Einzelbild herunterladen
 

Preis:

Mertchahrlich 3 .« 25 4

Dr auswärtige

Ksenten mit dem ietrefsenden

P^staufschlag.

Nie einzelne Mmmer kostet

Amtliches Hrgsn für StaSi- und LanKKreis Hsnsu

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

Gi««k»»sA.

gebühr

für Stadt- und Loch» krei» Hanau 10 4* 4gespaltene @annm* zeile oder deren RauM, für auswärts 16 £

Zm Reklamarthest die Zeile 20 ^, Dg

XuSmärtS 30 4

~ 127 Freitag den 3. Juni

^.,I.^^,»^»«E^^EE>ElE-»->»»^^^«W-«-«EE

«««ich«».

KeKanntmachnng.

Die spanischen Postdampferfahrten nach Cuba und Porto- riko sind eingestellt. Zur Zeit bieten nur die am 19. jedes, Monats von Bordeaux nach Westindicn und die am 21.; jedes Monats von St. Nazaire nach Mexiko abfahrenden französischen Postdampfer die Möglichkeit einer Briefbesörderung nach den genannten Inseln. Die Briefsendungen nach Cuba und Portoriko werden daher fortan sämmtlich der französischen Postverwaltung zur Weiterbeförderung zugeführt werden.

Berlin W., 31. Mai 1898.

Reichs-Postamt, I. Abtheilung.

Kraetke.

^ta£Mwi0 ^anatu Bekanntmachung.

Auf Grund der allgemein ertheilten höheren Ermächtigung wird hierdurch für Sonntag den 5. und Sonntag den 12. j Juni d. Js. eine vermehrte Beschäftigungszeit für alle Zweige ! des Handelsgewerbes in der Stadt Hanau und zwar bis 7 Uhr abends zugelassen.

Während des Gottesdienstes und zwar in der Zeit von 9^4 bis 11^4 Uhr vormittags und von 2 bis 3 Uhr nach­mittags ist jedoch jede Art der Beschäftigung im Sinne des § 105b der Reichs-Gewe beordnung ausgeschlossen.

In Betreff des Offenhaltens der Verkaufsbuden auf der hiesigen Herbstmesse bleiben die seitherigen Bestimmungen un­berührt, nur ist den Verkäufern von Verzehrungsgegenständen (Konditorei- und Backwaaren, sowie Obst und A. m.) an den vorbenannten Sonntagen in den für das Handelsgewerbe freigegebenen Stunden ebenfalls das Feilhalten gestattet.

Hanau am 1. Juni 1898.

Königliche Polizeidirektion.

P. 5930 ' v. Schenck.

Dicnsttiachttchtctl aus dem Kreise.

Gesunden: Ein Geldstück. Ein Damenregenschirm. Eine Damenschürze.

Hanau am 3. Juni 1898.

^faöf^ret0 ^anau.

MsrmLWachllMV des Oberbürgerweisteramtes.

Bekanntmachung.

Die Lieferung des diesjährigen Bedarfs an Brennmaterial für die gesammte städtische Verwaltung inkl. Schulen, und zwar zirka:

90 m Tannenscheitholz I. Klasse,

1 Doppel Waggon englische Anthracitkohlen,

3 Nußkohlen Ia,

14 gewaschene Kohlen, halb Stück und halb Nuß 3,

7 Ite melirte Kohlen,

letztere sowie 11 Waggon von den gewaschenen Kohlen sind auf Abruf zu liefern wird hiermit zur Submission gestellt. Angebote mit Preisangabe für die Kohlen und für die Fracht bis Bahnhof hier mit Bezeichnung der Zeche, sowie für Holz wolle man schriftlich und versiegelt bis zum Mitt­woch den 15. Juni d. 'Js., mittags 12 Uhr, auf dem Rathhaus abgeben.

Hanau den 1. Juni 1898.

Der Magistrat

Dr. Gebeschus. 8338

Bekanntmachung.

_ Die städtischen Körperschaften haben genehmigt, daß die Stadt für sämmtliche Hausanschlüsse an das Elektrizitätswerk, welche noch bis zum 1. Juli d. Js. angemeldet werden, die Hälfte der Kosten vom Abzweige des Haupt- kabels bis zum Hausanschlußkasten einschl. des letzteren bezw.

zu 5 Meter über die Grundstücksgrenze übernimmt.

Es genügt für jedes Haus eine Anmeldung.

Die bezüglichen Anmeldeformulare sind auf dem Rathhaus Zimmer Nr. 18 erhältlich.

Die ausführende Firma hat vertragsmäßig bis zum 15. Oktober d. Js. das Clektrizitätswerk betriebsfähig fertig zu stellen.

Hanau den 18. Mai 1898.

Der Magistrat Dr. Gebeschus.

7685

Die Wohlthaten der deutschen Mrbeiter- Verficherung.

Von sozialdemokratischer Seite werden fortgesetzt die bis­herigen Leistungen der deutschen Arbeiter-Versicherung (der Kranken-, Unfall- und Alters- und Jnvaliditäts-Versicherung) als unbedeutend und in keinem Verhältniß zu den Beiträgen der Arbeiter stehend bezeichnet. Obwohl die völlige Hinfällig­keit^ dieser Behauptungen schon mehrfach nachgewiesen ist, scheint es zur Verhütung von Legenden-Bildungen doch rath- sam zu sein, ein klares Bild der wirklichen Sachlage zu geben.

Durch die reichsgesetzliche Arbeiter-Versicherung sind bis Ende 1897 an Beiträgen aufgebracht lediglich im Inter­esse der Versicherten von den Arbeitgebern 1337 Millionen Mark, von den Versicherten 1173 Millionen Mark, zusammen mehr als 2V2 Milliarden Mark. An Entschädigungen sind an die Versicherten bereits gezahlt 1702 Millionen Mark, das sind mehr als l7Ao Milliarden Mark. Die Versicherten haben also bereits 258,7 Millionen Mark mehr erhalten, als sie selbst einzahlten.

Der Jahresbeitrag an Entschädigungen betrug 1897 233,7 Millionen Mark; er steigt noch fortgesetzt, und zwar in den nächsten Jahren roranssichtl'ch um durchschnittlich rund 15 Millionen Mark jährlich. Die wesentlich zur Bestreitung dieser steigenden Mehrleistungen angesammelten Reservefonds beliefen sich Ende 1897 auf rund 850 Millionen Mark. Bis Ende 1900 werden infolge der reichsgesetzlichen Arbeiter- Versicherung rund 2V2 Milliarden Mark an Entschädigungen gezahlt sein.

Wie viel Noth und Elend ist durch diese Summen ge­lindert und beseitigt worden! Bisher sind in mehr als 31 Millionen Fallen Entschädigungen bewilligt, so daß für je 20 Personen der Gesammtbevölkerung durchschnittlich jährlich in einem Falle eine Entschädigung auS der Arbeiter-Versiche­rung festgesetzt ist. Berücksichtigt man, daß die Leistungen nur der Arbeiter-Bevölkerung im engern Sinne zu Gute kommen, so ergibt sich, daß jährlich für 10 Personen der­selben (die Fomilien-Ang-Hörigen mitgerechnet!) durchschnitt­lich eine Entschädigung bewilligt worden ist.

Neben den auf Grund der Arbeiterversicherungs-Gesetze gezahlten Entschädigungen werden den Arbeitern noch von vielen staatlichen und privaten Unterstützungs- und Penfions- kosten Entschädigungen gewährt, deren Höhe sich nicht zahlen­mäßig feststellen läßt, weil die erforderlichen Daten fehlen. Wohl abtr kann dies für die deutschen Knappschaftskassen ge­schehen. Der aus diesen Kassen den Arbeitern von 1885 bis 1897 gewährte Entschädigungs-Betrag kann auf rund 320 Millionen Mark geschätzt werden. Mit Einschluß der Leist­ungen der Knappschaftskassen sind also, seitdem die Arbeiter- versicherungs-Gesetzgebung besteht (1885), bis Ende 1897 mehr als 2 Milliarden Mark an Entschädigungen an die Arbeiter baar ausgezahlt und mit dem zur Bestreitung der steigenden Mehrleistungen angesammelten Reservefonds rund 3 Milliarden Mark aufgewendet worden. Dom Jahre 1900 ab wird der Gesammtbetrag der jährlich bezahlten Entschädig­ungen bereits mehr als 300 Millionen Mark, d. h. für jeden Arbeitstag (300 Tage im Jahre), eine volle Million Mark (!) betragen und darn noch fortgesetzt weiter steigen!

Und diese Leistungen nennt die Sozialdemokratie uner- erheblich! Und gegen die Gesetze, die solche Wohlthaten für die Arbeiter ins Leben gerufen haben, haben die sozialdemo- kratischen Abgeordneten gestimmt! Selbstverständlich werden die verbündeten Regierungen es bei diesen durch die soziol- politischen Gesetze zur Zeit geschossenen Zuständen nicht be­wenden lasten, fortgesetzt bestrebt sein, die Wohlthaten der­selben immer weitern Berölkerungskreisen zuzuwenden und insbesondere auch die Gesetze im Interesse der Arbeiter zu verbessern. Der Ausbau der bestehenden sozialpolitischen Ge­setze dürfte das soziclpolitische Ziel der nächsten Zukunft sein.

Tagesscha«.

Herr Krupp über das Reichstagswahlrecht. Die Centrums- und sozialdemokratischen Zeitungen im Wahl­kreise Esten verbreiteten immer von neuem die Nachricht, der als Reichstagskandidat wiederaufgestellte Herr F. A. Krupp werde, sowie er in den Reichstag gelaugt sei, seine Hand dazu bieten, den Arbeitern daS Wahlrecht zu nehmen. Um diesen Gerüchten ein Ende zu machen, hat das Zentralwahl- komitee an Krupp eine Anfrage gerichtet, und darauf folgende Antwort erhalten:Mus die gest. Anfrage vom 28. d. M. stehe ich nicht an, Ihnen zu erklären, daß ich an folgendem Grundsatz festhalte: Das allgemeine, gleiche, geheime undj

direkte Wahlrecht ist eine so fundamentale Bestimmung der deutschen Reichsverfastung, daß ich an eine Beschränkung des­selben weder glaube noch ihr beistimmeu werde."

Die deutsche Predigt in Chateau «alius. Wir gaben kürzlich den Inhalt einer Zuschrift derMetzer Ztg." aus Chateau-Salins in Lothringen wieder, worin das beutsch- feindliche Gebühren des dortigen Geistlichen anläßlich der Einführung deutscher Predigten geschildert wurde. Die Sache hat seitdem in der ganzen Presse großes Aufsehen erregt. Demgegenüber führt nun Pfarrer Humbert im®jäfferN folgende Thatsachen an:

Bisher hatten wir jeden Sonntag drei Messen, die Frühmesse, das Amt um S/s Uhr und eine 11 Uhr-Meffe. Daß es mir schwer fiel, diese letztere, die von meine« Pfarrkindern reae und gerne besucht war, abzuschaffen, will ich nicht bestreiten. In Erkenntniß aber der Thatsache, daß diese Abschaffung nothwendig geworden, fügte ich mich darein, ohne von meinem Bedauern auch nur das geringste merken zu lassen. Der Briefwechsel, der behufs Regelung dieser Angelegen­heit zwischen mir und den Schulbehörden stattfand, bewegte sich durchweg in den höflichsten Formen. Dem Verlangen des Schul- Vorstandes entsprechend, führte ich dann auch eine neue 6otte8bienft= ordnung ein, welche ich dem bischöflichen Ordinariate zur Genehmigung unterbreitete. Diese wurde anstandslos ertheilt. Da die Stühle im Hauptschiffe wiethsweese vergeben sind, wies ich den Lehrerinnen im vollen Einverständniß mit der Schuldirektion ihre Plätze im Quer­schiff an, in prächtigen Bänken, die vor kurzer Zeit im Stile der Kirche hergestellt worden waren. Die Direktion war um so williger auf weinen diesbezüglichen Vorschlag eingeganaen, als gerade das Harmonium zur Begleitung der Gesänge im Querschiff steht. In dieser ganzen Angelegenheit war ich so weit entfernt, mich durch feindselige Gefühle leiten zu lassen, daß ich meine Pfarrkinder auf- forderte, dreißig Plätze im Hauptschiffe den Lehrerinnen für den Abendgottesdienst zur Verfügung zu stellen. Beiderseits war es als zweckmäßiger anerkannt worden, daß die deutschen Predigten nicht von der Kanzel herunter, sondern an dem in der Nähe des Quer- schiffes sich befindenden Marienaltar gehalten werden.'

i Weiter bestreitet Pfarrer Humbert entschieden, die beleidi­genden und feindseligen Wendungen gebraucht zu haben. Das WortEindringlinge" (intrus) sei überhaupt nicht ge­fallen. Was er angeblich alsfatale Neuerung" bezeichnet haben sollte, sei auf seine Anregung und seinen Vorschlag hin geschehen. Er habe auch die deutsche Sprache nicht eine unverstäubliche" genannt, sondern nur gesagt, daß er Den­jenigen, die nicht deutsch könnten, nicht die Qual auferlegen wolle, eine Predigt in einer Sprache anzuhören, die sie nicht verständen. Ausincomprice habe der Denunziant incomprehensible gemacht. Der Pfarrer schließt mit den Worten:

«Meine Haltung in der Oeffentlichkeit ist stets eine korrekte, tadellose gewesen. Davon legen meine Beziehungen zu den Ver­waltungsb ebördeu Zeugniß ab. Ueberdies habe ich von dem Berufe eines katholischen Predigers eine zu hohe Idee, als daß ich die Kanzel, wo nur das Wort Gottes verkündigt werden soll, zu ge­hässigen Ausfällen gegen das Deutschthum benützen wollte."

Zuckerkonferenz. Zu der internationalen Zuckerkonfe­renz, die am 7. Juni in Trüffel beginnen soll, sind, wie die Norddeutsche Allgemeine Zeitung" hört, deutscherseits^ als Delegirten ernannt worden der deutsche Gesandte in Brüstel, Graf von Alvensleben, und der Geheime Oberregierungsrath Kuehn aus dem Reichsschatzamt.

Politische und unpolitische Nachrichten.

(Depeschen-BufreauHerold".)

Berlin, 2. Juni. Der Kaiser konferirte gestern Vor­mittag mit dem Staatssekretär von Bülow und dem Kontre- Admiral Freiherr« von Scnden-Bibran. Zur Frühstückstafel waren geladen Prinz Leopold von Bayern und Prinz Friedrich von Preußen. Abends besuchte der Kaiser die Vor­stellung von SchillersJungfrau von Orleans" im Schau­spielhause. Hierzu hatte er den sranzösisch<m Botschafter Marquis de Novilles und den französischen Militär-Attachö eingeladen. Um 9Va Uhr fand die Abendtafel statt, zu welcher die genannten Herren gleichfalls geladen waren.

Berlin, 2. Juni. Der Finanzminister Dr. Miguel ist nunmehr vollständig wieder hergestellt. Er hat heute die Ge­schäfte in vollem Umfange wieder ausgenommen. Der Kultus­minister Dr. Boffe hat bereits heute seine Urlaubsreife an- getreten. Es wird sich zunächst zur Kur und vier Wochen nach Genf begeben.

Berlin, 2. Juni. DerVosstschen Zeitung" zufolge verlautet, vaß die Einweihung der Erlöserkirche in Jerusalem am 18. Oktober, dem Geburtstage Kaiser Friedrichs, statt- finden wird. Da diese Feier gleich der Wittenberger Feier am 31. Oktober 1892 zu einem großen evangelischen Feste gestaltet werden soll, so werden sämmtliche protestantische Fürsten und Kirchen inner- und außerhalb Deutschlands hierzu Einladungen erhalten. Sämmtliche Theilnehmer sollen in gemeinsamer Fahrt von der italienischen Küste an die Fahrt nach Palästina antreten. Sie werden einige Tage :üher dort eintreffen als das Kaiserpaar. Die Betheiligung