Einzelbild herunterladen
 

Abonnements« Preis:

Jährlich 9 M. G-lbjährl. 4^4 50^.

Vierteljährlich 2 <* 25 ^.

Für auswärtige Abonnenten mit dem

Betreffenben Postaufschlag.

Die einzelne stummer kostet 10 ^.

EinrückungS- gebühr

für Stadt- und Land­kreis Hanau 10 ^ die 4gespaltene Garmond- zeile oder deren Raum, für Auswärts 15 ^.

Im Reklamentheil die Zeile 20 ^, für Auswärts 30 ^.

Amtliches Grgan für StaSi- unS LauSKreis Hanau.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

M. 211.

Samstag den 10. September

B^SSSSiSBSiMS&saigB®*^

1898

Hierzu

Amtliche Beilage" Nr. 56.

UmMch««. ^taöt^re 10 ^anau.

KriZMtAachllüges des Oöerbürgermeisteramtes.

Bekanntmachung.

Zur Verloosung städtischer Obligationen ist Termin auf Freitag den 30. September 1898, nachmittags 31 /» Uhr, im unteren Sitzungszimmer des Neastädter Rathhauses an- beraumt.

Hanau den 7. September 1898.

Der Magistrat

Dr. Gebes chus. 13344

Dienstnachrichten aus dem Kreise.

Gesunden: Ein Paar rothe und ein Paar graue Strümpfe. Ein kleines schwarzes Portemonnaie. Ein Mit- gliedbuch der deutschen Holzarbeiter, auf den Namen Heinrich Ermel lautend. Ein silbernes Kettenarmband mit 4 Münzen.

Verloren: Ein Zwicker, gegen Belohnung abzugeben. Ein Bierkorb.

Hanau am 10. September 1898.

Das Programm des Kaisers.

Schutz der nationalen Arbeit aller produktiven Stände, Kräftigung eines gesunden Mittelstandes, rücksichtslose Nieder­werfung jedes Umsturzes und die schwerste Strafe dem, der sich untersteht, einen Nebenmenschen, der arbeiten will, an freiwilligem Arbeiten zu hindern." In diesen Worten hatte der Kaiser am 18. Juni vorigen Jahres in Bielefeld sein Programm niedergelegt; auf ihnen beruhte die vom Finanz­minister v. Miquel zur Wahlparole erhobenePolitik der Sammlung". Jetzt hat der Kaiser seine damals gesprochenen Worte in wirkungsvoller Weise ergänzt, indem er bei der im Kurhause in Oeynhausen veranstalteten Galatafel einen Ge­setzentwurf ankündigte,worin jeder, er möge sein, wer er will, und heißen, wie er will, der einen deutschen Arbejter, der willig ist, seine Arbeit zu voll­führen, daran zu hindern versucht, oder gar zu einem Streike anreizt, mit Zuchthaus bestraft werden soll. Die Strafe habe Ich damals versprochen, und Ich hoffe, daß das Volk in seinen Vertretern zu Mir stehen wird, um unsere nationale Arbeit in dieser Weise, soweit es möglich ist, zu schützen. Recht und Gesetz müssen und sollen geschützt werden, und soweit werde Ich dafür sorgen, daß sie aufrecht erhalten werden."

Diese kaiserlichen Worte werden mit lebhafter Genug­thuung begrüßt werden; denn die Zustände, die hie und da eingerissen sind, drohen nachgerade unser ganzes Erwerbs­leben lahm zu legen, ohne daß die bestehenden Gesetze eine Handhabe bieten, dem entgegen zu wirken.

Wenn nun sozialdemokratische und gesinnungsverwandte Blatter die Rede des Kaisers so auslegen, als ob er damit ein Attentat aus die Koalitionsfreiheit der Albeiter angekün­digt habe, so ist das eine böswillige Verdächtigung, die auch nicht den Schatten eines Beweises für sich hat. Die Koa­litionsfreiheit der Arbeiter bleibt unangetastet, kein Wort der kaiserlichen Rede läßt eine andere Deutung zu. Wohl aber kann kein Zweifel darüber walten, daß durch das Gesetz, deren Grundgedanken der Kaiser entwickelt hat, ein KrebS- schade, der an unserm Volkskörper nagt und ihn zu zer­stören trachtet, beseitigt werden soll. Es ist darum dringend 8« hoffen, daß der Reichstag den Appell des Kaisers nicht ungehört verhallen lassen und seine Mithilfe bei der bevor­stehenden gesetzgeberischen Aktion nicht versagen werde.

PEsch« und unpolitisch, Nachricht««.

(Depeschru-BureauHerold".)

Berlin, 9. Sepsbr. Zu der vom Kaiser in Oeyn- hausen gehaltenen Rede bemerkt dieNorddeutsche Allgemeine Zeitung"; Wir sind überzeugt, daß ein starker gesetzlicher der arbeitswilligen Arbeiter gegen die planmäßige so- ^"stische Verhetzung in allen einsichtsvollen Kreisen der Be- °ol«rung mit Freuden begrüßt werden würde. Auch meinen daß die gesammte, noch nicht der Sozialdemokratie ver- * Uene Arbeiterschaft ein strengeres Schutzgesetz als eine große

Wohlthat eutgegennehmen würde. Im übrigen dürfte die bisher an den Absichten der verbündeten Regierungen in der Presse geübte Kritik als eine sehr voreilige erscheinen. Ueber den Inhalt deS Gesetzentwurfes läßt sich vernünftiger Weise erst dann reden, wenn derselbe bekannt geworden ist.

Berlin, 9. Septbr. DemLokal-Anzeiger" wird aus Leer in Ostfriesland gemeldet, daß vor 14 Tagen auf die junge Königin Wilhelmina, als sie im Wagen die Landstraße von Amerssoort passirte, ein Attentat verübt wurde. Ein hinter einem Baum hervortretender Mann habe einen Re­volverschuß auf die Königin abgefeuert, die jedoch unverletzt blieb. Die neben ihr sitzende Hofdame wurde in die Wange getroffen. Der Thäter wurde verhaftet. Er soll ein eng­lischer Anarchist sein.

Berlin, 9. Septbr. DiePost" bezeichnet die Sen- sationS-Blättermeldung, Gras Murawiew habe dem Minister des Aeußern im Auftrage Kaiser Wilhelms erklärt, die Briefe des Kaisers an Münster und Dreyfus seien falsch und er sei beauftragt, die Pässe zu fordern, falls die französische Re­gierung sich der Briefe in dem zu erwartenden Prozeß be­dienen sollte, als Erfindung.

Berlitt, 9. Septbr. Die gestern im Reichsgesundheits- amt begonnene Konferenz bezüglich der Verordnung über den Verkehr mit Arzneimitteln, haben derPost" zufolge zu ein­gehenden Debatten über diese Angelegenheit geführt. Es wurde die Revisionsbedürftigkeit der Verordnung allseitig an­erkannt, und als Hauptgesichtspunkt des Gesetzes das praktische Leben hervorgehoben. Bestimmte Beschlüsse wurden bisher nicht gefaßt.

Berlin, 9. Septbr. Auch dieNorddeutsche Allgemeine Zeitung" erklärt heute die Blättermeldung für aus der Lust gegriffen, wonach Kaiser Wilhelm beim Zaren angeregt haben soll, dem Kaiser von Oesterreich anläßlich seines bevor­stehenden Jubiläums Bosnien und die Herzegowina zum Ge­schenk zu machen.

Haag, 9. Septbr. Der Extrazug der Königin Wil­helmina traf heute Mittag 12 Uhr hier ein. Auf dem Bahn­höfe fand großer Empfang statt. Nach demselben begab sich die Königin mit ihrer Mutter in achtspännigem Wagen nach dem Schloß.

Paris, 9. Septbr. Morgen findet eine vertrauliche Sitzung des Ministerraths statt, in welcher der Kriegsminister Zurlinden erklären soll, ob er nach Prüfung des Dossiers die Revision befürworte. Das Gerücht vom Selbstmorde Ester- Hazys bestätigt sich nicht.

Aus Stadt- und Landkreis Hanau.

Nachdruck unserer Lokalartikel nur mit QuellenangabeHau. Anz*.

. , gestattet.

* Wahlen. Unter Vorbehalt der definitiven Festsetzung' der Termine hat der Herr Minister deS Innern die zu ____ ständigen Behörden veranlaßt, ohne Verzug mit der An- sind folgende: ordnung der Vorbereitungen zu den Neuwahlen für das Rich. Voß;Die Stützen der Gesellschaft", Schau- Haus der Abgeordneten vorzugehen und dabei sicher zu stellen, spiel von H. Ibsen;Die Brüder", Schauspiel von ^sowohl die Abgrenzung der Urwahlbezirke, als auch diesP. Lindau;Liebelei", Lebensbild von Schnitzln;Im ' ....... weißen Rößl",Lustspiel von Blumenthal und Kadelburgi;

Aufstellung und AuSlegung der Urwähler- und der Abthei­lungslisten überall dergestalt beendet werden, daß die Wahl der Wahlmänner in der zweiten Hälfte deS MonatS Oktober ds. Js. stattfinden kann.

* Neue Polizeiverordnung. Am 1. Oktober tritt für den Regierungsbezirk Cassel eine neue Polizeiverordnung

Die Logenbrüder", Schwank von Laufs und Kraatz;

v_____^.^_.^Die Wunderquel l e", Schwank von Philippi;Ein

in Kraft über den Gebrauch solcher landwirthschastlicheri bIauer Teufel", Posse von M. Stieber;Frühere Maschinen, welche nicht im Fahren arbeiten. ; Verhält ni sse", Posse von Pestroy;H ä n s e l u n d

* Postschein als Quittung Vielfach findet man Gretel", Märchenspiel von Schmasow;Der Weihnachts­bei Zahlungen durch Postanweisungen den Vermerk:Post mann kommt", Weihnachtskomödie von Gesner.

schein dient mir als Quittung." Hiergegen richtet sich eines * Nordlicht. Ein Beobachter theilt uns mit; Gestern Entscheidung des Reichsgerichts, der zufolge der Post schein i Abend gegen 9"/« Uhr zeigte sich am wolkenlosen nördlichen über eine mittelst Postanweisung gemachte Zahlung noch nicht' Abendhimmel eine horizontal gelagerte, mäßig breite und lange als Quittung betreffend die Tilgung einer Schuld anzusehen Lichtbank, aus welcher alsbald radialförmig, in kurzen ^nter- ist. Der Postschein gelte in diesem Fall vielmehr nur als vollen, Strahlenbündel von ansehnlicher Höhe weit m den Beweis, daß an eine bestimmte Person ein gewisser Betrag Horizont hinein schaffen. Anfänglich in hellem weißlichen eingezahlt, bezw. abgesandt wurde. Da nun zuweilen der Licht, nahmen diese Strahlenbündel im verlauf her L-rfmeu Postanweisungsbetrag nicht direkt an den Adressaten, sondern nung fortwährend eine wechselnde Gestalt an; bald sontanen- an eine Zwischenpeyon, wie Ehegatte u. s. w., ausgeliefert, artig, dann sich banbattig verbreiternd, dann febleterartig werde, so werde der Zählende im Streitfälle den Beweis zu u. s. w. Am Großartigsten gestattete sich das Schauspiel, führen haben, daß die Postanweisung resp, der darauf ein- als die Strahlen aus einem zartesten Rosa in das Tiefrothe gezahlte Betrag richtig in die Hände Desjenigen gelangte, übergingen und hierdurch die Vermuthung einer größeren der zur Forderung berechtigt war. Und das dürfte nicht in, Feuersbrunst wach riefen. Der Anblick dieser offenbaren, in allen bezüglichen Fällen leicht ausführbar sein. Unter solcheni unseren Breiten seltenen Nordlichterscheinung war ein groß- Umständen ist es dringend geboten, sich nicht mit dem oben artiger und außerordentlich fesselnder.

Vermerk zu begnügen, sondern vielmehr bei Zahlung durch * Ftttzballsport. Morgen Sonntag, Nachmittag 3 Postanweisung vom Empfänger, also dem Adreffaten, eine , Uhr, finden auf hiesigem Exerzierplätze die athletischen Wett- Empfangsbescheinigung einzufordern, und zwar möglich um-' kämpfe des Hanauer FußballklubViktoria" statt, und zwar gehend, damit etwaigen Unregelmäßigkeiten beider Bestellung kommen zum Austrag: 1. Frei-Weitsprung mit Sprungbrett,

! des überwiesenen Geldbetrages rechtzeitig begegnet werden kann.

* Johannitsr,Orden. Zu Ehrenritter des Johanniter- Ordens sind u. A. ernannt worden: Regierungsrath Kurt Freiherr Schenk zu Schweinsberg, Regierunzs-Assestor Wilhelm Karl Reinhold von Heinz, Hauptmann und Kompagnie Chef im Infanterie-Regiment Nr. 167 Dedo o. Krosigk, Rittmeister und Eskadron Chef im Husaren-Regi- meut König Humbert von Italien (1. Hessisches) Nr. 13, Ernst v. Tiedemann, Hauptmann und Kompagnie-Chef im 1. Hessischen Infanterie Regiment Nr. 81 Karl v. Har- bou, Hauptmann und Kompagnie Chef im Füsilier Regiment von Gersdorf (Hessisches) 5£r. 80 Max v. Bardeleben.

* Die Gerichtsferien erdigen am 15. September. An diesem Tage werden sämmtliche Geschäfte der Gerichtsbar­keit in vollem Umfange wieder ausgenommen.,

* Hessische Pastoralkonferenz. Die diesjährige allgemeine hessische Pastoralkonferenz wird am Dienstag den 27. September in Marburg a. L. stattfinden. Auf der Tagesordnung stehen außer den geschäftlichen Mittheilungen des Vorstandes folgende Vorträge:Die Zunahme des Katholizismus in dem ehemaligen Kurfürstenthum Hessen in neuester Zeit" von Herrn Pfarrer Müller-Wippershain und Das messianische Selbstzeugttiß Jesu nach den drei ersten Evangelien"; Referent Herr Pfarrer Stroh-Treisbach. Die Verhandlungen werden im Restaurant Seebode zu Marburg abgehalten werden.

* Ausfall der diesjährigen Diözesan-Synoden. Das Casseler Königliche Konsistorium bat, nachdem die Vor- : stände der Diözesan-Synoden des Kasseler Bezirks sich ein­stimmig für den Ausfall der diesjährigen Diözesar-Synoden ausgesprochen haben, die zu dem AuSfall gesetzlich erforderliche Genehmigung ertheilt.

: * Gleichlegung der Somwerferien. Der Minister der geistlicher rc. Angelegenheiten hat die Königlichen Re­gierungen und Provinzialschulkollegien unter dem 25. August d. I. ermächtigt, in den Fällen, in welchen die Ortsschul- behörden in Städten mit höheren Lehranstalten für die männ­liche Jugend die Gleichlegung der Sommerferien bei allen Schulen der betreffenden Stadt nachsuchen, den bezüglichen Anträgen Folge zu leisten.

* Zugverbindung. Die Notiz in der Nr. 210 über Zugverbindung ist dahin zu berichtigen, daß der Güterzug, der die Kinder befördern soll, gegen V28 Uhr durch Windecken geht.

* Das Mittelrheinische Turnfest wird, wie der Rh. Kur." erfährt, im nächsten Jahre in Wiesbaden abge­halten werden. Eine Spezialkommission ist schon jetzt mit den vorbereitenden Schritten, Berathuug der Platzsrage u. s. w. beschä'tigt.

* Stadttheater. Die in Aussicht genommene Novitäten

Wehe den Besiegten", Drama von

In Behandlung", Lustspielv. Max Dreyer;Schloß Montbeliard", Lustspiel von Meilhac und Halevy ;Hans im Glück", Volksstück von Grube und Koppel-Ellfeld;