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Nr. 157.
1898
flA-Miches.
^artOto^i^ ^anau.
-'LsMNtMachMMll des Königlichen Landrathsamtes.
Die infolge Ausbruchs der Rothlauf- und der Schweineseuche für den Gemeindebezirk Ostheim angeordnete Ortsund Gemarkungssperre wird hiermit aufgehoben.
Die Sperre über das Gehöft des Johannes Dietz 4. in Ostheim bleibt bestehen.
Hanru am 9. Juli 1898.
Der Königliche Landrath.
V. 7661 I. V.: Dr. Becker, Reg.-Affeffor.
TrahNiachrichtkii des „Hai!. Avz."
Berlin, 9. Juli. Dem „Berliner Tagebl." wird aus Brüssel g,melket: Nach einer Mittheilung der belgischen Regierung wird die internationale Zucker-Konferenz bestimmt im Oklob.r wieder zusammentieten. Deutschland, Oesterreich, England, Belgien, Holland, Spanien und Schweoen gaben schriftlich ihre unbedingte Zustimmung zur Abschaffung der Zucker-Prämien. Rußland und Frankreich ist bis zum Oktober Zeit gelassen woroen, um der Konferenz ihre VermittelungsVorschläge zu unterbreiten. •
Leipzig, 9. Juli. Die Verhandlungen wegen des Karlsbader Jawelen-Diebstahls wurden gestern vor der hiesigen Strafkammer zu Ende geführt. Das Urtheil lautete gegen Krause auf 8 Jahre Zuchthaus und 10 Ja->re Ehrverlust, gegen dessen Ehefrau aus 10 Monate Gefängniß.
Kopenhagen, 9. Juli. Die deutsche in Papenburg beheimathete Brigg Anna, welche mit Kohlenladung von Papenburg nach Stockholm unterwegs war, scheiterte bei Bjerrehuse. Drei Mann der Be atzung ertranken.
Wien, 9. Juli. T er hier weilende bulgarische Minister-
stand. Den Waffenstillstand, der heute Mittag abläuft, haben beide Theile dazu benutzt, ihre Positionen zu verstärken. Das spanische Geschwader unter dem Admiral Camara befindet sich auf dem Rückwege nach Spanien.
Madrid, 9. Juli. Der gestrige Ministerrath beschäftigte sich mit Maßregeln, um einer eventuellen Beschießung der spanischen Häfen durch das Watson- Geschwader vorzubeugen.
Madrid, 9. Juli. In gut unterrichteten Kreism scheint man den Gerüchten über angeblich eingeleitete Friedensverhandlungen keinen Glauben zu schenken. Spanien ist entschlossen, den Kampf auf Kuba ununterbrochen fortzusetzen, und den Amerikanern den endgültigen Sieg so theuer wie möglich zu machen. Man rechnet dabei ganz besonders mit i bem gelben Fieber als Bundesgenossen.
Madrid, 9. Juli. Die Lage bleibt unverändert, die i Bevölkerung will von Friedensverhandlungen nichts wissen. ! Es würden sicher Unruhen umbrechen, wenn die Regierung ! Friedensverhandlungen anknüpfen würde.
Paris, 9. Juli. Der Mar ineminister Lockroy wird in der Deputirlerkammer 160 Millionen neue Marme-Kiedite verlangen.
Rom, 9. Juli. In vatikanischen Kreisen versichert man, der Papst werde keinen Schritt zu Friedensverüaudlungen thun, bis Spanien selbst l en Papst um feine Vcrmiitelung ersucht.
Athen, 9. Juli. Das Blatt „Akropolis" meldet, daß i die Regierung große Bestellungen auf Kanonen und Gewehre ' in Deutschland gemacht bat.
Newyork 9. Juli. Einer Nachricht aus Santiago f zufolge haben die Zivilbehörden die Stadt verlassen und sind jin drs amerikanische Lager geflüchtet.
Washington, 9. Juli. Der Kongreß vertagte sich gestern bis auf Weiteres. Die Mitglieder sangen in der
Präsident Stoilow erklärte einem Journalisten gegenüber, daß die Nachricht von politischen Intriguen Bulgariens unbegründet seien. Die Bulgaren seien ein kleines Volk, welchem man gar zu große Beachtung schenke. Dieselben seien be-' strebt, mit aller Welt in Frieden zu leben, und nur!
bedacht, ihre wirrhschaftliche Situation auszubessern. Der, Besuch des Fürsten beim rumänischen Königspaare habe zwar f keine speziell politische Bedeutung, verfolge aber den Zweck die guten Beziehungen zwischen Rumänien und Bulgarien zu s heben. Die G-rüchte von einer Spannung zwischen Serbiens und Bulgarien seien unbegründet, die Beziehungen zu Oester-
Kammer patriotische Lieder, die Republikaner stießen Hurrah- rufe aus auf Mac Kluley. Eine große Anzahl Abgeordnete hatten kleine Fahnen, welche sie schwenkten, und die Freude war allgemein. Doch ereignete sich plötzlich ein störender Zwischemall, indem ein Republikane erklärte, daß der Abgeordnete Pall gelogen habe. Dies rief einen Skandal hervor.
darauf! Mehrere Abgeordnete fielen übereinander her und konnten ' nur durch die Dazwischenkunft von Kollegen getrennt werden.
Der Untergang der „Bourgogne" nach dem Bericht von Angenzeugen.
Zum Untergang des französischen Ozeandampfers „Sa Bourgog' e" auf der Reise von New Dort nach Haore wird von Halifax gemeldet: „Die Frau des Kapiräns Henderson
der Zusammenstoß stattfand, befanden sich alle Fahrgäste in den Kajüten, mit Ausnahme von Professor Lccaffe. Er eilte binunter und weckte seine ,"rau. Beide waren kaum auf dem Deck angekommen, als sie schon in die See gestürzt wurden. Sie fanden zum Glück bald ein halb unter Wasser befindliches Floß. Der Professor hob seine besinnungslose Frau auf dieses. Einige Boote schlugen, nachdem sie hinabgelassen worden waren, um. Alle Insassen ertranken. Einer an Bord der „Bourgogne" wurde irrsinnig. Er sprang in die See und verschwand.
Ein anderer Augenzeuge berichter, daß der Klüverbaum der „Cromartyshire" in die Brücke der „Bourgogne" Hinein- fuhr. Der Bug riß ein tiefes Loch in die Platten des Dampfers beim Maichinenraum. Dann rutschte die „Bour- gogne" der Länge nach an der Seite der „Cromartyshire" dahin. Drei Stunden, nachdem alle Schiffbrüchigen, die m.n finden konnte, avfzcfischt waren, kam der Dampfer „Grecian" in Sicht und nahm die „Cromartpshirx" ins Schlepptau. Am Abend sah man drei Raketen und ein blaues Licht: das bekannte Nothzeichen. Der „Greciau" signalisirte, daß er Hilfe bringen wolle. Einige Minuten später aber hörten die Zeichen auf. Das Schiff wird untergegangen sein. Pro- feffor Lacasse ist der Ansicht, daß ein drittes Schiff an dem Zusammenstoß bethesligt war, vielleicht war dieses dritte Schiff jenes Packetboot der Hamburg-Amerika-Linie, welches zur Zeit des Zusammenstoßes in der Nähe von Sable Island an einen Segler anstieß. Ein Fahrgast der „Bour- gogne" preist die Heldenhaftigkeit der Offiziere der „Bour- gogve". Kapitän De'oncle blieb bis zum letzten Augenblick auf der Brücke und ging mit dem Sch ff in die Tiefe. Andere Szenen, sagt er, seien allerdings haarsträubend grwesen. Eine Anzahl Frauen und Kinder befand sich in einem Boot. Aber keine Hand regte sich, um es hinabzulassen. Viele Italiener schwangen ihre Messer und trieben die Frauen und Kinder zurück. Im Wasser war die Brutalität noch größer. Der Zwischendcckspassagier Brunen sagt aus, daß nicht Alle ihren Tod durch Ertrinken gefunden haben. Ein Matrose habe einen Fahrgast mit einer Stange erschlagen. Er selbst sei ins Wasser geworfen worden. Die Matrosen der „Bourgogne" hätten ihn nicht in ein Boot gelangen lassen. Sie hätten viele Fahrgäste ebenso behandelt. Ein Fahrgast zweiter Kajüte sagt, daß nur der zweite Offizier sich der Fahrgäste annahm. Dieser allein ließ alle Boote hinunter. Als man ihn zuletzt sah, hielt er sich auf Deck an einem Tau. Der Franzose Charles Liebra sagt, er schäme sich wegen des Benehmens seiner Landsleute. Nachdem er seine zwei fünf und sieben Jahre alten Kanben ins Boot ge-
reich-Ungarn seien gute, zu Rußland die aller be len. , w» e.yui.iju^ ytuiciuci * „ ^'lc ytuii uc» jvupimn» j^chucl ivii
Wien, 9. Juli. Das Fremdenblatt dementirt die Blätter- von dem „Cromarlyihire", welche sich mit ihren zwei Kindern Meldung, wonach die Regierung beschlossen hätte, falls die an Bord dieses Schiffes befand, erzählt, daß sie, wie ge Verhandlungen über die Regelung der Sprachensrage zu keinem wöhnlich, früh aufgestanden sei. Das Wetter war äuße-st Resultat führen sollte, den Reichsrarh in diesem Jahre nicht nebelig. Ehe die Kollision eintrat, hörte sie ein Pfeifen von «--str einzuberufen. der Portseite. Der „Cromarty'hi-e", ließ jede Minute sein
' Wi-N, 9. Juli. Die Meldungen über die bevorstehen- Nebelhorn ertönen. Frau Henderson machte ihren Mann den Berathungen der Führer der Rechten sind unrichtig. Nur auf das Pfeifen aufmerksam. Eine Minute hörte auch der die Führer der Polen werden wegen der galizischen Vor- Steuermann das Pfeifen, welches immer näher kam. Frau ~ mo
gange mit der Regierung verhandeln. Den Jungtschechen Henderson stand an der Kajüte, um ihre Kinder zu retten> -ulderstangen und -^.erni die ^äilspa ,agrere Mitten, be wurde mitgetheilt, daß die Meldung, wonach die Lösung falls sich etwas ereignen sollte. Plötzlich tauchte ein ^nü-> '^n bei ryrer flucht ,n die ^oo e hinderlich wann. ^
ihan, hinderte man ihn, hineinzusteigen.
Nach einer
mehr einzuberufen.
Meldung der F. Z. sei die Katastrophe dadurch herbeigeführt worden, daß das Schiff 80 Seemeilen nördlicher ging, als üblich, um einige Stunden zu gewinnen. Die New-Z)orkec Blätter kritisiren dies in scharfen Worten.
Eine Anklage wegen Mordes haben diejenigen i geretteten Matrosen der „Bourgogne" zu erwarten, welche mit
retten 9ruoer,langen uno Metern ote ea)ifT9pa]]agiere ihnen bei ihrer Flucht in die Boote hinderlich waren.
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SuwtÄn! ^eftiaen Emspruch -rh-bm, mrichti, lei. I erfolgt, ein furttiarer Krach. Frau Hmd-ri-n eilt, m bte S^**»**9 L §?°^". Bau ^
Wir», 9. Juli. Nach einer L-p-sche aus L-wb-rg Hai Sajüte hinab, und sand, dab ihre Kinder auch von dem Prall ?ot°””h,^°6^ «bourgogne
Graf Johann Potocl im Einvernehmen mit den Hausbesitzern erwacht waren. Sie zog sie 'möglichst schnell an und er- von Rymauow den polnischen Aerzte- und Natursorscher-Kon- ‘ wartete, daß der „Cromartyshire" jeden Augenblick in die Tiefe gehen würde. >, Als sie fand, daß keine unmittelbare Gefahr vorlag, beruhig! e sie sich. Einige Minuten später lnß das andere Schiff seine Pfeifen ertönen und sandte mehrere Raketen in die Höhe. Kapitän Henderson that das Gleiche. Er glaubte anfangs, daß der andere Dampfer Hilfe leisten wolle. Nach einigen Minuten aber war Alles ruhig. Dann erkannte man auf dem „Cromarty'hile" die furchtbaren Folgen des Zusammenstoßes. Als das Wetter sich klärte, konnte man überall auf dem Wässer Menschen sehen, welche sich an Schiffstrümmern anklammerten und auf Flößen trieben. Das Rettungswerk wurde sofort begonnen. Ueber 200 Schiffbrüchige wurden aufgefischt und an'Bord der „Cromariysyire" gebracht. Frau Henderson sagt, daß viele Ausländer um Platz in den Boo.en kämpften, obgleich Gelegenheit genug da war, wenigstens die Frauen u.L 3« retten. Professor Lacasse und seine Frau waren Stunden im Wasser. Sie hielten sich an einem Floß.Sie
greß, der bekanntlich in Posen abgehalten werden sollte, nach
Rpmauow eingcladen.
Bozen, 9. Juli. Der Tourist Ebhardt aus Köthen in Anhalt stürzte vom Schlern-Gipfel ab und wurde schwer ver-
letzt anfgefundeu.
Brüssel, 9. Juli. Der Bankier Bonquiau in Lodelins- art ist verhaftet worden. Er hat mehrere tausend belgische Stadtloose nach gemacht.
London, 9. Juli. Der Vertreter des Jusurgenten- führers Aguinaldo meldet, er habe ein Telegramm von Aguinaldo erhälieo, worin es heißt, die Insurgenten haben Besitz von allen Provinzen der Insel Luzon genommen. Manila sei noch picht in ihren Händen. Eine provisorische Regierung sei eingesetzt. Mehrere tausend Spanier, darunter hochgestellte Beamte, seien. gefangen genommen.
2opdon, 9. Juli. .Nach Pew-Yorker Depeschen berichtete der ausgewechselte Lieutenant Hobson, bte spanische Besatzung in Santiago zähle nur 4500 Mann. Die Ein- sahrl in den Hasen sei leicht und ungesährlich. Trotzdem erwartet man bet dem Angriff, den Admiral Sampson heute Mittag aus Santiago beginnen will, den heftigsten Wider-
182 gerettet; 565 sind ertrunken.
Folgende weitere Einzelheiten des Schiffsunglücks vervollständigen das Gesammtbild des teklagenswerthea Er-
cigniffes:
Paris, 9. Juli. Es gingen 88 Passagiere erster, 113 zweiter, 246 dritter, 118 Angestellte unter. Gerettet wurden 68 Passagiere erster und zweiter Kläffe, 12 dritter, 102 Angestellte. Der Konservatorium-Professor Baumann erhielt wenige Stunden nach der brieflichen Anzeige von der Heimkehr seines Sohnes, des Missionars, Mittheilung von drm Untergänge des Schiffes. In gleichem <W 6^^ Lponer Familien Weiß und Pourteau, deren tt- gehörige, Musiker, zn Grunde gingen. Unter den lobten Passagieren dritter Klaffe befinden sich Deutsche und Oesterreicher, nämlich Alfred Dubindler, Albert Stegmann, Peter Ulrich, Elise W'ffenegger, Viktor Wohlgemnth, Luise Schuppacher, Jda
2 Kinder Mit Karl und Albertine Vtellenberger, aus Elsaß, Heiu- acht rich Mollinger, Frau Fluckinger, Bertha Flackinger, Johann lul WU1ICI _., UKUCU ,lw C1UCUI Sie Eppich, Fritz Nyffeler, Franz Josef Kal,sie, Nikolaus Steiner, haben Alles Floren. Frau Lff- sagt, daß die Offiziere Ferner deut^er Nationalttat umnge^
der „Bourgogne" biao Mf ihrem Posten aushielten. Der zweiter Klaffe: Dr. Kopp und Grwshabttt, letzterer Deutsch- Zahlmeister ging mit dem Schiff in die Tiefe. Da er aber Schwerer Fräulein Therese Sommer, Bertha Mohl, Pro- .......... ein vortrefflicher Schwimmer war, rettete er sein Leben. Als fessor Walter.
Die heutige Nummer umfaßt außer dem Unterhaltungsblatt 12 Seiten.
Nach Pew-Aorker Depeschen be- LieuteNant Hobson, die spanische
wesährlich. Trotzdem er- Admiral Sampson heute
der