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Für auswärtige Wonnentm mit dem betrefsmden Postaufschlag.

Die einzelne stummer kostet 10 ^.

Amtliches Srgan für Stsöt- unS LanöKreis Hansu.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

EinrnckungS» gebühr

für Stadt- und Lack­kreis Hanau 10 ^ bw ^gespaltene Garmond­zeile oder deren Raum, für Auswärts 15 *

Im Reklamentheil die Zeile 20 Jf, für

Auswärts 30 ^.

Sr. 222

AmtUchrs-

SlcrSM^ers ^anau.

GtksMAichM^tT des OberÄmgerWeisteraWtes.

Bekanntmachung.

Für die Wahlen zur neunzehnten Legislaturperiode des Hauses der Abgeordneten habe ich auf Grund der §§ 17 und 28 der Verordnung vom 30. Mai 1849 (Ges. S. S. 205) als Wahltermin und zwar für

die Wahl der Wahlmänner

den 27 Oktober ds. Js.

und für die Wahl der Abgeordneten

den 3. November ds Js.

festgesetzt, was hierdurch zur öffentlichen Kenntniß gebracht wird.

Berlin den 15. September 1898.

Der Minister des Innern gez. von der Recke.

Vorstehende Bekanntmachung wird hiermit veröffentlicht.

Hanau den 22. September 1898.

Der Oberbürgermeister

Dr. Gebeschus. 13948

DicllstmchnHtcn aus dem Kreise.

Gesunden: Ein Gebund kleine Schlüssel. Ein Porte­monnaie mit Inhalt und einem kleinen Schlüssel. Ein Spa- zierstock. Ein goldner Herrnsiegelring, auf der Innenseite den Namen Od. Rodzicow 23. 7. 1898, mit einem bunten Stein mit Monogramm C. T-

Zugeflogen: Ein Kanarienvogel.

Zugelaufen: Ein schwarzer Schäferhund mit braunen Ohren, w. Geschl.

Entlaufen: Ein schwarzer Hofhund mit weißen Vorder­pfoten, m. Geschl.

Hanau am 23. September 1898.

PolM-chK rrnd unpolitisch« NachKiHLrn.

<Bepesckeu»V«rea».Herold".)

Berlin, 22. Septbr. Die Meldung derNeuen Freien Presse" aus Rom, daß das Auswärtige Amt in Berlin beim Vatikan wegen des Schreibens des Papstes an den Kardinal Langenieux erfolgreiche Vorstellungen erhoben habe, scheint richtig zu sein. DiePost" bestätigt, daß der Papst die Erklärung abgegeben hat, daß er mit seinem Schreiben an den Kardinal Langenieux nicht beabsichtigt habe, Deutschlands Rechte inbetreff des Schutzes im heiligen Lande zu schmälern. Des Weiteren wendet sich diePost" sehr scharf gegen den Figaro", indem sie schreibt: Wenn derFigaro" glaubt, die französische Regierung zu einer schärferen Betonung ihrer vermeintlichen Rechte über alle Katholiken im Orient veran­lassen zu können, so irrt er sich, denn jedem derartigen Ver­such wird Deutschland mit ebenso großer Ruhe wie Entschie­denheit entgegen treten und nicht zugeben, daß aus einem ein- seitig zwischen Frankreich und der Türkei abgeschlossenen Ver­träge Folgerungen für das Verhalten der Unterthanen einer dritten Macht gezogen werden. Deutschland beansprucht das Recht, seine Angehörigen selbst zu schützen und ihre Ange- legenheiten regeln zu dürfen und wird keine Einmischung, in welcher Form sie auch immer geschieht, dulden.

Breslait, 22. Septbr. Die Kaiserin Friedrich ist heute Nachmittag hier eingetroffen. Sie wurde vom Erbprinzen und der Erb Prinzessin von Sachsen-Meiningen und dem Ober- präsiventen Fürsten Hatzfeld empfangen. Die Kaiserin be- gab sich nach der erfolgten Begrüßung in das General- Kommando.

Hamburg, 22. Septbr. Die Kriminalpolizei verhaftete drei m Alton« wohnende Personen, welche seit längerer Zeit die in Alton« übernachteden v-Züge auSplündertcn.

Budapest, 22. Septbr. In parlamentarischen Kreisen wird die Situation als ernst bezeichnet. Weder die Regie- rurg noch die Majorität deS Abgeordnetenhauses seien zu irgendwelchen Konzessionen an die Linke geneigt.

Paris, 22. Septbr. Nach wiederholten Verhandlungen Iarriens mit Brisson und dem Prokurator der Republik, WuiUeloie, stimmte das Parquet der Auslieferung Picquarts Zu und um 4 Uhr wurde derselbe nach dem Cherche Midi- ^rfängnisse abgeliefert.

c Paris, 22. Septbr. Es bestätigt sich, daß ein tief- Mender, vielleicht folgenschwerer Konflikt zwischen dem Ka- 'Net Brisson und dem Generalstabe besteht. DieAurore"

w e *5?^%^ . Die Eröffnung - Vorstellung 7,3 m ° k ^^ außer Abonnement statt.

tbeä "2°M"N Mitglieder sind in derselben,

1 7 i r hervorragenden Rollen beschäftigt, so die Herren Ste rnberg in den Liebyaberrollen des uls^Kiö^^ ^ Sulzheimer, und Fräulein Schlomker ^-^'^blmann. Die komische Hauptrolle, den r uuten Glesecke, spielt Dir. O p pm ar, und außerdem Damen Brandow, Krause, Lehman» und .e ^ie Herren Hille und Steingötter n k ^ im Dordertreffen. BilletS zu dieser Vorstellung ' . morgen Samstag Nachmittag von 35 Uhr für Die verehr!. Abonnenten unter Vorzeigung der Abonnements- karten zu haben und zwar an der nunmehrigen ^«ges lasse, Eingang Bangert straße. Mit Samstag Abend ist das Vorrecht der Abonnenten (ungerade Reihe) erloschen.

Freitag den 23. September

entwickelt in einer Sonderausgabe, wie Faure, Zurlinden und der Generalstab von Cpar-oine die Unterschrift zur Ein­leitung des Strafverfahrens erschwindelt haben. Es ergibt sich hieraus, daß ein wirkliches Komplott gegen Brisson be- stedt. Letzterer ist entschlossen, die Pläne der Militärpartei aufs thatkräftigste zu vereiteln. ES dürften noch heute wich­tige Kundgebungen in den Straßen erfolgen. Brisson beruft für morgen die Minister zusammen, um eventuelle Maß­regeln zu berathen.

Athen, 22. Septbr. In Rethymno werden die Christen von den Türken bedroht. Der russische Konsul ist geflüchtet. Russische Kriegsschiffe konzentriren sich vor R.thymro und werden die Stadt besetzen.

Aus Stadt- und Landkreis Hanau.

Nachdruck unserer Lokalartikel nur mit QuellenangabeHau. Anz". gestattet.

* Betriebseinnahme. In dem abgelaufenen Monat August wurde auf den Strecken der preußisch-hessischen Be- trirbsgemeinschaften im Ganzen He Summe von 110,430,000 Mark vereinnahmt oder 5,264,000 Mk. mehr wie in dem gleichen Monat deS Vo jähreS; im Personenverkehr wurden 36,000,000 Mk. vereinnahmt und im Güterverkehr Mark 68,960,000 oder 936,000 Mk. resp. 4,600,000 Mk. mehr i wie in dem gleichen Monat deS Vorjahres; nur die diversen Einnahmen ergaben ein Minus von 271,000 Mark. Seit dem 1. April sind gegen das Vorjahr die Gesammteinnabmen um* 31.530,000 Mark gestiegen, dieselben beliefen sich im Ganzen aus 523,360,000 Mark, davon entfällt der Löwen­antheil wieder auf den Güterverkehr mit rund 327,260,000 Mark, während auf den Personenverkehr im Ganzen rund 164,580,000 Mark entfallen.

* Kreissparkafferr. Die Zahl der verhältnißmäßig noch jungen Kreissparkassin im Regierungsbezn k Cassel wird mit dem Jahre 1899 um 2 in Hanau und Fritzlar vermehrt. ES sind alsdann 13 und mit den 4 Amtt- und Bezirkssparkaffen 17 vorhanden. Das Einlagekapital dieser 11 bezw. 15 Kreissparkassen betrug Ende 1896 36 408 317 Mk. 53 Pfg.; daS der weit älteren 34 städti­schen Sparkassen in unserem Regierungsbezirk betrug 66 431 549 Mk. 73 Pfg.

* Verpachtung des Wirthschaftsetabliffements Wilhelmsbad. Gestern Vormittag stand Termin zur Verpachtung deS Wirthschostsetablissements Wilhelmsbad an. Die drei Höchstgebote gaben ab: Hofbierbrauerei Hanau, Akt.-Ges., norm. Gg. Koch, mit 5200 Mk., Dietr. Meyer, zum goldenen Herz, mit 5100 Mk. und Theyd. Hoppe, Restaurateur im Ostbahuhof, mit 5000 Mk. Die Enheilung deS Zuschlags hat sich der Herr Minister vorbehalien.

* Gaslichtstärke. Gaslichtstärke in der Zeit vom 1. bis 15. September 18981

Deutsche Vereinskerze

Hefner Licht

1. Scptbr.

Abends

7

Uhr

21,o

25,20

2.

745

21o

25,20

3.

710

w

20,8

24,96

4.

//

6

M

n

21,8

25,44

5.

M

815

210

25,20

6.

750

*

20,7

24,84

7.

M

610

//

20,9

25,08

8.

7

V

zzz

21,2

25,44

9.

680

zzz:

20 5

24,60

10.

H

8

20,8

24,96

12.

M

7

21,o

25,io

13.

620

20,7

24,85

14.

710

kk

21,8

25,44

15.

w

6

21,o

25,20

Mithin

dur

chschni

trlich

20,9 '

25,12

1898

* Oratorlenprrein. Wie noch nicht allgemein be­kannt sein lürfte, blickt der hiesige Orstorienverin in diesem Jahre auf ein fünfzigjähriges Bestehen zurück. Zur würdigen Einleitung des fünfzigsten Veremsjahres wird derselbe Max Bruch's großartiges Tongemälde:Das Lied von der Glocke", welches im vorigen Jahre hier so guten Ankiang gesunden hatte, nochmals zur Aufführung gelangen lassen. Wennschon die edle, bilderreiche Sprache, mit welcher unser idealistischer Dichlerheros Schiller in seinem Werke vor uUem die ver­schiedenen Phasen d-s menschlichen Lebens so treffend ge­zeichnet hat, an und für sich einen tiefen Eindruck auf das Gemüth macht, so wird derselbe noch wesentlich erhöht durch die siimmungegemäße, ergreifende Tonmalerei des Kompo­nisten. Da, wie wir erfahren, der Oratorienverein für die Soloparthien hervorragende musikalische Kräfte gesonnen hat und auch der Chor verstärkt ist, so steht wobl dem kunst­sinnigen Publikum Hanan's ein hoher musikalischer Genuß d-vor. Wir machen deshalb schon jetzt auf das am 25. Oktober in AuSsicht genommene Konzert (siehe Jnseratevtheil) genannten Vereines aufmerksam. Über die Gründung und Thätigkeit des Oratorienvereins während 50 Jahren werden wir später einen gedrängten Bericht veröffentlichen.

* Alpenperein. Wie alljährlich, veranstaltet der Alpenverein auch in diesem Jahr einen Ausflug mit Damen. Derselbe findet nächsten Sonntag d.n 25. Septbr. statt und ist der unter dem NamenHaibacher Schweiz" bekannte, landschaftlich sehr schöne Theil des Spessarts als Ziel auS- ersehen. Der Ausflug, von Aschaffenburg ausgehend und wieder dahin zurückfükrend, beansprucht 3Vi Stunden Geh- zeit, stellt also an die Leistungsfähigkeit der Damen k-ine zu große Anforderung, um so weniger, als noch eine Erholungs­pause dazwischen gemacht wird. Nach der Rückkehr nach Aschaffenburg vereinigen sich die Theilnehmer im Hotel Adler zu geselligem Zusammensein und zu einem gemeinschaftlichen Este:!. Es ist zu erwarten, daß der Ausffug größere Theil­nahme findet, umsomehr, als auch die Abfahrt von Hanau (Wefibahn 10 Ubr) sehr gelegen ist.

* Einquartirungskosten Wie aus der gestern von der Stadtverordnetenversammlung vorgenommenen Nachvrr- willigung für Einguartirungszwecke hervorgeht, hat die vor­jährige Einquartirung unseren Stadtsäckel mit ca. 54 000 Mark belastet.

* * Strafkammer II (Sitzung vom 22. September.) Diebstähle. AIs im Jahre 1895 in Tann in der Rkön die Hochdruckwasserleitung durch den Ingenieur Härtung von Fulda gelegt wurde, wurden bei dem Legen der Rohre eine große Anzahl derselben gestohlen, ebenso auch Cement und Schraubenschlüssel u. s. w. Es gelang damals nicht, dem Thäter aus die Spur zu kommen und erst im Jahre 1897« führte ein zufälliges Ereigniß zur Entdeckung des gestohlenen Materials, wenigstens der Rohre. Im Winter 1897 wurde auf den dort stationirten Gardarmen Trumpf geschossen und derselbe schwer verletzt, trotzigem vermochte der Gendarm noch auszusagen, daß einer der Söhne des Schmiedes Bräunings der Tyäter gewesen sei. Es wurde hierauf bei dem Schmied Haussuchung nach verborgenen Gewehren gehalten und dabei entdeckte der damit betraute Gendarm auch die gestohlenen Rohre. Unter zwei unter einer Halle stehenden Schweine­ställen fanden sich eine Anzahl größere Rohre bis zu 4'/, Mir. Länge, ebenso auf dem Dach der genannten Ställe. Ferner wurden in der Schvuede sowie auch auf dem Hofe größere und kleinere Stücke Abfallrohre gefunden. Des Dieb­stahls dieser Rohre war der zweite Sohn des Schmieds, der Friedrich B., angeklagt, sein Vater der Hehlerei. Das Schöffengericht zu Hilders hatte den Vater freigesprochen, der Sohn wurde zu 14 Tagen Gefängniß verurtheilt. Gegen dieses Urtheil hat der Sohn Berufung eingelegt und behauptet, er habe keinS der Rohre gestohlen. Die bet der Berlegung derselben beschäftigten Handwerksleute hätten vielfach mit den­selben in seiner Werksta t hantirt und viele beim Fortgehen liegen gelassen. Es wären ihm die Gegenstände bann in seiner Werkstatt hinderlich gewesen und er habe dieselben dann an weniger störenden Orten unterget rächt. Auch ein Beamter der Baron von der Tann'schen Gutsverwaltung Hab- Rohre bei ihm untergebracht. Ein Zeuge, der Installateur P. bekundet, daß er keine Rohre in die B.'sche Schmiede ge­tragen, dieselben vielmehr in einer auf der Straße errichteten fliegenden Werkstätte zugerichtet habe. Die B.'sche Schmiede wäre hierzu viel zu klein. Dagegen bekundet der Beamte der von der Tann'schen Gutsverwaltung, daß er drei größere Rohre bei dem Schmied aufbewahrt habe und reklamirt die­selben als Eigenthum der Gutsverwaltung. Das Gericht kommt schließlich zur Freisprechung des Angeklagten mit der Begründung, es sei zwar festgestellt, daß Rohre gestohlen, ein