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Nr. 161.

Domcrstag den 14. Juli

1898

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Amtliches, e^anö&ret# ^banau. Bekanntmachungen des Königlichen Landrathsamtes.

In dem Gehöft des Franz Scherer in Krombach, Be­zirksamt Alzenau, ist die Maul- und Klauenseuche erloschen und die Sperre aufgehoben worden.

Hanau am 12. Juli 1898.

Der Königliche Landrath.

V. 7760 I. V.: Dr. Becker, Reg.-Asseffor.

indem er zwölf Mitglieder wegen ihres Verhaltens bei der Reichstagswahl ausgeschlossen hat. Der erste Vorsitzende knüpfte hieran etwa folgende Bemerkung:Wenn auch im Allgemeinen den Kriegervereinen satzungsgemäß Politik zu treiben nicht erlaubt ist, so ist doch die Politik, die wir für Kaiser und Reich treiben, unbedingt geboten. Die Ausgabe der Kriegervereine ist heute eine andere geworden, als wie lediglich zusammen zu kommen und Erinnerungen u. s. w. wachzurufen; die Elemente, die gegen Fürst und Vaterland sind, gehören nicht in die Kriegervereine, diese müssen wir

bekämpfen, wir müssen von unseren Mitgliedern verlangen,

....... ,_ . -...... - - - ......, ............ ........... ... __ ^ _. .. . ; WU MIM|]t«l VVH 4411 | ll 14t ^m^liwtlll VI "-T . . 7~73 7"77 I 7. ; daß sie keinem Sozialdemokraten ihre Stimme geben.

Kriegervereine und Sozialdemokratie. Weaen Derlenmduna von Krieäerv<

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Wegen Verleumdung von Kriegervereinen

Das sozialdemokratische Parteiblatt macht seinem Unmuthe wird sich demnächst ein sozialdemokratischer Preßhetzcr vor über die Energie, mit welcher in den Kriegervereinen gegen Gericht zu verantworten haben. DaS sozialdemokratische Or- die heimlichen Sozialdemokraten in ihren Reihen vorgegangen; gan in Halle hatte nämlich in der Reichstagswahlkampagne wird, durch die Behauptung Lust, daß Tausende von deutschen eine Mittheilung veröffentlicht, wonach zwei Beträge von 50, Wählern durch moralischen und materiellen Zwang genöthigt bezw. 30 M. dem sozialdemokratischen WahlfondS aus Teuchern worden seien, in die Kriegervereine einzutreten. Das sozial- (übersandt sein sollten, und zwar unter der Unterschrift: demokratische Blatt kann und muß es ja wissen, wie wirk-Kriegerverein Teuchern G. F." Die Vorstände der drei sam materieller und moralischer Zwang zur Theilnahme an Kriegervereine zu Teuchern haben deswegen gegen den Re- wirthschasllichen, wie an politischen Bestrebungen gegen große bafteur des genannten Blattes eine Verleumdungsklage ange- Kreise der Bevölkerung geübt werden kann. Recht bloß die strengt.

arbeitswilligen Arbeiter bei frivolen Ausständen wissen ein! Der AEchtttz des Pv-tttzifch-N Land-s-F-«er- Lied davon zu singen, sondern ein guter Theil der sozial- Wehr-Verbandes trat am Dienstag Vormittag unter demokratischen Stimmen und der Arbeitergroschen, welche den. Vorsitz des Branddirektors Schulze-Delitzsch zu einer wich- sozialdemokratischen Führern eine behagliche Existenz sichern, tigm Tagung zusammen, der im besonderen Auftrag deS ist die Frucht des vor keinem Mittel zurückschreckenden Terroris- Ministeriums deS Innern Branddirektor Giersberg und Re- mus, mit welchem die Sozialdemokratie ihre Herrschaft über! gierungsaffeffor Dr. DrewS beiwohnten. Es erfolgte eine einen großen Theil der Arbeiterbevölkerung ausübt. i längere Aussprache über die Frage der Einführung eines ge- Aber die Sozialdemokratie hat doch nicht das Recht, von meinschastlichen Abzeichens für sämmtliche preußischen frei- sich auf andere zu schließen und, weil sie unausgesetzt willigen und Pflichtfeuerwehren, sowie über Abzeichen, Uni- materiellen und moralischen Zwarg ausübt, die Kriegervereine formirung und Benennung der Chargirten der Feuerwehren, desselben Verfahrens zu bezichtigen. Die Frage steht zur Zeit im Ministerium in Berathung und

EinS dient den leitenden Geistern der Sozialdemokratie es handelte sich nun für die Regierungsvertreter darum, die dabei freilich zur Entschuldigung. Vaterlandslose Gesellen. Wünsche der Betheiligten kennen zu lernen. Regierungs­können eben die patriotische und monarchische Gesinnung nicht affeffor Dr. Drews schlug die allgemeine Einführung einer verstehen, welche das feste Fundament der Organisation der: Armbinde und gemeinsame Chargenabzeichen vor. Die An- Kriegervereine bildet. Sie können nicht begreifen, daß Vater- regung fand im Allgemeinen beifällige Aufnahme. Es wurde landslie.be und Königstreue Herz zu Herzen zieht und daß sodann die Verfügung deS Ministers des Innern, betreffend deshalb Vereine, welche die Pflege patriotischer und monar-; bie Bildung von Wafferwehren berathen. Der Ausschuß chischcr Gesinnung sich zur vornehmsten Aufgabe gestellt haben,. sprach die Bereitwilligkeit aus, den Wünschen des Ministers von selbst die Männer gleicher Gesinnung anziehen, wie der: entsprechend, die Feuerwehren auch in den Hülfedienst bei ! Wassersnoth zu stelltn, sobald die Unterstützungspflicht der Gemeinde in Fällen von Erkrankung und Verunglückung in

Die Frage steht zur Zeit im Ministerium in Berathung und

Magnet das Eisen.

Im Nebligen aber liegt in jenen sozialdemokratischen Klagen über moralischen Zwang das bemerkenswerthe Zugeständniß, daß in der öffentlichen Meinung die Zugehörigkeit zu den Kriegervereinen, welche keine Sozialdemokraten unter sich dulden, als eine Ehre gilt, während man sich schämt, sich als An­hänger der Sozialdemokratie zu bekennen. Dieses Zuge­ständniß ist von praktischem Werthe angesichts der Frage, in­wieweit die Socialdemokraten sich an dem im Herbst bevor­stehenden Landtagswahlen in Preußen betbeiligen werden. Denn hier ist bekanntlich die Stimmabgabe öffentlich, und es könnte daher die Probe auf das Exempel gemacht werden, wie groß unter den bei den Reichstagswahlen abgegebenen Stimmen die Zahl der zielbewußtenGenossen" und wie stark die derMitläufer" ist.

Lagesschau.

Die Sanitätskolonnen des Rothen Kreuzes halten ihren diesjährigen Führer- und Aerztetag am 1., 2. und 3. Oktober in Berlin ab. Um eine den Verhältnissen der Reichshauptstadt, in welcher die Zentralstellen der frei­willigen Krankenpflege ihren Sitz haben, entsprechenden Ver­lauf zu gewährleisten, wird zur Unterstützung der Leitung des Führertages aus einflußreichen Persönlichkeiten ein Ortskomitee gebildet werden. Gleichzeitig mit dem Führertag wird eine Fachausstellung aus dem Gebiete der freiwilligen Kriegs­krankenpflege eröffnet werden, auf welcher das Jneinander- areifen deS amtlichen und freiwilligen Sanitätsdienstes zur Darstellung gelangen soll. Die Mitwirkung von Behörden ist bereits in Aussicht gestellt; auch haben zahlreicheSani- tätskolonnen und eine Reihe erster Firmen die Beschickung der Ausstellung zugesagt.

Postalisches. Die Verhandlungen des Reichspostamts mit den verschiedenen Privatpostanstalten bezüglich der ihnen zu gewährenden Entschädigungen im Falle, daß die Ausdeh­nung des Postzwangs auf die Beförderung gesch ossener Brie e im Ortsverkehr beschloffen werden sollte, la sen, wie die Nordd. Allg. Ztg." hört, ein beiderseits befriedigendes Re­sultat erwarten. _ , - ,.

Energisch Krönt gegen die Gozialdemokratie

hat der MilitärvereinGermania" in Ober-Ramstatt gemacht,

diesem Dienst gesetzlich festgelegt ist. Für Erkrankungen und Verunglückungen im Feuerlöschdienst bestehen bereits Unter­stützungskassen, die aber zu Zahlungen nicht verpflichtet sind, sobald die Nothwendigkeit einer Unterstützung durch HülfS- dienst bei Waffersnoth herbeigeführt ist. Der nächste Punkt der Tagesordnung betraf die Frage:Sind die Berufs-und bezahlten Feuerwehren verpflichtet, Militäranwärter einzustellen?" Die Frage wurde im Allgemeinen bejaht, es wurde dabei aber zugleich betont, daß man das Recht habe, eine gewisse Probezeit auszumachen. ES wurde endlich noch den städtischen Behörden dringend empfohlen, die jeweiligen Führer ihrer Feuerwehren den Baukommissionen zuzutheilen.

Die Erfurter Siratzenkrawalle, die kürlich zu ziemlich erheblichen Bestrafungen führten, geben derKöln. Ztg." Anlaß zu folgender zutreffenden Darlegung: Es liegt nicht bloß im Interesse der öffentlichen Ruhe und Ordnung, sondern nicht minder im Interesse der Staatsautorität, daß jeder .Krawall, er möge aus den verschiedenartigsten Ursachen erwachsen, thunlichst bald aus den Straßen beseitigt werde. Wer glaubt, daß ihm Unrecht geschehe, hat in unserem ge­ordneten Staatswesen reiche Gelegenheit, StaatShilfe nachzu- suchen und sich ausreichende Sühne und Gerechtigkeit zu ver­schaffen. Wer sein Recht auf der Straße sucht, schafft Un­recht und dieses Unrecht muß thunlichst bald beseitigt werden. Diese Beseitigung aber wird gehindert und gehemmt, wenn zufällige Zeugen eines solchen öffentlichen Vorganges sich un­berufen in die Handlungen der maßgebenden Behörden in derartigen Augenblicken einmischen. ES ist die Pflicht jedes anständigen Bürgers, sofort die Straße und den Schauplatz von Unruhen zu verlassen, sobald die verantwortlichen Polizei- mannschaften in der vorgeschriebenen Form dazu auffordern. Leider ist es ein schwerer Fehler vieler Deutschen, daß sie in solchen, oft recht bedenklichen Augenblicken theils aus Neu- gierde, theils auS angeblichem Befferwissen Widerspruch er- heben, mit einer meist kurzsichtigen und einseitigen Kritik ein­setzen und den Polizei-Mannschaften dadurch ihre schwierige Aufgabe noch erschweren. Straßenkrawalle gehören nicht in ein geordnetes StaatSwesen, und je rascher und je nachdrück­licher sie von dm Behörden unterdrückt werden, umso mehr

müssen wir diesen zu Dank verpflichtet sein. Wer sich aber freiwillig auS Neugierde oder auS Leichtsinn in die Gefahr begibt, der ist nicht zu bedauern, wenn ihm dabei auch ernster Schade zugefügt wird.

Aus Stadt* und LarrdkreiS Haus« ?ft#br«d unserer Lokolartikel nur mit Qnelleuaurale ,H«m $«$ gestattet.

Beamtenpersonal-Nachrichten.

Er«an«t: der Gerichts Assessor Dr. Pommer zu Caffel unter Uebernahme in die landwirthschaftliche Verwaltung zum Regierungs Affeffor, der Landmeffer Weide zu Rinteln zum Oberlandmesfer, der bisherige Hülfsarbeiter, Spezialkommis- sions-Sekretär Friedrich und der Bureaudiätar Hilsberg zu Generalkomwisstons - Sekretären, der SpezialkommissionS- Bureaudiätar Kämmerer zuFulda zumSpezialkommissionS- Sekretär,

der Rechtskandidat Rebe zum Referendar,

die Ober - Postdirektionssekretäre K o r f s zu Caffel und Wilke zu Fulda zu Postkaffirern,

der Postsekietär Colloseus zu Treysa (Bez. Caffel) zum Postmeister,

der Postassistent Schug zu Melsungen zum Ober-Post- assistenten,

die Telegraphenassistenten Bock zu Hanau und Koch zu Marburg (Bez. Caffel) zu Ober-Telegraphenasststenten,

d'e Postanwärter Geil fuß zu Witzenhausen und Koch zu Eschwege zu Poftassistenten.

Uebertragent dem Oberförster Hartmann die Ober­förster stelle zu Kassel bei Gelnhausen,

dem Postsekretar Jung zu Caffel die Vorsteherstelle deS Postamts II. zu Gifhorn, dem Postsekretär Burkart zu Frankfurt (Main) die Vorsteherstelle des Postamts II. zu Ziegenhain (Bez. Caffel).

Verliehen: dem Regierungsrath Butze zu Arolsen daS Fürstlich Waldeck'sche Verdienstkreuz dritter Klaffe, dem Re- gieruugS Affeffor Eissengarthen zu Homberg eine etatS- mäßige Spezialkommiffarstelle, den Landmessern Reusch zu Wolfhagen und Kreis 2r zu Fulda, je eine etatsmäßige Vermeffungsbeamtenstelle, dem Hülfszeichner Aumann eine etatsmäßige Zeichverstelle,

dem Kanzlisten Rothe bei dem Landgericht zu Caffel der Titel als Kanzleiinspektor,

den Förstern Walter zu Alteulotheim und Centner zu Steinau der Königliche Kronenorden IV. Klaffe und dem Waldwärter Braun zu Hattenbach das Allgemeine Ehren­zeichen.

Versetzt: der Referendar von Spankeren in den Be­zirk deS OberlandeSgerichts zu Naumburg a/S.,

die Landmesser KreiS 2r aus dem geodätisch technischen Bureau der Generalkommission an die Spezialkommission zu Fulda, Bünnecke aus demselben Bureau an die Spezial- kommission zu Rinteln, Link auS demselben Bureau au die Spezialkommission zu HerSfeld, Schroedter 2r und Müller 3r auS demselben Bureau an die Spezialkommission zu CarlShafen, Voll and und Müller 4r von WieSbaden bezw. Marburg in daS geodätisch-technische Bureau der Gene­ralkommission, die Wieseadaumeister H ü t t e u h a i n von Caffel nach Marburg behufs Verwendung bei Beaufsichtigung der nicht schiffbaren Gewässer im Regierungsbezirk Caffel und Breitenbach zum MeliorationSbaumt Caffel,

der KreiSthierarzt Schlitzberger zu Grebeustein zum 1. Oktober d. I. in die neu errichtete Kreisthierarztstelle für den Stadtkreis Caffel.

Entlassen: der Fabrikant Kehl sen. zu Hanau auf fer­nen Antrag aus dem Amte als Handelsrichter bei der Kammer für Handelssachen zu Hanau, ...

der GerichtS Assessor Ebert auS dem Justrzdrenst infolge Zulassung zur Rechtsanwaltschaft.

Pensionirt: der Ober-Postsekretär OSwald zu Caffel, der Ober Postassistent Schilbe zu Elchwege.

* Johanniterorden. Der Herrenmelster des Jo- hanniter-Ordens Prinz Albrecht von Preußen hat _ Ehrenrittern des Johanniter-Or^ns, worunter sich auch Herr Landrath und Polizei-Direktor Bernhard von Schenck ru Hanau befindet, am 28. Juni d. ^. in der ^oharunter- OrdenS-Kirche zu Sonnenburg den Ritterschlag und die In­vestitur ertheilt.

Herbstmanöver. Die 21. Division hält ihre Herbst- manöver in der Gegend von Kirchhain ab, und zwar vom 13. biS 20. September. Zuvor, vom 7. bis 12. Septbr., finden die Brigademanöver der vereinigten 83. und 41. Jn- fanteriebrigade unter der Führung des Generalmajors v.