Erstes Blatt.
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M
Samstag den 8. Oktober
1898
AEllch««.
^faöf&ret# ^anau.
^-MMNachMM des OLerdÄrßermeisteramtes.
Ng und Verlegung von Fußboden betr.
Liefern
kämpfen, da waren — mit einigen Ausnahmen der linksstehenden — alle Parteien enthusiastisch bereit dazu.
Und heute? Ist der Enthusiasmus verflogen? Ist die sozialdemokratische Gefahr geringer geworden? Nicht doch! Die Bevölkerung steht auch heute noch treu zum Kaiser
in dem von ihm proklamirten Kampfe gegen den Umsturz; die sozialdemokratische Gefahr ist nur noch gewachsen; ■
Politische und anpolitische Nachrichten.
(Depeschen-BsresK „Herold'.)
Berlin, 7. Oktbr. Heute Vormittag um 10 Uhr fand unter dem Vorsitz des Kaisers im Marmor-Palais bei Potsdam ein Kron-
rath statt. Es wird angenommen, daß vor der Orientreise des Kaisers die gesammte politische Lage erörtert, über den Termin der "" ' ' Thronrede und über die
Die Lieferung und Verlegung von 130 qm Eichen» Holzfußboden soll in öffentlicher Ausschreibung vergeben werden.
Arbeitsauszug und Bedingungen liegen von heute an im Stadtbauamt I, Zimmer Nr. 24, für Bewerber zur Einsicht auS.
Verschlossene, mit entsprechender Aufschrift versehene Angebote sind längstens bis zum Eröffnungstermin
aber ein Theil der in diesen Dingen stets unzuverlässigen
Samstag den 15. d. M., vormittags 11 Uhr, zu welcher
bei der obenbezeichneten Amtsstelle einzureichen, Zeit die Eröffnung derselben im Beisein etwa Bieter erfolgt.
Hanau den 6. Oktober 1898.
Der Magistrat
Bode.
erschienener
14954
Zeitungen und Persönlichkeiten zieht es vor, Parteipolitik, statt vaterländische Politik zu treiben.
Zur Zeit erschallt auf der ganzen Linie der links von den Konservativen befindlichen Parteien die uralte uud ewigneue „Reaktions"-Phrase. Im Zentrum sowohl wie in der Sozialdemokratie und bei den Freisinnigen macht man dem Lande vor der „Reaktion" bange. Jeder der Bangemacher aber versteht unter dem Schlagworte etwas Anderes, Jeder will sein Töpfchen füllen; aber keiner wagt es, dem Volke ausführlich zu sagen, was es denn mit der an die Wand gemalten schrecklichen „Reaktion" eigentlich für eine Bewandt- viß habe.
Irreführung — nichts als Irreführung! Wir möchten den Politikern und Parteien, die es ernst meinen mit der Auffassung ihrer nationalen Aufgaben und die als eine der
_ Reichstags-Eröffnung, die Grundzüge der Thronrei Vorlagen für den Reichstag verhandelt worden ist.
Zen Berlin, 7. Oktbr. Die gestern unter dem S
. gestern unter dem Vorsitz des Reichs
kanzlers Fürsten Hohenlohe stattgefundene Sitzung des Staatsministeriums dauerte fast 5 Stunden, von 3 bis 7Vi Uhr. An der
Sitzung nahmen außer dem auf einer Dienstreise befindlichen Landwirthschaftsminister Freiherr« von Hammerstein sämmtliche Minister theil, auch die Staatssekretäre Graf PosabowSky, vonBülo», Tirpitz und Dr. Nieberding.
Berlin, 7. Oktbr. Dem „Lokal-Anzeiger' wird aus Paris telegraphirt: Die Vereinigten Staaten stellten in der heutigen Sitzung der Friedens-Konferenz drei Forderungen auf: 1. Manila und das gesammte Gebiet der Insel Luzon gehört den Vereinigten Staaten. 2. Spanien verzichtet auf alle Hoheitsrechte über das übrige Gebiet der Philippinengruppe. 3 Ein Schiedsgericht wird über den Modus der Uebernahme und Tilgung der Philippinenschuld entscheiden.
Berlin, 7. Oktbr. Nach Mittheilung der hiesigen Eisenbahn- Direktion ist die Frist für freie Lagerung von Getreide und Mehl auf dem hiesigen Stettiner Bahnhof bis auf Weiteres von 14 auf 7 Tage herabgesetzt.
Köln, 7. Oktbr. Der Strafsenat des Kölner Ober-Landes-
Dicnstilachnchtcn aus dem Kreise.
Gefunden: Ein kleiner gelber Kinderschuh.
Verloren: Ein Bund Schlüssel: a) Feuermeldeschlüssel Nr. 5, b) Hausschlüssel, c) Stubenthürschlüssel, d) Schrank- schlüssel und 3 kleinere Schlüssel. Eine Doublä-Uhrkette.
Zugelaufen: Ein weißer Spitzhund mit gelben Ohren, w. Geschl.
Hanau am 8. Oktober 1898.
ersten derselben die beharrliche und unerbittliche Bekämpfung HCllUMV UIIIVUM „^ ... UCU1 WUUII4U1 vt«lulHullu»piU|tB ^tvucl= der Sozialdemokratie erblicken, zu bedenken geben, daß diese Stumm die von letzterem eingelegte Revision gegen das Urtheil der Irreführung der Bevölkerung nur der Sozialdemokratie zu Strafkammer Saarbrücken und legte dem Beklagten die Kosten zur gute kommt. Wer das nicht ein sieht, ist mit Blindheit ge- ~a| Köln, 7. Oktbr. Infolge des niedrigen Wasserstandes steht die schlagen. Wenn heute anläßlich der Landtagswahlen dem Einstellung des gesammten oberrheinischen Schifffahrts-VerkehrS für
gerichts verwarf heute in dem bekannten Beleidigungsprozeß Stöcker-
Anhange der in Frage stehenden Parteien zugemuthct wirb,
Irreführungen.
Mit größter Sorge blickt der patriotische Deutsche auf das Wachsthum der Sozialdemokratie. Kein vernünftiger Mensch kann daran zweifeln, daß die von jener Seite betriebene zügellose Verhetzung der Bevölkerung gegeneinander, sowie die Herabsetzung jeder göttlichen und menschlichen Autorität die Quellen bildet, aus denen die Anarchie sich
nährt.
Die Presse aller politischen Richtungen hat sich auch wohl ohne besonders beachtenswerthe Ausnahmen für entschiedenen Kampf gegen die Sozialdemokratie erklärt, und als Se. Majestät der Kaiser bei mehrfachen Gelegenheiten ins Land Hinausries, das Volk möge sich ermannen und ihm beistehen in seinem Bestreben, der grundstürzenden Elemente Herr zu
Anhange der in Frage stehenden Parteien zugemuthct wird, die nächsten Tage bevor Die Kölnische und Düsseldorfer Dampf- den freisinnigen Freunden der Sozialdemokratie die Kastanien Schifffahrts-Gesellschaft haben bereits alle Fahrten oberhalb Koblenz aus dem Feuer zu holen, wenn ihm zur Beruhigung gesagt । ““^ft 7. Oktbr. Dem „Pieeolo* wird aus C-ttinj- tele- wrrd, Sozialdemokratie und Greisinn seien ja gar nicht so graphirt, daß die Gährungen in Barana fortdauern. Die monte- schlimm; dann wird es im Ernstfälle schwer, ja vielleicht un- uegrinische Regierung wird eine Kommission an die Grenze entsenden möglich sein, denselben Heerbann gegen Sozialdemokratie und. Ab die Grenz-Miliz verstärken. Die Regierung bereitet auch ein s (xörfJak.rc.,, ^^,s ... mrtre.„„ - Memorandum an die Machte um Schutzmatzregeln für die dem Ge-
deren Helfershelfer moM zu machen. , ; metzel ausaesctzte Bevölkerung vor, da sie nicht länger gleichgültig
Es liegt darum tm Interesse des Gemeinwohles, daß zusehen will.
diesen Irreführungen entschieden und ungesäumt entgegengetreten ■ Antwerpen, 7. Oktbr. Aus Indien kommt die Meldung, daß werde, sonst allerdings würde die sozialdemokratische Speku- -'N Dampfer mit lOO Passagieren im Indus-Flusse scheiterte und lation auf bte U«eir%Mt und Du-mh-It der .Boiirg,-is» «"».»"> *. »n« _
mit einem großen Ei folge gekrönt werden.
Tagesschau.
Von der Marive. Laut telegraphischer Meldungen^ an das Ober-Kommando der Marine ist S. M. S. „Wolf", Kommandant: Korvetten - Kapitän Schröder (Johannes), am 6. Oktober in Kamerun angekommen; der Reichs-Post- dampfer „Bayern" mit der Ablösung für die Schiffe des Kreuzergeschwaders, Transportführer; Kapitän-Lieutenant von
London, 7. Oklbr. Eine Dalziel-Depesche aus Shanghai meldet, eine furchtbare Feuersbrunst zerstörte eine englische Quadratmeile der Stadt Hankau, darunter die Amtsgebälche, die Kirchen und viele tausend Häuser. Man befürchtet, daß etwa tausend Pe rsonen umgekommen sind.
Rom, 7. Oklbr Graf Mantazza wird die offene Revolte gegen Menelik, obwohl Italien durch strenge Neutralität eine Komplikation vermeiden will, zu unterdrücken suchen.
Burski, ist am 6. Oktober in Antwerpen augekommen und
werden und sür Christenthum, Ordnung und gute Sitte zu will am 9. Oktober nach Soutbampton in See gehen.
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Wetterbericht.
Voraussichtliche Witterung: Vorerst meist trübes Wetter einzelne Niederschläge picht ausgeschlossen.
Fenilletsn
Dur JubilüumsauMhrung des
Oratorienvereins.
Fern von jedem äußeren Gepränge will der Oratorienverein in diesem Jahre das Fest seines 50jährigen Bestehens begehen. Er rüstet sich dazu, diese Feier im Rahmen seines I. Abonnlmenicorcertks am 25. October würdig zu veran- staltrn, würdig, in dem Sinne einer scrgföltig einstudirten musikalischen Darbietung. Mit Vorbedacht ist hierzu Max Bruchs Lied von der Glocke gewählt worden, ein Werk, welches nach seiner Erstaufführung im vorigen Jahre den Wunsch vach einer Wiederholung von verschiedenen Seiten her wach- rief. Und in der That, eS wird sich Niemand vermessen wollen, ein Werk von solcher Ausdehnung nach einmaligem Anhören völlig erschöpft zu haben.
Eo will nun der Oratorienverein ern Bekanntes und ein Neues zugleich bieten: Die Musik mit dem erhabenen Text, woran wir als etwas Bekanntem anknüpfen können, ist der immer wieder verjüngende E toff, das Neue will der Verein selbst hineintragen: ein inspirirtes Avffaffen, eine möglichst plastische Darstellung der Musik, auch im kleinsten Detail, dies Mtg noch gehoben durch eine festliche Stimmung, welche sich auch dem ^>örer mittheilen soll; das sind die neuen Zemente, welche jet/Wiederholung eines musikalischen Kunstwerkes mit sich bringen muß, wenn anders nicht ein vnhetl- voller Stillstand ein treten soll. Neu werden ferner auch die Solisten für Hanau sein. Es sind gewonnen worden Mäulein Maria Speidel aus Stuttgart, FrauVr. Tolle- Kloppenburg aus Frankfurt und Herr Otto Hintzel- wann aus Berlin. — Maria Speidel, Tochter deS arge-'
sehenen Musikpädagogen Prof. Wilh. Speidel in Stuttgart, hat den überaus günstigen Berichten eines Berliner Fachblattes zufolge eine vortreffliche Ausbildung erhalten. „Sie haben ja Gold in der Kehle" war Anton Rubinsteins Ausspruch über die junge Sängerin und seitdem hat sie sich mit Erfolg in vielen Großstädten bekannt gemacht. Frau Dr. Tolle, die Vertreterin der Altparttte, ist der musikalischen Welt wohlbekannt unter ihrem bisherigen Namen Cäcilie
schaft in weitesten Kreisen ihm mit erneutem Interesse und Wohlwellen zuwendet. Die jetzt verflossenen 50 Jahre boten für den Verein im Großen und Ganzen ein Bild des Kampfes um seine Existenz. Daß der Verein noch nicht im Strom der Zeit versunken ist, ist ein Beweis dafür, daß ein gesunder Kern in ihm steckt und dieser ist eben die gute Sache, der er dient. Daß dieser Hauptzweck: durch edle Musik auch die Herzen der Menschen zu veredeln, allezeit der Leitstern des Oratorienvereins bleiben möge, das wird wohl unser aller aufrichtiger Wunsch sein.
Kloppinburg; hiermit hat sie ihren Ruhm in allen bedeuten- bertu Concettplätzen Deutschlands, Hollands und der Schweiz erworben. Von besonderem Interesse wird es sein, daß Frau Tolle-Kloppenburg die Bruchffche Glocke in Katlowitz unter Leitung des Componisten gesungen hat und somit die Intentionen deS Meisters gmau kennt. Man wird ohne Zweisel eine interessante Wiedergabe der Altrolle von ihr zu gewärtigen haben. Der Tenorist Herr Hiutzelmarn aus Berlin weist ebenfalls eine Reihe vortrefflicher Kritiken aus verschiedenen Städten auf. Sein Repertoire ist sehr vielseitig und in der „Glocke" hat er sich mit Erfolg des Oesteren hören laffen. Wenn wir zum Schluß unseren längst be- k«nuten heimischen Sänger, den allezeit bereiten Vertreter der Baßparthieen erwähnen, der auch im Festconcert den Grundstein des Solcquartettcs bilden wird, so haben wir hiermit den nothwendigen Hinweis auf die solistischen Kräfte des I. Concertes gegeben, welches jedenfalls geeignet ist, dasJn- ter.sse der Hanauer auf die erste diesjährige Darbietung des OratorienvereinS hinzulenken. — „ n
Hoffen und »ünschen wir, daß der vielleicht älteste Musik- verein Havau^s, der mit seinen alljährlichen Aufführungen der edelsten und größten Werke der Tonkunst auch an seinem Theil eine sittliche Mission erfüllen will, gerade jetzt, nach Ablauf eines halben Jahrhuvderts seines Bestehens, die Aussicht auf eine sichere und glückliche Zukunft haben möge. Gewähr- Erscheinung' verfügt sie auch über eine friste sympathische Stimme leistet kann diese nur werdm, wenn sich die Hanauer Bürger- und gefälliges Sprel. In der Auffassung ihrer Rolle schien sie aller-
Die heutige Nummer umfaßt außer dem Unterhaltungsblatt 16 Seiten.
Stadttheater in Hanan.
Hanem, 7. Oktbr.
Für die zweite Theaterwoche der neu begonnenen Spielzeit war ein durchweg heiteres Programm ausgestellt. Die Sonntagsvorstellung brächte uns eine abermalige Wiederholung des neuen Zugstückes „Im weißen Röß'l', in welchem Herr Direktor OpPmar, wohl der AbwcwSlung halber, den erholungsbedürftigen Gluhstnimpf- fabrikanten im Berliner Dialekt darstrllte. Ob damit die humon- stische Wirkung deS Ganzen eine größere war, mochten wir nicht behaupten, jedenfalls fand der drollige Humor des Frankfurters auch seine Freunde, wie die stürmische Heiterkeit der ersten Aufführungen bewies unddamit wird die Slbsicht der Autoren erreicht sein. Die Vorstellung am Mittwoch brächte die bekannte GesangSposse .Ehrliche Arbeit" von Wilken. Zwar führt das Stück die anspruchsvollere Bezeichnung „Volksstück", rechtfertigt diese aber keinesfalls. Es fehlt der Posse nicht an gemüthlichem Humor und an treffendem Witz, welche in Verbindung mit mancherlei komischen Situationen die Zuschauer belustigen imd unterhalten, aber an ein Volksstück muß man doch andere Anforderungen stellen. Gespielt wurde unter der Regie des Herrn G eh rm ann, ganz wie es solche Sachen verlangen, flott und mit dem nöthigen Humor. Auch als Darsteller zeichnete sich Herr Gehrmann aus, sein .August Schultze' war eine prächtige Figur, auch mit seinen Couplets hatte er stürmischen Erfolg. Unsere neue Soubrette Frl. Jüngling führte sich mit der Wiedergabe der „Margarethe" recht vortheilhaft ein. Als eine hübsche Bühnen-