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Hanauer Anzeiger
18 Juli
aus den Eindringling mehrere Schüsse ab, die jedoch in der Dunkelheit ihr Ziel verfehlten. Durch das Schießen wurden die übrigen Insassen des Gasthofes geweckt und bald war alles, zum Thell in den wunderbarsten Toiletten, auf dem Korridor versammelt. Der Reisende, ein junger Mann aus Berlin, wurde verhaftet.
Vermischte Nachrichten.
Der Kaiser als Gewinner einer filvernen Uhr. Das in Brühl abgehaltene Schützenfest verdient besonders erwähnt zu werden, da der Kaiser auf dem Feste eine silberne Uhr gewonnen hat. Und das kam so. Der Präsident des Kameradschaftlichen Kriegervereins, Rudolf Körfgen, eröffnete aus dem Schützenplatze im Schloßpark daselbst das Schießen und löste den ersten Schuß zu Ehren des Kaisers. Der glückliche Schütze holte dabei den Kopf des Ehren vogels herunter. Das freudige Ereigniß wurde sofort dem Kaiser telegraphisch übermittelt. Gleichzeitig sandte der Verein den auf den Kopf des Ehrenvogels gesetzten Preis, eine silber- vergoldete Remontoir-Uhr, an das Kaiserliche Civil-Kabiuet nach Berlin.
Der Zarin Spitzenshawl. Aus Paris hat man der jungen Zarin Altxandra einen wunderbaren Spitzen- schleier zugeschickt. Dem Maler Felix Aubert fiel die delikate Arbeit zu, mit dem Pinsel das in wunderbaren Farbentönen gehaltene Muster auf das seine Spitzengewebe zu zaubern, und eine junge Stickerin übernahm es, das entzückende Muster nachzubilden. Der Shawl, an dessen Herstellung sie mit aller ihrer Kunst geschafft hat, befindet sich jetzt bereits in den Händen der Kaiserin Alexandra, die von der wunderbar schönen Ausführung dieses Meisterwerkes der Spitzenweberei und Stickerei sicher entzückt sein wird. Das ganze Gewebe ist bei einer Länge von drei Metern und einer Breite von einem Meter so leicht, daß es von Schmetterlingen fortgetragen werden könnte. Rund herum läuft eine Borde prachtvoll nüancirter Narziffen, während das Mittelstück ein Pleiv- muster graziös hingeworfever Maiglöckchen aufweist. Von zwei Ecken streben Rosenzweige auf; die einen mit herrlichen La France-Rosen, die andern mit den gelben Rosen Rußlands. Die beiden andern Ecken sind mit der in feinen Goldfäden eivgewebtm Zarenkrone und den Initialen Alexandra Feodo- rownas verziert.
Das kleinkalibrige Gewehr in der Schlacht von Cttseo-Motttttaitt. Aus New-Dork, 2. Juli, wird der „Köln. Volksztg." geschrieben: Bekanntlich haben die Spanier das Mausergewehr, die amerikanischen Regulären das dänische (Krag-Jörgensen'sche Repetirgewehr) und die Volunteers sind mit dem Springfield-Gewehr bewaffnet. Die bisherigen Gefechte haben Gelegenheit gegeben, die Wirkung der modernen Magazingewehre zu erproben. Das Mitglied der American Medical-Association Dr. Ducker hat nun mit dem Marine-Arzt Dr. Edgar das Schlachtfeld von Cusco- Mountain besucht und den Zeitungen folgenden Bericht darüber eingesandt; „Die Wirkungen von Gewehrkugeln kleinen Kalibers bürsten durch die Erfahrungen in der Schlacht von Cusco-Mountain für immer sestgestellt sein. Einer unserer Soldaten erhielt in einer Distanz von 200 Schritt eine Fleischwunde in den linken Arm; die Kugel traf ihn dicht unter dem Ellbogen, als der Arm halb gekrümmt war. Die Wunde war an der Oberfläche nicht größer als das Kaliber der Kugel; wo die Kugel aber wieder herausgekommen, war das Fleisch schrecklich zerrissen, so daß man anfangs glauben konnte, es rühre von einer Sprengkugel her, doch erwies sich Letzteres bei genauerer Untersuchung als unrichtig. Einem der spanischen Soldaten waren die fünfte und sechste Rippe völlig gebrochen und zerschlagen; der Mann hatte sich offenbar nach vorn gebeugt und war im Laufen begriffen, als die Kugel ihn traf; die Kugel hatte ihn in den Rücken getroffen, unterhalb der zehnten Rippe, war aufwärts gedrungen, hatte die innere Seite der sechsten und die äußere Seite der fünften Rippe getroffen und beide Rippen aus eine Länge von zwei Zoll förmlich in Stückchen geschlagen. Die zweite Leiche war die eines spanischen Neger-Guerilla, mit dem dicken Negerschädel. Eine Kugel war neben der Mitte des linken Schläfenbeins eingedrungen, hatte die Tabula vitria einen Viertel Zoll fortgerissen, die Pia mater aber intakt gelassen, nur daß sie ein glattes Loch von der Größe der Kugel zurück- gelaffen. Die Kugel war durch den rechten Augenbogen herausgekommen und hatte hierbei die Hälfte der unteren Wand und die ganze innere Wand fortgerissen. Ein voll-
falls eine Folge der großen Schnelligkeit, mit der die Kugel durch, den Kopf fährt, wodurch keine Zeit für eine Zellen- Kompression verbleibt. Weiter meint Dr. Ducker, daß bei den modernen Feuerwaffen die Sterblichkeit entschieden größer sei. Wenigstens sei das bei den Amerikanern der Fall gewesen.
In England werden bereits in mehreren Städten kleine elektrische Motoren bis zu 6 Pferdekräften ausge- liehe». Die Miethe beträgt 10—30 Schilling pro Jahr, die Kosten der Installation des Motors hat der Miether zu tragen.
Die Soldaten der englischen Linienregimenter sollen Hinsort ihre Braut nicht mehr auf der Straße am Arm führen dürfen. Dies ist ein harter Schlag für „Tommy Rtkins" und noch mehr für den Gegenstand seiner Liebe. Wird wohl jetzt noch ein britischer junger Mann sich zum Militär anwerben lassen?
Eine recht empfindliche Strafe erhielten dieser Tage zwei jugendliche Fabrikarbeiterinnen der Augsburger Vorstadt Lechhausen, weil sie eine Radlerin in unfläthigster Weise beschimpft hatten. Der Amtsanwalt forderte eine strenge Strafe, da es unbedingt nöthig sei, radfahrende Damen gegen Belästigungen zu schützen. Die eine erhielt drei, die andere vier Tage Gefängniß.
Die Kreuzottern treten in diesem Sommer in Mecklenburg stark auf. Im Hornwalde bei Eldena wurden zwei Kinder beim Heidelbeerpflücken von Kreuzottern gebissen. Das eine starb, das andere liegt schwer darnieder.
Rattenbraten und Haarwuchs. Ein chinesischer Gelehrter namens Tsin-Ching-Chung hat in einem englischen Blatte einen bemmkenswerthen Artikel veröffentlicht über den diätetischen Werth des Rattenfleisches als Haar-Konservirungs- mittel. Er weist darauf hin, daß in seinem Vaterlands schon vor Jahrtausenden die Erfahrung von der therapeutischen Bedeutung der in verschiedenster Weise zubereiteten Speisen aus Rattenfleisch gemacht worden ist, und behauptet, _ daß die Wirkungen des Genießens dieser Speisen dieselben seien wie die des Arsenikessens, das bekanntlich vielen Bewohnern Steiermarks und Tirols zur Gewohnheit wird, das aber für sie die Gefahr mit sich führt, nach dem Aussitzen des Genusses dieses gefährlichen Giftes in Abgespanntheit und Verfall zu gerathen. Es ist längst bekannt, daß auch Pferde und Rinder allmählich an den Genuß arseniger Säure gewöhnt werden können, und daß diese Thiere dadurch eine glänzende Haut bekommen, sowie fett und feurig werden. Auch das Füttern der Pferde mit Mohrrüben gibt ihnen ein glattes und glänzendes Fell, ohne daß die Wissenschaft im Stande ist zu erklären, wie diese Rückwirkung auf die Beschaffenheit der Haare durch Vcrmitelung der Vervauungsorgane bewerkstelligt werden kann. Tsin-Cking-Chung vindizirt nun für das Rattenfleisch dieselben diätetischen Vortheile, die der vorsichtige Genuß arseniger Säure mit sich führt; er weist aber auch noch auf ein anderes werthvolles Resultat hin, welches mit dem Genusse von Rattenbraten verknüpft ist. Seiner Ansicht nach ist die Verwerthung dieser Nagethiere als Nationalspeise der Grund dafür, daß es unter den 300 bis 400 Millionen Chinesen so auffallend wenige Personen gibt, welche kahlköpfig sind. Seit uralten Zeiten helfen sich namentlich die chinesischen Frauen, welche die Bemerkung wachen, daß ihr Haar auszufallen beginnt, damit, daß sie während einiger Wochen bei ihren Mahlzeiten ausschließlich Rattenfleisch genießen, und^ zwar mit dem Erfolge, daß das Ausfallen der Haare aufhört und bald neuer Haarwuchs auf den kahlen Stellen entsteht. Wie wäre es, wenn unsere kahlköpfigen oder an Haarschwund leidenden Landsleute einen Versuch mit Rattenbraten machten? Schließlich sind die Ratten bezüglich ihrer eigenen Ernährung weniger unappetitliche Thiere als die Schweine, und für Tausende Pariser Herren und Damen war während der Belagerung im Jahre 1870 Rattenfleischspeise eine sehr willkommene Abwechselung und Bereicherung der wenigen ihnen zur Verfügung stehenden Konsumartikel. In manchen Gegenden Deutschlands wird das Ueberhandnehmen jener Nagethiere zu einer wahren Landplage, welche sich in eine Wohlthat verwandeln würde, im Falle das Vorurtheil selbst der ärmsten deutschen Familien gegen Rattenfleisch, welches von den reichsten chinesischen Mandarinen, ja selbst am Pekinger Hofe mit Vorliebe genossen wird, zum Verschwinden gebracht werden könnte.
Verloosungen
Vieh Verstcheruugsvereinen staatliche Zuwendungen in Höh? bis zu 10 Prozent der von ihnen statutenmäßig zu zahlen- den Entschädigungen für eintretende Viehverluste zu machen. Voraussetzung ist jedoch, daß sich die betreffenden Verstcherungs-- vereine auch mit der Rindviehversicherung befassen.
Schä-Ncher Einfluß der künstlichen Düng- Mittel. Hervorragende Chemiker führen die Thierseuchen zum Theil auf die Vergiftung der Felder und Pflanzen durch verschiedene Kunstdüngersorten zurück. Bezirksthierarzt Boffert von Würzburg hat auch kürzlich in einer Versammlung des Landwirthschaftlichen Bezirksvereins Würzburg auf die verminderte Widerstandskraft der Rinder gegen die Maul- und Klauenseuche und die ungeheure Sterblichkeit derselben auf die durch die künstliche Düngung hervorgebrachte Veränderung, oder Verschlimmerung des Viehfutters, auf den zu großen, die Herzthätigkeit abschwächenden Kaligehalt des Futters hingewiesen. Auch Menschenärzte setzen eine Reihe von Krankheitserscheinungen und Todesursachen bet Menschen mit der Ernährung, dem verschlechterten Gehalt der Mehle, der Gemüse und Pflanzen in Verbindung. Müllermeister bestätigen aus Grund jahrelanger Beobachtungen diese ärztlichen Vermuthungen und Braumeister sagen, daß die mit Kunstdünger, namentlich Chilisalpeter, aufgepäppelte Gerste nicht den guten Geschmack der früheren, durch natürlichen Dünger erzeugten Gerste habe und nach ihrer Ansicht die Ursache der auffallend vielen Nierenerkrankungen ist.
Muster-Register.
(Eintragungen bei Königl. Amtsgericht zu Hanau, Abth. I.)
Die Firma Heinr. u. Aug. Brüning in Hanan hat für die unterm 29. Juni 1895 angemeldeten, unter Nr. 724 deS Musterregisters eingetragenen Muster Nr. 4600, 4614, 4620 und 4624 die Verlängerung der Schutzfrist um weitere 7 Jahre und bezüglich der Muster Nrn. 4605 und 4636 die Verlängerung derselben um weitere 3 Jahre beantragt.
Weiter hat die Firma Gebrüder Glaser in Hanau bezüglich der am 1. Juli 1895 von der Firma Rhein u. Co. Kunstgewerbliche Werkstätte in Großauheim angemeldeten, von dieser der Firma Gebr. Glaser hier abgetretenen Muster Nrn. 430, 654, 656, 657, 718, 1095, 1100, 1178, 1179, 1225, 1604, 9028, 9032, 9033, 9034 und 9123, einge- ragen unter Nr. 725 des Musterregisters, eine Verlängerung, der Schutzfrist um weitere 3 Jahre beantragt.
Schiffsbericht.
Der Hamburger Doppelschrauben-Schnelldampfer „Augusta Viktoria" ist am 16. Juli wohlbehalten in Tromsoe einge- troffen.
Der Dampfer „Bulgaria" ist am 15. Juli wohlbehalten in New-Aork angeksmmen.
Hamburg, 14. Juli. Der Dampfer „Arcadia" von )er Hamburg-Amerika-Linie ist gestern in Penang eingetroffen.
Bremen, 15. Juli. Der Dampfer des Norddeutschen Lloyd „Prinz Heinrich" ist gestern in Colombo eingetroffm.
London, 15. Juli. Der Castle - Dampfer „Dunvegan Lastle" ist auf der Ausreise vorgestern in Kapstadt eingetroffen.
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Stadt Antwerpener 100 Fr.-Loofe vom Jahre
1887. Ziehung am 9. Juli 1898. Auszahlung Juli 1899. Gezogene Serien: Nr. 1633 2790
ständiger Längenbruch des Schädels war erkennbar, der sich von dem Stirnbein auf der rechten Seite bis zur Naht des Hinterhauptloches auf der nämlichen Seite, einen Zoll oberhalb der Wunde entlang erstreckte. Die dritte Leiche war die eines spanischen Regulären, eines jungen Mannes von etwa 25 Jahren. Derselbe hatte sich vornüber gebeugt und sich unsern Truppen zugekehrt, als eine Kugel ihn zwei Zoll von der Naht des Schläfenbeines traf, 21/« Zoll oberhalb der Schläfe; die Kugel durchschlug das Gehirn der Länge nach und kam an der rechten Seite des Stirnbeines heraus. Die Wunde war dort in Form irregulär und nur 1V« Zoll in Größe, die Pia mater sowie Tabula vitria waren in gleicher Weise beschädigt. Die Wunde war glatt und von der Größe der Kugel, sofern die Pia mater inool= virt war, jedoch dem unteren Rande der Tabula vitria entlang war das Hirn fortgerissen, als ob es mit einem Meißel herauSgehauen worden sei. Auch hier zeigte der ganze Schädel einen Bruch. In beiden Fällen stand der Bruch mit der in nicht direkter Verbindung. Der Bruch lies parallel war ^^' d^ die Kugel genommen hatte. Der Bruch Der ~ 80 nü einer Messerklinge durchfahren konnte. ®wuuwji;MHw»iwn«»»»Hv»*«»»»i’yw!mjwunflo> abaeieuttt K ^^ Distanz von 600 bis 800 Schritt Vereine. Die weimarische Regierung beschloß, den im —2-1—- E vollständige Bruch des Schädels ist jeden' Großherzogthum bestehenden und noch weiter zu errichtenden
4144 5521 8022 8513 8829
23161
40413
47966 53847
68637
23173 23371
40571 41457
48506
55889
49941
57047
26184
42216
50943
17921
26353
43676
51088
58413»61350
20190
28479
46182
51300
63804
21188
35236
46361
52250
65583
am 1.
4063
23126
38807
47067
53070
67791
69092 70454. Hauptpreise: Serie 23161 Nr. 23 a 150,000 Fr. Ser. 41457 Nr. 15 L 2500 Fr. Ser. 28479 Nr. 7 L 1000 Fr. Ser. 26184 Nr. 19, Ser' 47966 Nr. 24 je 500 Fr. Ser. 1633 Nr. 1, 8, 11 14 23, Ser. 2790 Nr. 16, Ser. 20190 Nr. 9, Ser. 23371 Nr. 12, Ser. 41457 Nr. 16, 22, Ser. 46361 Nr. 11 Ser. 47966 Nr. 13, Ser. 48506 Nr. 11, Ser. 5094< Nr. 24, Ser. 52259 Nr. 16, Ser. 57047 Nr. 11, Ser 63804 Nr. 7, Ser. 65583 Nr. 2, Ser. 68687 Nr. 13* 16 je 150 Fr. Alle übrigen in den gezogenen Serien enthaltenen Nummern je 110 Fr.
Ser. 46361 Nr. 11
Ser. 68687 Nr. 13
Bolkswirthschaftliches
Staatttche Unterstützung der Vieh-Verficherungs
Berlin, 18. Juli. Wie dem „Berliner Tageblatt" aus Gleiwitz in Oberschlesien gemeldet wird, stürzte sich dort gestern rüh der Zeichenlehrer August Geselschap, ein Bruder des vor nehreren Wochen in Rom auf so tragische Weise ums Leben gekommenen Professors Geselschap aus dem Fenster seiner Wohnung auf die Straße und war sofort todt. Er dürfte )ie Thar in einem Zustande geistiger Umnachtung verübt haben.
Breslau, 18. Juli. Auf dem Lamsdorfer Schießplätze ereignete sich infolge Explosion eines alten blind geladenen Geschosses, aus welches beim Scheiben-Einbau einer der Scheibenpsähle stieß und den Zünder des Geschoffes zum Ex- plodiren brächte, ein großer Unglücksfall. Der den Scheiben- aufbau leitende Artillerie-Offizier und 7 Mann sind zum Thell schwer verletzt. Dieselben gehören zu den Feld-Artillerie- Regimentern Nr. 6 und 21.
Paris, 18. Juli. Gestern Nachmittag fand bei Labori eine Konferenz zwischen Zola, Labori und Clömenceau statt, in welcher über die heute in Versailles zu beobachtende Taktik berathen wurde. Es ist wahrscheinlich, daß die Zola-Partei diesmal den Prozeß acceptirt, nachdem Labori bei Beginn der Verhandlungen seine für ein späteres Verfahren nothwendigen Einwendungen gemacht haben wird. Der Präsident Perivter glaubt in diesem Falle den Prozeß in drei Tagen beendigen zu können. Die Zola-Partei rechnet auf eine längere Dauer.
Paris, 18. Juli. Bei Herrn Ducaffö, dem Sekretär der Comtesse Blavcle de Comminges, welcher mit Picquart befreundet ist, fand gestern eine Haussuchung statt. Die Polizei beschlagnahmte eine Anzahl Briefe.
Paris, 17. Juli. Das gestern Abend stattgehabte Verhör gestaltete sich für Esterhazy derart ungünstig, daß an dessen Freilassung vorläufig noch nicht zu denken ist.
Paris, 18. Juli. In Auperre verursachte ein unvorsichtiger Raucher die Explosion eines eben niedergegangenen Luftballons. 9 Personen erlitten schwere Verletzungen.
Moskau, 18. Juli. Die Stadt Berdjansk wurde infolge eines drei Tage anhaltenden wolkenbruchartigen Regens vollständig überschwemmt. Besonders stark haben die Vorstädte gelitten. Der angerichtete Schaden ist sehr bedeutend.
Gedruckt und verlegt in der Buchdruckerei des verein, ev. Waisenhauses. Verantwortlicher Redakteur: G. Schreck er.