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Erstes Blatt.

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Amtliches Organ für $iaöf- unö Lanökreis Hanau

Erscheint täglich mit Anänrhme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

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Rr. 134.

Samstag den 11. Juni

1898

AmtticheS.

^a-n^rew ^anau.

BekMAtÄachuugen des Königlichen Landrathsamtes.

Unter dem Pferdebestande der Anilinfabrik der Firma L. Cassella und Comp. in Fechenheim ist die Pferdestaupe (Influenza) ausgebrochen.

Hanau am 11. Juni 1898.

Gefunden: Ein Kontobuch für H. Schmidt. Verloren: Eine goldne Brille mit Futteral. Hanau am 11. Juni 1898.

V. 6578

Der Königliche Landrath v. Schenck.

SletHlk^ors ^anau.

NÄMrrtwachrmM des Oberbürgermeisteramtes.

Da am 1. Juli d. J. mit der Verlegung der Kabel des Elektrizitätswerkes begonnen werden soll und die Herstellung der Hausanschlüsse nach dem jeweiligen Fortschreiten der Kabelverlegung vorgenommen werden muß, so werden die Hausanschlüsse derjenigen Häuser, deren Besitzer definitive Anschlüsse angemeldet haben oder bis zum 1. Juli d. J. anmelden werden, durch die Stadt ausgeführt werden.

Hanau den 2. Juni 1898.

Der Magistrat Dr. Gebeschus.

8401

Mittwoch den 15. Juni 1898

Zucht- und Fettviehmarkt in Hanau. ssoa

Die Beamten und die Sozialdemokratie.

Der soeben veröffentlichte Erlaß des Staats Ministeriums, welcher auf möglichste Erleichterung der Wahlbetheiligung für die Beamten obzielt, ist sicherlich den weitesten Kreisen des kaiser- und königtreuen Beamtenthums wie nicht minder der Bevölkerung, soweit sie überhaupt die monarchische und deutsche Gesinnung hegt, aus der Seele gesprochen, da seine Spitze sich offensichtlich gegen die Sozialdemokratie richtet.

Infolge der unbegreiflichen Langmuth des deutschen Bürgerthums ist den Führern der Umsturzbewegung der Kamm in dem Maße angeschwollen, daß sie jetzt ihre Fang­arme sogar nach den unmittelbaren Reichs- und Staats­beamten glauben ausstrecken zu dürfen. Der sozialdemo­kratischeVorwärts" hat kürzlich erst die Beamten aufge- fordert,am Wahltage von ihrer Wahlfreiheit den richtigen Gebrauch zu machen." Natürlich soll das heißen, daß die Beamten für die Sozialdemokratie stimmen sollen. Zur Be­gründung dieses über dreisten Verlangens wird geltend gemacht, daß die Sozialdemokraten die einzigen wahren Freunde der untern Beamten wären, denn sie seien stets die Fürsprecher derselben gewesen, wenn es sich um Besoldungsverbesserungen in den Parlamenten gehandelt habe.

Es gehört eine große Dreistigkeit dazu, um mit solchen Behauptungen in die Oeffentlichkeit zu treten. Wer an un-

sönliche Spitze. Ja, man gab sogar gegenseitig seiner Freude über die Aufstellung von Kandidaten verschiedener bürgerlicher Parteirichtung unverhohlen Ausdruck, da nur so jedem Mit- gliede des Bürgerthums die Möglichkeit freudiger Wahlbe­theiligung geboten sei. Als gemeinsames Ziel wird die ge­schlossene Frontrichtuug der Sozialdemokratie gegenüber fest­gehalten, und es liegen deshalb für die Stichwahl bindende Abmachungen zwecks allseitiger Unterstützung des bürgerlichen Kandidaten vor. Auch die deutsch-soziale Reform-Partei Hamburgs hat sich erfreulicher Weise diesem Vorgehen ange­schlossen. So rufen wir denn: Glück auf! Es wäre als trefflicher Erfolg von weitreichender Wirkung zu begrüßen, wenn wenigstens ein Wahlkreis unserer größten See- und Handelsstadt wieder den Händen der Umsturz-Partei entrissen würde.

Getreidezölle als Agitationsmittel. Bekanntlich spielen die Getreidezölle in der sozialdemokratischen und frei­sinnigen Wahl-Agitation diesmal wieder eine Hauptrolle. Immer von neuem wird den Wählern vorgerechnet, daß von jedem Pfund Brot 2 Pfennig an die Reichskaffe zu entrichten sind. Ein einfaches Rechencxempel lehrt aber, daß diese Be­hauptung so unwahr wie nur möglich ist. Im Durchschnitt der letzten Jahre kommen auf jeden Einwohner Deutschlands l1^ Mark an Zoll für Brotfrucht. Müßten 2 Pfennig für das Pfund Brot gezahlt werden, so würde jeder Deutsche nur 75 Pfund Brot im Jahre, also noch nicht D/s Pfund in der Woche haben verzehren können. In Wirklichkeit ver-

verantwortlicher Stelle steht, dem fällt es nicht schwer, ganz

zehrt aber jeder Deutsche im Durchschnitt täglich mindestens 1 Pfund Brot, so daß nur % Pfennig Zoll auf das Pfund

Bekanntmachung.

Die diesjährige Hett und Grummet Ernte auf den in Dörnigheimer Gemarkung am Wafferthurm liegenden, der Stadt Hanau gehörenden Wiesenflächen soll

Dienstag den 14. Juni 1898, nachmittags 31/» Uhr, an Ort und Stelle unter den vor der Versteigerung bekannt gegebenen Bedingungen meistbietend versteigert werden.

Hanau am 10. Juni 1898.

8786 Wasserwerks Direktion.

nach Gutdünken Zulagen zu verlangen und zu ^willigen' ^^7°mmen.' Sie @e^^

Mu solchen Leuten laße ,^ eine geordnete ^ua.swlrthichLs ^^, um dem Reiche Geld zuzuführen, sondern um den ubcrhalwt nicht Uhren. Die handeln wie die Kmder rns putschen Landwirthen, insbesondere den Bauern, die Möglich- Blaue htnem, nur von dem Wunsche geleitet, alo Wohlthäter . .. aemäbren. now Getreide mit Nuken ru bauen. Daü

sich aufspielen zu können.

keit zu gewähren, noch Getreide mit Nutzen zu bauen. Daß

Wie unbegründet aber die Vorwürfe sind, daß die Be­soldungsfrage speziell in Preußen völlig vei sumpft sei, erhellt aus einem vom Finanzminister Dr. v. Miguel jüngst ver­öffentlichten Berichte über die Besoldungs-Aufbesserungen in den Jahre« 189087. Für Verbesserungen der Besoldungs, Pensions- und Reliktenverhältnisse der Beamten und Lehrer sind in dem angegebenen Zeitraum 70 Millionen Mark mehr als früher aufgewendet worden. Durch den Nachtragsetat

aber der heimische Getreidebau des Zollschutzes gegen das Aus land bedarf, erkennen die Sozialdemokraten selbst an, denn sie versprechen in einem in Schlesien vertheilten Wahl- Flugblatte nach Einführung des sozialdemokratischen Zukunsts- staates den Bauern selber Schutzzölle auf Getreide.

Wiefenverpachtung.

Die diesjährige Heu- und Grummeternie von dem nachgenannten, rechts der Wilhelmsbrücke gelegenen Wiesengelände in der Gemarkung Hanau, als: Karte GG Nr. 268/65 ha 11 a 39 qm Wiese im neuen Mühlfelde, das sog. Leclair'sche Stück,

für 1890/91 sind 15 Millionen Mark zur allgemeinen Aus­besserung der Dienstbezüge, besonders der Unterbeamten, sowie 3 Millionen Mark zur Erhöhung der staatlichen Dienstalters­

Energische Abfertigung. DieMünch. N. N." schreiben: Das Organ des Pfarrers Naumann, die national­sozialeHilfe" und mit ihm derVorwärts" behauptet, der bayerische Gesandte Graf Lerchenfeld habe bereits im Jahre 1893 einen fix und fertig ausgearbeiteten Entwurf zur Ab-

"IW c <? ?? . 'timt d-s R-ichstagSwatlgefch-z ootgelegt. Siefer neuen

3U «gen per he Seher unb «q-mim-n bet SolBWnlen r.! uErst-llmg und Weisung des ton »Ger (Fulda) unb W'Uigt worden. ^m wachsten Etatjahr« ü-dar ann d e, Buch^u illszcnirlen Wahlschwindels gegenüber können wir auf D-H°,,-I bet - aismaßigen KanMbeamie», Kch-nIekEr ^ 3fomaHo an zuftäudigsier Stelle nersrcher»

und Zeichner mit einem Mehraufwande von 437 750 Mark

daß Graf Lerchenfeld weder im Jahre 1893 noch vorher noch

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au^fstrt worden. Zugleich wurden 295 620 Mark für Nachher und auch weder ^

r , . . ,_. he Beamten to®«efe«gäW^ C«wu.f georbeUel, geneigt benn

s. jungb« elbjl, ««geworfen, gür rajelM Sategonen wie für b« 8 her- ^ btmli El irgend einer R-gi-ru-gz-Jusk-nz uurge- perfonol °N d-u höh-m UmnnchtS-nsiuIttn, d,° G-,Mch u , , ^,^ ia6 ^ch "di-f- Mitth-Uulg. M ch-das S-spmst fober Äonfefsionen u. f. w. »oben gleichfalls »°fb<ffmM,M ^ Z,jzh^u°g des R-ichSt-gSw°hlr,chiS als ein fch-u seit stattgesunven. , langer Zeit vorhandenes den Wählern vormalt, von An-

Gewch bleibt noch monier Waufch jn «füllen. Siberjä ^»g bis ,u Ende auf frivoler Erfindung -beruht.

Wiese daselbst,

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eine derartige Arbeit irgend einer Regieruugs-Jnstanz vorge-

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, Holzung daselbst, s Wiese daselbst, I der Zimmerplatz gt-, Wiese daselbst, neben der vorigen und der Kinzig, in sechs Ab- theilnngen, Wiese daselbst, eine Insel zwi­schen der Kinzig und dem alten Flußbett, Holzungdaselbst,

ist eine bewußte Entstellung, daß der Staat für seine Be­amten bisher nichts gethan habe. Im klebrigen sind die BegriffeStaalsdiener" undSozialdemokrat" unvereinbar.

* Nochmals das ,-gefährdete" Wahlrecht. Im

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vom 29. Januar vorigen Jahres ausgesprochen, daß ein Be-

Rechtsanwalt Gegenbaur - Fulda auf Grund deS § 11 des

amter, der die Bestrebungen der Sozialdemokratie bewußt S"^ 7 Mai 1874 folgende

fördert und unterstützt, die Pflichten seines Amts verletzt und

sich des Vertrauens, das sein Beruf erfordert, unwürdig zeigt. Trotzdem wirbt die Sozialdemokratie offen um die Stimmen der Beamten, ohne Rücksicht auf die Ungelegenheitm,, die letztern aus einer Anbrüderung mit dem revolutionären

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zusammen 3 ha 73 a 85 qm, soll öffentlich meistbietend verpachtet werden. Termin hierzu ist auf Donnerstag den 16. dieses Monats, vormittags 10 Uhr, in das Sälchen der Kaiser'schen Bierwirth- schast in der Altstadt dahier anberaumt. Auf ange­messene Gebote erfolgt der Pachtzuschlag ohne Abhaltung eines weiteren Termins.

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Hanau am 10. Juni 1898.

Der Königliche Domänenrath Bell.

8792

Dienstiiachrichtcn aus dem Kreise.

Entlaufen: Eine schottische Schäferhündin mit Maul­korb und Steuermarke.

Sozialismus erwachsen könnten.

Wie immer ist auch in diesem Fall der Sozialdemokratie an dem Wohlergehen der Beamten wenig gelegen.^ Ihr ein­ziges Begehren ist darauf gerichtet, möglichst viel Stimmen zu ergattern. Wir sind überzeugt, daß die Beamten ihre Wahl­freiheit in einer denVorwärts" wenig befriedigenden Weift ausnutzen werden, indem sie nämlich an ihrem Theil dafür Sorge tragen, daß die Sozialdemokratie am 16. Juni eine tüchtige Niederlage erleidet.

Wahlbewegttng.

Ein treffliches Vorbild für die Führung des Wahl­kampfes bieten die Vorgänge im bürgerlichen Lager zu Ham­burg dar. Die verschiedenen bürgerlichen Parteien vertreten ihren Standpunkt mit größter Sachlichkeit und ohne jede per-

Die Herrn Richard Müller-Fulda zugeschobene Aeuße­rung, der von ihm gemeinte BundeSstaat sei das Groß- herzogthum Sachsen-Weimar-Eisenach ist vollständig aus der Luft gegriffen, ebenso unwahr sind alle daran geknüpften weiteren Darlegungen; Herr Müller hat sich Niemand gegenüber ausgesprochen, welchen Bundesstaat er gemeint habe."

* Handwerkerversammlung. Der Handwerker- Bezirksverein Hanau hatte für gestern Abend im hinteren Sälchen derAllemania" eine Versammlung anberaumt, um die Stellungnahme des von der konservativen und national-

Die heutige Nummer umfaßt außer dem Untorhaltungsblatt 12 Seiten.

liberalen Partei ausgestellten Reichstagskandidaten Herrn Alex. Sieg zu den Handwerkerfragen zu erfahren. Einlei­tend hob der Vorsitzende hervor, daß es nicht in der Absicht liege, Parteipolitik zu treiben, von den drei Kandidaten sei jedoch Herr Sieg der einzige gewesen, der sich nach den Wünschen der Handwerker erkundigt habe. Herrn Sieg wurden fünf Fragen zur Beantwortung vorgelegt. Die erste