 10. Okbr. Verschiedene Blätter konstatiren, die Abberufung des Gesandten v. Bülow bedeutet keinen Ab­bruch der diplomatischen Beziehungen zu dem päpstlichen Stuhle, vulmehr sei die Neubesetzung des Postens dmch einen bereits bestimmten Nachfolger in nächster Zeit zu er­warten. DieNationalztg." glaubt, der Gesandtenwechsel bedeute, daß die staatliche Auffassung derartiger Fragen wie die Protektoratsfrage zukünftig in Rom bestimmter vertreten werden soll als bisher. DieGermania" erblickt in der Maßnahme lediglich eine diplomatische Aktion im internationalen Verkehr und vermuthet, das Auswärtige Amt wollte nicht so sehr dem Papste als dem Kardinal-Staatssekretär Rampolla seine Mißstimmung über die Protektoratsfrage kundgeben und zugleich betonen, daß Deutschland selbst die eigenen Landes­kinder im Orient zu schützen gewillt und im Stande ist. Die Kreuzztg." bemerkt, eine Großmacht wie Deutschland brauche keine Protektoren für ihre Unterthanen. An diese Thatsache werde man sich auch dort gewöhnen müssen, wo man lieber einige Kapitel der neuesten Geschichte streichen möchte. Die Voss. Ztg." erblickt in der Abberufung Bülows eine höf­liche Mahnung, daß man das, was sich im Vatikan abspielt, in Berlin als eine Unfreundlichkeit empfindet.

Köln, 10. Oktbr. Anläßlich der Nachricht, daß der Ge­sandte am Vatikan, v. Bülow, vorläufig nicht wieder auf seinen Posten zurückkehren soll, führt dieKöln. Ztg." aus: Der Veröffentlichung der Ansprache des Prinzen Cray an die französischen Pilger ist die deutsche Antwort auf dem Fuße gefolgt. Die Ankündigung, daß von Bülow voraus­sichtlich nicht auf seinen Posten zurückkehren werde, be­deutet keinen Abbruch der diplomatischen Beziehungen, ist aber ein Beweis, daß die früher so freundlichen Beziehungen zum Heiligen Stuhle eine Trübung erfahren haben. Wir bedauern das lebhaft, denn das freundschaftliche Einvernehmen zwischen Deutschland-Preußen und dem Vatikan ist im beiderseitigen Interesse erwünscht und hat auch beiderseitig mehr wie einmal gute Früchte getragen. Wir bedauern dies ferner, weil ein großer Theil unserer katholischen Mitbürger in dem guten Einvernehmen zwischen dem Kaiser und dem Papste eine Be­ruhigung fand und in ihm den äußeren Eindruck der unseren Erachteus ganz von selbst feststehenden Thatsache erblickte, daß der Kaiser seinen katholischen Unterthanen jedes mögliche Ent­gegenkommen und volle Gerechtigkeit widerfahren lassen wolle. Recht friedlich, zeitweise sich sogar bis zu einer gewissen Wärme gestaltend, hat dieses Verhältniß sich zwischen Deutschland und dem Vatikan entwickelt, bis kürzlich französische Treibereien die erste Störung hervorbrachten. Die Politik der Kurie, die der atheistischen, religionslosen französischen Republik immer eine sehr weitgehende Rücksicht bewies, zeigte dies auch in überraschender Weise, indem sie durch den Brief an den Kardinal Langenieux den Franzosen viel Entgegenkommen bezüglich des Schutzrechtes über die Christen im Orient be­wies, welches von Deutschland bekanntlich nicht anerkannt wird. Diese Art der Stellungnahme konnte als weniger freundlich betrachtet werden, und es war nur erklär­lich, daß der deutsche Geschäftsträger beim Vatikan in freundschaftlicher Weise um Aufklärung bat, die ihm ohne Weiteres in entgegenkommender und befriedigender Weise ge­geben worden sind. Nach ihnen konnte man in Berlin an­nehmen, daß man in Rom keineswegs beabsichtige, für fran­zösische Ansprüche sich ernstlich ins Zeug zu legen, es Frank­reich vielmehr selbst zu überlaffen, es werde seine angeblichen Rechte selbst verfechten. Deutscherseits glaubte man diesen Er­klärungen volles Vertrauen entgegenbringen zu können und nahm als selbstverständlich an, daß der Heilige Stuhl ebenso wie er auf jeden Protest gegen die deutsche Auffassung ver­zichtete, auch alles unterlassen werde, was geeignet erscheinen könnte, die französischen Forderungen, sei es auch nur

moralisch, zu unterstützen. Nun hat sich leider heraus­gestellt, daß es der französischen Partei im Vatikan gelungen ist, die Politik der Kurie in Bahnen zu leiten, die diesen Voraussetzungen nicht entspricht. Die vom Prinzen Croy in Gegenwart deS Papstes gehaltene, in ihrer ganzen Form nach hochossizielle Ansprache an die französischen Pilger enthält zwar keinen direkten Protest gegen die deutsche Auffassung über daS Schutzrecht, wirkt aber unzweifelhaft als Er- muthigung der französischen Ansprüche. Man hätte im Vatikan wissen sollen, daß nach allen voran gegangenen Ver­handlungen eine abermalige lobende Hervorhebung des tra­ditionellen SchutzrechtS der Franzosen in Deutschland nicht anders denn als eine unfreundliche Handlung aufgefaßt werden mußte. Wir glauben, daß unsere leitenden Persön­lichkeiten nicht ohne schwere Bedenken und mit aufrichtigem Be­dauern zu dem Schlüsse gekommen sind, daß eine andere Aus­legung ganz unmöglich ist. Hatten sie aber einmal diese Ueber­zeugung erlangt, so war es auch klar, daß Deutschland dies nicht unbeachtet würde hingehen lasse». Wir geben uns der Hoffnung hin, daß der Papst in seinem Gerechtigkeitsgefühl erkennen wird, daß eine Unterstützung der französischen An­sprüche in keiner Weise berechtigt ist, Wie wir auch zu seiner so oft bewährten hohen politischen Einsicht Vertrauen hegen, er werde die Wege finden, um den Riß, der in den Be­ziehungen zu Deutschland eingetreten ist, wieder zu heilen. DieKöln. Ztg." schließt: Die diesbezügliche Haltung der deutschen Katholiken gibt die Bürgschaft, daß sie nach wie vor das deutsche Recht gegen französische Anmaßung ver­theidigen werden. Die deutsche nationale Preffe hat trotz der Angriffe und Schmähungen der französischen Preffe nationales Denken und Wollen bestätigt und der französischen klerikalen Presse richtig geantwortet. Sie hat jetzt die Auf­gabe, von dem schlecht unterrichteten Papste an den bester zu unterrichtenden zu oppelliren und dadurch sowohl der Sache der Kirche, als auch des Vaterlandes einen großen Dieust zu erweisen. Wir hoffen, daß in diesem Falle ganz Deutschland ohne Unterschied der Kon­fession dem Auslande gegenüber einmüthig und geschlossen dastehen wird.

Politische und unpolitische Nachrichten. lDepescheu-Burea» .Herold*.)?

Berlin, 10. Oktbr. Die Rückkehr des Kaiserpaares von der Reise nach dem Orient ist dem Vernehmen nach zwischen dem 15. und 18. November zu erwarten. Der Tag der Abreise soll infolge deS Trauersalles in der kaiserlichen Fa­milie verschoben werden. 4... v ^ j

Berlin, 10. Oktbr. Den neuesten Dispositionen zu­folge trifft die Prinzessin Heinrich am 17. Oktober von Li- vadia in Kiel ein und tritt in der zweiten Hälfte des Ok­tober die Reise nach Ostasien zum Besuche ihres Gemahls an.

Berlin, 10. Oktbr. Der Großfürst und die Groß­fürstin Wladimir von Rußland mit ihrer Tochter, der Groß­fürstin Helena, und Prinz Max von Baden trafen heute Vormittag 8 Uhr auf dem Bahnhöfe in Potsdam ein. Der Kaiser war in russischer Uniform zum Empfange erschienen. Nach herzlicher Begrüßung begab sich der Kaiser mit den russischen Herrschaften in offenem Zweispänner nach dem Stadtschloß.

Berlin, 10. Oktbr. Finanzminister von Miguel hatte heute Vormittag mit dem Reichskanzler Fürsten Hohenlohe eine längere Besprechung.

Berlin, 10. Oktbr. Der Oberpräsident von Berlin hat die von der Stadtverordneten-Versammlung getroffene Wahl des Rechtsanwalts und Notars Kauffmann zum Stadtrath von Berlin bestätigt. Die Bestätigung der Oberbürgermeister­wahl dürfte ebenfalls bereits erfolgt sein und ihre Belynut- machung in den nächsten Tagen stattfinden.

Berlin, 10. Oktbr. Ein Berichtestatter schreibt: Der durch den Tod des Geheimraths Humbert erledigte Posten des Unterstaatssekretärs im preußischen Staatsministerium dürfte dem Vernehmen nach in allernächster Zeit neu besetzt werden. Für diese Stelle ist der vortragende Rath in der Reichskanzlei, Freiherr von Wilmowsky in Aussicht genommen.

Berlin, 10. Oktbr. Der Großherzog von Baden em­pfing gestern Nachmittag in Potsdam den Staatssekretär von Bülow in längerer Audienz.

Berlin, 10. Oktbr. DerPost" zufolge dürfte die Reichstags-Eröffnung unmittelbar nach der Rückkunft des Kaisers am 16., 17. oder 18. November erfolgen.

Berlin, 10. Oktbr. DiePost" kann auf das Be­stimmteste versichern, daß kein Grund zu der Annahme vor- liege, daß ein Abbruch der diplomatischen Beziehungen zwischen