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Vierteljährlich

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96t auswärtige fötteirten mit dem betreffenden

Pastaufschlag.

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Kummer kostet

10 4.

Amtliches Organ für Htaöt- unö Lsnökreis Hansu.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

«iurückuußA. gebühr

für Stadt- und 2* kreis Hanau 10 ^ W 4gespaltene Garuwuch» zeile oder deren Nan^ für LuSwärÄ 15 4

Im Reklamenthell

die Zeile 20 ^ M

NuSwärtS 30 ^

St. 118

AmMches. ^anöBrei^ ^anau. seranutmachungev des Königlichen Landrathsamtcs.

In der diesseitigen Bekanntmachung vom 14. d. M., betreffend die zu Schätzern der Hessischen Brandversicherungs- anstalt in Cassel bestellten Personen, muß es in Zeile 12 heißender oberen ständischen Organe" stattder oberen ständigen Organe".

Hanau am 21. Mai 1898.

Der Königliche Landrath v. Schenck.

Dienstiiachrichtcn aus dem Kreise.

Verloren: Ein mattgoldnes werthvolles Bogenkollier mit 5 Rosen und 6 Safiren mit der Nr. 22443; dem Wiederbringer eine gute Belohnung. Ein kleiner blaustidener Kinderschirm mit versilbertem Griff.

Gefunden: Ein Portemonnaie mit Geld (in einem Laden liegen geblieben).

Zugelaufen: Ein schwarzer Dachshund mit weißer Brust, m. Geschl.

Zu geflogen: Eine Brieftaube, von hammerschlägiger Farbe, unter jedem Flügel 1 Stempel mit Adler und die Nr. 34.

Hanau am 23. Mai 1898.

Slcrdlk^ers ^artaxt.

Zx^WütAachrtUßev des Oberbürgermeisteramtes.

Bekanntmachung.

Die Entwässerung des Altstädter Rathhanses soll in öffentlicher Submission vergeben werden.

Arbeitsauszug und Bedingungen liegen von heute ab im Stadtbauamt I für Bewerber zur Einsicht auf und sind ver­schlossene, mit der Aufschrift:Entwässerung Altstädter Rathhaus" versehene Angebote bis längstens zum Eröff­nungsterminMittwoch den 1. Juni 1898, vormit­tags 11 Uhr", bei oben bezeichneter Amts stelle einzureichen.

Der Eröffnung der Angebote sönnen etwa erschienene

Bieter beiwohnen.

Hanau den 20. Mai 1898.

Der Magistrat

Dr. Gebefchus.

7762

Bekanntmachung.

Auf dem städtischen Lagerplatz hinter der Kanalmühle werden am Donnerstag den 26» d. Mts., nachmit-

E

Feuilleton

WeibLiche Schönheit.

Als das Paradies erschaffen war, gab es nur ein weib­liches Wesen. Es war deshalb richt möglich, Vergleiche an= zustellen, und dieser Zustand blieb bis nach Evas Apfelbiß. Dann aber veranlaßte die vergrößerte Zahl der Menschen Unterschiede und Vergleiche, und der Schönheitsbegriff ent­stand. Mit ihm trat die Schätzung der äußeren Vorzüge in den Vordergrund, und Pflege und Ausschmückung des Körpers war die natürliche Folge.

Zur Erhaltung der Schönheit ist Gesundheit die unent- vehrlichste Vorbedingung. In dieser Erkenntniß hatten schon dre Egypter das Baden zum Gegenstand der Hygiene und der religiösen Gesetzgebung gemacht. Von ihnen ging die Kenntniß der Ernrichrung von Bädern auf die Griechen über und von diesen auf die Römer. Unter ihnen entwickelte sich das Bad zu einem Grade der Verfeinerung, des Luxus und der Wirksamkeit wie nie zuvor. Es gab zu einer Zeit gegen 800 öffentliche Bäder in Rom, und es wurden Vermächtnisse und Schenkungen für diese ausgesetzt, wie heutzutage für Hospitäler und Wohlthäligkeitsanstalten. Wenn nun auch die Wenigsten in der Lage waren, sich wie Kaiser Caligula Bäder von wohlriechenden Wässern herstellen zu lassen, beten jedes gegen 12 000 Mark gekostet hat, so ließen doch alle, welche ihren Körper auch nur mit natürlichem Wasser und mit Dämpfen in Berührung brachten, diesen nach dem Bade von kundigen Händen bearbeiten.

Betrachtet man die Sorgfalt, welche vornehme oder reiche Damen vergangener Jahrhunderte auf die Kunst der Schön- Hertspflege verwendeten, so müssen wir sagen, daß sich da­gegen selbst die Ansprüche der elegantesten Damen der Ge­

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Montag den 23. Mai

tags 3 Uhr, eine größere Menge Keil- und Brunnensteine sowie Ausschußthonrohre und ca. 50 Centner altes Eisen- material meistbietend gegen sofortige Baarzahlung versteigert. Hanau den 23. Mai 1898.

Städtisches Sielbauamt

7800

Ein falscher Staats Vertrag.

I« derFrankfurter Zeitung" ist kürzlich ein österreichisch- russischer Geheimvertrag veröffentlicht worden, der im Früh­jahr DOiigen Jahres in Petersburg mit einer Gültigkeits­dauer von fünf Jahren abgeschlossen sein soll. Darnach wäre der Balkan in zwei Jrltereffen-Sphären eingetheilt worden, Serbien fiele in die österreichisch-ungarische, Bulgarien in die russische Sphäre, und außerdem wäre die Ueber lassung der Meerengen an Rußland und Salonikis an den Donaustaat in Aussicht genommen.

Es ist allgemein bekannt, daß im vorigen Jahre während deS Besuches des Kaisers Franz Josef beim Zaren zwischen den beiden Kaisern und ihren auswärtigen Ministern Grafen Goluchowski und Grafen Murawiew Besprechungen über die Lage auf dem Balkan gepflogen worden sind. Diese Be­sprechungen haben auch zu einem Einvernehmen geführt, das sich auf den beiderseitigen Wunsch gründete, den Status quo auf dem Balkan zu erhalten und die Neigung zu kriegerischen Unruhen unter den Balkanvölkern und gegen die Pforte zu unterdrücken. Deshalb wurde damals sofort eine gemeinsame Mahnung zur Ruhe während des griechisch-türkischen Krieges nach Belgrad, Sofia und Bukarest gerichtet. Ueber den Rahmen einer solchen Verständigung geht aber der von dem Frankfurter Blatte veröffentlichteStaatsvertrag" weit hinaus. Die Theilung in Jnteressen-Sphären, besonders aber die Ueberlieferung Konstantinopels uno der Meerengen an Ruß­land wäre vom österreichisch-ungarischen Standpunkte aus etwas ganz NeueS, da man in Wien bisher nach dem Ber­liner Vertrage die Meerengen als eine europäische Angelegen» heit behandelt hat. Und was würde aus dem Königreich Rumänien, das in dem angeblichenStaalsvertrage" gar nicht erwähnt zu sein scheint?

Schon daraus geht heroor, daß das Frankfurter Blatt das Opfer einer Täuschung geworden ist. Trotz der scharfen Ableugnung durch den Grafen Goluchowski hält jedoch die Frankfurter Zeitung" den Glauben an ihrenStaats- vertrag" noch aufrecht; sie ist also wahrscheinlich auf eine ziemlich geschickte Art getäuscht worden, und es bleibt die

Frage offen, wer die Täuschung begangen hat. Das Blatt versichert zwar, die Veröffentlichung diene dem europäischen Frieden, indessen ist es doch wahrscheinlich, daß den Hinter-i mann andere Motive, namentlich dreibundfeindliche, geleitet gesehen und mit dem Gesetze betreffend die "Ermächtigung des haben mögen. Denn wenn es auch für Deutschland er- Reichskanzlers zur Bekanntmachung der Texte verschiedener wünscht sein kann, daß sich Rußland und Oesterreich-Ungarn Reichsgesetze vom Kaiser am 17. d. M. in Straßburg voll-

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genwart als bescheiden ausnehmen. Bei den Damen des Alterthums gab es, nn nur einiges hervorzuheben, Augen- brauenmalerinnen, welche auch die Wimpern so zu färben ver­standen, daß sie einen wundervollen, natürlichen Kmrtrast zu dem zart übermalten Gesicht bildeten. Andere Sklavinnen mußten das Haar kämmen und flechten, und diese wieder wurden von solchen abgelöst, die es mit goldenen und silbernen, juwelenbesetzten Nadeln aufzustecken und die kostbare Stirn­binde zu befestigen hatten.

Die Kosmetik bildete einen Theil der Arzneiwissenschaft damaliger Zeit, und die Aerzte berühmter Kaiserinnen haben Bücher über sie geschrieben. Wir wissen daher auch, daß die Hauptvorbereitungen des Abends vor dem Schlafengehen vor­genommen wurden. Brodteich, in Eselsmilch geweicht, wurde aufs Gesicht gelegt. Des Morgens wurde er mit dieser wieder erweicht, und dann traten die feinen Salben und Wohlgerüche in ihre Rechte. Ebenfalls nächtliche Gesichtsbe­deckung, aber von anderer Art, erwählten sich später die Damen und auch Herren der glänzenden, französischen Hof­haltungen. Von Kardinal Richelieu ist eS bekannt, daß er sich allabendlich dünne Scheiben frischen Kalbfleisches aufs Gesicht legen ließ, um seinen Teint zu erhalten. Andere glaubten denselben Zweck auf billigere Weise zu erzielen, in­dem sie feines Waschleder, nach Art der Gesichtsmasken zu­geschnitten, mit feinem Teig bestrichen und sich dlescs auf- ^^Alle die berühmten und bekannten Freundinnen französischer Könige fürchteten die äußeren Spuren des Alters als ihren bittersten Feind, denn Jugend und Schönheit führten damals allein zum mächtigsten Einfluß. Erklärlich ist eS deshalb daß der Alchymist Eagliostro einen solchen unwiderstehlichen Nimbus um sich zu verbreiten vermochte, weil er sich m Be­sitz derKenntnisse zur physischen Wiedergeburt" ausgab. An sein Lebenselixir, womit das Alter zu verjüngen und dre

1898

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über den Balkan so oder so vertragen, so ist doch das Gleiche nicht für Italien der Fall, das verstimmt sein könnte, wenn ohne sein Wissen Abmachung?« getroffen würden, die die zu­künftige Stellung der albanesischen Küste berührten. Weiter enthielte derStaatsvertrag" reichlichen Stoff zu Mißtraue« und Mißmuth für den Sultan und England, die beide ein natürliches Interesse daran haben, die Meerengen nicht an Rußland ausgeliefert zu sehen. Nach der Frage cui bono, wem könnte die Veröffentlichung nützen? führt also die Spur des Hintermannes sicherlich nicht nach einem der Dreibund­staaten, sondern anderswo hin, vielleicht nach dem Orient selbst, wo wiederholt schon mit gefälschten diplomatischen Akten­stücken operirt worden ist.

Tsgesschau.

Kaiserlicher Dank. Der Re chsanzeiger veröffentlicht folgenden kaiserlichen Erlaß: Nachdem die Ergänzungsgesetze zu dem Bürgerlichen Gesetzbuch nunmehr sämmtlich verab­schiedet worden sind und damit das Werk der einheitlichen Gestaltung des bürgerlichen Rechts seinen Abschluß gefunden hat, ist es Mir Bedürfniß, dem Staatssekretär des Reichs- Justizamts und allen Beamten dieser Behörde, welche in hin­gebender, angestrengter Thätigkeit an dieser großen gesetz­geberischen Arbeit mitgewirkt haben, Meinen Kaiserlichen Dank und Meine Anerkennung auszusprechen. Dem Staatssekretär Nieberding habe ich meinen Rothen Adlerorde« 1. Klaffe mit E-chenlaub verliehen. Ich beauftrage Sie, die Betheiligten hiervon in Kenntniß zu setzen. Berlin Schloß den 20. Mai 1898. Wilhelm, I. R. Fürst zu Hohenlohe. An den Reichskanzler.

Der Kaiser über Kameradschaft «ad Lrene. Wie nachträglich mitgetheilt wird, hob der Kaiser in einer Ansprache an das Pionierbataillon Nr. 19 auf der Straß- bürger Parade in markigen Worten hervor, daß der Geist der Kameradschaft und Treue, der jeder Zeit, besonders aber in der Stunde der Gefahr, Offiziere, Unteroffiziere und Mann­schaften seiner Armee verbinde, sich bei dem Bataillon wiederum in Hellem Lichte gezeigt habe. Dieses Beispiel habe bewiesen, welch vortrefflicher Geist in der Pioniertruppe im Allgemeinen und in dem 19. Pionierbataillon im Besonderen stecke. Als Zeichen seiner Anerkennung verlieh der Kaiser verschiedene Auszeichnungen.

Abschluß >« Rechtsreform. ImReichsanzeiger" wird mitgetheilt, daß die den Abschluß der einheitlichen Ge­

staltung des bürgerlichen Rechts bildenden Gesetze über die Angelegenheit-n der freimilligen Gerichtsbarkeit unb der Zivil­prozeßordnung, die Aenderungen des Gerichtsverfassungsgesetzes und der Konkursordnung mit den zugehörigen Einführungs-

Gesundheit zu erhalten möglich sein sollte, glaubte damals die ganze Welt. Und daß ihm Wunderkräfte eigen, daran zweifelte ungeheuere Zahl seiner Anhänger nicht im Ge­ringsten. Seinegyptischer Wein", der Schönheit und Kraft geben sollte, wurde ihm nm schweres Geld abgekauft, und der gefeierte Schwindler fand Zutritt zu den meisten Palästen. Aehnlich trat der Graf St. Germain auf. Die Rezepte diesesGesundheitsverlängerers", wie man den geistvollen Mann auch nannte, bestanden zumeist in Verabreichung blut- reinigenben Thees, welcher aber nur im Frühjahr einige Wochm getrunken werden sollte; ferner in Empfehlung deS Gebrauchs täglicher warmer Bäder und ebenfalls allabend­licher Austragung eines fettigen Cremes, dem aber eine Ab­reibung des Gesichts mit Citronensaft vorhergegangen sein mußte. Des Morgens wursen durch Abwaschung mit lau­warmem Wasser und milder Seife die Hautporen gereinigt und dann feiner Puder übergestäubt. Erhitzte Gesichter durften niemals mit Wasser oder Tüchern in Berührung ge­bracht werden, und die Damm der damaligen Zeit führten deshalb nach seiner Angabe immer einige Blättchen feinsten Seidenpapiers bei fich, um sich das Gesicht damit abzuwischen unb zu kühlen.

Es scheint, daß diese Verordnungen, besser als viele an­dere, auch ben heutigen Damen noch zu empfehlen seien, die in Sorgen über das Wie und Was von kosmetischen Mitteln sind. Denn wenn unsere jetzigen medizinischen GesundheitS« Wächter auch alle sogenannten Purgirthe-s der Rumpelkammer überwiesen haben, so erinnern sich doch noch ältere, recht ge­sunde Leute bantbarft der Frühjahrskuren, welche ihre Eltern mit ihnen in der Kindheit vorgenommen. Es geschah wohl in der Erkenntniß, daß sich den Winter über durch geringere Bewegungen im Freien und selteneren Luftwechsel Unreinheiten im Blute angesammelt haben. Allerdings gab es damals zu­meist nur eine Stunde Schule des Tages, und Senne sblätter,