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für Siadl- unk Bank kreis Hanau 10 ^ die 4geipaltene Garmond- zeile oder deren Raum, für Auswärts 15 ^.
Im Reklamentheil die Zeile 20 ^, für Auswärts 30 ^.
Amtliches Grasn für Ktsöl- unK LanSkreis 35 an au.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.
Nr. 224 Montag m 26. September
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1898
MmMchss.
§faöf^ret0 Hartem.
Die Leipzigerstraße zwischen dem Bahnübergang Fried- berger Bahn und der Spessartstraße wird vom 27. d. Mts. ab auf die Dauer von vier Wochen für den Fuhrwerks verkehr gesperrt.
Hanau am 26. September 1898.
Königliche Polizeidirektion.
P. 9764 v. Schenck.
^faöiUretö ^anau.
^MMLMachNHrN Des OberbürgermeisieraMteS Städtisches Wasserwerk.
Zum Zweck des Anschlusses des neuen Wasserdruckrohres an die alte Leitung am Kanalthore wird die städtische Wasserleitung in der Zeit von
Montag den 26. ds. Mts., abends 10 Uhr, bis
Dienstag den 27. ds Mts., morgens 5 Uhr, vorübergehend abgestellt werden, weßhalb die Bürgerschaft ersucht wird, am
Montag Abend vor 10 Uhr
sich mit Wasser zu versehen.
Hanau den 23. September 1898.
Die Wasserwerks-Direktion.
v. G ä ß l e r. 13985
*► Dienstnachrichte« aus dem Kreise.
Gefunden: Ein Hebeisen. Eine Visitmkartentasche mit einliegendem Notizbuch.
Verloren: Ein Trauring mit den Buchstaben K. M. 1889. Eine silberne Damenuhr mit Goldrand und kleinem Karabinerhaken. Ein Henkelkorb mit 140 Stück Handkäsen.
Hanau am 26. September 1898.
Tagesfchau.
Von der Marine. Laut telegraphischer Meldung an das Oberkommando der Marine ist S. M. S. „Kaiserin Augusta", Kommandant: Kapitän zur See Köllner, am 23. September in Hakodate, S. M. S. „Hela", Kommandant: Korvettenkapitän Sommerwerck, am 23. September in Gibraltar, S. M. S. „Charlotte", Kommandant: Kapitän zur See Vüllers, am 23. September in Santander, S. M. S. „Kaiser", Kommandant: Kapitän zur See Stubenrauch, mit MglgagjBMMMBM^
Feuilleton.
Stadttheater in Hanau.
Hanau, 26. Septbr.
Gestern Abend öffneten sich die Pforten unseres Stadttheaters und als Eröffnungsvorstellung hatte die Direktion bie größte Zugnummer der Berliner aus den letzten Jahren, die auch in München und Frankfurt ihre Schuldigkeit thut, nämlich Blumenthals und KadelburgS „I m w e i ß e n Rö ß'l" gewählt. Etwas anmaßend ist es, das Werk als Lustspiel zu bezeichnen, denn es wird kaum irgend Jemanden gelingen, auch nur die kleinste Lustspielidee darin aufzufinden, eS ist nichts als mit großer Geschicklichkeit verwendete Situationskomik, durch die eine sehr dürftige Handlung genußbar gemacht wird, in welcher allerdings mit allerlei Humor so reichlich aufgewartet wird, daß dem Zuschauer auch nichts die gute Laune verderben kann. Und so herrschte dann auch gestern Abend eitel Lust und Fröhlichkeit, denn wenn die oben genannten beiden Autoren sich einmal vorgenommen haben, fröhliche Gesichter zu schaffen, dann lassen sie alle Minen springen. So lachte man denn über die Familie Giesecke, die während der Nacht bei einem Gewitterregen auf ihrem Gepäck sitzt, man lachte über einen Koffer, der fünfmal inS Gasthaus und Mieder herausgetragen wird, man lachte über die große Glatze des Arthur Sülzmann, die ihm so gut steht, daß seine Anbeterin meint, er habe wohl nie Kopfhaare besessen, man lachte über den geprellten Vater, der gegen seinen Willen seinem angeblich ärgsten Feind die Tochter zur Frau gibt, kurzum man amüsirte sich in vollem Maße, die Kritik aber senkt ihr Schwert und lacht mit, da man der ganzen Sache doch nur mit heiterem Behagen folgen kann und das sogenannte Lust- lpiel mit zu den belustigendsten Posten rechnen muß, die bis
i dem Chef des Kreuzergtschwaders, Vizeadmiral von Diederichs z an Bord, am 22. September in Ampenan (auf Lombok) an- gekommen; S. M. S. „Kaiserin Augusta" will am 25. September nach Kiautschou, S. M. S. „Hela" am 25. September nach Venedig, S. M. S. „Charlotte" am 28. September nach Madena und S. M. S. „Kaiser" am 24. September in See gehen.
Die Kaiserliche Kabineisordre, durch welche der kommantiren>e General des X. Armeekorps General der Infanterie v. Seedeck zum Ctzer des J-fauterü-Rrgiments Nr. 31 ernannt wurde, hat folgenden Wortlaut: „Meine Anwesenheit in Han?o«er hat Mir häufig Anlaß gegeben, die do.tige Garnison zu sehen und eS ist Mir. daher eine große Freude gewesen, in diesem Jahre auch die übrigen Truppen des X. Armeekorps vor Mir üben zu lassen. Ich habe hierbei von allen Waffen den besten Eindruck gewonnen und ihnen bereits bei der Parade Meine Anerkennung über die vortreffliche Haltung der Truppen ausgesprochen. Ich füge beim heutigen Schluß der Msnöoer gern hinzu, daß Mich auch der fernere Verlauf der Urbung voll befriedigt hat. Ich habe durchweg die äußerste Anspannung und den besten Willen, Verständniß für die jedesmalige G-Pckstslage und ein einheitliches Zusammen wirken g-fund-n, insbesondere ist auch die gleichmäßig kriegs'üchtige Ausbildung des Armeekorps im Ganzen wie im Einzelnen überall vortheilhaft hervorgetreten. Es ist daher die wärmste Anerkennung, die ich zunächst Ihnen, dem bereits erwähnten einst* tsvollen Führer, nud sodann sämmtlichen Generalen, Kommandeuren und Offizieren hierzu, ch audspreche. Ich ersuche Sie, indem Ich mir dir spezielle Beurtheilung über die Manöver noch Vorbehalte, dies unter Bekanntmachung der in der Anlage auch für die 17. Division und die Kavallerie-Division B enthaltenen Gnadenbeweise zur Kenntniß Aller zu bringen uns ebenso den Unteroffizieren und Mannschaften Meine Anerkennung ihrer Leistungen auszusprechen. Ihnen selbst aber wünsche Ich Meinen Königlichen Dank zu bethätigen, indem Ich Sie hierdurch zum Chef des Jnfantern-Regiments Graf Dose (1. Thüringisches) ernenne, in welchem Sie Ihre ehrenvolle militärische Laufbahn begonnen und Ihre ersten kriegerischen Erfolge errungen haben. Das Regiment ist angewiesen worden, Ihnen den Rapport und die Offizier Rangliste vorschriftsmäßig einzureich n. gez. Wilhelm R,.*
In China drohte der Dynastie eine ernste Gefahr. Die Schwäche der Regierung gegenüber den fremden Mächten und das weitgehende Reformprogramm des Kaisers haben die Altchinefin aufgeregt, die im Westen schon unter Waffen ■ stehen, wäh end eine ziemlich radikale Partei im Süden der j europäischen Kultur günstig gestimmt ist, aber eine Befferung der Zustände nur vom Sturze des Herrscherhauses erwartete simgwra^B^^
her auf der mobermn Bühne erschienen sind. Die Handlung des Stückes zeigt uns die resolute junge Wittwe und Wirthin zum weißen Röß'l im Salzkammer gut, Frau Josepba Vogel- huber, die sich in einen ihrer Sommergäste, den Dr. Otto Siedler, verliebt hat, der seit mehreren Jahren allsommerlich in ihrem Gasthaus wohnt, die Liebe der Wirthin aber nicht bemerkt und um eine andere, die Tochter deS Fabrikanten Giesecke, wirbt. Als Frau Joseph« einsieht, daß ihr sein Herz nicht gehört, da freit sie ihren Oberkellner Leopold, ohne sich allzu lange dem Kummer über verschmähte Liebe hinzugeben. Dr. Siedler hat als Recht? auwalt den Fabrikanten Giesecke in einem Patentprozeß bekämpft, diesen Prozeß gewonnen und dadurch den Zorn des Giesecke auf sich geladen. Giesecke macht nun die Reise nach den stillen Seegestaden im Salz- lammergut, um sich nach dem verlorenen Pätentprozeß von den Qualen zu erholen, die ihm drei Jahre hindurch die wohl- gezielten Schriftsätze des gegnerischen AnwaltS bereitet haben, und nun trifft er in dieser Sommerfrische just denselben Rechlsanwalt, der als Stammgast auch noch besondere Der- günftignngen erhält. Daraus resultiren wiederum köstliche Szenen. Der leidige Pätentprozeß soll nun durch Vergleich aus der Welt geschafft werden und der Glühstrumpffabritant Giesecke ist dabei auf die Idee gekommen, daß seine Tochter den Sohn seines Prozeßgegners Sülzheimer heirathet. was für ihn die beste Lösung der leidigen Angelegenheit ist. Das für einander bestimmte Paar trifft sich in der Sommerfrische und der Fabrikant Giesecke bestimmt den Rechtsanwalt, für seinen Plan in der Liebesangelegenheit zu arbeiten, allein Dr. Siedler behält die für einen Anderen bestimmte Braut für sich, während der in Aussicht genommene Schwiegersohn, Arthur Sülzheimer, die lispelnde Tochter eines Privatzelehrten heirathet. Das Stück war von Herrn Direktor Ja ritz trefflich in Szene gesetzt, es fehlte an nichts, selbst wirklicher Regen wurde geboten. Die früheren Mitglieder deS En
Die Kaiserin-Wittwr hat dem Kaiser die Zügel aus der Hand genommen und wird nun mit dem alten Li die Ordnung zu schützen suchen. Zu anderer Zeit würde man von einer kleinen Palastrevolution reden, gegenwärtig sagt man; Die kaiserliche Tante Tsu-Hßi (der Name würde hierzulande eine gute Andeutung des Nieseus sein) hat ein erhabenes Vorbild für die Wahrnehmung von Frauenrechten gegeben. Was immer in China folgen mag, fei es Staatsstreich oder Revolution, Reform oder Standrecht, wird dem Vordringen der Europäer nützlich sein, so lange diese einig bleiben. Die Russen haben eine Bresche gelegt, die nicht wieder geschlossen werden kann, der englische Einfluß ist zurückgedrängt. Infolge des Umschwungs in Peking hat der japanische Unterhändler wegen eines Bündnisses die Rückreise anzetreten.
PoMifchs und unpolitische Nachrichten.
(DtptjHeu°S«ke«» „$treib*.)
Berlin, 25. Scptbr. Nach Verübung bedeutender Betrügereien ist der Kaufmann Hugo Hofmann, der am 1. Oktober die Leitung des hiesige« Friedrich Wilhelm-Städtischen Theaters übernehmen wollte, flüchtig geworden. Hofmann hat sowohl den Verpachten des Theaters sowie eine Reihe von Personen, die mit ihm in V-rbindung getreten waren, dadurch schwer geschädigt, daß er sie um bedeutende Beträte unter der Vorspiegelung, er würde im November eine Erbschaft im Betrage von 225,000 Mark in Hamburg erheben, und ihren Kredit namentlich bei Begebung von Wechseln in Anspruch nahm.
Berlin, 25. Septbr. Das „Berliner Tageblatt" meldet aus London: Das Schiff „Ville de Fecamp" ist auf der Reise nach Neu-Fundland mit 33 Mann Besatzung untergegangen.
Hamburg, 25. Septbr. Der Gründer her hiesigen „Jugendwehr", Buchhändler Brebmer, der sich für einen Lieutenant ausgab und große Schwindeleien verübte, wurde zu 15 Monaten Gefängniß und außerdem wegen unbefugt!« Tragens der Centenar-Medaille zu drei Wochen Hast ocr- urtheill.
Lemberg, 25. Septbr. Der Statthalter hat den Beschluß des Gemeinderaths aus Aufhebung des Ausnahmezustandes aufgehoben. Man spricht von der Auflösung deS Gemeinderaths.
Genf. 25. Septbr. Da Lucchenis Verhalten immer frecher wrrd, so wurde besten Einzelhaft bis zum 2. Oktober verlängert. Dem Untersuchungsrichter verweigerte er ueuer- »ings jede Auskunft in französischer Sprache.
Rom, 25. Septbr. Admiral Pandriani erhielt Befehl, sich mit seiner Flotte in die Gewässer von Columbien zu begeben.
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sembles, so Frl. Brandow, Frl. Krause, Herr H i l l e, Herr S t e i n g ö t t e r und vor allem der mit= wirkende Direktor Herr Oppmar wurden bei ihrem Erscheinen aus der Bühne mit stürmischem Beifall begrüßt. Herr Direktor Oppmar gab den behäbigen Fabrikanten Giesecke und schuf eine Figur voll trefflichen Humors, die schon an und für sich den Erfolg des Abends verbürgte. Zu Stätten kam dem Stücke, daß man den Heimathort der dandelnden Personen nicht nach Berlin, sondern nach Frankfurt und Umgebuag verlegt hatte, infolge besten die Menge gut erfundener Witze und aus dem Leben gegriffener Züge zu wahrhaft belustigender Wirkung gelangten. Von den Mitgliedern deS alten Ensembles nennen wir noch Herrn H i l l e in der feinen Maske des alle vier Jahre einmal reisenden Privatgelehrten, sowie Herrn S t e i n g ö t t e r als schneidigen RtchtSanwalt, während von den Damen Fräul. Brandow eine ideale Rößlwirthin abgab und Fräutein Krause die Tochter deS Fabrikanten Giesecke frisch und anmutig dar- |teilte. Auch die neuengagirten Mitglieder führten sich recht gut ein, doch wollen wir uns ein Urtheil für später vorbehalten.
A«S Sinnst und Leven.
Ag-nt-rrpr-Vistorr. Die seit fast zwei Jahren zwischen der Genossenschaft deutscher Bühnenangehöriger und den Theateragenturen schwebmdm Verhandlungen über die Reduktion des bestehenden Ageutenprooisionstarifes bei Vermittelung von Engagements für die Gesammtheit der Bühnen- mitglieder und über die Textrevision der im theatergeschäft- lichen Verkehr üblichen Reverse haben, wie nunmehr seststeht, einen negativen Erfolg gehabt.