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Amtliches Organ für Staöt- unö LanöKreis Hanau.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.
Nr. 156.
Freitag den 8. Juli
1898
Dicustuachrichten aus dem Kreise.
Gefunden: Eine neue schwarze Damenschürze, in einem Laden liegen geblieben. Ein Hundemaulkorb.
Hanau am 8. Juli 1898.
die jetzt eine noch günstigere Zeit für sich gekommen glauben; der vierte Theil der bei dem Kaiserlich deutschen Konsulat da sind die Kommunisten, die Anfangs der siebziger Jahre in St. Petersburg eingehenden Zollreklamationen auf Nieder"
an einigen Orten, z. B. in Eartagena, Malaga und Seoilla, einige Zeit eine Pöbelhz rrschaft geführt hatten, und die jetzt
schlagung von Strafen bezieht, die an den Kaiserlich russischen Zollämtern wegen angeblicher Versehen bei den Gewichls-
Die innere Gefahr in Spanien.
„Alle rufen den süßen Namen des Vaterlandes on, und inmitten des tosenden Kampfis der verworrenen, betäubenden und sich widersprechenden Rufe der Partei« n, der zahlreichen und einander entgegengesetzten Aeußerungen der öffentlichen Meinung ist es unmöglich, zu erkennen, wo sich die Mehrheit befindet, und noch unmöglicher, ein Heilmittel für so viele große Uebel zu finden." Mit diesen Worten erklärte vor gerade 25 Jahren König Amadeo von Spanien seinen Entschluß, von der Regierung des Landes zurückzutreten.
Die Lage des Landes ist jetzt noch ungünstiger, als sie damals war, und die Worte des Königs Amadeo sind heute noch berechtigter als vor 25 Jahren. Die innere Lage in Spanien ist so verworren, daß man, nachdem der Krieg eine so ungünstige Wendung genommen hat, das schlimmste für das Land befürchten muß. Die Folgen, die der Krieg für die inneren Zustände deS Landes haben dürfte, sind viel bedenklicher, als die äußeren Folgen. Ein Land von der günstigen geographischen und klimatischen Lage Spaniens, ein
willkommene Bundesgenossen in den Tausenden zu finden oder ähnlichen Angaben verhängt worden sind. An dieser hoffen, die durch den Krieg brotlos geworden sind. ; unerfreulichen Thatlache hat sich bisher kaum etwas geändert.
Es ist ein stolzes Wort, jenes Frundsbergische „Viel Da die russische Zollbehörde sich auf diesen Sachverhalt be- F ind', viel Ehr'," aber nur der kann es mit Selbstgefühl rufen kann, wenn sie die bestehenden Gesetz-svorschriften in und Ruhe aussprechen, der dem „viel Feind" auch „viel strenger Weise zur Anwendung bringt und sich zu einer Auf- Wehr" entgegen sitzen kann. Die spanische Regierung aber Hebung der verhängten Strafe nur äußerst selten bewegen kann einem Aufruhr im Innern auf die Dauer noch weniger läßt, verspricht eine diplomatische Einwirkung auf die russische Widerstandskraft entgegen setzen, als dem äußeren Feinde, Regierung (eine solche hatten die Petenten gewünscht) zur
und deshalb mag es wohl sein, daß die nächste Zeit eine Zeit keinen Erfolg."
schwerere Gefahr über Spanien bringt, als die vielen Auf-, Deutsch chinesisches Uebereinkommen. Der volle stände früherer Jahrzehnte. ! Wortlaut des deutsch-chinesischen Uebereinkommens ist jetzt
! in der Pekinger Staatszeitung veröffentlicht worden in ; Form eines Thronberichts des Tsung - li - Damen über ^ ^".c^ °;- «*—+—» £er Inhalt
Von der Marine. Laut telegraphischer Meldung die, deutsche Landerwerbung in Schantang.
> an das Ober-Kommando der Marine sind S. M. S. „Habiät", diens Berichtes deckt sich vollständig mit den von
Kommandant: Korvettenkapitän Schwartzkopff, am 5. Juli deutscher Seite bekannt gegebenen Vertragsbestimmungen.
In Kamerun argekommen; S. M. S. „Condor", Kom- Er erwähnt neben der Abtretung von Kiarnschou auch bie
! Mandant: Ko-vettenkapitän von Dassel, ist gestern von San=. @ifei'bahn= und Bergwerkskonzessronen an Deutschland und ^sibar nach Mahs in See gegangen. besäst dann am Schluß unter der neberfcbrift: »Weitere
I Eine hohe Auszeichnung, die zugleich eine ehrende Konzessionen an Deutschland" noch folgenden Passus:»„Wenn
i Anerkennung der Thätigkeit des Kultusministeriums darstellt, die chinesische Regierung ober chineusche Private je zur Ent-
Land-mit einer nicht sehr dichten Bevölkerung, könnte auchstst soeben dem Kultusminister D. Dr. Boffe zu Theil ge- Wicklung Schantungs irgendwelche Pläne haben sollten, deren
noch recht gut bestehen, wenn es keine Kolonien mehr besitzt, - worden. Wie erinnerlich, sind im Laufe des letzten Winters Ausführung fremdes Kapital erfordert, so sollen zunächst
ja es körnte mit seinen 18 Millionen Einwohnern immerhin irr der geistlichen Abtheilung des Kultusministeriums die um- deutsche Kapitalisten darum angegangen werden. Ebenso sollen noch ein Gewicht in die Wagschale der europäischen Politikstangreichen unb schwierigen Vorarbeiten für das evangelische werfen. Die äußeren Folgen des Krieges, der Verlust der und katholische Pfarrerbesoldungsgesetz derart gesördet worden, Kolonien also, sind nicht das Bedenklichste für Spanien ' " h'
deutsche Lieferanten, wenn die Anschaffung von Maschinen oder anderen Materialien nothwendig werten sollte, in erster
Viel bedenklicher sind die inneren Unruhen, für die gerade jetzt der Boden in Spanien besonders bereitet ist.
Daß die spanische Bevölkerung, wie keine andere Europas, zu Unruhen neigt, beweist die Geschichte dieses Jahrhunderts. In den 60 Jahren von der Rückkehr Fervinauds VII. bis zur Thronbesteigung des Königs XII. hat Spanien in den folgenden Jahren größere und kleinere Ausstände zu verzeichnen gehabt: 1814, 1815, 1817,1819, 1820,1822,1823, 1825, 1827, 1833—40, 1842, 1848, 1854, 1857, 1860, 1866, 1867, 1868, 1869, 1872—75. Seitdem hat es an kleineren, gelegentlichen Unruhen auch nicht gefehlt, wenn sie auch nicht
daß es möglich war, beide Gesetze dem letzten Landtage vor- zulegen und nach langwierigen Verhandlungen zur Verabschiedung zu bringen. Der König hat nun, wie wir hören, die Gesetzentwürfe in den letzten Tagen voll-ogen. Aus diesem Anlaß wurde dem Kultusminister das Großkreuz des Rothen Adlerordens mit Eichenlaub verliehen und ihm die Verleihung in einem Handschreiben bekannt gegeben, das seine langjährigen Verdienste um Staat und Küche in ehrendster Weise anerkannt.
Linie in Betracht kommen. Nur wenn deutsche Kapitalisten, bezw. Lieferanten abgelehnt haben, wird man sich chinesischer- seitS an andere Nationen wenden dürfen."
Die Vorfrucht. Eine eigenthümliche Erschiinnng hat
AWs MaM- KKd .&W&hf4fc HülL^rZ.
^chd^ck unserer SolelertSe! nur mit O«:btN<mz«be ,8er. Sud,,' gerettet
* Verbrauchsabgaben. Im Laufe des Monats
Juni 1898 wurden im hiesigen Schlachthause ge-
Die Vorfrucht. Eine eigenthümliche Erscheinung hat schlachtet:
sich bei den letzten R-ichstagswahlen gezeigt. In Bayern, | ^6 Ochsen, mehr gegen den Monat Juni
wo bie Sozialdemokratie lange eine lebhafte Land-Agitation: 107 Kühe, „ „ „
betreibt, sind die sozialdemokratischen Stimmen auf dem platten j 59 Rinder, weniger „ „
Lande znrückgegangen; in Ostpreußen dagegen, wo von einer 865 Schweine, „ „ „
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von dem Umfange waren, wie die angeführten Empörungen
Ist das spanische Volk also von Haute aus zu Em-,.____ 0_.___... _,.y..„p„. _o.o.„, .... ovv
pörungen geneigt, so muß nach dem Kriege die Stimmung Planmußigen Land-Agitation durch die Sozialdemokratie laum 435 Kälber, dazu ganz besonders vorhanden sein. Dann werden von den gesprochen werden kann, haben bie sozialdemokratischen 82 Hämmel, verlorenen Kolonien die ausgemergelten Gestalten, die Jahre
hindurch dem Fieber, dem Hunger und den Angriffen der
_ . . . , die sozialdemokratischenI 82 Hämmel, mehr
Stimmen stark zugenomm.-n. Ein sozialdemokratisches Blatt, । die „Sächsische Albeiter-Zeitung", gibt selbst zu, daß dieses;
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Die Accis-Einnahme hiervon beträgt .
1897
ff st tt ff ff Mk.
15 Stück
4
5
123
50
23
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3979.40
Feinde trotzen mußten, zurücktehren, und sie werden eine Anwachsen nur zum Theil ber' sozialistischen' ilgitaHon ju versteuert^
hip Mpntprm hilhpn. her sie ihre; fverteilen. «iiogramni, wen ger gegen
lebendige Anklage gegen die Regierurg bilden, der sie ihre Jugendkraft haben zum Opfer bringen müssen, ohne daß doch nur das mindeste erreicht worcen ist; und viele Tausende
werden nicht zurückkehreu, weil sie in Kuba und auf den Philippinen die letzte Ruhestätte gefunden haben. Dann wird sich das Volk erinnern, baß gerade die breiteren Schichten der Bevölkerung das furchtbare und nutzlose Blutopfer gebracht haben.
Wen kann die Regierung bm empörten Volksmassen gegeuüberstellen? Das Heer? Die Armee war in Spanten nie verläßlich, und sie ist mehr als einmal zu den Aufständischen übergegangen. Sie wird jetzt noch weniger zuverlässig sein, weil in einem geschlagenen Heere die Bande der Disziplin ohnehin gelockert sind. Zudem find die Offiziere sowohl, wie die Soldaten noch aus besonderen Gründen gegen die Regierung empört; einmal hat eü die Regierung mit der Löhnung und Verpflegung der für das Vaterland kämpfen- den Truppen sehr wenig genau genommen, und zweitens macht cs die Armee der Regierung zum schweren Vorwurf, daß seit dem Ausbruch des Krieges mit den Vereinigten Staaten von Spanien aus nichts geschehen ist, um die Streitkräfte aus Kuba und den Philippinen nachhaltig zu unterstützen. Wenn aber die Regierung der Armee nicht sicher ist, auf wen will sie sich denn sonst stützen? Ueberall ist sie von Feinden umgeben, überall finden sich einzelne Ehrgeizige oder ganze Parteren, die zur Macht gelangen wollen. Da ist der über seine Abberufung gekränkte General Weyler mit seinem zahlreichen Anhänge innerhalb der Armee; da ist der macht- süchtige Romero Robledo, der die gegenwärtige Regierung haßt, weil er unter ihr zur Ohnmacht verdammt ist ; da sind die Republikaner, die zwar vor einigen Jahren feierlich erklärt haben, daß sie aus die Gewinnung der Macht verzichten wollen, die aber jetzt ihren Weizen blühen sehen; da find die Karlisten, die in den siebziger Jahren schon nahe genug daran waren, die Herrschaft endgiltig an sich zu reihen und
danken sei zum andern Theil der Arbeit, welche die frei- bm Monat Juni 1897: 2684 Kilogramm, sinnige Presse geleistet habe. Das ist ein neuer Beleg für die Richtigkeit der Theorie von der Vorfrucht, welche der Frei-; sinn gegenüber der Sozialdemokratie darstellt. Es wird vom
Hiervon die Accis - Einnahme mit . . Mk. 967.33
Summa Mk. ' 4946.73
°°d.--,'S-!l- behaupt», die .agrmisKm «,«-,---»' h-t,-° , G-I°mmt - A-tiS. Mnmhme im Monat den Sozialdemokraten Eingang in die Dörfer vertchafft. Das ^uni . . • • • • •
ist sicher unzutreffend. In keinem Theile Deutschlanes whb Mithin weniger gegen den Monat Junl 1897 Mk. eine so scharfe landwirthschaftliche Agitation betrieben, wie in Bayein, und gerade dort hat die Sozialdemokratie abge- Accis-Einnahme vom 1. nommen. Die „Sächsische Arbeiter-Zeitung" gesteht ein, daß 30. Juni 1898 . .
die sozialdemokratische Partei vor der Agitation des süd- Accis - Einnahme vom 1. deutschen „Bauernbundes" die Segel streichen müsse. Das 30. Juni 1897 . .
April 1898 bis
April 1897 bis
5183.65
236.92
Mk. 15108.75
„ 15 497.75
kommt offenbar daher, daß in jenen bayerischen Wahlkreisen Mithin weniger gegen die so gut wie kein Freisinn herrscht, welcher der Sozialdemo-
gleiche Zeit des
Mk. 389.-.
Vorjahres .
it utt aguaiivn circicyrern lonnie. ! * Ein Denkmal für bir 32er. Um seine 1870/71
Ausfüllung der Postanweisungen Mittels Gefallenen durch ein bei Wöuh zu errichtendes Denkmal zu Schreibmaschine. Die Handelskammer zu Halberstadt ehren, sucht das Juf.-Regt. Nr. 32 seit fast 3 Jahren die hatte den Staatssekretär des Reichspoßamtes auf § 19, IV nöthigen Geldmittel zu schaffen. Trotz der bisherigen großen
der Postordnung vom 11. Juni 1892 hingewiesen, wonach Opferwilligkeit aller derjenigen Kreise, welche der «e'wtt -
die Postanweisungen handschriftlich oder mit Tinte oder durch lichung dieses Gedankens ein warmes Jnterc se en geg
den Druck auszufüllen sind. Die strikte Auslegung dieser bringen, trotz der verschiedenartigsten Veranstaltungenoes
Bestimmungen h-b- in der Praxis dazu gWrt, $»[>• | »!"L~8?,Ä
kratie die Agitation erleichtern könnte.
den Druck auszufüllen sind.
anweisungen, die mittels der Schreibmaschine ausgefüllt sind, nicht zur Beförderung zumlassen. Eine Aenderung sei an- ,vnov iu u,c» «vu, -....»>- "-"''"- ", ,- h ß gesichts der zunehmenden Verwendung von Schreibmaschinen! noch in diesem Jahrhundert auffiiucnj ' geboten. Das Reichspostamt theilt daraufhin der Handels: richtung nach einem Entwurf esHer °gs von MemingM lammet mit, daß Abhilfe benits in Aussicht genommen fei.; ber Bildhauer Herr Professor s
Zottfchwiertgr-it-n im V-rt-hr mit Rußland, in li-b-nswürdiger b?abMttot d°?^
Neuerdings haben verschiedene Handelskammern bei dem nung der «selbstkostm übernehm-n will, b^
Minister für Handel und Gewerbe Vorstellungen wegen der men: eine V-r.oojlMgzu °^nsta.en ^urchden Erlösder-
im Verkehr mit Rußland sich oft ergebenden Zollschwierig- selben soll die noch fehlende Dumme au einmal beschafft
feiten erhoben. Daraufhin ist seitens des Haudelsministers werden, so daß fernerhin lie OpferwiUigteit der sich für das
den betreffenden Handelskammern jetzt folgender Bescheid er-Denkmal Intenffnenden nicht noch weiter in Anspruch zu theilt worden: „Durch Erlaß ndm 2. Januar 1895 habe nehmen wäre. Für die Virloosung hat der Herzog von ich die Handelsvertretungen darauf hingewiesen, daß sich fast Meiningen einen Hauptgewinn in Aussicht gestellt. ier