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Nr. 159.

Dienstag den 12. Juli

1898

AwtticheS.

§taötBret0 ^anau.

BelWNLALchMgeC des Oberdürgermeisteramtes.

Am Mittwoch den 13. Juli d. Js., nachmittags von 5 Uhr ab, findet im unteren Sitzungssaale des Neustadter Rathhauses, Zimmer Nr. 1, öffentliche Sitzung des Gewerbegerichts statt, in welcher Partheien etwaige Strei­tigkeiten, Klagen rc. zur Schlichtung anbringen können.

Hanau den 11. Juli 1898.

Der Vorsitzende des Gewerbegerichts.

J. V.: vr. Bulle. 10329

Es wird um Auskunft über den jetzigen Aufenthalt des Toglöhners Eduard Rumpf von Großauheim, geboren da­selbst am 15. Dezember 1855, Sohn des Michael Rumpf und dessen Ehefrau Magdalene, geb. Gräf, ersucht. Aktenz. J. H 852/98.

Hanau den 9. Juli 1898.

Der Erste Staats anwalt

Pin off. 10305

Dienstnachrichten aus dem Kreise.___

Verloren: Ein Paar neue Zugstiefel. Ein goldne- Herrnring mit rothem Stein.

Vom Wasenmeister eingefangen: Ein Bernhardiner­hund, weiß mit braunen Flecken, m. Geschl.

Hanau am 12. Juli 1898.

Lage s schau.

Von der Marine. Laut telegraphischer Meldung an das Ober-Kommando der Marine ist S. M. S.Stosch", Kommandant: Kapitän zur Eee Freiherr von Maltzahn, am am 10. Juli in Bergen angekommen vnd beabsichtigt, am 19. Juli nach Qucensscrry (Edtnburg) in See zu gehen; S. M. JachtHohenzollern", Kommandant: Kontre-Admiral Frei­herr von Bodenhausen, ist am 10. Juli in Gudwangen an- gekommen und heule wieder in See gegangen: S. M. S. Hela", Kommandant: Korvelten-Kapüäv Sommerweick, ist am 9. Juli von Bergen abgegangen; S. M. Tpbt.S 78", Kommandant: Lieutenant zur See Hering, ist am 10. Juli in Trondhjem angekommen und beabsichtigt, am 12. Juli in See zu g«hen; der Reichs-Postdompfer ^König" mit der ab- gelösten Besatzung S. M. S.Cendor", Transportsührer: Lieutenant zur See Mommsen, ist am 9. Juli in Lissabon an gekommen und hat an demselben Tage die Heimreise sort- gesitzt.

Das Präfidinw des neuen Reichstags. Ueber die Besitzung der Stelle des ersten Vorsitzenden schreibt die Reichszeitung": Daß die Nachfolger deS Freiherrn v. Buel aus dem Centrum genoumen werden muß, versteht sich ton selbst. Ebenso selbstverständlich steht über die Person noch nichts fest. Als Gras Ballestrem wieder kandidirte, witterte die Presse in ihm sofort den künftigen Präsidenten; die Fin­digsten wußten sogar, daß er gerade deshalb vom Centrum ausgestellt sei, um als Präsident präsentirt zu werden. Er war früher schon erster Vizepräsident; möglich, daß er nun Präsident wird; ebenso möglich auch, daß eS Tr. Spahn wird, der seit 1895 zweiter Vizepräsident war und gleichfalls den Befähigungsnachweis für das Amt geliefert hat. Warum sich so vorzeitig darüber den Kopf zerbrechen. Die Haupt­sache ist, daß es dem Centrum an geeigneten Persönlichkeiten nicht fehlt. Auch den zu Beginn der Legislaturperiode nöthigen Alierspräsidtntcn wird das Centrum strllen, denn der bald 88jährige Abgeordnete Dieden gehört weder zu den Tmchgesallenen, ncch zu den freiwillig Zurück­getretenen. Er gedenkt auch, das Alterspräsidium so­bald noch nicht abzugeben, und wird schr böse, wenn man ihm wünscht, er möge 100 Jahre alt werden; er will noch viel älter werden. DieMil.-Polit. Korresp." läßt sich melden:Der nengewählte Reichstag wird gleich nach seinem Zusammentritte stürmische Szenen erleben, weil die Sozialdcmokraten das Verlangen stellen werden, in der Leitung der Geschäfte des Hauses mit vertreten zu sein. Das Centrum dürfte diesem Anspruch in seiner Mehrheit Folge zu geben geneigt sein, es wird also darauf ankommen, wie sich die Linke zu der Frage stellt, ob ein Sozealdemokrat dem Präsidium angehören soll oder nicht." Zunächst scheint es jedoch noch ungewiß, ob die Sozialdcmokraten die zwert- stärkste Partei im Reichstag sind. Nach den bisherigen Feststellungen dürsten dies vielmehr die Konservativen sein.

Der Krlegerbundestag in Weißenfels.

Weißenfels, 11. Juli. Vom Deutschen Kriegerbund In Posen, W-sipreuß-n und Oberschlesien gehören üiestnigen

find jetzt 257 Abgeordnete anwesend. Oberpräsident v. Böt- ticher ist ein getroffen. Zu Ehrenmitgliedern wurden ernannt: Regierungspräsident von Puttkamer und die Majore Lynar, Fischer-Tilsit. Die Tagungen finden zukünftig alle zwei Jahre statt. Nächster Ort ist Osnabrück.

Weißenfels, 11. Juli. Den Verhandlungen wohnten der Oberprästdent Staatsminister Dr. von Boetticher und Regierungspräsident von der Recke bei. Auf Antrag des Vorsitzenden General z. D. von Spitz wurde an den Kaiser folgendes Telegramm abgesandt: Der 27. Abgeordnetentag des Deutschen Kriegerbundes, versammelt zur Feier des 25jäh- rigen Bestehens des Bundes, erneuert in Vertretung seiner 13,000 Vereine mit mehr als einer Million ehemaliger Sol­daten Euer Majestät des Gelübde unwandelbarer und unver­brüchlicher Treue. In monarchischer vnd nationaler Gesin­nung jubeln die alten Soldaten Eure Majestät als dem mächtigen Schirmherr« zu. Möge der Allmächtige Euer Majestät rastlose Arbeit für das Wohl des deutschen Volkes und die Machtstellung unseres geliebten Vaterlandes mit reichem Erfolge segnen. Allzeit werden Euer Majestät die alten Soldaten folgen mit dem Rufe:Mit Gott für König und Vaterland, für Kaiser vnd Reich."

Aus VtKdi- ««d Landkreis HanaN. Mchdrrrck »uscrer Lokslertikel mir mit £»enfr?cf»ie »Heu. Nuz, gestattet.

Beachtenswertste Rede. Auf dem in Weißeufcls stattgefundenm Abgeordnelevrage des Teutschen KrikgerbundcS

sügungsrecht über ihre Entwürfe zusteht, werden hiermit auf- gesordert, für den Fall, daß sie die Ausstellung in Frankfurt ....... ..... ..........._ am Main nicht wünschen, ihre Arbeitm bis spätestens den folgende aus von dem Delegtrten des Kreis-Kriegeiverband,s 15- Juli b. I. durch Vermittelung der Ausstellungs-Kom- Hanau Herrn Emil Jungdenn mitge,heilte Rede:Meine mission der Großen Berliner Kunst-Ausstellung hier zuruck- Herreo Kameraden! Ehe wir in die Tagesordnung eintre- zuziehen. Wer eine Veröffentlichung seines Namens wünscht, tev, möchte ich einen Punkt hier noch erwähnen, der in lctz- hat sich mit dem Vorstände des Mitteldeutschen Kunstge- hr Zeit gewiß Sie Alle sehr bewegt hat und den Seine werbe-Vereivs irr Frankfurt am Main in Verbindung zu Exzellenz der hochverehrte Herr Oberpräsident auch schon mit sitzen. Die Zurücknahme der Entwürfe ist vom 15. August d.^. zündenden Worten besprochen hat. Ich will sprechen von den ab durch ^Vermittelung be^ Bureaus der Königlichen Akademie Resultaten der letzten Wahlen. Fürchten Sie nicht, daß ich

hielt der Vorsitzende Se. Exc. General der Ins. v. Spitz

aus das Gebiet der Politik hinübergehe. Ich werde ganz ge­nau in den dem Deutschen. Kriegerbunde gesetzten Grenzen bleiben, diese aber auch scharf in Erinnerung bringen und ich bitte deshalb die Herren Protokollsührer, meine Worte

sorgsam aufzunehmev. Meine Herrev! Die lctztcn Wahlen / - - - _ - -. ,, -

haben uns untrüglich btw'esen, daß wir unter uns ich Turnerschast von 1816, auf der Großen Allee, Besenbinder- habe keinen anderen Ausdruck eine gute Anzahl Heuchler hof und den angrenzenden Straßen und Plätzen., Um 12 Uhr und Betrüger haben. (Lebhafte Zustimmung.) Heuchler nrb studet der Abmarsch statt. Der Zug wird eröffnet durch ein Betrüger, die, man mag über die Sozialdemokratie denken, Trommler- und Pfeiferkorps von 120 Mitgliedern der Ham- wie man will, auch jeder anständige Sozialdemokrat verachten burg-Altonaer Turnvereine, denen eine starke Musikkapelle muß. Dieselben betrügen ihre Vereine, sie betrügen den folgt. Es sind im Zuge etwa 30 Civil- und Mrütär-Musik- ganzin Bnvd; sie segeln unter einer falschen Flagge; sie spie-! kapellen und zahlreiche Trommler- und Pfeifer-Abtheilungen geln Dinge vor, die nicht wahr sind, indem sie hinter der der Turnvereme vertheilt. Nvn folgt ein Festwagen, aus Fahne ihres Vereins hermarschieren als Lügner; sie w ssen, dem Hammonia das mächtige Bundesbanner schützt. Hieran deß sie nicht für Kaiser und Reich sind, nicht für die schließen sich Herolde mit den Bannern der Turner fremder

BundeSfürsten, und daß sie ein Nationalbewußtsein nicht haben, während sie sich verpflichtet haben, eS zu pflegen; sie wissen, daß sie betrügerticherweise gerade dafür wirken wollen, alles das zu zerstören. Diese Leute müssen wir schimpflich von uns abstoßen. (Lebhafte Zustimmung.) Meine Bitte geht dahin, daß Sie das schärfste Augenmerk darauf haben und daß ein jeder, der auf dem Boden der Satzungen steht, mit dazu beiträgt, daß diese Leute entlarvt werden und daß ihnen die Lügenmaske vom Gesicht gerissen wird. Ich komme noch auf einen anderen Punkt. Cs sind im großen Eifer und wohl von guter Gesinnung ausgehend, aber auch eine nicht genaue Kenntniß dcr uns gesetzten Grenzen ver­rathend, Einwirkungen auf die Wahlen von feiten der Vor> stände und auS den Krirgervereinen heraus erfolgt, welche nicht nützlich sind, da sie die uns gksteckten Grenzen weit überschreiten, da sie zu ganz unangenehmen Mißverständnissen führen und das Entgegengesetzte von dem bewirken, was be absichtigt war. Das lärmen wir nur beklagen, und ich bitte Sie, sich z. B. für Preußen, wo die Wahlen für daS Abge­ordnetenhaus bald bevorstehen, streng an die Richtschnur zu halten, die für unS die gesetzliche ist. Und um das genau zu präzisiren, will ich Ihnen hier offen sagen, welches diese Grenzen sind. DaS ist nicht bloß meine Meinung, sondern sie ist noch in letzter Zeit von zuständiger Stelle auch einge­holt worden: gegen jeden Sozialdemokraten zn wirken auf jede Weise. Das ist nicht Politik. DaS ist bloß eine Beachtung unserer Satzungen, auf denen wir stehen, die genehmigt sind. (Zustimmung.) Eine weitere Richtschnur ergibt sich auS der uns durch die Satzungen auf- ' erlegten Pflicht der Pflege deS Nationalbewußtseins. Damit '

ist das deutsche Nationalbewußtsein gemeint

nicht zu uns und müssen ausgestoßen werden, welche für ein.

polnisches Nationalbewußtsein wirken. Wir wirken für ein deutsches Nationalbewußtsein. Dann gibt es noch eine andere Grenze. Die Frage ist die Sie sehen, ich spreche mich ganz offen aus wie wir uns Wel­sen gegenüber auf Grund unserer Satzungen zu verhalten haben. Wenn es klar ist, daß ein Welse nicht auf dem Standpunkte der Liebe und Treue zu Kaiser und Reich und zum Landesfürsten steht, welcher nur der König von Preußen ist, wenn er nicht gesinnt ist, hierfür zu wirken und sie zu pflegen, wie es in unseren Satzungen heißt, dann gehört er nicht zu uns. Aber diese Grenze ist nicht fixirt, während sie gegen die beiden anderen Kategorieen, die ich Ihnen genannt habe, ganz genau gegeben ist. Es kann nun in Zukurft wir sind in Verhandlungen darüber nur in jedem einzelnen Falle Entscheidung getroffen werden, und ich würde Jbnen sehr dankbar sein, wenn die Kameraden, welche in der Lage sind, diese Dinge zu beurtheilen, bei Bersouenfragen sie zu ihrer Richtschnur nehmen wollten. Nun können wir in die Tagesordnung eintret n.

* Hochzeitsmedaille. Der Kultusminister erläßt fol gende Bekanntmachung: Es besteht die Absicht, die Ent­würfe zu einer Hochzeitsmedaille, die jetzt in der Großen Berliner Kunst-Ausstellung dem Publikum zugänglich sind, demnächst im Kunstgewerbe-Museum zu Frankfurt am Main auszustellen. Die betheiligten Künstler, soweit ihnen ein Ver-

der Künste in Berlin zu bewirken.

* IX. Deutsches Turnfest in Hamburg Der Turnerfestzug durch die Stadt am Sonntag den 24. Juli, wird ein imposantes Schauspiel bieten. Die Aufstellung der über 25,000 am Festzuge teilnehmenden Turner erfolgt von 11 Uhr ab in der Umgebung der Turnhalle der Hamburger

Staaten und diese selbst, aus Rußland, Oesterreich, Italien, der Schweiz, Holland, England, Brasilien, den Vereinigten Staaten von Nordamerika rc. Dann folgen die deutschen Turner, nach Kreisen und in den Kreisen nach Vereinen mit ihren Fahnen und Emblemen zusammeugeschlosten. Die Zahl der Fahnen wird etwa 1500 sein. Jeder Kreis roitb von einem Herold angeführt, der eine Kreisstandarte trägt. Der Zug zerfällt in 7 Hauptabtheilungen mit je einem Festwagen. Auf einem der Wagen wird eine machtvolle Germania, auf einem zweiten der Turner sprachFrisch, fromm, froh, frei mit einer Huldigung für den Turnvater Iahn verbunden, auf einem dritten Handel und Wissenschaft mit Repräsentanten fremder Völkerschaften dargestellt. Ein Wagen bringt Kun t und Gewerbe mit Betheiligung Hambinger Innungen, em Wagen Turner auf einer Turnfahrt rc. Den Hammoniawagen werden Vierländer und ® $ '

Hamburger Bürgermilitär, Quart,ersleute -c- b-gle-ten- Der Akademische Turnerbund wird rn!er Dormi r,tt d r Cha g ^ in studentischem Wichs den Zug mitmachen, ^n der 4. »v theilung fahren die Mitglieder des Ausichuijes der deutschen Turnersckast mit dem Vorsitzenden Dr Goetz auS L-.pzrg, be- ql üet v°n Mitgliedern des geschäftsführenden Ausschusses für das IX Deutsche Turnfest in Hamburg. Den Schluß bilden die Hamburg-Altonaer Vereine. Der Vorbeimarsch wird etwa drei Stunden dauern, trotz der lebhaften Schritts, in dem die Turner sich zu bewegen pflegen.

* Turnfest in Hamburg. Laut Mittheilung des Kreisturuwartes Herrn Fritz Hei deck er wird der mittel- rheinische Turnkreis in Hamburg beim 9. deutschen Turnfest sich hervorragend betheiligen. Bei den gemeinsamen Eisen­