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Dienftllillünlüten aus dem Kreise. großen Unglück auszudrücken. Zahlreiche in Berlin ansässige । ' Oesterreicher und Ungarn haben die schwarz-gelbe Fahne Halb-
Gefunden: Ein schwarzseidener Damensonnenschirm. mast gehißt, oder ganz schwarze Trauerfahnen aufgezogen. Ein Paar Pulswärmer. Eine Schildkröte. Ein Mitglied- Auf dem königlichen Schloß und sämmtlichen Palais des buch der allgem. Kranken- und Sterbekasse der Metallarbeiter, königlichen Hauses, dem Rathhause und unseren öffentlichen lautend auf den Namen Sebastian Goinar. i Gebäuden wehen die Flaggen halbmast. Zahlreiche Läden
Verloren: Ein schwarzes Portemonnaie mit ca. 3 Mark und Privathäuser baben Trauerschmuck angelegt. Die öster- Juhalt. ; reichisch-ungarische Kolonie wird eine imposante Trauerlund-
Entlaufen: Ein Rattenfänger m. Geschl. Hebung veranstalten. Reichskanzler Fürsi Hohenlohe und
Hanau am 12. September 1898.
Reichskanzler Fürsi Hohenlohe und Staatssekretär von Bülow sandten an Kaiser Franz Josif Beileidsteleg-amme. Die hüsizen städtischen Behörden haben
eine Kondolenzdepesche an den Wiener Magistrat gerichtet. Die österreichische Botschaft veranstaltet am Tage der Bei- > setzung eine Trauerfeier in der Hedwigskirche.
durch einen italienischen Anarchisten hat in der ganzen Welt! Wien, 12. Septbr. Bürgermeister Dr. Lueger hielt in das tiefste Entsetzen, gepaart mit innigster Theilnahme für i einer außerordentlichen Gemeinderathssitzung der verewigten das Loos der unglücklichen Fürstin und ihres so schwer ge-^ Kaiserin eine tief empfundene Gedächtnißrede. Der Gemeinde- prüften Kaiserlichen Gemahls, hervorgerufen. Ueberall heischt rath beschloß, seine tiefe Trauer dem Kaiser Franz Joses in die gerechte Entrüstung des Volkes nicht nur die schärfste1 geeigneter Weise zur Kenntniß zu bringen.
Sühne des begangenen scheußlichen Frevels, sondern auch! Wien, 12. Septbr. Der Kaisir hat eine sechsmonat- strengere Maßnahmen gegen die Umsturzverschwörer. Wer! liche Hoftrauer angeordnet, und zwar zwei Monate tiefste ist, so sagt sich jeder, noch sicher vor der Mordwaffe der ^Trauer, zwei Monate tiefe und zwei Monate minder tiefe Fanatiker des Hasses, wenn ihre Hand sich sogar gegen eine ^Trauer. Kaiser Franz Josef hat das Schönbrunner Schloß
Die Ermordung der Kaiserin von Oesterreich
fürstliche Dame erhebt, deren ganzes Leben nichts war, als noch nicht verlassen. Freitag und Samstag wird der Zutritt eine ununterbrochene Kette des Wohlthuns, der Menschen- [ des Publikums zu der aufgebahrten Leiche gestattet. Die Beifreundlichkeit, der Nächstenliebe. Eine Propaganda, die den setzung findet Samstag Nachmittag 4 Uhr statt.
Meuchelmord als Selbstzweck auf ihre Fahne schreibt, hat jeden;
Anspruch auf Schonung verwirkt.
Wien, 12. Septbr. Wie das „Neue Wiener Tageblatt" pruiy uuj sstyyiiuug vrimuu. s meldet, wohnte der Kaiser mit seinen .Töchtern, den Erz-
Ueber die Vorgänge liegen noch folgende Einzelheiten vor: Herzoginnen Gisela und Marie Valerie heute Früh der Messe
Berlin, 12. Septbr. Der königliche Hof legte heute in der Schönbrunner Schloßkapelle bei. Während derselben für die Kaiserin von Oesterreich die Trauer auf vier wurde wiederholt heftiges Schluchzen vernommen. Gestern
Wochen an.
Berlin, 12. Septbr. Der „Reichsanzeiger" schreibt an der Spitze des nichtamtlichen Theiles seiner heutigen Nummer: Seine Majestät der Kaiser fühlt sich mit den Fürsten und freien Städten des Reiches wie mit dem ganzen
deutschen Volke in innigster Theilnahme an dem namenlosen Unglück geeinigt, das über den allverehrten Kaiser Franz Josef und über die Völker des verbündeten Oesterreich-Ungarn
! that der Kaiser die Aeußerung: „Mein Gottoertrauen verliere ich nicht", und sprach den Wunsch aus, im Laufe dieser ; Woche die Beichte abzulegen. Der Kaiser theilte tief er- ! griffen eine Stelle aus dem letzten Briese her Kaiserin an i ihn mit, in welchem die Verewigte schreibt, daß sie sich gerade ! jetzt wohl fühle und sich freue, in den allernächsten Tagen i na$ Wien zu kommen, um an der Jubiläumsfeier theiizu-
nehmen. — Der Kaiser erledigt die Staatsgeschäfte ohne hereingebrochen ist. Mit der tiefschmerzlichen Trauer um die Unterbrechung mit dem gleichen Eifer wie zuvor. Die per- ihrem hohen Gemahl und ihrem Lande so jäh entrissene edle; sönliche Erledigurg der massenhaft einlausenden Trauer- Fürstin aus deutschem Blute verbindet sich die allgemeine! bezengungen hat der Kaiser sich vorbehalten.
Empörung gegen den feigen Mörder, der den Boden der be- s Birdapest, 12. Septbr. Beide Häuser des Reichstages freundeten Schweiz durch die fluchwürdige That des Anarchis-: traten gestern zu außerordentlichen Sitzungen zusammen. Die mus entweihen konnte. S^-— ^--^^-^ r.--------- " —
Sitzung des Abgeordnetenhauses begann um 11 Uhr. Schon
1898
Abgeordneten den Saal betreten hatten. Präsident Szilagyi eröffnete die Sitzung. Gleich darauf erhoben sich die Abge- ordnrten und lauschten in tiefer Stille den Worten des Präsidenten. Er gab mit von Thränen erstickter Stimme dem Schmerze der ungarischen Nation Ausdruck, deren Bestrebungen in dem werkthätigen Herzen der Königin soviel Antheil erweckt haben, welche die unlösliche Verschmelzung von Thron und Nation durch ihr edles Herz besiegelt hat. Gesegnet, geheiligt sei ihr Andenken! Wir wollen dasselbe im heiligen Schrein des nationalen Gefühls verwahren, und den Dank der Station in unauslöschlichen Lettern dem erhabenen Herrn und König auszusprechen. Möge sein großes, von Pflichtbewußtsein erfülltes Herz einigen Trost schöpfen aus dem Bewußtsein, daß die Nation mit ihm eins ist in dem Gefühle des Schmerzes, der sein erhabenes Haus getroffen, daß das Gute, welches vom Throne kommt, unvergänglich ist. — Alsdann unterbreitet der Präsident folgende Vorschläge: Das Haus wolle dem tiefen Schmerz, sowie seine huldigende Theilnahme dem König zum Ausdruck bringen, das Hans wolle beschließen, daß das Andenken der verewigten Königin und der Dank der Nation in einem Gesetze inartikulirt werde. (Lebhafte Zustimmung) Das Haus wolle beschließen, daß zunächst die Sitzungen suspendirt werden und daß der Präsident die nächste Sitzung für den dritten Tag nach dem Leichenbegängniß einberufe, in welcher Sitzung das Haus hinsichtlich seiner weiteren Thätigkeit beschließen solle. Das Haus wolle bis dahin den Präsidenten ermächtigen, eine solche Sitzung einzuberufen, in der ausschließlich die Theilnahme des Hauses an der Leichenfeier und die mit der Trauerseier zusammenhängenden weiteren Verfügungen Gegen-' ; stand der Beschlußfassung sein werden, das Haus wolle end- ! lich beschließen, daß seine Mitglieder 30 Tage hindurch Trauer tragen. Hierauf wurde die Sitzung geschlossen. — Das Magnatenhaus trat nachmittags 1 Uhr zusammen. Im Hause erschien Alles in tiefster Trauer; der Stuhl des Präsidenten war schwarz überzogen. Der Vizepräsident hielt mit thränen erstickter Stimme eine Rede, in der er den tiefsten Schmerz über den Verlust ausdrück e und beantragte, daß die Mitglieder des Hauses ihre von ihrer ererbten Treue und Liebe eingeflößte Theilnahme an den Stufen deS Thrones zum Ausdruck bringen mögen. (Lebhafte Zustimmung.) Hierauf wurde das Nuntium des Abgeordnetenhauses verlesen und das Magnatenhaus trat den Beschlüssen bei.
Berlin, 12. Septbr. Die Aufregung und Entrüstung lange vor Beginn der Sitzung war vor dem Parlament eine, über den an der Kaiserin Elisabeth begangenen Mord unter zahllose Volksmenge anaesammelt, welche in stummer Trauer! der hiesigen Bevölkerung haben sich noch nicht gelegt. Gestern verharrte. Um 10’/s Uhr zog die Universitäts-Jugend, etwas zogen ganze Schaaren von Menschen vor das Palais der 500 Studenten, unter Vorantragnng der florumhüllten Fahne österreichischen Botschaft, um so ihre Theilnahme an dem! der Universität vor das Haus und bildete Spalier, bis die
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Genf, 12. Septbr. Die angekündigte Trauerkund- gebung verlief in großartiger Weise. Seit 10 Nhr füllten sich die Straßen in der Nähe des Place des Alpes. Gegen • Mittag setzte sich der Zug in Bewegung, um vor dem Hotel Beau Rivage zu defiliren. Derselbe wurde von Gendarmen in großer Gala und Huisters der Regierung in weiten Tuch- mämelu in den Nationalfarben eröffnet. In der ersten Reihe
feniUdon
Uorderney.
(Originalbrief.)
Europäischer Hof, im September 1898.
Norderney ist nicht nur das älteste, sondern auch das berühmteste deutsche Nordseebad. Es vereinigt, wie Braun in seiner Bäderlehre mit Recht hervorhebt, alles, was man von einem guten Seebade für ernstliche Kuren verlangt: „beständig reine Seeluft infolge der insularen Lage, guten Wellenschlag, starken Salzgehalt des Meeres, Komfort für verwöhnte, einfache Einrichtungen für einfachere Ansprüche, stilles und doch geselliges Leben, sehr mildes Klima, gute Strand- und Laubpromenaden." Die Badeeinrichtungen sind die denkbar vortrefflichsten, wie denn auch allen andern Anforderungen, die in Bezug aus Behaglichkeit und Gesundheitspflege von Aerzten und Laien gestellt werden, gerade in den letzten Jahren sowohl von der königlichen Badeverwaltung, als auch von Privatleuten in anerkennenswerther Weise nachgekommen ist. Die Zahl der Kurgäste hat denn auch ständig zugenommen. Von: Jahee 1880 beispielsweise bis 1897 ist sie von 8261 auf 24 026 gestiegen, und in diesem Jahre dürfte die Zahl 25 000 überschritten werden. Wie eine Großstadt hat die Insel Wasserleitung und Kanalisation, ein öffentliches Schlachthaus
Kühlanlage, Fernsprech-Verbindung mit dem Festlande, eine Gasanstalt und auch elektrisches Licht. Der ganze Strand jvsrd abends durch elektrische Bogenlichter erleuchtet. 813 Mitternacht kann man an schönen Abenden einen großen Theil er Badegesellschaft auf dem mächtigen, 8 bis 10 Meter «reiten Damm von Sandstein-Quadern treffen, die in einer ^unge von über 2000 Metern den West- und Nordstrand umzieht.
Einen angenehmen Aufenthalt bietet auch der 5 Meter- breite und etwa 200 Meter lange ins Meer hinausgebaute Seesteg mit seiner davor liegenden 96 Meter langen und 6 Meter breiten Plattform, die 3 Ausbauten von 16 bis 17 Meter im Geviert hat. Ueber 1000 Personen können sich hier gleichzeitig aufhalten, Hunderte können bequeme Sitzplätze finden. Es ist hierdurch den vielen Gästen, die lediglich zu Luftkurzwecken nach Norderney gehen, bequeme Gelegenheit geboten, sich, ohne der Gefahr der Seekrankheit ausgeietzt zu sein, stundenlang über den Meereswogen aufzuhalten und den feinen Brandungsstaub zu athmen, der durch seinen starken Salzgehalt so ungemein wohlthätig auf die Athmungsorgane wirkt. Auf diesem Seestege und rechts und links von ihm unten am Strande, wo sich bei über 1000 Strandkörben und -Stühlen tagaus tagein die Badegesellschaft sammelt, spielt sich ein reiches, malerisches Badeleben ab.
Eine Wanderung den Strand entlang führt uns zunächst an das nenerbaute, durch eine vornehme Architektur und vorzügliche Lage ausgezeichnete Haus der Frau Domänenrath Hanebuth und weiter an der Villa Mathilde vorbei zum Rettnngsschuppen, wo das Rettungsboot „Fürst BiSmarck" und der Raketenapparat für das Westende der Insel lagern. Auf der auf dem Dünenrande hinführenden Viktoriastraße passirten wir eine Reihe statilichcr Logirhäuser und Privat- wohnungen, unter denen die im normannischen Stil erbaute „Villa Marina" des Grafen Knyphausen, die „Villa Fresena" der Frau Generaliu v. Frese und die Villa des Grafen Wedel besonders in die Augen fallen. Jenseits der ins Centrum des Dorfes führenden Strandstraße kommen wir zu dem großartigen, im Jahre 1871 von der Regierung erbauten Strand- Etablissement. Wer einmal an einem windstillen Abend auf den Terrassen des Strand-Etablissements den Klängen der Musik lauschte, während das Licht des sich silbern in den Wellen spiegelnden Mondes mit dem der elektrischen Bogenlampen
stritt und langsam Lustfahrtboote mit geschwellten Segeln durch die glitzernde Fluth zogen, der wird diesen Anblick nicht mehr vergessen. An der Marienhöhe vorbei führt der Weg zur Viktoriahalle, die hauptsächlich dazu bestimmt ist, den Damen während der Badestunden Schutz und Erfrischungen zu bieten. Ihr gegenüber befindet sich der schon erwähnte Seesteg. In nächster Nähe liegt das Damenbad, östlich hiervon befinden sich der Herrenstrand und die bekannte „Giftbude", ein stattlicher Bau mit großen, schönen und luftigen Hallen, von wo aus man einen herrlichen Blick über das endlos ausgebreitete Meer hat. Etwa eine halbe Stunde östlich von der Giftbude liegt auf hoher Düne unmittelbar am Strande die Dünen- Halle „WilhelmShöhe" und ganz im Osten der Insel sieht man den schlanken Leuchthurm hervorragen, das Ziel vieler Ausflügler.
Sehr beliebt sind auch Spaziergänge nach der im Innern der Insel gelegenen Schanze. Diese wurde im Jahre 1811 von Napoleon gebaut, um den englischen Handel mit dem Festlande zu verhindern. Nachdem im Jahre 1813 der Fremdherrschaft des Korsen ein Ende gemacht war, ist das Innere der Schanze mit Bäumen ausgefülll. Der Wall dient den Spaziergängern zum Ausguck, der Graben ist Wasser- vögeln und der Juqend ein Spielplatz, und ringS herum sind Parkanlagen geschaffen. So ist das Kriegsbild allmählich zum Friedeus-Jdyll geworden; nur wenige wissen, daß man hier dereinst blutige Exekutionen an Schmugglern und englischen Matrosen vollzogen hat, die ein Opfer des rachsüchtigen Korsen wurden, und über deren eingescharrte Leichen die Sage ihr duftiges Gewand cewoben hat.
Auch an gemeinnützigen Anstalten herrscht in Norderney kein Mangel. Die großen Heilerfolge der bewegten staubfreien Serluft haben den „Verein für Kinderheilstätten an den deutschen Seelüften" veranlaßt, ein großes Seehospiz für skrophnlöse Kinder" zu gründen, in welchem gleichzeitig 240