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Dr auswärtige Ww»enten mit dem betreffenden Pvstaufschlag.

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Amtliches Grgnn für Stadt- und LanöKreis Hanau.

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für Stadt- und LoO» kreiß Hanau 10 ^W ^gespaltene Garmond« zeile oder deren Ran», für Auswärts 15 4

Im Rcklamentheü

die Zeile 20 ^, W

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Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

Nr. 122

Freitag den 27. Mai

1898

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Amtliches.

Slctöl^ers ^anau.

TkkKLEtMschllNM des OLerbürgermeisteramte^.

Bekanntmachung.

Die städtischen Körperschaftm haben genehmigt, daß die Stadt für sämmtliche Hausanschlüsse an das Elektrizitätswerk, welche noch bis zum 1. Juli d. Js. angemeldet werden, die Hälfte der Kosten vom Abzweige des Haupt­kabels bis zum Hausanschlußkasten einschl. des letzteren bezw. bis zu 5 Meter über die Grundstücksgrenze übernimmt.

Es genügt für jedes Haus eine Anmeldung.

Die bezüglichen Anmeldeformulare sind auf dem Rathhaus Zimmer Nr. 18 erhältlich.

Die ausführende Firma hat vertragsmäßig bis zum 15. Oktober d. Js. das Elektrizitätswerk betriebsfähig fertig zu stellen.

Hanau den 18. Mai 1898.

Der Magistrat

Dr. Gebeschus. 7685

Städtische Gas- und Wasserwerke.

Für die auf dem Karabineracker an der Ieipzigerstraße projektirte zweite Pumpstation ist zunächst ein gemauerter Brunnen herzustellen.

Zeichnungen und Baubedingungen hierüber sind täglich vormittags von 10 bis 12 Uhr im technischen Büreau des städtischen Gaswerks einzusehen und werden Offerten für die Ausführung bis Mittwoch den 15. Juni d. J., vor­mittags 10 Uhr, an die unterzeichnete Direktion erbeten.

Hanau am 26. Mai 1898.

Die Direktion der städtischen Gas- und Wafferwerke.

v. G ä ß l er. 7948

Dienstliachrichtcn aus dem Kreise.

Vom Wasenmeister am 25. ds. Mts. eingesangen: Ein schwarzer Spitz m. Geschl.

Verloren: Ein Portemonnaie mit 1 Mark 84 Pf. 1^/4 Meter grüne seidene Kordel.

Hanau am 27. Mai 1898.

Ein Liebeswerk aus Dankbarkeit.

Die Gedächtnißfeier des 100jährigen Geburtstages Kaiser Wilhelms des Großen erweckte den Gedanken, nachdem der Jubel der Festlichkeiten verrauscht, auch durch die That zu beweisen, wie tief das Gefühl der Erkenntlichkeit für die hohen Güter, die wir unserem unvergeßlichen Kaiser ver­danken, in den Herzen des ganzen deutschen Volkes Wurzel gefaßt hat. Es wurde beschlossen, diesem Gefühl durch ein Denkmal Ausdruck zu geben, nicht in Erz und Stein, son­dern durch Begründung eines Liebeswerkes, das so ganz im Sinne Kaiser Wilhelms den Bedrängten und hilflosen zu Gute kommen soll. Wer von diesen hätte aber höheren An­spruch auf Hilfe, als die Hinterbliebenen unserer Offiziere, die auf den Schlachtfeldern ihr Leben für König und Vater­land dahingegeben haben oder an den Folgen der Feldzüge gestorben sind, und wo vor Allem wäre das Bedürfniß ein dringlicheres? Während nach dem Gesetz vom 17. Mai 1897 die Verhältnisse der pensionirten Wittwen eine wesent­liche Verbesserung erfahren haben, hat dieses keine rück- wirkende Kraft und müssen über 600 Wittwen der in den Feldzüge« gefallenen Offiziere, obgleich meist in hohem Alter stehend, mit den geringen sogenannten KriegSbeihilfen aui= tommen; die Wittwen der sonstigen vor dem 1. April 1882 verstorbenen Offiziere aber, selbst derjenigen, welche offenbar infolge der Kriegestrapazcn starken, erhalten vom Reiche über­haupt keine Pensto«; ebenso führen die Töchter der in den Feldzügen gefallenen Offiziere, weil ohne jegliche Unter­stützung, oft einen schweren Kampf ums Dasein. 'Hier lin­dernd einzugreifen ist gewiß deS deutschen Volkes Ehrenpflicht. Es traten daher eine Anzahl patriotisch gesinnter Männer aus dem ganzen Reich mit dem Aufrufe zur Begründung eines Heims für in dürftigen Verhältnissen lebende Wittwen und Töchter in den Feldzügen gefallener pp. Offiziere hervor. Seine Majestät der Kaiser haben von dem Plane der Schaffung eines Heims, welches in solch trauriger Lage be­findlichen Frauen eine Zufluchtsstätte bieten soll, mit lebhafter Befriedigung Kenntniß genommen und Allergnädigst die Ee- Nthmigung zur Führung des NamensKönigin Luise Gedächtnißheim" in Aussicht gestellt, sobald tie erfor­derliche finanzielle Grundlage vorhanden sein wird. Soll

das dem Gefühl der Dankbarkeit für unseren allverehrten Kaiser Wilhelm den Großen und für sein Heer Ausdruck gebende Liebeswerk gelingen, so muß die Beihilfe eine allge­meine sein. Möge dieser Ausruf in allen patriotischen Kreisen Widerhall finden und so reichliche Gabe« zusammeukowmen, daß daS Heim auch wirklich in Stand gesetzt wird, in aus­giebigster und nachhaltiger Weise seine schöne Aufgabe zu er­füllen. Prinz Albrecht zu Solms-Braunfels steht an der Spitze des geschäftSführenden Komitees, welche» das Bankhaus Martin Wiener in Wiesbaden zur Ent­gegennahme von Beiträgen ermächtigt hat.

LKgesscha«.

Der Bmi-esrath hat in seiner gestrigen Sitzung folgenden Vorlagen die Zustimmung ertheilt: betr. Ab­änderungen und Ergänzungen des amtlichen Waarevverzeich- nisses zum Zolltarif und Vorschriften für die Zollabfertigung von Mineralölen; betr. Abänderung der Bestimmungen über den Verkehr mit Sprengstoffen; betr. die Ausprägung von Kronen und betr. die weitere U-prägung von silbernen Zwanzigpfennigstücken; ebenso dem Entwurf einer Geschäfts­ordnung für den Börsenausschuß und dem Antrag, betr. den zollfreien Einlaß der von der land- und forstwirthschaftlichen Jubiläumsstellung in Wien zmückgelangenden Güter. Ueber die Vorlage vom 17. Mai, betr. die Ertheilung der Erlaub­niß zur Beförderung von Auswanderern nach Großbritannien an einen Unternehmer in Bremen, wurde Beschluß gefaßt. Die Beschlüsse des randesausschusses zu der allgemeinen Rechnung über den Landeshaushalt von Elsaß-Lothringen für 1893/94 wurden den zuständigen Ausschüssen überwiesen und über eine Reihe von Eingaben Beschluß gefaßt.

Schulärzte Seit dem Jahre 1886 sind in der Stadt Wiesbaden Schulärzte zunächst versuchsweise, dann dauernd angestellt. Diesen liegt die ärztliche Untersuchung aller neu ausgenommenen Schulkinder ob, soweit dieselben nicht einen anderen ärztlichen Ausweis über ihren Gesundheitszustand beibringen; sie haben ferner für jedes kränklich befundene Kind einen Personalbogen aufzustellen und sortzuführen, alle 14 Tage eine Sprechstunde in der Schule abzuhalten, die hygienische Revision und Ueberwachung der Schulräume, ihrer Ausstattung, Beleuchtung, Lüftung, Reinigung vorzu- nehmen und endlich in den Lehrervereinsversammlungen kurze Vorträge über schulhygienische Fragen zu halten. Die in Wiesbaden gewonnenen Erfahrungen haben erwiesen, daß die Anstellung von Schulärzten für Volks- und Mittelschulen einen nicht zu unterschätzenden Nutzen für die Schule und die Schüler bietet, auch mit den Schulzwecken wohl vereinbar ist. Der Kultusminister hat daher Gelegenheit genommen, die Regierungspräsidenten aus die in Wiesbaden gesammelten Erfahrungen und auf die Förderung der Schularzteinrichtung in Städten mit gleichen oder ähnlichen Verhältnissen hin- zuwciscv.

Politische und unpolitische Nachrichten.

(Depeschen-BureauHerold".)

Berlin, 26. Mai. Der Kaiser ernannte nach dem ersten Vorbeimarsch bei der heutigen Parade die Kron­prinzessin von Griechenland zum Chef des Elisabeth Ne-

Berlin, 26. Mai. Das Staatsministerium trat heute Nachmittag 2 Uhr in seinem Dienstgebäude zu ein» Sitzung zusammen. Fürst Hohenlohe, v. Miquel, Dr. Loste und Thielen waren durch Unterstaatssekretare vertreten. Den Vor­sitz führte der Justizminister Schönstedt.

9 Berlin, 26. Mai. Die diesjährige ^ruhsahrsparade hat den gewohnten Verlauf genommen. Um 8 Uhr 40 Mm. traf der Kaiser mit dem Kronprinzen von Gnecheuland in offenem Wagen in der Kaserne des ersten Garde-Dragover- Reaiments ein. Nach kurzem Aufenthalt ritt der Kaiser, welcher große Generals-Uniform trug, nach dem Tewpe hofer Felde ihm zur Linken ritt der Kronprinz von Griechenland in der Uniform des zweiten Garde-RegimentS. Kurz; vor 9 Uhr brachtet sechsspänniger offener Wagen dre Kaserm und die Krouvrinzessin von Griechenland auf daS Parade- ©mtal d,« Gard, «-IP-.«f*"'! LS "" die Parade zu Ende und unmittelbar daraus begann ver Rückmarsch der Truppen. Die vom Kaiser abgehaltene Knick hatte um 11 Uhr 25 Minuten ihr Ende erreicht, worauf der Kaiser sich an die Spitze der Fahnen-Kou-pagnie setzte u dieselbe dann in das königliche Schloß zurucksuhrte.

Berlin, 26. Mai. Als Nachfolger für den verabschie­deten Chef des Ingenieur- und Pionier-Korps nnd der Fest­ungen, General der Infanterie Vogel von Falckenstein, ist der Kommandeur der 5. Infanterie-Division, Generallieutenant Freiherr von der Goltz, welcher heute Morgen telegraphisch zum Kaiser berufen wurde, in Aussicht genommen.

Berlin, 26. Mai. Die SchiffeDeutschland" und Kaiserin Augusta" sind heute von Taku nach Port Arthur abgeaangen.

Berlin, 26. Mai. DerReichsanzeiger" veröffentlicht heute den Entwurf eines Hypotheken-Bankgesetzes, welches, wie das amtliche Blatt bemerkt, vor kurzem den Bundes­regierungen zugegangen sei, mit dem Ersuchen um eine vor­läufige Prüfung. Von dem Ausfall der Prüfung werde es abhängen, ob und in welcher Gestalt die Vorlage an den ! Bandesrath gelange.

Berlin, 26. Mai. DemLokalanzeiger" wird auS Erfurt telegraphirt: Ein Pöbel-Tumult führte zu einem Zu­sammenstoß mit der Polizei, welche mit Steinen beworfen wurde. Diese zog blank und verwundete 50 Personen. Heute ist Militär requirirt worden. Die Zahl der Demon­stranten, unter denen sich viele Zuhälter und Arbeitsscheue befinden, beträgt etwa 2000.

Berlin, 26. Mai. Der bisherige sozialistische Reichs­tagsabgeordnete Vogtherr wurde gestern von der Strafkammer Magdeburg wegen Majestäts- und Minister-Beleidigung zu 6 Monaten Gefängniß verurtheilt.

Wien, 26. Mai. Die Tumulte in Przemysl haben sich wiederholt und einen ausgesprochenen Charakter ange, nommen. Der jüdische Stadttheil ist arg demolirt worden. Die Geschäfte wurden geplündert und die Juden mißhandelt. Erst mit Hilfe von Milüär konnte die Ruhe wieder herze» stellt werden. Es wurden viele Verhaftungen vorge, nommen.

Budapest, 26. Mai. Der Kriegsminister beantwortete die Interpellation wegen der Vorgänge in Graz dahin, daß er aus den Zeitungen ersehen habe, die Grazer Bevölkerung stehe unter dem Terrorismus der Studenten. Das Urtheil, betreffend die Degradirung von 33 Reserve-Offizieren, habe er bestätigt, weil er dasselbe für gerecht halte. Einen An­trag auf Verlegung des bosnischen Regiments verweigerte er dem Kaiser vorzulegen.

©ras# 26. Mai. Die Auflösung des Gemeinderaths wegen der gestrigen Resolution dürste bevorstehen.

Aus Gtsdt« «ud LsrrVLsM Hemü^

->«chdr»ck unserer Leitartikel nur mit Quellenmrgsle .Hau. Am * gestattet.

Nationalliberale Wahlversammlung in Bockenheim.

Die FrankfurterSonne" schreibt:

Herr Oberst a. D. Sieg hielt am Mittwoch Abend im ForrÜ'ichen Saale zu Bockenheim an die nationalliberalen Wähler deS Wahlkreises Hanau-Gelnhauseu-Orb, zu welchem Wahlbezirk Bockenheim noch gehört, eine Rede, die von den erschienenen Vertrauensleuten und Parteifreunden sehr beifällig ausgenommen wurde. Oberst Sieg, ein alter Soldat, ist kei­ner jener blöde«Wahlschwätzer", der mit Parteifloskeln, die sie nicht verstehen, herumwerfen und die Zuhörer in ihrem Redewasserschwall ersäufe«, sondern einer jener ernsten Männer, die dem Kaiser geben, war des Kaisers ist und für die Leiden des Volkes ein offenes Ohr und eine hülsreiche Hand habe«. I« wirthschaftlichen Fragen läßt sich Herr Oberst Sieg, der hoffentlich als Vertreter deS oben erwähnten Wahlkreises in den Reichstag kommen wird, seine Stellung nicht vom ein­seitigen Parteistandpunkte auS diktiren und in sozialen steht er Allem, was das Wohl des ArbeiterS fördern kaun, soweit dessen Ansprüche berechtigt sind, freundlich gegenüber. Ab­lehnend »erhält er sich gegen die immer anmaßender auftre- tende Sozialdemokratie, die er scharf zurückgedrängt wissen will, weil sie nie zu befriedigen sei. Ihr Appetit höre erst auf, wenn sie die ganze bürgerliche Gesellschaft aufgefressen habe. Die gerade ehrliche Soldatennatur, deS von Herrn Fabrikanten Wetsmüller eingeführten u«d der Versammlung vsrgestillten Kandidaten wird ihren Eindruck auf die Wähler des KreiseS nicht verfehlen und den schnoddrigen Schnauzen, die in sechs Wochen daS wissen und können, waS Andere sich in jahrelangem Stadium angeeignet, entschieden Abbruch thun. Bockenheim wird unter der Devise:Mit Gott für Kö­nig und Vaterland", hoffentlich Mann für Mann für Herrn Oberst Sieg eintreten und die Nörgler recht kräftig besiegen helfen."