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Amtliches Grgan für Htaöt- unö LmrSKrers Hanau.

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für Stadt- und Laub« kreis Hanau 10 ^ He 4gespaltene Garmond- zeile oder deren Raum, für Auswärts 15 ^.

Im Reklamentheil die Zeile 20 ^, für Auswärts 30 ^.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

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Freitag den 22. Juli

AWMches.

S1«rH1^eis ^anait.

KeksMtMLchMgeN des Oberbürgermeisteramtes.

Bekanntmachung.

Die Schlosser- und Glaserarbeiten für die Gebäude des städtischen Elektrizitätswerkes werden hiermit öffentlich ausgeschrieben.

Auszüge und Bedingungen liegen im Stadtbauamt I, Zimmer Nr. 23 des Rathhauses, für Interessenten zur An­sicht aus und sind Angebote verschlossen und mit der Auf­schrift:Schlosser- bezw. Glaserarbeiten für das Eleltrizitäts- werk" bis zum

26. d. M., vormittags 11 Uhr,

bei genannter Amtsstelle einzureichen.

Die Eröffnung findet daselbst öffentlich statt.

Hanau den, 18. Juli 1898.

Der Magistrat

Bode. 10626

Bewillgung nicht zweifeln dürfen und wenn auch die An- amerikanischen Schlachtschiffen nnindcrwerthig; aber wenn spräche der Regierung noch so groß sein sollten. i auch nicht ein amerikanisches Schiff wirklich ernsthaft verletzt

Die Forderung der großbritanuischen Regierung wird nicht i worden ist, so lag dies an dem ungenügenden Schießen und nur in England, sondern auch im Auslande die Erinnerung j Manöveriren der spanischen Flotte. Die Engländer sollten an die wenig friedensfreudigen Reden, in denen sich die her- ; also bedenken, daß es mit der Masse der Kriegsschiffe keines- vorragendsten englischen Staatsmänner vor wenigen Monaten wegs gemacht ist, und daß sie damit die Russen und Frau- ergingen, wied-r wachrufen. Es scheint doch, als ob weder

das Zusammengehen mit Rußland in der kretischen Gouver- neurssrage, noch das nach viel monatlichen Kämpfen glücklich zustande gebrachte Rigerabkommen mit Frankreich in den Eng­ländern die Zuversicht rege erhielte, daß der Friede mit diesen Staaten dauernd gesichert sei. Auch die gegenwärtige Freund­schaft mit den Vereinigten Staaten scheint das Sicherhcüs- gesühl der Engländer nicht allzusehr zu stärken, und so denken sie wohl, daß es am besten ist, selbst so rasch als möglich die stärksten Rüstungen zu machen, um wenn es nothwendig wäre, schlimmsten Falls allein den Kampf gegen mehrere Gegner führen zu können.

zoseu nicht einschüchtern werden.

Zum Zweiten zeigen die fieberhaften SeerüstungenIder Engländer, daß man sich ia England noch nicht darüber klar geworden ist, daß man mit der Flotte allein nicht so gefähr­liche Gegner, wie Rußland und Frankreich im Schach halten kann. Und doch sollte die Geschichte Englands ihnen zeigen, daß eine genügende Landmacht von der größten Wichtigkeit ist. Seinen gefährlichsten Gegner Frankreich hat im vorigen Jahrhundert und im Beginne dieses Jahrhunderts England nicht durch Seesiege, sondern durch Erfolge zu Lande aus der leitenden Stellung in Europa verdrängt. Im spanischen Erb­folgekriege waren es nicht die Seeschlachten, sondern die

Steckbrief.

J. II. 879/98. Gegen den Tagelöhner Fabian Zieg- ler, geboren am 18. Januar 1856 in Hausen, Kreis Geln- hausen, welcher flüchtig ist, ist die Untersuchungshaft wegen Diebstahls i. w. R. verhängt.

Es wird ersucht, denselben zu verhaften, in das nächste Gerichtsgefängniß abzuliefern und Nachricht anher zu den Akten J. II. 879/98 zu geben.

Hanau den 15. Juli 1898.

Der Königliche Erste Staats anwalt

Pin off. 10802

Ist tun die Vermehrung der Flotte ein geeignetes unb ausreichendes Mittel, um diesen Zweck erreichen zu können? plaquct, durch die England die Uebermacht Ludwig XIV. Die Fraoe muß aus mehreren Gründen verneint werden, brach. In der Zeit des siebenjährigen Krieges waren es Einmal ist daran zu denken, daß nach einem gewissen Still- ebenfalls Erfolge zu Lande, die den Engländern ermöglichten, stände in der ersten Hälfte dieses Jahrzehnts die englische! den Franzosen Canada abzunehmen. Ebenso wurde die Macht Flotte seit dem Jahre 1894 in geradezu fieberhafter Weise Napoleons nicht durch die Seeschlacht Abukir Trafalgar ge- verstärkt worden ist, so zwar, daß trotz angestrengtester Ar-! brachen, sondern durch die Mißerfolge in Spanien und Ruß- beit die beschlossenen Verstärkungen noch lange nicht vollendet sind. Und wenn selbst die englischen Werften den durch die

großen Siege bei Hochstädt, Ramillies, Oudenarde und Mal­

land. Heute aber würde im Falle eines großen Krieges Eng-

neuerlich geplante Verstärkung noch weiter geplanten An­sprüchen sollten gerecht werden können, so kommt es doch nicht nur auf die Zabl der Kriegsschiffe an, sondern auch

land mehr als je auf Erfolge zu Lande angewiesen sein, denn die englische Weltmachtstellung steht und fällt mit dem Besitze Indiens, und dieser Besitz hängt nicht von einer starken Seemacht ab, sondern davon, ob England dem An­prall der aus Centralasien vorrückenden russischen Truppen-

Gefunden: Eine Mütze. Ein Portemonnaie mit etwas Geld.

Verloren: Zwei goldne Manfchettenknöpfe. Ein Glaser- Diamant.

Entlaufen: Ein kleiner junger weißer Foxterrier mit gelben Abzeichen und stumpfer Ruthe. Eine weiße und eine weiß-graue Gans.

Hanau am 22. Juli 1898.

Englische Flottenvermehrung.

Es wird gemeldet, daß der englische Staatssekretär der Marine beabsichtige, im nächsten Herbst dem englischen Par­lamente eine neue Marinevorlage zu unterbreiten. Bei der «»u um ^tyuguiuimiuiunen t|i, gar nch im jpanqw= Bewilligungslust, die die englische Volksvertretung den | amerikanischen Kriege soeben gezeigt. Die spanischen Kriegs-

Forderungen der Marine entcegenbringt, wird man an der schiffe waren durchaus nicht sämmtlich im Verhältniß zu den

auf die geeignete Bemannung der Schiffe. An seemännischem Material fehlt es nicht sowohl, als an der Möglichkeit, in so rascher Zeit immer neue Mannschaften auszubilden. Dazu gefährdet durch rie sta ke Landmacht seines russischen Gegners, fehlt es schon vor allem an der nöthigen Zahl selbst genügend als Rußland durch die starke Seemacht Englands, denn wie ausgebildeter Offiziere und Unteroffiziere. Die englischen wenig Angriffspunkts durch die Flotte der russische Riesen- Seeoffiziexe müssen schon heute zugeben, und sie thun es ge-1 körper bietet, gut sich im Krrmtriege gezeigt. Nicht die großen wtß nur schweren Herzens, daß die Mannschaften anderer Flotten der damals verbündeten Staaten England und Kriege marinen, insbesondere düjenigen der deutschen Kriegs- Frankreich konnten Rußland etwas wesentliches anhaben, son- flotte, eine bessere Ausbildung haben, als die englischen deru nur der Erfolg zu Lande, bei dem Frankreich den Marinetruppen. Mit der Disziplin ist es beim englischen; Löwenantheil davontrug.

Werbesystem ohnehin immer eine heikle Sache gewesen, aber! Es ist also eine Selbsttäuschung, der sich die Engländer auch in technischen Dingen, z. B. in der Schießausbildung, ist bei einer so überstürzten Flottenvermehrung ein allgemeiner Rückgang der Leistungsfähigkeit von Offizieren und Mann­schaften unausbleiblich. Dieser Rückgang zeigt sich dann nothwendiger Weise nicht nur auf den neugebauten Schiffen, sondern auch auf der bereits bestehenden Marine. Wie

messen sich gewachsen zeigen würde. England ist viel mehr

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Ferrilletsit

wichtig aber eine gute Ausbildung, insbesondere der Offifiere und der Geschützmannschaften ist, hat sich im spanisch-

hingeben, wenn sie glauben, durch das Uebergewicht zur See ihre Stellung behaupten zu können. Ein so nothwendiges Mittel eine starke Flotte heut zu Tage auch für jeden Groß- staat zur Erhaltung seiner Macht ist, so dringend fordert doch dieses Mittel seine Ergänzung durch eine entsprechende Land­macht. Es ist wohl möglich, daß England seinen Irrthum noch einmal bitter zu bereuen haben wird.

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Präsident Faure zu Dause.

Von den sechs Prästdi-nten, welche bisher an der Spitze der dritten französischen Republik gestanden haben, ist Felix Faure entschieden derjenige, welcher sich der größten Popula­rität erfreut. Er verdankt diese Popularität weniger seinen politischen Eigenschaften bis zum Tage seiner Erwählung war er dem großen Publikum so gut wie unbekannt als vielmehr der Liebenswürdigkeit seines Wesens, seinem ganzen Austreten nach außen hin. Er, der Sohn eines kleinbürger­lichen Möbelfabrikanten, umgibt sich fast mit monarchischer Pracht, er verfehlt keine Gelegenheit, fremden Herrschern, die Frankreichs Boden berühren, seinen Besuch abzustatten und ihnen wie ein Ebenbürtiger gegenüberzutreten. Sein Vor­gänger Casimir-Perier war gewiß von Hochmuth und klein­licher Eitelkeit frei, nichtsdestoweniger haßte man ihn vom ersten Tage an alsAristokraten". Man warf ihm seinen Reichthum, seine gesellschaftlichen und verwandtschaftlichen Be­ziehungen vor, und legte ihm Alles, was er unternahm, als Verbrechen aus. Nun, Felix Faure ist auch gerade kein armer Mann, wenn man sein »erwögen zwar vielleicht nur auf zwei Millionen FrancS schätzen kann, auch er zählt zahl­reiche persönliche Freunde unter den Familien des alten Adels, und kein Mensch hat trotzdem bisher daran gedacht, es ihm übel zu nehmen. Gerade daS, was man seinem Vor­gänger nie verziehen hätte, gefällt sogar, wenn Felix Faure es thut, dem Publikum vortrefflich. Casimir-Perier kam eines Tages aus den gewiß harmlosen Gedanken, sich einen Piqueur anzuschaffen, eine Art Stallmeister, der seinen Marstall in Ordnung halten und bei feierlichen Gelegenheiten in ele­ganter Livree mit dem Hirschfänger an der Seite dem Wagen

des Präsidenten voranreiten sollte. Als Montjarret so hieß, oder heißt vielmehr noch der Mann diese Funktionen zum ersten Male ausübte, erhob sich ein allgemeines Gezeter und Geschrei, man sprach von monarchischen Sitten, die wieder eingeführt werden sollten und nur die Vorboten der Monarchie selbst wären und dergleichen Unsinn mehr. Felix Faure hat Montjarret, dessen Name mit einem Schlage ein berühmter geworden war, ruhig beibehalten. Man kann ihn bei allen feierlichen Gelegenheiten dem vierspännigen, von zwei Jockeys aus dem Sattel gefahrenen Landauer des Staatsoberhauptes vorantraben sehen, und kein Mensch nimmt mehr Aergerniß daran. Im Gegentheil, Montjarret, ist beliebt geworden, man hat Couplets über ihn gemacht, ihn interviewt, photographirt er ist beinahe ebenso populär wie sein Herr.

Der Präsident, der in seiner äußeren Erscheinung, seiner Kleidung sich des äußersten Chikes befleißigt er wechselt durchschnittlich 34 Mal am Tage den Anzug verräth in seinen Lebensgewohnheiten durchaus, daß er ein abge­härteter Sportsman ist. Seine größte Leidenschaft ist die Jagd. Deswegen zieht er auch das kokette Schlößchen Ram­bouillet, das namentlich vorzügliche Gelegenheit zur Enten­jagd bittet den übrigen Sommersitzen vor, die ihm zur Ver­fügung stehen. Die Jagd ist wohl auch Schuld daran, daß er ein Frühaufsteher ist, wie man deren in Paris nicht all- zuhäufig antrifft. Ehe er zu seiner gegenwärtigen hohen Würde emporstieg, pflegte er für diejenigen, welche an ihn als den Deputirten, Unterstaalssekretär oder Marineminister ein Anliegen hatten, seine Sprechstunden von 58 morgens abzuhalten. Er hat manche Untergebene damit zur Verzweif­lung gebracht. Auch jetzt erhebt er sich täglich zu ungewöhn­licher früher Stunde, nimmt sein Morgenbad, seintubti was ist nicht schon Alles über diesestub* gewitzelt worden I und reitet mit einem Offizier seines militärischen Haus­haltes im Bois de Boulogne spazieren, meist auf seinem Lieb­

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lingspferde, einer Stute, welche ihm der Kaiser von Marokko geschenkt hat. Gegen neun Uhr, also zu einer Zeit, wo der elegante Pariser kaum aufgestanden ist, kehrt er ins Elysöe zurück, wechselt die Kleidung und erledigt Regierungsgeschäfte. Das Frühstück nimmt er gewöhnlich nur in Gesellschaft seiner Gattin und Tochter ein. Der Nachmittag ist für Audienzen bestimmt, oder der Präsident stattet einer in Paris anwesen­den Fürstlichkeit einen Gegenbesuch ab, eröffnet eine Aus­stellung u. s. w. Nach dem Diner geht es gewöhnlich auf irgend ein offizielles Ballfest oder ins Theater. Ob­wohl selbst durchaus heiteren und lebenslustigen Tem­peraments besucht Faure doch fast ausschließlich Theater ernsterer Richtung, und es ist eine Ausnahme, wenn man ihn mal im Vaudeville oder in der Porte St. Martin erblickt. Das schreibt ihm dasProtokoll", diese famose, so ganz unrepublikanische Einrichtung der Republik, vor. DasProtokoll" ist ungefähr das, was bei uns das Hofmarschallamt ist, blos mit dem Unterschiede, daß es nicht wie das Letztere Befehle empfängt, sondern solche ertheilt. Wenn dasProtokoll" spricht, so hat der Präsident zu schweigen und sich zu fügen. Es entscheidet in allen Eti­quette- und Cercmoniell-Fragen mit souveräner Machtvoll­kommenheit und duldet keinen Widerspruch. Au der Lpitze dieser eigenartigen Behörde, die natürlich auch ichon zu tausend Witzen in Wort, Gesang und Bild Veranlassung gegeben bat steht Herr Crozier, ein ehemaliger Diplomat, eine höchst elegante Erscheinung, der, wenn er feine goldgestickte Uniform angelegt und seinen Dreimaster aufgesetzt hat den Schmuck unzähliger Orden nicht zu vergessen es mit dem Hosches jedes wirklichen Souveräns ausnehmen kann.

Seinen Haushalt bestreitet der Präsident aus seiner Zivilliste, welche 1,200,000 Francs, also 100,000 Francs pro Monat, beträgt. Das ist eine ganz stattliche Summe, und Jules Grövy hat gelehrt, daß man sich davon sogar ein