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Dicustnllchrilhtcll aus dem Kreise.
Gefunden: Ein Portemonnaie mit Inhalt und einem einliegenden Zettel mit dem Namen August Peter II. und einem Holzabfuhrzettel Nr. 43, Oberförsterei Wolfgang. Eine Peitsche. Eine silberne Broche, die Mitte einen ausgeschnittenen Zweig darstellend. Ein weißes Taschentuch mit Monogramm A. D. und einer siebenzackigen Krone.
Verloren: Ein Zugstiefel, Länge 44, gegen Belohnung abzugeben. Ein Gummireifen von einem Kinderwagen. Ein Portemonnaie mit ca. 28 Mk. Inhalt.
Hanau am 4. Oktober 1898.
Tagesschau.
Von der Marine. Laut telegraphischer Meldungen an das Ober-Kommando der Marine ist S. M. S. „Deutschland", Kommandant: Kapitän zur See Machte mit dem Di- vistonschef: KontreAdmiral Prinzen Heinrich von Preußen, Königliche Hoheit, am 30. September in KiautsLou auge- kommen; S. M. S. „Hela", Kommandant: Korvetten Kapitän Sommerwerck ist am 1. Oktober in Venedig einge» troffen; S. M. S. „Wolf", Kommandant: Korvetten-Kapitän Schröder (Johannes), ist am 1. Oktober in Libreville (Gabun) angekommen und beabsichtigt, am -4. Oktober nach Kamerun in See zu gehen; S. M. S. „Stosch", Kommandant: Korvetten-Kapitän mit OberstLieutenants-Rang Ehrlich, ist am 1. Oktober in Fuuchal angekommen und will am 10. Oktober nach Las Palmas in See gehen.
In China fährt die Kaiserin fort, die in letzter Zeit vom Kaiser entlassenen Beamten wieder auf hervorragende Posten zu rufen. Ein Telegramm aus Schanghai meldet: Huai-Ta-Pu, der vor kurzem durch den Kaiser seines Amtes entsetzt wurde, und der der hauptsächlichste Anhänger Jung Lus ist, wurde zum Präsidenten des Zensorengerichts und zum Mitglied des Großen Raths ernannt. — Nach einer Schanghaier Depesche des Daily Telegraph ist dort ein Telegramm aus chinesischer Quelle ein gelaufen, demzufolge der Rebellenhäuptling Ju-Man-Tze die Stadt Tschung-King genommen hat. — Die russische Gesandschaft hat eine Kosaken- Abtheilung aus Port Arthur und die englische Gesandtschaft 25 Marincsdldaten aus Wei-Hai-Wn requirirt. In Bezug auf die letztere Thatsache spricht sich ein Londoner Telegramm wie folgt aus: Im Vordergrund des Interesses steht hier die Berufung russischer und britischer Truppen nach Peking zum Schutze der Gesandtschaften. Sie wird als Anfang des Endes angesehen, und eine plötzliche Katastrophe wird jeden Augenblick für möglich gehalten. Bekannt ist, daß der Gesandte Macdonald und Admiral Seymour ein energisches Vorgehen wünschen, aber durch Salisdury, der einen Konflikt mit Rußland vermeiden will, zurückgehalten werden. Nach Meldungen aus Schanghai drängt die gesammte englische Presse Ostastens auf Festnahme und Deportation der Kaiserin und Li-hungTjchangs. Die japanische Presse befürwortet eine gemeinsame Aktion Großbritanniens, Amerikas und Japans gegen das russische Regime in China. Die Provinzen, besonders Kwangtung Kwangsie, Sunan und Szetschuan seien in offenem Aufruhr, und falls die Vizekönige loyal gegen den Kaiser wären, wird eine gefährliche Bewegung gegen Mkmg für möglich gehalten. Man glaubt, die englische Flotte werde dann die Mündung des Peiho besetzen. Die Presse in England ist ebenfalls bemüht, Salisbury seine maßvolle Haltung zu erschweren. Der Standard erklärt, England müsse klar machen, daß es die mächtigste Flotte der Welt nicht nur für Flottendemonstrationen unterhalte, denen keine Aktion folge. Die anderen konservativen Blätter drängen ebenso zur That.
Politische «nd ««politisch- Nachricht-«.
tDepesqe»--e>»re«» »Herolds)
Berlin, 3. Oktbr. Wie die „National-Zeitung" ent- gegen anderweitigen Meldungen zuverlässig erfährt, i)t noch keinerlei Beschluß darüber gefaßt, ob die vom Kaiser in seiner Oeynhausener Rede angekündigten Aenderungen im Rahmen der Gewerbe-Ordnung oder des Strafgesetzbuches erfolgen sollen. Es haben darüber noch keine Verhandlungen stalt- gefunden und es wird an der erforderlichen Unterlage für dieselben so lange fehlen, alü die Antworten der Bundes- Aegierungen auf die Umfrage deS Grafen Posadowsky noch ausstehen. ,,
Berlin, 3. Oktbr. Den „Berliner Neuesten Nachrichten wird aus Prätoria zu der Mittheilung der Daily News über den dem Gesandten Dr. Leyds in Berlin zu Theil gewordenen kühlen Empfang telegraphirt, daß die „Volksstem" in einer Besprechung dieser Meldung unter Anderem betont, in Trans
Amtliches Organ für Staöt- unö LsnöKreis Hanau.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.
vaal bestehe keine Besorgniß, daß der deutsch-englische Vertrag den Interessen der Afrikaner schädlich sei. Es bestehe auch kein Verlangen danach, mit der europäischen Politik aneinander zu gerathen.
Berlin, 3. Oktbr. Der Polizei-Präsident hat eine Bekanntmachung veröffentlicht, durch welche er 1000 Mark Belohnung für die Ergreifung der oder des Mörd-rs der Dienstmagd Rosine Kay er aussetzt. Bis jetzt ist es der Polizei nicht gelungen, die Verbrecher dingfest zu machen.
Berlin, 3. Oktbr. Gestern Nachmittag ereignete sich in einem Hause der Jasmender Straße eine schwere Benzin- Explosion, wobei eine Person getödtet und mehrere schwer verwundet wurden.
Wien, 3. Oktbr. Die Rekonstruktion des Kabinets wird als nahe bevorstehend bezeichnet. Dipauli soll Unterrichts-, Bieliuski Eisenbahn- und Mittel Handels-Minister werden.
Wien, 3. Oktbr. Eine Berliner Meldung der „Pol. Korresp." bezeichnet die Meldung über die Zeit und den Ort des Zusammentretens der Abrüstungskonferenz, so lange der Zar und Murawiew nicht nach Petersburg zurückgekehrt sind und verschiedene Vorfragen gelöst sind, als Combinationen.
Wien, 3. Oktbr. Gras Thun wurde heute Vormittag vom Kaiser in Audienz empfangen. Wie im Parlament verlautete, versicherte der Kaiser dem Grafen Thun sein andauerndes Vertrauen und erklärte, daß er eine Demission desselben auf keinen Fall annehmen werde. Betr-ffs der Demission Baernreithers hat der Kaiser sich seine Entscheidung noch Vorbehalten. Es verlautet, das Ergebniß der Audienz werde sich darin äußern, daß Graf Thun nunmehr vollständig der Rechten sich anschließt. Die Jungtschechen beabsichtigen, nach der ersten Lesung des Ausgleichs im Einvernehmen mit der Regierung einen Dringlichkeitsantrag einzu- bringen betreffs des Budget-Provisoriums, welcher vor allem Andern zur Verhandlung kommen soll. Dadurch soll die Schließung des Reichsrathes erzwungen werden.
Prag, 3. Oktbr. Der Herausgeber der New-Dorker Staats-Zeitung Ottendorfer spendete 1000 Gulden zur Unterstützung der hiesigen Mensa-Akademika und des deutschen Studentenheims.
Budapest, 3. Oktbr. Baron Banffybegibt sich in den nächsten Tagen nach Wim, woselbst er vom Kaiser empfangen werden wird. Alsdann sollen Graf Thun und der Finauz- minister Kaizl nach Budapest kommen, um die noch schwebenden Fragen bezüglich des Ausgleichs endgültig zu regeln. In hiesigen politischen Kreisen glaubt man nicht an die Aktionsfähigkeit des österreichischen ReichsratheS und erwartet dessen baldige Vertagung, da Banffy die für Oktober anberaumte endgültige Entscheidung absolut nicht hinausschieben kann und ihm sonst die Opposition jede weitcre Berathung unmöglich machen würde.
Paris 2. Oktbr. Der „Matin" veröffentlicht weitere Enthüllungen, die Esterhazy dem Korrespondenten des Observer, Strong, gemacht habe. Esterhazy erklärt, 1. das Borvereau sei von ihm, aber die Reproduktion in den Blättern sei nicht nach dem Original, sondern nach einer schlechten Kopie hergestellt. 2. Das Petit bleu und die Speranca-Telegramme wurden von Esterbazy aus Befehl Dupaty's geschrieben, um Picquart zu vernichten. Dupaty handelte dabei im Namen des ganzen Generalstabes. 3. Der Untersuchungsrichter Bertulus, welcher die gerichtliche Verfolgung Esterhazy's und Dupaty de Clam's beantragt hatte, wurde von der Anklagekammer als inkompetent erklärt, nachdem der Generalstab sowie der damalige Kriegsminister Cavaignac einen Truck aus die Anklagekammer ausübten, um Dupaty, den Vetter Cavaignacs, zu retten. 4. Als General Pellierx die Untersuchung im Esterhazy-Prozeß leitete, erhielt Esterhazy täglich geheime schriftliche Mittheilungen über Aussagen von Zeugen und Rathschläge über die zu gebenden Antworten. 5. Erklärt Esterhazy: Mein Bericht an die letzte Untersuchungs- Kommission begann mit den Worten: Ich bin der Mann des Generalstabes, rührt mich nicht an. 6. Meine Enthüll- ungen werden erst mit großer Bestimmtheit bei der Kammer- Eröffnung erfolgen, um eine Minister-KrisiS zu veranlassen. Die große Bombe über meine Vaterschaft des Bordereaus wird erst dann platzen, wenn Drryfus zurückgekehrt und zum zweiten Male verurtheilt ist.
Paris, 3. Oktbr. Die seit gestern Umlaufenden Gerüchte von einer Erkrankung McquarlS werden von den revisionsfreundlichen Blättern alS Vorbote der Nachricht von dem Tode Picquarts angesehen.
Paris, 3. Oktbr. Der frühere Kriegsminister Cavaignac hielt gestern in Souillac eine politische Rede, in welcher er erklärte, daß die demokratische Partei ihr Programm und ihre
Reformen aufgegeben und dafür die Dreyfus-Revision einge- tauscht habe. Er drückte die Hoffnung auS, daß die Demokraten sich in zwei Lager theilen würden, rämlich in eins der Freunde und in eins der Gegner der Armee.
London, 3. Oktbr. „Daily Mail" berichtet auS Kon- fiantinopel, die Circularnote, welche von den vier Mächten der Pforte überreicht worden ist, sei vom Sultan empfangen worden. Dieser habe als Antwort hierauf den Botschaftern eine Note überreichen lassen, in welcher er die Mächte auf- fordert, die gesetzliche Regelung der kretischen Frage unter sich zu vereinbaren. Rußland, so sagt das Blatt, verlange, daß erergische Maßregeln gegenüber der Türkei bezüglich der Räumung Cnta’3 ergriffen würden, bwor der deutsche Kaiser von seiner Orientreise zurückgekehrt sei.
Kanea 3. Oktbr. Die Mitglieder deS internationalen Gerichtshofes sind nach Kandia behufs Aburteilung der verhafteten Aufständischen abgereist.
Sofia, 3. Oktbr. Die Fürstin Louile schwebte heute in großer Lebensgefahr. Bei einer Spazierfahrt in der Nähe von Euxinograd scheuten ihre Pferde und rannten in wilder Hast die Chaussee entlang. Ein Kutscher eines gerade des Weges kommenden Wagens konnte die Pferde des fürstlichen Wagens zum Stehen bringen.
Aus Stadt- und Landkreis Hanau. Nachdruck unserer Lokalartikel nur mit Quellenangabe „Han. Anz*.
gestattet.
* Der Kommunallandtag für den Regierungsbezirk Caffel wird vermuthlich im Laufe deS Monats Nooemb.r zu der alljährlichen Tagung einberusen werden. Mit Fertigstellung der ihm zur Beschlußfassung zu unterbreitenden Vorlagen ist man eifrig beschäftigt.
* Versetzungen. Dem Schulamtskandidaten Hinkel von Windecken ist die Lehrerstelle zu Oberzell, Kr. Schlächtern, übertragen worden. — Die erledigte Oberjägerstelle .des Herrn Grafen Oriola ist dem Gefreiten D r ü l l e r vom Marburger Jägerbataillo« übergebeu.
* Erledigte Stellen im Bezirk des 11. Armee, korps. Koburg, Herzogl. Staats- und Domänenkasse, Hilfsbote und Exekutor, 800 Mk. Gehalt, Mahn- und Pfändurgsgebühren und freie Dienstkleidung. Eiserfeld, Gemeindebehörde, Polizeidiener 1000 Mk. jährlich. Fechenheim, Bürgermeisteramt, Nachtwächter, 500 Mk. jährlich. Frött- städt, Kaiser!. Postamt, Landbriefträzer 700 Mk. Gehalt und 60 Mk. Wohnungsgeldzuschuß jährlich. Dortmund, Kaiser!. Postanstalt, 3 Landbriefträger je 700 Mk. Gehalt und der gesetzmäßige Wohnungsgeldzuschuß jährlich. Bezirk der Großh. Hess. (25.) Division: Arheilgen, Süddeutsche Eisenbahn- Gesellschaft, Schaffner 900 Mk. Gehalt. Daselbst Stationswärter, 870 Mk. Gehalt. Mainz, Landgerichtsschreiberei, Kanzleigehilfe,- ständige Remuneration 500 Mk., nicht ständige Vergütung 50 Mk. jährlich.
* Der geplanten Fortführung der Main kanalisation bis Aschaffenburg scheinen noch einige Schwierigkeiten entgegen zu stehen. Eine offizielle Münchener Korrespondenz besagt darüber; „Die Aussichten auf das Zu- standekommeu eines Vertrages zwischen Preußen und Bayern über die Fortsetzung der Mainkanalisation bis Aschaffenburg werden hier nicht ungünstig beurtheilt. Die noch bestehenden Meinungsverschiedenheiten werden voraussichtlich im schriftlichen Benehmen der beteiligten Regierungen bald zum Austrage gebracht werden können, so daß es wohl in nicht zu ferner Zeit zu einem Vertragsabschlüsse kommen wird. Eine längere Erörterung verursachte bei den Verhan»lungen in Frankfurt und Aschaffenburg die Frage der Modalitäten der Gebührenerhebung."
* Jagdkalender. Im Monat Oktober sind jagdbar: männliches Roth- und Damwild, weibliches Roth- und Damwild und Wildkälber, Rehböcke, weibliches Rehwild (vom 15. Oktober ab), Dachse, Auer-, Birk- und Fasanenhähne, wilde Enten und Schwäne, Trappen, Schnepfen, Rebhühner, Fasanenhennen, Haselwild, Wachteln, Lerchen, Hasen und alle Droffelarten.
* Verbotene Lotterieen. Das aufdringliche Angebot von Lotterieloosin der in Preußen nicht zugelassenen Lotterieen nimmt mit der Bei Mehrung der Klassrnlotterieen infolge Errichtung neuer Lotterieen in den thüringischen Staaten, Lübeck und Ungarn einen immer größeren Umfang an. Die Agenten dieser Lotterieen lassen kein Mittel unversucht, um das Publikum zum verbotenen Spiel zu verleiten. In neuerer Zeit gehen sie sogar soweit, Schülern von höheren Unterrichtsanstalten Prospekte und Originalloose verbotener Lotterieen zuzusenden. Auch die Colportage derartiger Loose wird in Berlin ganz offen betrieben. Nach einer Mittheilung des