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Nr. 208.

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Zugleich U

Amtliches Grgsn für Stsöt- unö LsnSkreis Hanau

Erscheint täglich mit Ausnabme der Sonn- und g-eiertoae, mit belletristischer Beilage

Mittwoch den 7. September

Amtlicher.

^taMBrei# ^anau.

finanziellen Schwierigkeiten des Königreichs England in die

Arme werfen und mit dem portugiesischen Kolonialbesitz in Afrika, insbesondere mit der Delagoabai, die englische Hilfe

Zum Zwecke der Rohrverlegungsarbeiten werden für die bezahlen würden. Für daS deutsche Reich konnte dies sowohl Zeit vom 6. -. Mts. bis inkl 15. -. Mts. nachge- wegen des Antheils des deutschen Kapitals an der portn-

nannte Straßenstrecken für den Fährverkehr gesperrt; NÜrn- bergerftratze zwischen Rosenstraße und Marktplatz, Markt­platz südlich und Römerstratze vom Marktplatz bis zur

Steinheimerstraße.

Hanau auf 6. September 1898.

Königliche Polizeidirektion.

P. 9198

v. Schenck.

giesischen Schuld, als auch namentlich wegen der Nachbar- ; schüft der portugiesischen Kolonien in Südost- und in Süd- west-Asrika mit den dortigen deutschen Schutzgebieten durchaus nicht gleichgiltig sein. Wenn es daher gelungen wäre, daß Deutschland und England sich zu gemeinsamem Vorgehen in der portugiesischen Finanzfrage unter gleichmäßiger Betheiligung an den von Portugal zu leistenden kolonialen Bürgschaften vereinigt hätten, so wäre damit die Gefahr von deutsch eng­lischen Reibungen wegen des afrikanischen Kolonialbesitzes glücklich beseitigt.

Dimstuachrichten aus dem Kreise.

Gefunden: Ein Tops mit einem Portemonnaie, aufj' Dies scheint in der That der Fall zu sein, und zwar dem Marttplatz stehen geblieben.^^Ein^ca. 10 Meter langer> ohne daß das deutsche Reich aus irgend ein wohler- wordenes Recht zu verzichten brauchte. Allerdings heißt es, daß in dem Abkommen der vorherrschende Einfluß

Buchenstamm, am Main bei Dörnigheim gelandet. Eine

Scheere.

Hanau am 7. September 1898.

Ein deutsch-englisches Abkommen.

Englische Blätter meldeten, daß kürzlich von dem deutschm Botschafter in London, Grafen Hatzfeldt, als Vertreter seiner Regierung, und von Lord Balfour, dem Vertreter des eng­lischen Premierministers und Ministers des Auswärtigen Lord Salisbury, eine wichtige Vereinbarung unterzeichnet worden sei. Diese sollte sich bald aus Egypten, bald auf asiatische Angelegenheiten beziehen und nach den weitestgehen- den Vermuthungen sogar ein allgemeines Schutz- und Trutz- bündniß enthalten. Es ist ja bekannt, daß es englische Po­litiker gibt, welche der Gewinnung Deutschlands für eine anti- russische Politik in Ostasien das Wort reden; aber ebenso bekannt ist auch, daß die Kaiserliche Politik kein Bedürfniß nach weiteren Anlehnungen als den im Dreibund bestehenden hat, und daß ihr nichts ferner liegt als eine Trübung der guten Beziehungen zu dem russischen Nachbar, vollends um fremder Interessen willen. Schon daraus folgt, daß sich das Abkommen nur auf Fragen beziehen kann, die deutsche und

Englands auf die Delagoabai anerkannt würde. Allein Ärg- land besaß bereits seit Jahren durch Vertrag mit Portvgal ein de jure und de facto unbestreitbares Verkaussrecht auf die Bai, die ihrer Lage nach für tie französische Kolonie Madagaskar und für die Transvaal Republik von viel größerer Bedeutung ist als für uns. Die wirthschaftlichen Interessen, die wir dort besitzen, werden auch in Zukunft ge­wahrt werden, und die Sympathie für die Buren, die in den letzten Jahren durch die hartnäckige Verweigerung noth­wendiger Reformen im Burenstaate unter lebhaften Klagen unserer eigenen dortigen Landsleute starke Einbuße erlitten hat, durfte die deutsche Regierung natürlich nicht abhalten, ; für die unumgängliche Anerkennung jenes englischen Vorzugs­rechts werthvolle Kompensationen in Gestalt von An­rechten auf die Erweiterung unsers eigenen Kolonialbesitzes zu erlangen.

Sind nun auch noch zrverlässige Mittheilungen über das Maß dieser Kompensationen abzuwarten, so glauben wir doch einen großen Erfolg der kaiserlichen Politik vor uns zu haben, insofern, es gelungen ist, unter Wahrung unserer Freundschaft mit Rußland, ohne Bündniß mit England, vielmehr in voller

englische Interessen gemeinsam berühren und deren Regelung! ^ o^e ^uucnip mir ^ngwnv, mermeyr in nouer ohne irgend welchenFrontwechsel in derall-^ Unabhängigkeit eigenen zwei Beine, alte bedmkuche gemeinen Politik des Deutschen Reiches möglich -r-^-lbungen m,t England geglättet und für unsere afrika- scheint. Gegenstand für ein solches Abkommen kann nur her | tant^en ^chutzgebme eine we.thvclle Erfassung gesichert afrikanische Kolonialbesitz sein, umsomehr, als Rußland dort H" yaven.

erklärtermaßen, abgesehen von den Ländern am arabischen

Meerbusen, keine Interessen besitzt, und die Veranlassung da-

Tagesschau.

Von der Marine. Laut telegraphischer Meldungen an ic^icu ^uyic yuuptu |m/ vit «hj«u;im, «wo p«# 1 das Ober-Kommando der Marine ist S. iN. S.Irene",

flußreiche Kreise in Lissabon unter dem Drucke der großen Kommandant: Korvetten-Kapitän mit Oberst-Lieutenavts-Rang

zu ist in der Fiuanznoth Portugals gegeben.

Im letzten Jahre häuften sich die Anzeichen, daß sich ein

WMWgntj

Fsttilletsir

Die Kaiserfahrt nach dem Heiligen Lande.

5. Von Konstantinopel nach dem heiligen Lande.

An einem Freitag Nachmittag schifften wir unS auf einem egyptischen Schiffe mit griechischer Bemannung ein und ge­nossen noch einmal die Pracht des Sonnenuntergangs in Konstantinopel, das in schillernder, wechselnder Farbenpracht einem edlen orientalischen Teppich zu vergleichen war. Aus den leuchtend-blauen Wassern, auf denen die Sonnenstrahlen spielten, stiegen die Häusermassen empor und ragten mit schimmernden Kuppeln und Thürmen in den vergoldeten Aether, tausendstimmig murmelte es von der Brücke, langsam sank Stambul zurück in graue Schatten, das Meer färbte sich dunkler, dann erblich Pera, der Genueser Thurm em­pfing den letzten Sonnenstrahl, und leichte Nebel entstiegen dem goldenen Horn. Als wir die Spitze des Eski-Serai umschifften, verdüsterte sich der Himmel; eS war tiefe Nacht, als wir in den Hrllespont einfuhren und die Dardanellen passirten.

Am folgenden Morgen schien die Sonne freundlich auf un cr Schiff, das sich südlich gewendet hatte und am afiatt ^en User entlang fuhr. Dasselbe zieht sich gebirgig und kahl hin, natürlich baumlos wie alles, was zum ottomaui- schen Reiche gehört. Die Ufer sind sehr spärlich bewohnt, Wenige ärmliche Dörfer und hier und da ein kleines türkisches Fort unterbrechen die Einförmigkeit der rauhen Landschaft. Zald zeigten sich jedoch die ersten Inseln deS griechischen Archipels und verließen uns lange nicht mehr, so daß wir Wte in einem bald breiter bald enger werdenden Kanal dahin-

fuhren. Nachmittags erreichten wir Mytilene, das alte Les- bos, heute ein griechisches Städtchen ohne hervorragende Ge­bäude, und am Nachmittag den Meerbusen von Smyrna mit seiner modern aussehenden Handelsstadt, auf welche der Berg Paphos mit einer Burgruine und dem von Cyprefsen überschatteten Grabe des heiligen Polykarp hernnterschaut. Bewundernswerth sind die Lage und Hafenbucht. In Smyrna bifindet sich ein deutsches Waisenhaus, eine deutsche Schule und ein Erziehungshaus der Kaiserswerther Schwestern und, unweit der Stadt in Karatasch, ein Schwestern Erholungsort. Stadt und Lazar bieten nicht viel Eigenthümliches. In der Stadt dominirt das griechische Element, doch sind alle Statio­nen vertreten, auch Juden, die von den aus Spanien ver triebenen abstammen und noch ein verdorbenes Spanisch sprechen.

Auf einem österreichisch - ungarischen Lloydschiff steuerten wir weiter nach dem Süden, dem gelobten Lande, zu. Link-r Hand ließen wir die große Insel Samos, auf der einst Polykrates die Langmuth des Glückes erschöpfte; im nahen Magnesia wurde der zu Glückliche vom Satrapen Orötes anS Kreuz geschlagen. Bei Kos, dem Geburtsorte des Arztes

Einrückungs- gebühr

für Stadt- und Land« kreis Hanau 10 Jj die 4gefpaltme Garmond­zeile oder deren Raum, für Auswärts 15 ^.

Im Reklamcmheil die Zeile 20 ^, für Auswärts 30 ^.

1898

Obenheimer, vorgestern von Kiautschau aus in See gegangen; S. M. S.Kormoran*, Kommandant; Korvetten-Kapitän Brussatis, ist vorgestern in Kiautschou angekommen.

Verbandstag der deutschen Pfarrvereine. Am 14. und 15. September findet der Verbandstag der deutschen Pfarrer-Vereine in Danzig statt. In der Abgeordneten-Ver- sammlung wird verhandelt werden über die Stellung des Pfarrer-Vereins zum Altersheim, über den Schutz der Seel- sorge in § 193 des Reichsstrasgesetz-Buches, über die Re­gelung der Pensions-Verhältnisse in Preußen, über Disideria wegen der Schulinspektion u. a. In der Hauptversammlung wird berathen werden; über drei Gefahren für die Amts­wirksamkeit; Opportunismus, Kriticismus, Persektionismus und über die Fürsorge für die Pfarrtöchler.

MehrRuppigkeit". Bezeichnend für die Wühl­arbeit der sächsischen Sozialdemokraten war die in Chemnitz abgehalteve sozialdemokratische Parteiversammlung des 15. Reichstags- Wahlkreises. Um diesem verloren gegangenen Kreis wiederzugewinnen, wurde der Versammlung vorge- schlagen,etwas mehr Ruppigkeit anzuwenden" und auch die Flugblättermit mehr Schlagworten" auszustatten. Wer Stil und Ton der sächsischenGenossen" bisher kannte, mußte annehmen, daß eine weitere Verrohung kaum möglich ist

Volkszählung. Nach einer Verfügung des Mirfisters des Innern wird die nächste Volkszählung voraussichtlich am 1. Dezember 1900 stattfinden. Es erscheint daher dringend wünschenswerth, die für die Ausführung deS Zählgeschäfts in Betracht kommenden Tage vom 30. November bis ein­schließlich 2. Dezember bei Ansehung der Jahr-, Kram- und Viehmärkte für 1900, soweit nicht erhebliche Bedenken ent­gegenstehen, marktfrei zu lassen.

Der Aasstand der Grubenarbeiter im süd- wallifischen Kohlengebiete hat nach fünfmonatiger Dauer ebenso geendet, wie der Ausstand der Maschinenbauer, mit Annahme der Bedingungen der Arbeitgeber. Nach einer oberflächlichen, aber auf zuverlässige Angaben gestützten Be­rechnung hat dieser Ausstand das Fürstenthum Wales zwischen 5 und 7 Millionen Pfund Sterling (120 bis 140 Mil­lionen Mark) gekostet. Mit diesen riesigen Opfern, daS allerdings Arbeiter, Grubenbesitzer und der betheiligte Ge­werbe- und Kaufmanusstand gemeinsam tragen, haben die Grubenarbeiter eine Lohnerhöhung von 5 Proz. erlangt, die ihr^n Wortführern schon im April unter der Hand angeboten worden war. Dieser von den Meistern grundsätzlich aner- kannre Mindestlohn ist somit das einzige Zvgestänsniß, das mit so ungeheuern Summen und unsäglichen Leiden erkämpft worden ist. Es hat sich, wie derStand." in einem Leit­artikel ausführt, abermals herausgestellt, daß das strgmm organifirte Kapital mächtiger ist, als die Arbeiter, die diesen

Wir können uns denken, welche hohe Freude diese Fahrt durch den griechischen Archipel bei schönem Wetter unserm kunstsinnigen Kaiser gewähren muß, wo nicht nur Erinne­rungen der griechischen Kunstgeschichte und Li teratur, sondern auch das romantische Mittelalter eine so eindringliche Sprache reden. Gegen Abend wurden im fernen Südosten weiße ins Meer tauchende Thürme sichtbar, über welche sich eine be-

festigte Stadt an niederm Uferabhauge lehnte. Es war Rhodos, wo einst Julius Cäsar und Tiberius Rhetorik studirt haben, wo einst daS Weltwunder, der Koloß, den Ein­gang zum Hafen überspannte, wo der 1291 aus Palästina vertriebene Johanniter-Orden sich zu neuer Macht und An­sehen emporgeschwungen. Der Orden der Spitalbrüder er­oberte die Stadt Rhodos 1310 unter seinem tapfern Groß­meister Foulques de Villaret, nachdem er seit seiner Dertrei- bung aus Palästina in Eypern Unterkunft gefunden hatte. Nach der Eroberung schwang sich der Orden von beinahe gänzlicher Vernichtung wieder zu ansehnlicher Macht empor. Viele Templer, deren Orden in Frankreich unterdrückt wurde, fanden in ihm bereitwillige Aufnahme, und Jo wurden die nunmehrigen Rhodtser Ritter neuerdings ein «chutz der strert-

HippokrateS und des Malers Apelles, verengt sich das Insel- baren Kirche unter einem Großmeister, d.r Oouoerünitatsmacht

meer. Felsige Kegel mit immergrünen Gesträuchen, Domänen einsamer Hirten, drängen sich bis ans Schiff, bewohnte In fein tauchen auf und verschwinden wieder und lassen uns kaum Zeit, auf der Karte ihre Namen zu erforschen. Wir befanden uns mitten unter' jenen Inseln des griechischen Archipels, deren Städte einst durch den Schmuck ihrer Tempel und Plätze, durch den Geist und die Beredsamkeit ihrer Philosophen und Lehrer, durch die Pinsel und Meißel ihrer Künstler die Anziehungspunkte deS gebildeten Altertums wa­ren, und die jetzt noch, obschon öde und zerstört, durch un­sterbliche Bildwerke ihre Namen jedem kommenden Geschlecht aufs neue in bewundernde Erinnerung zürückrusen.

der Geschichte der Stadt und Insel nimmt trotz aller klaffischen Erinnerungen die Zeit der Herrschaft des Ritter­ordens dir hervorragendste Rolle ein, denn sie spricht m be­redter Sprache nicht nur zum Geschichtsfreunde, sondern auch zum Auge des Touristen. Hier fand der von Schiller ver­herrlichte Kampf mit dem Drachen statt, und der junge Drachen- tödter Dieudonn« de Gozon war später Großmeister des Or-

dens; hier war der letzte Hort des christlichen Glaubens in Feindesland, der mit dem Muthe der Verzweiflung verthei­digt wurde, bis zur Trauer der ganzen Christenheit auch die­ses Bollwerk fiel, und der letzte Großmeister nach ehrenvoller