Die einzelne
Nummer kostet
10
Ut»««ementS- Preis:
Jährlich 9 *. WSjährl. 4^50^ vierteljährlich 2 M 25 ^.
Für auswärtige Momenten mit box betreffenden Postaufschlag.
SinrückuugS- gebühr
für Stadt- und 2a* kreis Hanau 10 ^ Nt 4gespaltene Garmond- zeile oder deren Raum, für Auswärts 15 ^
Im Reklamentheil die Zeile 20 ^, für
Auswärts 30 ^.
Amtliches Grgsn für Htsöt- unS LsnSKrers Hanau
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.
Nr. 173
Donnerstag den 28. Juli
W»i«^MW^HK^Ml«Hi
1898
AmMch-A.
^taöt^reto ^banau. AtlkkuMuchLMV des L-dervürgerMeisteramtes.
Bekanntmachung.
Die Ausführungen und Lieferungen für den Rohbau des Hauptgebäudes vom II, Wasserwerk und zwar zunächst:
Erd-, Maurer- und Steiumetzarbeiten sowie Eisenlieserung,
* sollen im öffentlichen Ausschreiben vergeben werden.
Pläne, allgemeine und spezielle Bedingungen liegen im Stadtbauamt I, Zimmer Nr. 23 des Rothhavses, von heute an für Bewerber zur Einsicht auf und können die Arbeitsauszüge für Mark 3,00 daselbst bezogen werden.
Angebote sind verschlossen bis zum Donnerstag den 11. August, votwMags 11 Uhr, bei genannter Amts- stelle einzvreichen, woselbst auch um diese Zeit die Eröffnung im Beisein etwa erschienener Betheiligten vorgenommen werden wird.
Hanau den 27. Juli 1898.
Der Magistrat
B ode. 11063
Dienfinatzrichtm aus dem greife.
Gefunden: Ein Portemonnaie mit 96 Pf. Inhalt und
2 Uhrschlüffiln. Eine Kette. Eine blaue Kaputze.
Zugeslogen: Ein Kanarienvogel.
Zugelaufen: Ein eisgrauer Hirtenhund m. Eeschl.; Empfangnahme bei btm Maurer Konrad Stahl zu Ober- dorfelden.
Verloren: Am 23. d. Mts. von Hanau nach Marköbel
2 Pferdehalstern mit Kette.
Hanau am 28. Juli 1898.
LKgss-chau.
Von der Marine. Noch telegraphischen Meldungen an das Ober-Koumsndo der Marine sind S. M. Jacht „Hohenzollern", Kommandant: Kontre-Admiral Freiherr von Bodenhausen, und S. M. S. „Hela," Kommandant: Kor- vetten-Kopitän iCommerwerck, gift ein ron Mo in See gegangen.
Deutschland nud Amerika. Wie aus Sharghai telegraphirt wird, bringt der Ostasiatische Lloyd in der vielbesprochenen Angelegenheit des Aufenthalts des Deutschen Kriegsschiffes „Irene" in der Svbirg Bai auf den Philippinen eine amtliche Berichtigung des Ehess der zweiten Division des Kreuzergeschwaders, des Prinzen Heinrich von Preußen, woraus sich Folgendes ergibt: S. M. Schiff „Irene" holte
Kleines Feuilleton.
Aus Kunst und Leben.
Wann sollen wir essen? Sonderbare Frage — wird Mancher sagen. Selbstvtrständlich wenn wir Hunger haben. Unser Appetit ist zweifellos der beste Maßstab für unser Nahrurgsbedürfniß. Ohne Apatit — so heißt es gewöhnlich — kann man doch nicht essen; was man ohne Appetit ißt, bekommt dem Magen nicht. Das mag im Allgemeinen richtig sein, trifft aber — wie einer unserer bekanntesten Kliniker, Professor von Leyden, eine Kapazität auf dem Gebiete der Ernährungslelre, sehr richtig hervorhebt — durchaus nicht bei allen Fällen zu. Es ist bei gewissen Krankheitszuständeu recht wohl denkbar, daß wir auch ohne Appetit essen können, ja sogar essen müssen. Der Appetit ist eine Art Lustgefühl, ein Verlangen, welches nur zum kleinen Theil von dem Zustande des Magens beeinflusst wird. Vielfach hängt es von Gewohnheit, Vorstellung und Stimmung ab. Unser Appetit stellt sich zu gewissen Tageszeiten, vielleicht beim Anblick irgend welcher leckeren Delikatessen oder auch im Zustand der Langweile, ein. Durch zahlreiche Untersuchungen ist nachgewiesen, daß trotz mangelnden Appetns die Verdauung eine ganz normale sein kann, und die tägliche Erfahrung lehrt, daß Patienten, welche bei sonst gesundem Magen keinen Appetit haben, sehr wohl die auf Geheiß genossene Speise vertragen. Die Appetitlosigkeit, die Abneigung gegen Speisen schließt also keineswegs die Möglichkeit der Nahrungsaufnahme und die richtige Verdauung der genossenen Nahrung aus. Deshalb ist auch eine etwa bestehende Apetit- losigkeit durchaus nicht immer ein Beweis dafür, daß der Magen krank ist, und ganz falsch ist der Grundsatz, daß Speisen, die man mit Widerwillen genießt, dem Körper
eine Anzahl auf Jsla Grande in der Subing-Bai in Noth gerathene spanische Frauen und Kinder ab und tras dort zufällig mit einem Dampfer der Insurgenten zusammen, welcher sich ohne Weiteres entfernte. Auf dem Rückwege von Jsla Grande begegnete „Irene" vor der Bucht von Manila zwei Kreuzern der Vereinigten Staaten, ohne angesprochen zu werden. Die Uebernahme der Frauen und Kinder geschah im Dienste der Menschlichkeit unter strenger Beobachtung der Regeln der Neutralität.
IX. Deutsches Turnfest in Hamburg.
Das Fesiwobl in der großen Halle am Montag Abend 8 Uhr war von etwa 20C0 Personen besucht. Den Vorsitz am Ehrentisch führte Herr Dr Goetz-Leipzig als Vorsitzender der Teutschen Turner- schaft. Theilnehmer und Dheilnehmerinnen saßen zwanglos an den Tischen gereiht, vorn die Ehrengäste, die Mitglieder des geschäfts- sührenden Ausschusses und die Turner van fremden Nationalitäten. Nach dem ersten Gange eröffnete der 3. Vorsitzende des Festausschusses, Herr Pros. Dr. Hahn, an Stelle des durch Heiserkeit verhinderten Vorsitzenden der Deutschen Turnerschaft Herrn Pros Goetz, die Reihe der Tischreden mit einem schwungvollen Toast auf Kaiser und Reich. Nach kräftigem dreifachen Gut Heil-Ruf wurde stehend »Heil Dir im Siegerkranz" und .Deutschland über olles' gesungen.
— Dann folgte Herr Direktor Maul-Karlsiuhe, der Ehrenvorsitzende der Deutschen Turnerschaft, mit einer warmherzigen Begrüßung der Gäste, denen ebenfalls ein dreifaches Gut Heil gebracht wurde. — Herr Professor Rühl-Stettin, der Geschästsführer der Deutschen Turnerschaft, brächte der Fcststadt Homburg in sympathischen Worten Dank und Gut Heil-Gruß. — Herr Dr. Schröder, zweiter Vizepräsident der Hamburger Bürgerschaft, dankte im Namen Hamburg? und schloß mit dreifachem Gul Heil auf die Deutsche Turnerschaft. — Als Beauftragter der Stadt Koburg, der Stätte des ersten Deutschen Turnfestes, brächte Herr Landgerichtsrath Schiglitz herzliche Grüße und Wünsche für das fernere Gedeihen der Turnsache. — Herr Prof. Raydt-Leipzig drückte im Namen des Zentralausschusses für die Deutsche» Volks- und Jugendspiele der Turnerschaft Tank und,Sympathie aus. — Es folgten nun Ansprachen der Ausländer. Präsident des Belgischen Turnbundes, Herr Professor Cuperus-Ant- werpen, pries den Einfluß des Turnens auf die freundnachbarlichen Beziehungen der Belgier, Holländer und Deutschen. Seine in deutscher Sprache gehaltene Rede, in der Ernst und Humor glücklich. obwechselten, schloß mit einem von den belgischen Turnern gesungenen Turner-Heilgruß,^ der mit dreifachem Gut Heil endete. Nachdem alsdann Herr Bächli-Schoffhausen einen Gruß aus der Schweiz an die deutschen Turner und die Feststadt Hamburg durch dreifaches Gut Heil bekräftigt hatte, verlas Herr Professor Dr. Hahn folgende drei Telegramme: An Se. Majestät den Deutschen Kaiser. .Ew Kaiser!. Majestät senden die zum IX. Deutschen Turnfest in Hamburg versammelten Turner Deutschlands und Deutsch-Oesterreichs ehrerbietigen Gruß". An Se. Durchlaucht den Fürsten Bismarck. . Dem Gründer des Deutschen Reiches warmen Gruß und das Gelöbniß unverbrüchlicher Treue". An den Ehrenpräsidenten Grafen Walder- see. „Ihrem Ehrenpräsidenten die zum IX. Deutschen Turnfest versammelten Turner Gut Heil!" Nicht endenwollende Zustimmungs- ruse folgten der Verlesung. Herr Präsident Henrichsen knüpfte an die Verlesung eruen Trinkspruch auf den Fürsten Bismarck, den erhabenen Turnlehrer Deutschlands, der es den größten „Umschwung" habe machen lassen. In die jubelnden Gut Heil-Rufe mischten sich Musikfanfaren und Händeklatschen. Stehend sang die Versammlung «^»«°»>»»»»»»————------------- ,„ ---------
schädlich sind. Gerade in denjenigen Fällen, wo die Appetitlosigkeit nur von gewissen Vorstellungen, Gemüthsbewegungen, von Gewohnheit, Ermüdung oder — was bei sehr überarbeiteten Leuten besonders häufig der Fall ist — von einer mangelhaften Zeiteintheilung abhängig ist (gerade in solchen Fallen), muß man die Unlust zum Essen überwinden, und Aufgabe des Arztes wird es sein, die Menge der Nahrungsaufnahme — vielleicht oft mit vieler Mühe — auch da zu reguliren, wo der Appetit zu gering ist, d. h. wo der Patient, fernem Appetit überlassen, sichtlich abmogert, ohne etwa magenkrank zu sein.
Heilung einer Lähmung durch Zahnausziehen. Ueber einen auffälligen Fall von Heilung einer Lähmung des regten Armes und der rechten Haleseite berichtet ein Landauer Zahnarzt in der „Mürch. med. Wochenschrift": Vor einigen Wochen erschien in der Sprechstunde des betreffenden Zahn- arztes ein 24jährigrs Mädchen, um sich mehrere Zähne plom- biren zu lassen. Dasselbe war mit dem obenbeschriebenen Uebel behaftet, deffen Entstehung allgemein auf einen Sturz zurückgeführt wurde, der einen Bruch des rechten Oberarmes zur Folge gehabt hatte. Da die Lähmung schon 2V,lJahre andauerte und alle Mittel, dieselbe zu b. heben, erfolg os geblieben waren, so sollte das junge Mädchen sich demnächst einer Operation in einer chirurgischen Klinik unterziehen. Nach ersolgter Untersuchung riech der Zahnarzt, den tief cariösen rechten oberen Weisheitszahn, der nicht erhalten werden konnte, ausziehen zu lassen. Die Extraktion wurde denn auch vor- genommen. Am anderen Tage suchte jedoch das junge Mädchen den Zaharzt wieder auf, um ihm voll Freude mitzutheilen, daß sie die vollständige Bewegung der gelähmten Körpertheile zurückerlangt habe.
Mit dem Schrecken davongekommen. Aus Stendal wird geschrieben: Eine Panik entstand in einem Waggon vierter Klaffe des früh nach Berlin gehenden Personen-
nochmals „Deutschland über Alles". Der Vorsitzende des Römischen Turnvereins, Kavaliere Ferra, brächte dann in italienischer Sprache die Sympathien Italiens für Deutschland und das deutsche Turnen zum Ausdruck und schloß mit den deutschen Worten: „Gut Heil, Deutschland. Gut Heil der deutschen Turnerei! Herr Landau, Vertreter des Turnvereins .Aurora" in Chicago, folgte mit Gruß und Gut Heil der deutschen Turnerschaft, den deutschen Frauen und Jungfrauen, Herr Dr. Schmidt aus Petersburg sprach im Namen der Turner Rußlands, Herr Schmidt-London für die Vereine in England Herr Hauptmann aus Sao Paolo in Brasilien überreichte mit sympathischen Worten eine Denkschrift der dortigen Turnerschaft von 1890 und brächte ein dreifaches Gut Heil auf Deutschlands Einigkeit aus. Herr Kirschmann-München überreichte mit einem Gruß aus den bayerischen Bergen einen prächtigen Kranz von Almenrausch und Edelweiß. Herr Hottes-Mainz überbrachte der Hamburger Turnerschaft eine Riesenflasche Rüdesheimer, Herr Professor Kienemann-Wien sprach im Namen der Deutsch-Oesterreicher, Herr Schneider aus Mediasch in Siebenbürgen brächte Grüße der Siebenbürger Sachsen. Allgemeinste Zustimmung fand Herr Klüffel-Berlin zu einem dreifachen Gut Heil auf Dr. Goetz. Nachdem HerrTurnwart Nirrnheim noch den Dank der Turnerschaft von 1816 wie der Hamburger Turner überhaupt für die Worte und Zeichen freundlicher Gesinnung ausgedrückt hatte, war die lange Reihe der Reden und Ansprachen beendet. Mitternacht war herangckommen und die Reihen begannen sich zu lichten. Jeder der Theilnehmer war erfüllt von den vielseitigen patriotischen und erhebenden Eindrücken des Abends.
Spielergebnisse vom Sonntag.
1. Stafettenlauf 500 m. Erster: Altonaer T.-V. in 61 Sek., zweiter Eimsbüttler T.-V. in 618/s Sek.
2. Fußball. Akadem. T.-V. Marburg gegen Akadem. T.-V. Bres- lau. Marburg siegte mit 3 : 0
3. Fußball. Hbg.-Eimsbüttler T.-V. gegen M.-T.-V. Magdeburg. Eimsbüttler siegte mit 5 : 0.
4. Schlagball. Akadem. T.-B. Berlin gegen Askanischer T.-V. Berlin. Sieger: Akadem. T.-B.
5. Schlagball. T -V. Gut Heil, Hadersleben gegen Germania, Weißenfels. Sieger: Hadersleben.
6. Faustball. T.-V. Iahn, Magdeburg gegen M.-T.-V. München. München siegreich.
7. Faustball. Gotha gegen Ruhla. Gotha siegte mit 23 : 9.
8. Faustball. Altonaer T -V. gegen Wesel. Altona siegte.
9. Faustball. Altonaer T-T. gegen Akadem. T.-V. Suevia, Bonn. Altona siegte mit 46 : 33.
10. Faustball. Hbg. Eimsbütteler T.-V. gegen T.-V. Bonn. Sieger: Eimsbüttel mit 46 : 17.
H. Faustball. Turngemeinde Bielefeld gegen Turnerbund Gelsen- kirchen. Sieger: Gelsenkirchen mit 42 : 33.
12. Schleuderball. Hbg. St. Pauli T.-V. gegen Gut Heil Lübeck. St. Pauli siegte mit 2 : 0.
Spielergebniffe vom Montag.
1. Schleuderball: „Suevia"-Bonn gegen Akadem. T,-V. Greifswald.
Greifswald siegte mit 1 : 0.
2. Schlagball: Altona gegen Hadersleben.
Altona siegte mit 126 : 19.
3. Barlauf: Akadem. T-V. Berlin gegen Askan. T.»V. Berlin.
Askan. T.-V. siegte mit 3 : 1.
4. Faustball: „Iahn'-Magdeburg gegen München.
München siegte mit 33:12.
5. Fußball: Hamburg-Eimsbüttel gegen Brcslau.
Eimsbüttel siegte mit 8:0.
«
zuges. In dem vollbesetzten Wagen hatte auch eine Frau mit einem etwa vier Monate alten Kinde Platz genommen, die während der Fahrt einem Waschkorb eine Spirituslampe entnahm und diese anzündete, um Milch für ihr Kind zu wärmen. In dem Menschengedränge des Waggons fiel Jemand auf den Waschkorb und das Kochgeschirr fiel zwischen zwei daneben stehende Frauen. Durch den ausgelaufenen Spiritus wurden der Korb und die Kleider eines jungen Mädchens in Flammen gesetzt; auch der Rock einer älteren Frau fing Feuer. Ein unbeschreiblicher Wirrwar entstand, gellende Hilferufe wurden laut; die brennenden Frauen wurden niedergeworfen, um die Flammen zu ersticken, niemand konnte in der folgenden Schreckensszene die Nothleine ziehen, da alles dem Ausgange des Eisenbahnwagens zudrängte. Zweifellos waren die Vordersten von der Plattform des Wagens gestürzt, wenn nicht einige besonnene Männer den Ausgang oersperrthattm. Es war ein Glück, daß der Zug in dem gefährlichsten Moment in die Station Dallgow einlief. Der immer noch brennende Waschkorb wurde herausgeschafft und die sengenden Garderoben^ stücke mehrerer Fahrgäste gelöscht. Die Frau, welche daS Unheil angerichlet hatte, wurde ins Stationsbureau gescha st und dort ihr Name festgestellt, man ließ sie jedoch weiter- ^^KlaMsch. Auf dem Wege von Tnrnow nach Drach- Hausen befindet sich folgende Bekanntmachung, die der „Gottb.
Anz." genau nach der Schreibart wiedergibt:
Polizeiverordnung.
daS befahren dieser Lehmbahn b:i vaser Wietteru- ng, ist bei gesetzlicher Strafe verboten.
Die Polizeiverwaltung.