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für Stadt- und LaR^ kreis Hanau 10 4* ^gespaltene Gannoach» zeile oder deren biruW, für AuSwärtS 15 £
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AmMches Grgnn für Stadt- und LsnöKreis Hanau.
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Grscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.
Rr. 132. Donnerstag den 9. Juni 1898
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AmMches.
Ungültigkeits-Erklärung.
Der aus den Namen des Salomon Mayer aus Hanau unterm 14. Februar d. J. für das Jahr 1898 zum Aufsuchen von Waarenbestellungen für das Manufaktur-, Leinen-, Tuch- und Modewaarengeschäft von Mendel und Berliz- heimer in Hanau ertheilte Wandergewerbeschein Nr. 4783 ist angeblich verloren. Er wird hierdurch mit dem Bemerken für ungültig erklärt, daß dem rc. Mayer ein Ersatz-Wander- gewerbeschein ertheilt worden ist.
Cassel den 27. Mai 1898.
Königliche Regierung, Abtheilung für direkte Steuern, Domänen und Forsten A.
J. V.: Braunbehrens. 8631
^taÖMr^w ^anau.
Krtrifst die Keschäftigung a« de« Meß-So»intage«.
Auf Ansuchen der betheiligten Kreise hebe ich hierdurch meine Bekanntmachung vom 1. Juni d. Js., betr. verlängerte Beschäftigungszeit an den diesjährigen Meß-Sonntagen, insoweit aus, als sie sich auf Sonntag den 12. d. Mts. bezieht. An diesem Sonntag darf somit eine vermehrte Beschäftigung nicht stattfinden.
Hanau am 9. Juni 1898.
Königliche Polizeidirektion.
P. 6306 J. A.: Dr. Becker, Reg.-Asseffor.___________
Dicnstmchrichtcli aus dem Kreise.
Gefunden: Ein Spazierstock mit Horngriff, im Landrathsamt stehen geblieben. Ein weißer Strotzhut. Eine Quittungskarte Nr. 4, auf den Namen Katharina Happ aus Rückingen lautend, auf der Ortskrankenkasse liegen geblieben. Eine Mark baar. 45 Pfg. baar. Eine oxidirte Brache mit Goldverzierung.
Verloren: Ein Sparkassenbuch Nr. 99. Hanau am 9. Juni 1898.__
^iaöf&ret# ^anau. OÄM«rMlchMgtA des OLerbürgermeisteramtes. Sitzung der Stadtverordneten- Versammlung
Freitag den 10. Juni 1898, nachm. 6 Uhr.
Tagesordnung: Erweiterung des städtischen Elektrizitätswerkes und Anschluß des Ost- und Westbahnhofes an das Werk. 8640
Lenilletsn.
Sommerfest -es Uaterl. Frauenvereins.
(Erster Tag.)
Hauau, 8. Juni.
Der geräumige Garten des Kaiserhoss hat einen seltenen Schmuck angelegt und muß für einige Tage auf ein fremdartiges Treiben schauen, wie er es noch nie gesehen hat und vielleicht auch so bald nicht mehr sehen wird. Es ist das Vergnügen, das harmlose, heitere Vergnügen, das seinen Sitz dort aufgeschlagen hat und diesen Sitz mit einer Hartnäckigkeit behauptet, die alles nicht mit ihm Harmonirende unbedingt aus seinem Gesichtskreis verweist. Aber es ist noch eine andere Gestalt, die dem dominirenden Vergnügen treulich zur Seite steht und ihm liebevoll den Arm um den Nacken legt: das ist die Mildthätigkeit. Vergnügen und Mildthätigkeit — das sind zwei Begriffe, die für gewöhnlich nicht viel mit einander zu thun haben, aber wenn das erstere sich in den Dienst der letzteren stellt, wenn eines die Grundlage des anderen ist und beide sich zu einem gemeinsamen, großen und edlen Zwecke vereinen, dann vertragen sie sich sehr wohl zusammen und ihre Erfolge sind jedesmal das glänzendste Zeugniß für ihre Bemühungen.
Als von dem hiesigen Vaterländischen Frauenverein zum ersten Mal der Plan zu einem Sommer feste publizirt wurde, da griffen Hunderte von Herzen diesen schönen Gedanken begeistert auf und alle Welt erwartete mit Spannung den Tag, an dem der Fröhliche seinem Vergnügen und der Mildthätige feiner Gebesteudigkeit genügen konnte. Jrpiter Pluvius freilich, der böse Menschenfeind, der so oft das letzte Wort in Angelegenheiten irdischer Freuden spricht, schien dem schönen
Lsgesfchau.
Von der Marine. Laut telegraphischer Meldungen an das Ober Kommando der Marine ist S. M. S. „Kaiserin Augusta", Kommandant Kapitän zur See Koellner, am 7. Juni in Nagasaki angekommen und heute mit dem Chef des Kreuzer- geschwaders, Vize-Admiral von Diederichs, nach Manila in toee gegangen; S. M. S. „Ar cona", Kommandant Kapitän zur See Becker, ist am 7. Juni von Nagasaki nach Kiautschou in See gegangen; S. M. S. „Bussard", Kommandant Kor- vetten-Kapitän Mandt, ist am 21. Mai in Apia angekommen.
DieWahlkundgebung des Grafen Posadowsky hat die gesummte Presse zu langen Leitartikeln angeregt. Die sozialdemokratischen Blätter und die des Freisinns sind selbstverständlich mit einer gänzlich abfälligen Kritik bei der Hand. Am zustimmendsten äußern sich konservative Blätter. So schreiben die „Hamburger Nachrichten": Wir unterschreiben jedes Wort dieser Kundgebung des Herrn Staatssekretärs und können nur wünschen, daß die übrigen Ministerkollegen des Grafen Posadowsky die Auffassungen desselben theilen. Die „Staatsbürger-Zeilung" meint: Wir können uns im Allgemeinen mit den Ausführungen des Staatssekretärs wohl einverstanden erklären; aber darin, daß er von vornherein eine geschlossene Frontstellung gegen den revolutionären Sozialismus für geboten hält, müssen wir ihm widersprechen. Es ist im Gegentheil in der Hauptwahl oft sehr nützlich, wenn alle Parteien ihre Kräfte messen. Besser als das so viel gewünschte Regierungsprogramm sind die Worte des Kaisers aus seiner Bielefelcer Rede: „Schutz der nationalen Arbeit aller produktiven Stände, Kräftigung eines gesunden Mittelstandes rücksichtslose Niederwerfung jedes Umsturzes." Wir brauchen nichts weiter. Das ist die richtige Wahlparole. Die Zustimmung der Centrumspresse ist noch bedingter; die „Germania" stimmt dem wirthschaftlichen Programm des Grafen zu, bedauert aber seine Zurückhaltung auf sozialpolitischem Gebiet.
Der Betrieb am Piesberg. In Osnabrück hat heute die außerordentliche Generalversammlung des „Georgs- Marien Vereins" stattgefunden. Die Versammlung beschloß mit 2272 gegen 14 Stimmen die Einstellung des Piesberger Bergwerksbetriebes.
Politisch« und unpolitisch« Nachrichten.
(Depeschen-Bu^reau „Herold".)
Berlin, 8. Juni. Der Kaiser besichtigte heute früh auf dem Bornstedter Felde das Garde Korps und das Leib-Garde- Husarenregiment, woran sich ein Exerzieren im Feuer an- fchloß, zu welchem das Füsilier-Bataillon des ersten Garde- regimenis, die Unteroffizierschule und das Ledr-Jnfanterie- Bataillon herangezogen wurden. Nach der Rückkehr nach
Projekte nicht die gebührende Beachtung zu zollen, denn er setzte es mit feiner Regenmiene durch, daß das'Fest verschoben werden mußte. Aber mit seinem Ritterlichkeitsgefühl scheint es doch noch nicht gar so traurig bestellt zu sein, denn er sah doch schließlich ein, daß er das Werk ipeiblichen Geistes und weiblicher Hände nicht mit seinen Unarten vereiteln dürfe. Er ließ sich durch zarte Bitten erweichen und räumte das Feld seinem sonst so verhaßten Nebenbuhler Phöbus Apollo, der nach Kräften bemüht war, die Spuren seines Gegners mit mildem Sonnenschein zu verwischen.
Ueber die hölzerne Umzäunung des Kaiserhofgartens lugten schon vielverheißend mannigfaltige Anzeichen festlicher Vorbereitungen. In getreulicher Aehnlichkeit fand man alles wieder, was zu einem echten Jahrmarkt gehört, nur konnte man mit Befriedigung konstatiren, daß es lediglich die guten Theile einer Messe waren, ohne Beigabe der lästigen Attribute des Jahrmarkttreibens. Wenn man an der Eingangspforte seinen geringen Obulus erlegt hatte und erwartungsvoll in den festlich geschmückten Raum trat, dann blieb man unwillkürlich einen Augenblick stehen, um das bunte Bild staunend zu überblicken. Aber nicht lange konnte man sich der sonst sehr nützlichen Thätigkeit des Schauens und Staunens hirgeken, da wurde man hineingezogen in den Strudel des Vergnügens und ehe man noch zur Besinnung kam, wurden eine Fülle von Anforderungen an einen gestellt, die zu erfüllen selbst die größte Vielseitigkeit nicht gestattet hätte. Wenn einem eine niedliche Verkäuferin die Ueberzeugung beigebracht hatte, daß das Glück in der Gegenwart liege, so sah man sich im nächsten Moment in der Gewalt einer klugen Sidylle, die den Schleier großmüthig von der dunklen Zukunft zog und dazu die Liebenswürdigkeit hatte, nicht allzu schwarz zu sehen. Bewunderte man laut oder im Stillen die unvergleichlichen Vorzüge deutscher Schönheit, dann tauchte vor unseren Augen plötzlich eine geschmei
Potsdam nahm der Kaiser an dem Frühstück im Kasino des Garde-Korps-Regiments theil.
Berlin, 8. Juni. Die „Norddeutschen Allgemeine Zeitung" schreibt in offiziösem Druck: Die „Berliner Neuesten Nachrichten" bringen in ihrer Abendnummer vom 7. ds. die Mittheilung, daß die Anwesenheit des Staatssekretärs des Reichsmarineamts im Gefolge Sr. Majestät des Kaisers bei der Stettiner Reise in Verbindung zu bringen sei mit der Entwicklung des Reichsmarineamts, in der Richtung eines Reichs-Marine- und Schifffahrts-Amtes. Wie uns von maßgebender Stelle bekannt geworden ist, beruht diese Nachricht auf Irrthum. Es besteht keineswegs die Absicht, Geschäfte in das Reichsmarineamt zu übernehmen, welche in das Ressort anderer Reichsämter fallen und bisher dort bearbeitet worden sind. Der Einfluß der Kriegsmarine und ihrer Organe auf die weitere Entwicklung und Vertretung der allgemeinen Seeintereffeu ist durch die Stellung des Staatssekretärs des Reichsmarineamts innerhalb der Reichsregierung und durch seine Theilnahme an den Berathungen deS preußischen Staatsminiftcriums hinlänglich gewahrt.
Berlin, 8. Juni. Dem „Berliner Tageblatt" wird aus Kiel gemeldet, eine große Feuersbrunft zerstörte die Schiffswerft Stock & Kolbe im benachbarten Wellingsdorf zum großen Theile. Sämmtliche Maschinen sind vernichtet.
Berlin, 8. Juni. Das Staatsministerium trat heute Nachmittag unter dem Vorsitz seines Vizepräsidenten Finanzministers Dr. Miguel zu einer Sitzung zusamen.
Wien, 8. Juni. Wie das „Neue Wiener Tageblatt" aus parlamentarischen Kreisen erfährt, will Ministerpräsident Graf Thun keineswegs die Parthie aufgeben, sondern einen letzten Versuch machen, um durch Abschluß der Sprachen- debatten und die Einsetzung eines Sprachenausschuffes eine Verständigung zu ermöglichen. Das genannte Blatt bemerkt jedoch, daß nach den bisherigen Dispositionen das Präsidium des Abgeordnetenhauses die Aussichten auf einen Erfolg dieses Versuchs sehr gering seien.
Wien, 8. Juni. Der hier in Haft befindliche ungarische Sozialist Vackanyi wird auf Ansuchen desBudapester Gerichts wegen Hochverraths an Ungarn ausgeliefert.
Budapest, 8. Juni. Nach Privatmeldungen aus Belgrad sühlt sich König Milan trotz des günstigen Ausfalles der Wahlen in Belgrad nicht sicher und beabsichtigt deshalb, das Generalkommanoo nach Nisch zu verlegen, wo auch die Skuptschina tagen wird.
Budapest, 8. Juni. Man befürchtet, daß die Arbeiten der internationalen Zuckerkonferenz diesmal an dem schlechten Willen Englands scheitern werden. England zielt nach einem günstigen Handelsvertrag mit den Vereinigten Staaten, um für den Rohzucker seiner Kolonien Absatz in
dige Japanerin auf, die mit bolder Anmuth ihre Waaren anbot und mit dem schelmischen Blick ihrer Gluthaugen selbst das härteste Steinherz erweicht hätte. Dort lockte eine schmucke Schießbude, eine Probe von Kunst oder Ungeschicklichkeit abzulegen, aber auch wenn man kein Tell war und die schwarze Mille ler Scheiben zartfühlend schonte, so trug man doch als schätzenswerthen Preis ein lustiges Wort oder ein fröhliches Lachen von schönen Lippen davon. Bald saß man wieder geduldig auf dem stattlichen Karroussel und ließ sich ohne Hypochonderskrupel lustig im Kreise herum drehen oder man ließ indiskret sein Körpergewicht von dem Zeiger einer Waage publiziren und war froh, wenn man der kritischen Beobachtung der schönen Wiegerinnen ohne allzugroßen Schaden entronnen war. Unmuthige Verkäuferinnen aller Nationen wetteiferten im Anpreisen ihrer Artikel und erregten überall große Bewunderung, sowohl durch ihre lustigen Ueberredungskünste, wie auch durch ihre graziöse Geschicklichkeit in der ungewohnten Thätigkeit, vor allem aber durch ihre Erscheinung selbst. Ehe man nur einmal die Runde durch die Feststätte gemacht hatte, hielt man ein fabelhaftes Sortiment von Gegenständen in der Hand, von deren Nützlichkeit man unter gewöhnlichen Umständen wohl nicht gerade stark überzeugt gewesen wäre, aber man hatte sie und knüpfte auch an das unscheinbarste Ding eine angenehme Erinnerung. Es ist ein Glück, daß man nicht in der Absicht gekommen war, Einkäufe für's praktische Leben zu machen, denn man hätte sich vielleicht leicht überzeugen lassen, daß ein chinesischer Fächer oder irgend ein harmloses Kmderspielzeug durchaus unentbehrlich für ein dauerndes Lebensglück seien. Aber man durfte auch über dem harmlosen Amüsement nicht die Sorge für den sterblichen Theil vergessen, denn einestheils wäre dies eine unverzeihliche VernachläMguna anderer segensreicher Arrangements gewesen, und andererseits wäre man der Gefahr der Einseitigkeit anheim gefallen. Was