Ubo«»ementS- Preis:
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Die einzeln« stummer kostet 10 *
TinrückungS- gebühr
für Stadt- und Soek kreis Hanau 10 ^ H» ^gespaltene Garmond- zeile oder deren Raum, für Auswärts 15 ^.
Im Reklamentheil die Zeile 20 ^, für Auswärts 30 ^.
Amtliches Organ für StaSI- und Landkreis Hanau.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.
Nr. 165
1898
AMtliHKK.
^anMww ^banau.
BrkaMtmachungeu des Königlichen Landrathsamtes.
Die Wittwe Heinrich Nickel in Langenselbold beabsichtigt an Stelle des bisherigen Wassertriebewerks an ihrer an dem Gründanbach in der Gemarkung Langenselbold belegenen Mühle (Haus Nr. 386) eine Turbinenanlage zu errichten.
Es wird dieses mit dem Bemerken zur öffentliche« Kenntniß gebracht, daß etwaige Einwendungen gegen die Anlage innerhalb 2 Wochen, vom Tage der öffentlichen Bekanntmachung gerechnet, im Sekretariat des Kreisausschusses, woselbst auch Zeichnungen und Beschreibungen zur Einsicht offen liegen, zu Protokoll erklärt werden können. Später angebrachte Einwendungen finden keine Berücksichtigung.
Zur Erörterung der rechtzeitig erhobenen Reklamationen wird Termin auf
Mittwoch den 3. August d. Js., vormittags 10 Uhr,
im Landrathsamtsgebäude — Zimmer Nr. 22 — anberaumt.
Die Betheiligten werden zu diesem Termin unter dem Bemerken .eingeladen, daß bei ihrem Ausbleiben gleichwohl mit der Erörterung der Einwendungen vorgegangen werden wird.
Hanau am 14. Juli 1898.
Der Vorsitzende des Kreisausschusses.
A. 2880 I. V.: vr. Becker, Reg.-Assessor. 10619
Dievstnachrichten aus dem Kreise.
Gefunden: Ein gelber rechter Damen-Gla^öhandschuh (von der Post). Ein gelber Kinderschuh (rechter). Eine neue Herrnkravatte.
Zugeflogen: Eine bläuliche Brieftaube.
Vom Wasenmeisier eingefangen: Ein schottischer Schäferhund m. Geschl., schwarz mit gelben Abzeichen.
Hanau am 19. Juli 1898.
^faöt^ret0 ^anau.
HMyKWLchMM des OLerbürgermeisteramtes.
Bekanntmachung.
Die Schlosser- und Glaserarbeiten für die Gebäude des städtischen Elektrizitätswerkes werden hiermit öffentlich ausgeschrieben.
Auszüge und Bedingungen liegen im Stadtbauamt I, Zimmer Nr. 23 des Rathhauses, für Interessenten zur Ansicht aus und sind Angebote verschlossen und mit der Aufschrift: „Schlosser- bezw. Glaserarbeilen für das Elektrizitäts- wrrk" bis zum
26. -. M., vormittags 11 Uhr, bei genannter Amtsstelle einzureichen.
Die Eröffnung findet daselbst öffentlich statt.
Hanau den 18. Juli 1898.
Der Magistrat
Bode. 10626
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Seekriegserfahrungen.
Die Fachzeitschriften für Marinesachen in den Staaten mit größerer Seemacht haben mit ihrem Urtheil über den Werth der Seekriegserfahrungen im spanisch-amerikanischen Kriege abgeschlossen und sind meistens der Ansicht, daß sich nur wenige brauchbare Schlüsse aus den Werth des verschiedenen Schiffmaterials Metten lassen, weil dessen Ausnutzung durch die feindlichen Parteien doch zu ungleich gewesen ist. Die Schlußfolgerungen aus der Zerstörung der spanischen Flotte vor Santiago de Kuba endigen mehrfach mit den Worten: „Admiral Cervera und seine Untergebenen haben sich geschlagen wie tapfere Spanier; man kann aber nicht behaupten, daß die spanischen Seestreitkräfte so gehand- habt sind, wie man es von einer Seemacht am Ende des neunzehnten Jahrhunderts erwarten sonnte.*
Daß Spanien in dem ungleichen Kampfe im Hinblick auf die durch Wegnahme amerikanischer Handelsschiffe nur zu erhöhende Kriegsentschädigung aus die Ausführung der Kaperei verzichtet hat, erscheint trotz der gegentheiligen Handlungen Nordamerikas begreiflich. Für die Unthätigkeit der einzelnen Geschwader Spaniens kann man zum Theil das Bewußtsein der Führer von der Schwäche der Schiffe infolge ihrer mangelhaften Ausrüstung mit Artillerie, Munition und anderem Kriegsmaterial als Entschuldigungsgrund annehmen. Die Verwaltung der Marine und die Regierung, die derartige Zustände geschaffen oder geduldet hat, sind aber nicht entschuldbar. Das Gefühl der eigenen Schwäche und die Ueberzeugung, daß die eigenen Schiffe doch nichts gegen die schweren amerikanischen Schlachtschiffe und besfir armüten Panzerkreuzer ausrichten könnten, scheinen bei den spanischen Führern so stark gewesen zu sein, daß sie von Anfang an an jedem Erfolge zweifelten und einen ehrenvollen Untergang als das einzige erreichbare Ziel im Auge hatten. Ohne Nutzen für ihr Land gefallen, sind die bei Cavite und vor Santiago Hinglopserten nur Zeugen dafür, wie furchtbar sich die im Frieden entstandene Vernachlässigung der Seemacht und der Kriegsbereitschaft einem energischen Gegner gegenüber im Kriege rächt. Und dennoch hätten die Erfolge Amerikas größere und schnellere sein können, wenn dieses Land nicht auch so wenig kriegsbereit gewesen wäre.
Nur an der Hand solcher Betrachtungen kann man es verstihen, wenn der Admiral Cervera seine Schiffe bei Hellem Tage aus einem Defilee, das nur einzelnes Auslaufen ge
stattete, dem sicheren Untergang entgegen führte. Nur so wird man ahnen können, warum die Torpedobootszerstörer, die bis dahin unthätig gewesen waren, und deren Angriffs- und Er- solgsbedingung die Dunkelheit und die Uusichtigkett der Lust ist, sich nun beim Todeslauf dem vollen Schnellfeuer des Feindes aussetzteu. — Die gänzlich zwecklose Expedition des Reservegeschwaders unter Admiral Camara, die in den Philippinen höchstens ebenso wie diejenige Cerveras geendet haben würde, hat, wie vorauszusehen war, schon bei Port Said geendet. Ob durch diese Hin- und Herfahrt dem Druck der öffentlichen Meinung, die thörichterweise von einer schlecht unterhaltenen und schlecht geschulten Waffe neue Thaten sehen möchte, Genüge geleistet ist, erscheint sehr fraglich. Von dem Vorwurf des mangelhaften Verständnisses für Seestrategie und für die Verwendung selbst der schwächeren Seestreitkräfte zum Schaden des Feindes kann man indeß außer der Oberleitung der spanischen Marine auch deren Admirale nicht freisprechen.
Neu ist für uns der große Werth der Schlachtschiffe an Kampfkraft und Geschütztsein gegenüber den Kreuzern nicht. Ein Bild oder einen Beweis dafür liefern die Kämpfe am 3. Juli vor Santiago allerdings nicht, weil die amerikanischen Schlachtschiffe doch gar zu wenig getroffen sind. Der Werth der starken Panzerung der spanischen Panzerkreuzer wird dadurch in etwas bewiesen, daß die Schiffe, trotzdem sie von zahlreichen Geschossen getroffen waren und schon zum Theil brannten, doch noch mit scheinbar unverletzter Maschine laufen konnten. Die Gefahr der Verwendung von Holzwerk auf heutigen Kriegsschiffen ist hier ebenso wie vor Cavite und 1894 an der Schlacht vor der Yulamündnug zu Tage getreten. Erfahrungen bei der Verwendung oer spanischen Torpedobootszerstörer sind nicht gemacht worden; ihr Führer Kommodore Fernando Villsmil ist gefallen, die Fahrzeuge sind zusammengeschossen worden, ehe sie einen Angriff, der vielleicht aus Gründen einer mangelhaften Torpedoausrüstung überhaupt unmöglich war, machen konnten.
Lagesschau.
Von der Marine. Laut telegraphischer Meldungen an das Ober-Kommando der Marine sind S. M. S. S. „Hohenzollern" und „Hela", Kommandanten: Kontre- Admiral Freiherr von Bodenhausen bezw. Korvetten-Kapitän Sommer- werck, am 16. d. M. in Drontheim eingetroffen und heute wieder in See gegangen; S. M. S. „Loreley", Kommandant: Korvetten-Kapitän von Witzleben, ist am 16. d. M. Sirope eingetroffen und heute wieder in See gegangen; S. M. S. „Geier", Kommandant: Korvetten-Kapitän Jacobsen, ist am 16. d. M. in Vera Cruz einzetroffin und wird am 27. d. M. wieder in See gehen; S. M. S. „Wolf", Kommandant: Korvetten-Kapitän Schröder (Johannes), ist
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Kriegsberichterstattung mit Hindernissen.
Ein sehr interessanter Bericht des Vertreters des „Daily Telegraph", der Licht über das innere Getriebe der neuesten Seekriegs-Berichterstattung verbreitet, wird Manchem nicht unwillkommen fein.
Es ist daS erste Mal in der Weltgeschichte — schreibt der Berichterstatter —, daß der Zeitungskorrespondent, der schon lange im Landkriege eine anerkannte Stellung gewonnen hat, auch in der Seekriegführung zur Verwendung gelangt. Man kann die Spur eines Schiffes nicht aus dem Wasser verfolgen und wenn ein Depeschendampser im Dunkel der Nacht oder in den Regengüssen eines Sturmes seine Flotte, deren Bewegungen er zu beobachten hat, aus den Augen verliert, so ist es nicht leicht, sie wieder zu finden, und man sollte es Schiff und Insassen nicht zu übel anrechnen, wenn sie gelegentlich im Eifer des Dienstes bet Nacht und Nebel auf falsche Fährte gerathen. Meine eigenen Erfahrungen in dieser Richtung während der letzten vierzehn Tage waren mannigfaltig genug. Am 21. Mai erhielten wir von Havanna an Bord des britischen Dampfers „Premier" (De- peschenboot des „New York Sun") die Nachricht, Kommodore Schley sei tags vorher mit dem fliegenden Geschwader abgedampft, um die von den Kapverdischen Inseln ermattete spanische Küste irgendwo an der Südküste Kubas abzusangen. Das war genug für uns, und bald waren auch wir in größter Eile nach Westen unterwegs. Größte Eile bedeutete für den „Premier" nicht über 6 Knoten die Stunde, selbst wenn der Heizerstab mit eiskaltem Bier fortwährend feucht gehalten wurde. Es war auch in anderer Hinsicht ein unglückseliges Schiff. Ursprünglich für den kanadischen Passa
gierdienst gebaut und dann für den Obsttransportdienst zu- rechtgemacht und mit zahlreichen Ventilationsschachten geschmückt, dabei schmutzig weiß angestrichen, erinnerte die „Premier" in Bauart und äußerer Erscheinung unwillkürlich an die in den kubanischen Gewässern kreuzenden spanischen Kanonenboote. Die Folge war, daß kein Dampfer in den westindischen Gewässern zugleich so abschreckend und so anziehend wirkte, wie der unsrige. Jedes unbewaffnete Fahrzeug unter amerikanischer Flagge floh unsere Nähe, und AlleS, was ein Geschütz führte, stürzte sofort auf uns los und schoß, sobald wir in Sicht kamen., Wir hatten ein höchst aufgeregtes Dasein, ließen zur allgemeinen Beruhigung Tag und Nacht die englische Flagge flattern und hißten zum Ueberfluß auch noch bei jeder passenden und unpassenden Gelegenheit den Wimpel der Zeitungsflotte. Die „Premier" fuhr um die Westküste Kubas herum, steckte vor Corrientes bis Cienfuegos ihre Nase in jede Bucht und jeden Küsteneinschnitt und stieß vor dem letztgenannten Hasen auf das fliegende Geschwader, das den Eingang bewachte, wie die Katze ein Mauseloch.
Der Kommodore hatte die Gewogenheit, uns zu sagen, er habe die spanische Flotte in der Falle und suche sie herauS- zulocken. Drei bange Tage, dann wurde die Thatsache fest- gestellt, daß das spanische Geschwader nicht in Cienfuegos lag. Sofort machte sich das fliegende Geschwader wieder auf den Weg. Es war bereits Abend und ein Sturm im Anzug. Wir eilten die ganze Sturm- und Regennacht hindurch hinter dem Geschwader her. Etwas nach 4 Uhr morgens hatten wir es noch in Sicht; als es aber bald darauf Tag wurde, war keine Spur mehr von den Schiffen zu sehen. Wir wußten aber, daß es nach Santiago ging, und hielten ruhig unseren Kurs dahin.
Unterwegs ereilte uns aber neueS Mißgeschick. Der Obermaschinist meldete, der Oeloorrath lange nur mehr für einige Stunden. Während wir nun mitten im Sturme
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Kriegsrath hielten und zu dem Schluffe kam.n, es bliebe nichts übrig, als den Hafen Kingston auf Jamaika anzulaufen, wozu das Oel zur Noth ausreichte, hatten wir wieder einmal eines der kleinen Abenteuer, an die wir uns schon gewöhnt hatten. Der amerikanische Hilfskreuzer „Skorpion" feuerte uns eine Granate vor der Nase her, zwang uns, beizudrehen, und sandte eine bewaffnete Bootsmannfchaft unter einem Offizier an Bord. Man hatte uns für Spanier angesehen, die unter britischer Flagge zu entschlüpfen trachteten. Wir suchten mit der Lockung frischer Kartoffeln und Zwiebeln — für ein Kriegsschiff nach vierwöchigem Blockadedienst ein seltener Luxus — etwas Oel einzuhandeln, allein die „Skorpion" konnte uns nichts Massen. Wir mußten nolens volens nach Kingston. Hier nahmen wir neue Lebcnsmittelvorräthe und Oel an Bord. _ Wir liefen aus Kingston am 27. aus und richteten unseren Kurs um die Ostspitze von Jamaika nach Santiago. Am darauf folgenden Abend waren wir gegen Mitternacht noch etwa 50 kni von der kubanischen Küste entfernt, als plötzlich ein großer Dampfer aus der grauen Dunkelheit auftauchte, uns langsam auf 1km umkreiste und, während wir in der beklommenen Ungewißheit, ob Spanier oder Amerikaner, das Hornsignal zum ?uanrt vernahmen, plötzlich gerade auf uns losfuhr und uns mit drei mächtigen Scheinwefern taghell beleuchtete. Gleichzeitig ertönte ein dumpfer Knall, und eine Granate heulte an unserem Bug vorbei. Schnelligkeit zeichnete unsere Maschine nicht gerade aus, und unsere Schraube machte noch einige Drehungen, nachdem der Kapitän den Befehl zum Stoppen gerufen. Das fremde Schiff war aber augenscheinlich ungeduldig und argwöhnisch, und fast augenblicklich darauf dröhnte ein zweiter Schuß, und, das unheimliche Heulen der Granate klang nun schon ein Ziemliches näher. Im Maschinenraum herrschte helle Panik, und eine dritte Granate heulte, diesmal schon über die Kommandobrücke hinweg, ehe das Schiff zum Stehen