AVonnements- Preis:
Jährlich 9 M.
Halbjahr!. 4^50^ Vierteljährlich 2 ^ 25 ^Z.
Für auswärtige Abonnenten mit dem betrefsenden Postaufschlag.
Die einzelne Nummer fester
Einrückungs- gebühr
für Stadt- und Land» kreis Hanau 10 ^ die 4gespaltene Garmondzeile oder deren Raum, für Auswärts 15 ^.
Zugleich
Amtliches Grgsn für Sfaöf- unö Landkreis Hausn
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage
Im Reklamentheil die Zeile 20 ^, für Auswäns 30 ^.
Ar. 198
Freitag den 26. August
1898
AmMches.
SltrHM^eis ^anau.
BelWStMachMßen des Oberbürgermeisteramtes.
Bekanntmachung.
Das Nachtragsstatut für Verwaltung und Verwendung der durch Ablösung an Stelle der der Altstadt Hanau zuge- standenen Berechtigungen getretenen Ablösungs- Kapitalien, sowie der Entschädigung für den Martini-Wein, liegt vom 27. August d. Js. an zwei Wochen lang im Rathhaus, Zimmer Nr. 21, zur Einsicht offen und können innerhalb dieser Frist bei dem Magistrate Einwendungen gegen dasselbe erhoben werden.
ebenso wie die kubanischen Jnsurgcntenführer, aufs äußerste verstimmt, weil er an der Eroberung und Besetzung Manilas keinen Antheil nehmen durfte. Eben diese verworrenen und gährenden Zustände auf der Inselgruppe sprechen aber auch gegen eine Rückkehr unter die spanische Herrschaft, die durch ihre schwere Gebrechen jene Zustände mit verschuldet hat. Es bliebe demnach nur übrig, aus den Philippinen ein selbst- ständiges Staatsgebilde zu machen, wie es für Kuka unter amerikanischer Kontrolle beabsichtigt ist. Aber Niemand traut den Eingeborenen die Kraft zu, die Ordnung herzustellen und aufrecht zu erhalten.
Hanau den 17. August 1898.
Der Magistrat Dr. Gebeschus.
12412
Hieraus erhellt schon die Schwierigkeit der Lösung der Philippinenfrage zwischen den beiden Vertrag schließenden Theilen. Es kommt aber noch hinzu, daß europäische Staaten wegen ihres bedeutenden Handelsverkehrs, ferner Rußland und Japan für ihre politische Stellung in Ostasien, ।
B«s Stadt- und Landkreis £ß^& «schdneck unserer Lskelsrtiket nur Mit OseS-neUs*». «Heu. Laz gestattet
* Fernsprechwesen. In Ems wird am 25. August eine neue Stadt-Fernsprecheinrichtung dem Verkehr übergeben werden. Die Theilnehmer au der neuen Stadl-Fernsprechein- richtung find u. A. mit den nachstehend aufgeführten Orten zum Sprechverkehr zugelassen: Cronberg (Taunus), Frankfurt (Main), H a n a u, Höchst (Main), Homburg v. d. H., Königstein, Offenbach (Main). Das Gespräch bis zur Dauer von drei Minuten kostet nach den angeführten Orten 1 Mk.
* General von Ramsay. Von zuständiger Seite erhalten wir über das am früheren Pfarrhause der Johanvis- kirche neuerdings angebrachte Bildniß des Generals von
Am Freitag den 26. August er., nachmittags von 5 Uhr ab, findet im unteren Sitzungssaale des Neustädter Rathhauses, Zimmer Nr. 1, öffentliche Sitzung des Gewerbegerichts statt, in welcher Partheien etwaige Streitigkeiten, Klagen rc. zur Schlichtung anbringen können.
Hanau den 25. August 1898.
Der Vorsitzende des Gewerbegerichts Dr. Gebeschus.
12472
Wasserwerk.
Don morgen — 27. d. Mts. — ab wird die Entnahme von Wasser aus der Wasserleitung zum Besprengen bezw. Begießen der Gärten, Höfe u. s. w. für die Stunden von 6 bis 8 Uhr abends bis auf Weiteres gestattet. Ebenso wird von morgen ab die Leitung von 8 Uhr abends bis 5 Uhr morgens unter, wenn auch vermindertem, Druck stehen.
Hanau den 26. August 1898.
wegen ihres bedeutenden Handelsverkehrs, ferner Rußland und Ramsay folgende Mittheilungen: Nachdem dem General Japan für ihre politische Stellung in Ostasien, ein starkes Winter von Güldenbronn in der Marienstraße ein Denkmal Interesse daran haben, wie sich die Machtverhältnisse auf den gesetzt worden war, hatten die städtischen Körperschaften das Philippinen gestalten werden. Dieses Interesse ist bis jetzt Andenken an den schwer belasteten, durch das Geschichtswerk diplomatisch nicht geltend gemacht worden, es wird sich aber „Wille im dreißigjährigen Kriege" aber wieder zu Ehren geltend machen, * so bald, wie wahrscheinlich, die Vereinigten gebrachten General von Ramsay ebenfalls dadurch geehrt, daß Staaten ausdrücklich darauf verzichten, den ihnen durchs' * * * ” ' ' * " ' —
Kriegsrecht zugefallenen Besitz dauernd zu behalten. Das deutsche Reich hat dort mancherlei Handelsinteresfen, aber
weniger polititsche Interessen wahrzunehmen, als andere vui utr «unreining eine |tyone ygeiegengetr, an geeigneter Staaten. In ausländischen Blättern ist oft behauptet worden, Stelle das Bildniß des tapferen Vertheidigers unserer Stadt Deutschland wolle auf den Philippinen große Land-Erwerbungen ~ •
machen. Daran denkt bei uns wohl Niemand; wünschens- werth sind für unseren Handel und unsere Flotte nur Flotten- und Kohlenstationen in den dortigen Gewässern. L , werden sich zu gelegener Zeit erlangen lassen, ohne daß wir darum uns mit den Vereinigten Staaten zu verfeinden brauchten, wie es bei einer Einmischung in die Philippiven- srage kaum zu vermeiden wäre.
: die von der Hainstraße nach dem Johanniskirchplatz führende neue Straße die Bezeichnung „Ramsaystraße" erhielt. Das umgebaute Pfarrhaus an dem Eingang in die Ramsaystraße bot der Bauleitung eine schöne Gelegenheit, an geeigneter
in trübster und schwerster Zeit von 1634—1637 einzusetzen.
Herr Akademielehrer Wilh. Schultz hat das Bildniß nach ..... , dem einzigen vorhandenen Kupferstich hergestellt und sich durch Solche! diese Mitwirkung verdient gemacht.
* Kleinbahnen. In dem verflossenen zweiten Betriebsjahre hat die Spessartbahn wie im ersten 3°/o Dividende
Der Magistrat Dr. Gebeschus.
12478
Die Herren Vertreter der Ortskrankenkasse des Landkreises Hanau werden hierdurch zu der auf
Samstag den 3. September d. I., nachmittags 31/* Uhr,
in das Löwengärtchen, Vorstadt Nr. 1, hier anberaumten Generalversammlung ergebenst eingeladen.
Tagesordnung:
1. Rechnungsabnahme pro 1897.
2. Wahl der Rechnungsprüfung«kommission für 1898.
3. Berathung über Maßregeln behufs Herbeiführung der gesetzlichen Rücklagen zum Reservefonds.
4. Vorstandswahl.
5. Anträge aus der Versammlung.
Der Vorstand
der Ortskrankenkosse für den Landkreis Hanau.
Dr. L. Gans, Kgl. Kommerzienrath,
Vorsitzender.
Dicnstnlilhrichtcn aus dem Kreise.
Entflogen: Eine schwarze Brieftaube.
Verloren: Ein Regenschirm von der Vorstadt nach
Wilhelmsbad, abzugeben Haingasse 5.
Hanau am 26. August 1898.
Die Philippinenfrage.
In dem Friedenspro!okoll zwischen Spanien und den Vereinigten Staaten ist eine Verständigung über die Philippinen vorbehalten worden. Während das Protokoll die Insel Portorico den Vereinigten Staaten zuspricht und Kuba aus der Abhängigkeit von Spanien loslöst, ist also die Zukunft der Philippinen ganz offen Gelassen; es bleibt fraglich, ob sie von Amerila in Besitz genommen werden, ob sie unter spanischer Botmäßigkezt verbleiben, oder ob sie ähnlich wie Kuba ein eigenes Regiment erhalten sollen.
Obgleich die Hauptstadt Manila noch kurz vor dem vorläufigen Friedensschluß von den Amerikanern eingenommen wurde, scheint der Präsident Mac Kinley doch eine dauernde Besitzergreifung nicht ins Auge gefaßt zu haben, da sie für die Vereinigten Staaten ein sehr kostspieliges und schwieriges Unternehmen wäre. Die Eingeborenen sind durch ihre. Er- Mge gegen die Spanier übermüthig geworden, ihr Führer Aguinalto ist schon jetzt gegen die amerikanischen Befreier,
vertheilt. Versuchsweise war im verflossenen Jahre der 4. Zug eingestellt worden. Dies hat einen recht erheblichen Einnahmeausfall ergeben, so daß von jetzt ab wieder 4 Züge in jeder Richtung gefahren werden. (Rückgang der Einnahmen 22 000 Mk. auf 13 000 Mk.) Ueber das Projekt Orb- Wächtersbach äußert sich der Verwaltungsbericht des Kreis- ausschusses des Kreises Gelnhausen: Für die Stadt Orb
_ wird der Bau einer normalspurigen Kleinbahn von WächterS-
. San Juan (Portorico) angekommen und beabsichtigt, am bach nach Orb geplant. Ein Projekt ist von der Eisenbahn-
27. August nach Havanna in See zu gehen. bau- und Betrübsgesellschaft Bering & Wächter in Berlin
., Verbesserung der Infanteriewaffe Die durch ausgcürbeitet und der «Ltaatsregierung diesseits mit dem An- die Presse gegangene Nachricht von der Erprobung eines 4----—z ---- = - " - - — -
reuen Jnfanteriegrwehres in Deutschland kann um so weniger
1 befremden, wenn man auch die ergänzende Mittheilung in Betracht zieht, daß es sich nicht um die Erprobung eines neuen Modells, sondern um die Verbesserung und Erleichte- rvng des bisherigen Modells unter Beibehaltung des bis- herigen Kalibers handelt. Daß dieses Modell, das im Allgemeinen mit dem österreichischen Repetirgewehr M 1888 identisch ist, verbesserungsfähig und verbesserungsbedürftig ist, hat die österreichische Heeresverwaltung bewiesen, als sie im Jahre 1896 an die Erprobung des verbesserten Modells 1888 unter dem Namen „Repetirgewehr M 1895" und seit dieser zur Zufriedenheit ausgefallenen Probe auf demselben Wege der Auffrischung, den Deutschland nach Einführung deS verbesserten Modells offenbar einzuschlagen gedenkt zur allmäligen Umbewaffnung der Armee schritt. Durch Einstellung neuer Repetirgewehre M 95, für die vor Allem die gleiche Munition beibehalten und die enormen Kosten für Bereitlegung einer neuen Feldchargirung erspart werden können, an Stelle unbrauchbar ausscheidender Gewehre älteren Musters vom Modell 1888 befindet sich die österreichische Armee in voller Umbewaffnung, und Jeder, der die Gewichtsverkleinerung des neuen Gewehrs (3,30 Kilogramm des Musters 1895 gegen 4,40 Kilogramm des Mustersj 1888), die hierdurch ermöglichte reichere Ausstattung der! Mannschaft mit Patronen (130 statt 110), den Schutz der Mannschaft gegen die Erhitzung des Laufes durch die Der- ___.... „...,__________ „ , . . „
senkung des ganzen Laufes in den Schaft, die Beseitigung hatte allerdings einen bitteren Beigeschmack, denn der Refe- der an dem älteren Muster als bedenklich erkannten Sperr- rent ließ es sich angelegen sein, denselben mit einer ganzen klappe und zahlreiche andere Vortheile erkennt, weiß eS der Fluth von „Liebenswürdigkeiten" zu bedenken. Ein anderer Militärverwaltung Dank, daß sie zur rechten ßeit zur Der- Redner sprach gegen die Betheiligung an den Landtagsbesserung dessen geschritten ist, was als verbesserungsbedürftig wählen, während ein dritter bedauerte, daß die Freisinnigen erkannt war. In gleicher Weise wird man innerhalb der durch Abwesenheit glänzten, die doch von den Sozialdemokra- deutschen Armee auf dem bezeichneten Wege der Auffrischung ten vom Tode auferweckt werden sollten. Endgültige Be- nnbrauchbar ausscheidender Gewehre in Bälde ohne besondere schlösse über die Stellungnahme zu den Landtagswahlen wur- Kosten zu einem ungleich kriegstüchtigeren Gewehre gelangen; den nicht gefaßt, die Versammlung verfolgte vielmehr nur den denn daß der Umbewaffnungsprozeß aus dem Wege der Auf- Zweck eine Meinungsäußerung der „Genossen" zu erhalten, rischung richt zu lange Zeit in Anspruch nimmt, dafür sorgen um den Delegirten zur Parteikonferenz in Klein - Steinheim die neuen Waffen selbst, die infolge des brisanteren Pulvers —*--- und der außerordentlich gesteigerten Anfangsgeschwindigkeit einer weitaus rascheren Abnützung unterliegen.
Tagesschau.
Von der Marine Laut telegraphischer Meldung an das Oberkommando der Marine ist S. M. S. „Geier", Kommandant: Korvettenkapitän Jacobsen, am 23. August in
trage auf Betheiligung des StaateS mit Vs des Anlagekapitals, welches sich für 7 Kilometer auf ca. 500 000 Mk.
stellt, überreicht worden. Die Bahn muß bei Wächter sbach mit einer großen Brücke die Kinzig überschreiten. Terrainschwierigkeiten sind sonst nicht zu erwarten. Die Finanstirung ist in der Weise gedacht, daß Stadt und Kreis je Vs, Staat und Bezirksverband je Vs der Anlagekosten leisten. Außerdem hat sich die Stadt Orb zur freien Stellung des ganzen Geländes verpflichtet. Der Bau der Bahn ist für Orb eine Lebensfrage.
Stellungnahme zu den Landtagswahlen. In einer von sozialdemokratischer Seite auf gestern Abend civbernsenen, von etwa 100 Personen besuchten Volksver- sammlung^im Saalbau, Mühlstraße, referirte Herr G. Hoch über die Stellungnahme der Sozialdemokratie zu den Landtagswahlen im hiesigen Wahlkreise, wobei er auch die Verhältnisse im Wahlkreise Gelnhausen - Schlüchtern streifte. In letztgenanntem Wahlkreise sei — so führte der Referent aus
— eine selbständige Betheiligung der Sozialdemokratie vollständig ausgeschlossen, weshalb es sich für dieselbe empfehlen
würde, ohne weiteres für den Freisinn einzutreten. Dagegen könne im Wahlkreise Hanau Stadt und Land mit Erfolg (?) operirt werden, infolge dessen sich die Aufstellung eigener Wahlmänner empfehle, die dann für den freisinnigen Kandidaten einzutreten hätten. Nicht aus Liebe zum Freisinn empfehle er diese Taktik, sondern um die „Reaktion" zu bekämpfen. Die dem Freisinn in Aussicht gestellte Unterstützung
Zweck eine Meinungsäußerung der „Genossen" zu erhalten
gewisse Direktiven zu geben.
* Wasserwerk. Laut Bekanntmachung des Magistrats wird von morgen, 27. d. Mts., ab die Entnahme von Wasser aus der Wafferleitung zum Besprengung bezw. Begießen der