Die einzelne
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Nr. 185
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Amtliches Organ für Slaöl- unö LanSKreis Hsnsu
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.
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für Stadt- und Land» krei» Hanau 10 ^ W ^gespaltene Garmo^» zeile oder deren Ras», für Auswärts 15 ^.
Im Reklamentheil die Zeile M ^, für
Auswärts 30 ^.
Donnerstag den 11. August
1898
Amttiche«.
Stirötkvsis ^<tn<tu.
HtkZMtDLchuugey des Oberbürgermeisteramtes.
Bekanntmachung.
Die berichtigte Liste der Stimmberechtigten für die Stadtverordnetenwahlen liegt nach Vorschrift des 8 22 der Städte- Ordnung vom 15. bis 30. August d. Js. im Rathhaus, Zimmer Nr. 18 (2 Treppen), offen. Gegen die Richtigkeit der Liste kann jeder Stimmberechtigte innerhalb der Offen- legungsfrist bei uns Einspruch erheben.
Hanau den 9. August 1898.
Der Magistrat
Dr. Gebefchus. 11765
. Dienstnachrichtcn aus dem Kreise.
Gefunden: Eine Monatskarte zur Fahrt zwischen Frankfurt Ostb. und Hanau Westb., aus den Namen Paul Müller lautend.
Verloren: Eine Schrotleiter.
Entflogen: Ein Kanarienvogel.
Hanau am 11. August 1898.
Preußische Centralgenoffenschaftskasfe.
Das Direktorium der Preußischen Centralgenoffenschaftskaffe hat beschlossen, den Zinsfuß in der „Laufenden Rechnung" vom 1. Oktober 1898 bis zum 31. März 1899 auf 4 v. H. für Vorschüsse und aus 3 v. H. für Einlagen festzusetzeu.
Seit der Errichtung der Anstalt war an einem Zinsfuß von 3 v. H. bezw. 2Vs v. H. selbst dann festgehalten worden, wenn sich der osfizielle Zinsfuß der Reichsbank zeitweise höher stellte. Das Direktorium hat sich jedoch jetzt zu einer Aenderung des Zinsfußes entschließen müssen, nachdem es sich unzweifelhaft herausgestellt hat, daß man in Deutschland für die Folgezeit wieder mit einem durchschnittlichen Zinsfuß, der wesentlich höher ist als 3 v. H., zu rechnen haben wird. Bereits in der diesjährigen Sitzung des Ausschusses am 14. Juni wurde durch den Präsidenten der Anstalt die Mittheilung gemacht, daß man höchstwahrscheinlich mit einer Erhöhung des Zinsfußes würde zu rechnen haben. Das Direktorium hat mit seiner Entscheidung möglichst lange in der Hoffnung, daß sich die Verhältnisse auf dem Geldmarkt vielleicht doch noch wieder günstiger gestalten könnten, zurückgehalten. Als die Preußische Centralgenoffenschaftskasfe am 1. Oktober 1895 den Zinsfuß für zu gewährende Darlehne auf 3 v. H. sest- setzte, stand dieser Zinsfuß mit demjenigen des allgemeinen Geldmarktes genau im Einklang. Im Durchschnitt des JahreS hatte sich der offizielle Diskontsatz der Reichsbank für 1894 auf 3,1 v. H. und der Privaldiskont an der Berliner Börse auf 1,77 v. H. gestellt. Für das Jahr 1895 stellte sich für die Zeit vom 1. Januar bis 30. September (am 1. Oktober trat die Anstalt ins Leben) der durchschnittliche Diskontsatz der Reichsbank auf 3 v. H., der durchschnittliche Privat- diskontsatz aus 1,71 v. H. Die Einführung des 3 v. H.- Zinsfußes war unter diesen Umständen,daher durchaus angemessen. Seit jener Zeit (1895) haben sich nun aber die Verhältnisse auf dem Geldmarkt vollständig verändert. Der durchschnittliche Zinsfuß der Reichsbank betrug für 1896 bereits 3,6 v. H., für 1897 3,8 v. H., und für 1898 haben wir jedenfalls mit einem 4 v. H. übersteigenden Jahresdurchschnittssatze zu rechnen. Aehnlich war die Bewegung des Privatdiskonts an der Berliner Börse. Der Privatdiskont betrug im Durchschnitt des Jahres 1894, wie erwähnt, 1,77 v. H.; 1895 2,02 v. H.; 1896 3 v. H.; 1897 3,20 v. H. AuS dieser anhaltenden Steigerung der Zinssätze, wie auch aus der ganzen Lage des Geldmarktes mußte geschlossen werden, daß eS sich hier nicht nur um eine vorübergehende Erscheinung, sondern daß es sich vielmehr ganz allgemein um eine Hebung des lande!üblichen Zinsniveeus in Deutschland handele. Nachdem außerdem noch im April-Juni-Quartal, d. h. in dem Quartal des Jahres, das im Allgemeinen erfahrungsgemäß die niedrizsten Privat- liskontsötze auszuweisen hat, der durchschnittliche Privat- diskontsatz auf 3,32 v. H. (der Durchschnitt für den Monat Juni allein beträgt sogar 3,58 v. H.), also weit über den bisher von der Preußischen Centralgenossinschastt lasse für Vorschüsse geforderten Zinssatz gestiegen war, war eS dem Direktorium, das mit der Beschaffung der erforderlichen Mittel aus den Geldmarkt angewiesen ist, nicht mehr möglich, den 3 v. H-'Zinssatz auch für daS Winterhalbjahr 1898/99 aufrecht zu erhalten. DaS Direktorium befindet sich zu feinem Bedauern daher zur Zeit in der Zwangslage, auf die der Herr Finanzminister bereis vor mehr als zwei Jahren in der 61.
Sitzung des Abgeordnetenhauses am 30. April 1896 hingewiesen hat, als er ausführte, daß, wenn sich der Geldmarkt gänzlich ändern würde, anch die Kasse nicht bei den gegenwärtigen Zinsbedingungen (d. h. 3 v. H.) stehen bleiben können, denn sie ließe sich im großen Ganzen nicht unabhängig machen von der Lage des Geldmarktes. Getreu ihrer Aufgabe, den Zinsfuß möglichst stabil zu erhalten, hat die Preußische Centralgenoffenschaftskasfe in den verflossenen drei Jahren dies gegenüber den schwankenden Zinssätzen auf dem Geldmarkt vorübergehend selbst mit nicht unerheblichen Opfern gethan. Erst die gänzlich veränderten Verhältnisse, die sich auf dem Geldmarkt herausgebildet, haben die Anstalt gezwungen, ihnen durch Erhöhung des Zinsfußes Rechnung zu tragen.
Politische und unpolitische Nachrichten.
(Depeschen-Burea» „Herold'.)
Berlin, 10. August. Der hiesige chinesische Gesandte übermittelte dem Auswärtigen Amte außer dem bereits mitgetheilten Beileidstelegramm der chinesischen Regierung auch den Wortlaut eines ihm telegraphisch zugegangenen ErlasseS deS Kaisers von China, worin nach Hervorhebung der unvergänglichen Verdienste des Fürsten Bismarck tiefes Bedauern über bissen Ableben ausgedrückt wird.
Berlin, 10. August. Die Meldung des „Berliner Lokal-Anz.", daß im Herbst ein größerer Wechsel in den höheren Kommandostellen der deutschen Marine stattfinden werde, entbehrt, wie die „Post" von maßgebender Stelle, erfährt, jeder Begründung.
Berlin, 10. August. Der „Reichsanzeiger" veröffentlicht die Verleihung des Großkreuzes des Rothen Adlerordens an den hessischen Staatsminister a. D. Finger in Darmstadt.
Berlin, 10. August. Durch Vermittelung des Auswärtigen Amtes sind nunmehr auch die obersten Vertreter der evangelischen Kirche Nordamerikas, der Niederlande, Dänemarks u. f. w. eingeladen worden, der Einweihung der Erlöserkirche in Jerusalem am 31. Oktober beiwohnen zu wollen.
Berlin, 10. August. Der General der Infanterie, General-Adjutant v. Werder ist vom Zaren zu den Feierlichkeiten eingeladen worden, welche vom 27. d. M. ab gelegentlich der Enthüllung des Denkmals Kaiser Alexander III. in Moskau stattfinden werden. Dieser wird sich deshalb am 23. nach Moskau begeben.
Berlin, 10. August. Wie die „National-Ztg." hört, haben die Besprechungen der Minister in Posen die volle Einmüthigkeit über die einzuschlagenden Wege in allen Regierungskreisen ergeben.
Wien, 10. August. Graf Goluchowsky ist heute auS Jschl zurückgekehrt. Die Blätter glauben, daß er dem Kaiser über die Minister-Konferenzen berichtete vnd die etwa nöthigen Entschließungen eingeholt hat. Von verschiedenen Seiten wird bestätigt, daß der Reichsrath im September eivberusen und neue Verhandlungen wegen derSprachenfrage stattfinden sollen.
Innsbruck, 10. August. Nach heftigem Sirrcco und Gewitter trat ein starker Schneefall ein. Auch in Bozen hat ein großer Temperatursturz stattgefunden. Die Dolomiten sind bis zur Thalsohle mit Schnee eingehüllt.
Madrid, 10. August. General Torral, welcher sich den Amerikanern ergeben hat, wird vor ein Kriegsgericht gestellt werden.
London, 10. August. Die Blätter melden, Curzon ser zum Vizekönig von Indien ernannt worden und er habe den Posten angenommen. Die osfizielle Ernennung wird erst in einiger Zeit bekannt gegeben werden.
Lissabon, 10. August. Beim Abschied des Präsidenten von Brasilien wurden auf dem Tajo zwei mit Menschen ge- jüllte Boote von einem Dampfer angcrannt. Sömmtliche Insassen fielen inS Weffer, mehrere ertranken. Bisher ist kein Leichnam gefunden.
Cetiinje, 10. August. Der Fürst ron Bulgarien ist heute von hier abgereist. Er. hat dem Erbprinzen Danilo den Großkordon des Alixanderordens mit Brillanten verliehen. Der Minister des Aeußern, der türkiscke Gesandte und zahlreiche andere Persönlichkeiten haben ebenfalls Auszeichnungen erhalten.
Saloniki, 10. August. Die großen Mehletabliffements von Gebr. Allatini sind mit bedeutenden Vorräthen niedergebrannt.
Kairo, 10. August. Die letzten englischen Teuppen sind gestern nach dem oberen Nil abgegangen, um den letzten definitiven Angriff cuf Khartum auszuführen.
Washington, 10. August. Einem Telegramm auS Ponce zufolge hatten die Truppen des Generals Lee eine« Zusammenstoß mit den spanischen Truppen, wobei drei spanische Offiziere getödtet und 25 Soldaten verwundet wurden.
Washington, 10. August. Der französische Botschafter überreichte gestern Nachmittag 5 Uhr dem Präsidenten Mac Kivley die Antwort SpanienS und hatte mit demselben eine zweistündige Unterredung. In der Antwort verlangt Sagasta 14 Tage Zeit, um die Gutheißung der Friedensbedingungen durch die Cortes zu erlangen.
Washington, 10. August. Der Rücktritt des Staatssekretärs des Aeußern, Day, wird in den nächsten Tagen erfolgen. Der Londoner Botschafter ist zum Nachfolger auS- ersehen.
Aus Madt- »nd SsadrsriS gasm 4«chdruL unserer Lokalartikel nur mit QxrLeuaat«-: .«au. Au«" gestattet.
Beamtenpersonal-Nachrichten.
Ernamlt: der Pfarrer von Starck zu Bergen zum Metropolitan der Klaffe Bergen,
die Rechtskandidaten Koppen und Siemon zu Referendaren,
der Katasterlandmeffer Krüger-Velthuseu zum Ka- tasterkontroleur für daS Katasteramt zu Gelnhauseu,
der Ober - PostdirektionSsekretär Detmar zu Bebra zum Postdirektor.
Ueberwiesen: der Katasterlandmeffer Gödecke der Regierung zu Caffel.
Versetzt: der Forstmeister Titze zu Munster in gleicher Amtseigenichaft nach Kirchditmold,
der Strafanstalts-Geistliche, Pfarrer Graßhoff zu Wabern an die Strafanstalt zu Werden.
der Ober - Postassisteut I a e g e r von Weinheim nach Hanau,
die Postasststenten G o ß w e i l e r von Hanau nach Pforzheim und Mayer von Hanau nach Mannheim,
der Förster Pröser von Wellerode nach Buntebock in der Oberförsterei Rottebreite.
Verliehen: dem Förster Steinbach zu Maricndorf der Charakter aiS Hegemeister.
Penfionirt: der Ober - Telegrapheuasstftent Uhlemann zu Hanau.
* Zum Kaiser besuch in Mainz. Die bereits mit- getheilte Nachricht, daß der Kaiser Mainz besuchen wird, ist noch dahin zu ergänzen, daß er am 20. August dort eintrifft und auf dem großen Sande eine Parade über die dortige Garnison und die zu der Zeit daselbst weilenden Truppen abnehmen wird. Die besonderen hierfür zu treffenden Dis- positionen liegen blos im großen Rahmen vor. Einzelheiten werden erst später bekannt gegeben werden.
* Militärisches. Das in Mainz garnisonirende Fuß- Arlillerie-Rkgiment, Brandenburgisches Nr. 3 (G.-F.-Z.), wird Ende dieses Monats eine große Kriegsübung mit den neuen Feldgeschützen, sogen. Haubitzen, haben. Die Uebung findet in der Umgegend von Limburg statt und wird dabei kriegsmäßig scharf geschoffen werden. Auch werden mehrere Infanterie-Regimenter bei dieser Uebung betheiligt sein. Außerdem aber werden nahezu sämmtliche Trainbatailloue deS Reiches zu dieser Uebung zusammengezogen werden. Die Uebung beansprucht daS größte militärische Interesse, da sie mit der beabsichtigten Umwandlung der schweren Festungsund Bclaxerungs-Artillerie in eine leichte, auch in der Feldschlacht verwendbare Artillerie zusammenhängt. Der Uebung werden nickt allein die Höchstkommandireuden der Artillerie, sondern auch Mitglieder aller mit dieser Waffe Zusammenhängenden Abtheilungen des KriegsministeriumS und höchstwahrscheinlich auch der Kaiser beiwohnen.
* „Bismarcks.Sterb-Münzen" hat die Bey-nbach- sche Metallwaaren-Fabrik in Wiesbaden nach dem Hmschelden deS großen Kanzlers in kurzer Zeit hergestellt. 68 hegen unS eine versilberte und eine vergoldete Prägung vor, die alS überaus wohlgelungen bezeichnet werden dürfen und gewiß jedem Deutschen ein willkommenes Andenken sein werden. Auf der AverS-Seite sehen wir in vollendet-lebensgetreuer Wiedergabe den Relief-Kopf Bismarcks mit der Umschrift! „Fürst Otto von BiSmarck" und auf der ReverS-Seite einen Eichexlaubkrarz mit Palmen endigend, die Inschrift'. Nt 30. Juli 1898. Er schuf mit mächtiger Hand ein neu Geschlecht, daS stark fich fühlt, sich daran zu wagen, zu sümpfen für die Wahrheit und das Recht, um deutsch zu sein, wie in der Vorzeit Tagen." Wir lönnen diese Arbeit bestens empfehlen.