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Amtliches Organ für StaSt- unS LanSKreis Hanau
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.
Nr. 171
WMB
Dienstag den 26. Juli
1898
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Hierzu
„Amtliche Beilage" Nr. 49.
^anöireißi K«r^r^« H^anntmachMgeu des Königlichen Landrathsamtes.
In Grund-Schwalheim, Kreis Büdingen, ist die Maul- und Klauenseuche ausgebrochen und Gehöstsperre angeordnet worden.
Hanau am 23. Juli 1898.
Der Königliche Landratb.
V. 8194 I. V.: Dr. Becker, Reg.-Assessor.
Dienstnachrichten aus dem Kreise.
Gesunden: Ein Paar braune Trikothandschuhe. Ein großer Hundemaulkorb. Ein Messer.
Verloren: Ein mattgoldnes Armband mit Stern. Ein schwarzes Portemonnaie mit etwas Inhalt.
Hanau am 26. Juli 1898.
Lagesscharr.
Don der Marine. Laut telegraphischer Meldung an das Oberkommando der Marine ist S. M. S. „Hohen- zollern", Kommandant; Kontre-Admiral Freiherr von Bodenhausen, am 23. Juli von Skjoldehaon in See gegangen.
Zur Reform der Handelskammern. Nachdem in Preußen die Reform der Handelskammern durchgeführt worden ist, soll auch, wie von zuverlässiger Seite mitgetheilt wird, in Württemberg und Baden in gleicher Weise eine Reorganisation der selben angrstebt werden. In Württemberg wird beabsichtigt, die Hansels- und Gewerbekammern in reine Handelskammern um;-wandeln und dir fakultative Klasfenwahl einzufüheen. In Baden verfolgt die Regierung den Plan, den Handelskammern eine selbständige Stellung zu geben und ihnen dann gegen jetzt erweiterte Rechte zu- zuweiien.
Zur Vorbereitung der neuen Handelsverträge hatte bereits unter dem Grafen Dr. von Posadowsky das Reichsschatzamt die Vorarbeiten eines Entwurfs zum Zolltarif in Angriff genommen. Nach Beendigung derselben und Feststellung der Produktionsstatistik werden das Reichsamt des Innern, der Wirtschaftliche Ausschuß und das Auswärtige Amt die Angelegenheit berathen.
Ueber die Kosten des Unterrichts in den öffentlichen Volksschulen Preußens im Jahrzehnt 1886 bis 1896, also vor der Aufbesserung durch das Lehrerbesol- < dungsgesetz vom 3. März 1897, veröffentlich die „Statistische1
FeniUetsn
Aus dem rebellischen China.
Skizzen aus Kwang-si und Kwang-tung.
Von Rudolf Langenbach. <Nachdr. Verb.)
So viele muthige Forscher und Missionare sich auch auf Chinas unbetretene Pfade gewagt haben, so viel besonders auch in der jüngsten Zeit über das Reich der Mitte, geschrieben worden ist, — immer ist uns doch noch dieser Riesenstaat ein Räthsel; und wenn wir jetzt von der gesähr- lichen und ernsten Empörung hören, die anscheinend so plötzlich und mit so überraschend schnellem Erfolge in den beiden Kwan^ -Provinzen des Südwestens zum Ausbruäe gekommen ist, so erkennen wir erneut, wie dunkel uns noch immer die höchst komplizirten inneren Verhältnisse Chinas sind. Indes gibt uns unsere Kenntniß der beiden Provinzen immerhin eine Reihe wesentlicher Thatsachen an die Hand, die geeignet sind, auf den neuesten Ausstand einiges Licht zu werfen., Kwang-st und Kwang-tung (dessen Namen die Portugiesen m Camtom und nach ihnen die Engländer in Canton verderbt haben) sind durch ihre Geschichte zu Stätten der politischen Unruhen und Unzufriedenheit prädestinirt. Als vor 2oO Zähren die heut herrschende Mandschu-Dynastie China eroberte, da wurde ihr in diesen Landestheilen der längste und erbitleitste Widerstand geleistet, und Canton selbst wurde von den Mandschu s erst nach einer langwierigen Belagerung, die nach den ein- heimischen Geschichte qulllen 700 000 Menschen das ^eben gekostet haben soll, erobert. Seitdem haben die Heut unter einem Vizekönige vereinigten Kwang-Provinzen die Herrschaft der Mandschu stets als eine Fremdherrschaft empfunden, und von ihnen ging daher auch in der Mitte des 19. Jahrhunderts die furchtbarste aller Empörungen gegen die regierende
Korrespondenz" folgende Uebersicht: Die Gesammtanfwend- scheint, wie die „T. 9t." hervorhebt, zu rechter Zeit aus sach- ungen für die öffentlichen Volksschulen in Preußen betrugen kundiger Feder ein Aufsatz über den Zukunftswerth unserer im Jahre 1886 116,464,385, im Jahre 1891 146,225,312 jüngsten Kolonie. Oberregierungsrath Dr. Michaelis, der und im Jahre 1896 185,917,495 Mk.; die Steigerung s selbst vier Jahre in Ostasien — Japan — gelebt hat und dieser Ausgaben betrug mithin in der Zeit von 1886 — 1896 auch die chinesischen Hafenstädte aus eigener Anschauung kennt, 59,63 pCt. Von diesen Gewmmtunterhaltunpekosten entfielen hat einen vor der Wissenschaftlichen Gesellschaft in Arnsberg auf Schulen in Städten im Jahre 1886 50,466,522, im gehaltenen Vortrag unter obigem Titel veröffentlicht, in dem Jrhre 1891 64,594,325 und im Jahre 1896 83.129,558, in klarer Weise ausgeführt wird, worin die Bedeutung von Mk., aus Schulen aus dem Lande im Jabre 1886 65,997,863, Kiautschou liegt. Die Entwicklung unserer Marine verlange im Jahre 1891 81,630,987 und im Jahre 1896 102,787,937 einen Stützpunkt im fernsten Osten, wo unsere Schiffe Mk. Die Steigerung der Aufwendungen machte mithin in! Kohlen vorfinden, Ersatzmannschaften einnehmen, ihre Kranken der Zeit von 1886 bis 1896 in den Städten 54 72, auf
dem Lande 55,74 pCt. aus. Scheiden wir j ne Gelammt - aufwendungssummen in persönliche und sätliche Kosten, >0 ergibt sich, daß die persönlichen Kosten der öffentlichen Volksschulen insgesammt betraten haben: im Jahre 1896 88,543,877, im Jahre 1891 110,260,386 und im Jahre 1896 133,913,122 Mk., die sächlichen Kosten im Jahre 1886 27,920,508, im Jahre 1891 35,964,926 und im Jahre 1696 52,004,373 Mk.
Kanonen Deutschland einen Weltmarkt eröffnen werde, auf Der Steigerungssatz beträgt für die Zeit von 1886 bis 1896 dem in freier Konkurrenz der Kaufleute aller Nationen die bei den persönlichen Kosten mithin 51,24 pCt., bei den säch- Güter von China, Japan und Korea werden ausgetaufcht
lichen Kosten 86,26 pCt. In den Städten allein stellten sich werden gegen die Erzeugnisse der „westlichen zivilisirten Welt" die persönlichen Kosten der öffentlichen Volksschulen im Jahre und von Amerika. Das deutsche Reich muß die Vorbe- 1886 auf 37,493,573, im Jahre 1891 auf 47,889,151 und dingungen für diese Entwicklung schaffen, die Bucht von im Jahre 1896 auf 60,545,580 Mk., die fachlichen Kosten Kiautschou befestigen, sowie bequeme und sichere Landung und im Jahre 1896 auf 12,9 72,985, im Jahre 1891 auf s Verladung ermöglichen, die Eisenbahnen im Norden bis zum 16,705,173 und im Jahre 1896 auf 22,583,978 Mk.; das Hoangho, im Süden bis zum Kaiserkanal bauen und so das ergibt in der Zeit von 1886 bis 1896 bei den persönlichen ^reiche, bisher verschlossene Wirtschaftsgebiet der Provinzen Kosten eine Steuerung um 61,48, bei den sächlichen Kosten Tschili, Shantung, Honan, Kiangsn u. s. w. eröffnen und eine solche von 74,08 pCt. Auf dem Lande allein machten für sachgemäße Ausbeutung der vorhandenen reichen Kohlen- die persönlichen Kosten im Jah' e 1886 51,050,340, im Jahre und Eisenlager sorgen. Mit der Schaffung dieser Existenz- 1891 62,371,234 und im Jahre 1896 73 367,542 Mk., sund Entwicklunasbedingungen müsse sich aber die deutsche die sächlichen Kosten im Jahre 1886 14,947,523, im Jahre Reichsregiernnq begnüg n. Bureaukratische Verwaltung, ein- 1891 19,259,753 und im Jahre 1896 29,420,395 Mk. aus. festige Marine-Gouven ementspolitik sei hier nicht am Platze, Die Zunahme in der Z-it von 1886 bis 1896 stellte sich sondern freie sie Selbstverwaltung. Das Beispiel der Hafen-
mithin hier bei den persönlichen Kosten auf 43,72, bei den sächlichen Kosten auf 96,82 pCn Jm Staatsgebut entfielen auf Schulunterhaltnnqskosten auf den Kopf der Bevölkerung im Jahre 1886 411, im J-hre 1891 4,88 und im Jahre 1896 5 st Mk. Die Unterhaltungskosten für je ein Schulkind betrugen 1886 24 07, 1891 29,74 und im Jahre 1896 35,50 Mk. In Hessen-Nassau betrugen die Schulunterhaltungs-
kosten für je ein Schulkind 1886 25,so, 1891 39 97, 1896 Zeitung aus München, er habe dem Reichskanzler seinen Ge-
41,47 Mk. j währsmann bereits genannt. Der Oeffentlichkeit werde er ihn
Was ist Kiautschou werth? Geflissentlich werden, aber erst dann übergeben, wenn Zola dies verlange. Er, augenscheinlich von englischer Seite, Nachrichten verbreitet, i Björnson, glaube seinem Gewährsmanne, der übrigens kein welche den Werth der neuesten ostasiatischen Erwerbung herab-s Geheimniß aus der Sache mache und den Reichskanzler setzen sollen. Prinz Heinrich, so heißt es, werde dem Kaiser gut kenne.
als Ergebniß seiner Informationsreise nach China den Vor- " ~ “
- ,..... .... ^.'- Berlin, 25. Juli. Der erste Vorsitz nde des Bundes
schlag unterbreiten, daß Deutschland nichts Klügeres thun der Laudwirthe, der Reichs- und Landtagsabgeordnete von könne, als Kiautschou schleunigst wieder aufzugeben. Da er- P l ö tz, ist an Brustfellentzündung gestern Abend gestorben.
Dynastie aus, die Taiping-Revolution, die in Kwang-tung so entsetzlich gehaust hat, daß z. B. noch in den achtziger Jahren die Stadt Tack-Hing in ihrer völligen Verwüstung unserem Landsmann Schröter die Vorstellung einer deutschen Landstadt nach dem dreißigjährigen Kriege hervorrief. Diese politische Antipathie nährt also stets eine unzufriedene Stimmung; und dazu kommt nun, daß die Zusammensetzung der bunt gemischten Bevölkerung beider Provinzen, deren einzelne Elemente zum Theil in scharfem Gegensatze zu einander stehen, die Bildung immer neuen Zündstoffes bedingt. Von welcher Bedeutung dieser Umstand ist, mag die Thalsache lehren, daß der Erfolg der Taiping-Revolution auch darauf zurückgelt, daß die eine Gruppe der Bevölkerung, die Hak-ka, die Rebellen gegen eine andere, die Pun-ti, zu Hilfe rief.
Als den Rest der Ureinwohner schaff von Kwang-tung sehen die Chinesen selbst die Tan-ka an, jenen Theil der Cantoneser Bevölkerung, der auf den Booten im Perlflusfe ein amphibienhafteS Dasein führt. Die Tan-ka leben und sterben auf dem Flusse, ihre Boote und Pfahlbauten sind ihre Heimath, und während die Männer als Werftarbeiter, Fährleute u. s. w. sich ernähren, sind die Frauen geschickte Bootsführer und führen das Hauswesen auf dem Boote, auf dem auch ein Blumengarten und rin Hühnerhof nicht fehlt. Die Tan-ka heirathen nur untereinander und sind dunkler und kleiner als die eigentlichen Cantonesen, die aus der Vermischung der Ureinwohner mit den Chinesen enlstanden sind und sich nun selbst „Eigen erdige", Pun ti, nennen. Die Pun-ti haben die besten Theile des Landes in Besitz genommen und ihm die Kultur gebracht^
aümaW abe^ T TSS Ä^« und dann auf unwegsamen, nur ihnen bekannten
Sä
Philippinen, auf Kuba und Califohnien :c. Allein ausgegangen, bellion von dieser ober jener Gruppe Unterstützung erfahren,
^u ia ^fe ausgezeichnete Lage Cantons.
in's Lazareth schicken und wo sie in's Dock gehen können, wenn sie reparaturbedürftig sind. Daß Kiautschou ein vortrefflicher Kriegshafen und Dockplatz ist, sei über allen Zweifel erhaben. Aus dem Kriegshafen werde aber ein Handelshafen, wie Hongkong und Shanghai, werden, eine Zentralstelle deutscher Intelligenz und deutschen Unternehmungsgeistes, wo unter dem Schutze deutschen Rechts und deutscher
Plätze Hongkong und Shanghai müsse uns als Vorbild dienen.
Politische und unpolitische Nachrichten
(Depescheu-Burea« „Herold".)
Berlin, 25. Juli. Djörnson telegraphirt derVossischen
BM»MMMi«BianKwmffiiT«mg^^ -Ä»^
und in beiden Kwan-Provinzen findet man sie überall als die regsamen, unternehmenden und höchst geschicklen Vermittler des Handels. Ihre Feinde sind die Hak-ka, d. h. Gäste, Einwanderer, die von Nordosten her kamen, zuerst die von den Pun-ti leer gelassenen, schlechteren Theile des Landes besetzten, aber den weichenden Pun-ti, denen sie hent auch an Zahl etwa gleichkommen, allmählich nachrückten, selbst bis in die Städte, wo sie allerdings nur den Kleinhandel und das Handwerk betreiben und vor allem das Barbiergewerbe total monopolistren. Sparsam und fleißig sind sie den anderen Stämmen zu einer ernsten Gefahr geworden, und unausgesetzt gehen die Geschlechterfehden, die oft ganze Dörfer^ dauernd in Waffen gegeneinander halten. In Kwang-st trifft man daher zahlreiche, völlig ummauerte oder dmch ein Kastell ge- sä ützte Dörfer; diese Kastelle sind oft speziell z»m ^chutz- der Ureinwohner gegen die Hak ka angelegt. Hur sie ^ - bitterung dieser Clanfehden spricht der Umstand, dakzuw^en selbst die den Chinesen sonst stets heiligen Fr.edhofe dabei
kommen nun die den '^navntm n r^ ^^erer aus Kn ^ Schiffer -c. Zähren und in
Fo lien, sie w P-s-ug^ten reden; dann die wahrschein- Kir^ von Kwa»g-si darstellenden Tschuang-ku, b vermuthlich aus siam stammende Raffe und end-
^Erdentstandenen", die Miau-tse, freie Söhne oer Berge die nur zu Tauschgeschäften gelegentlich in die Ebene