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Erstes Blatt.

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Amtliches Organ für Sisök- unö Lanökreis Hanau

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

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für Stadt- und Laich« kreis Hanau 10 ^ Mt ^gespaltene Garmond- zeile oder deren SRaine, für Auswärts 15 ^

Im Reklamentheil die Zeile 20 4, ft»

Auswärts 30 ^.

M. 106. Samstag den 7. Mai

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1898

AmMches.

^aM&wi# ^anau.

Nachdem der Auswanderungs-Hauptagent Wilhelm Textor zu Frankfurt a/M. die Rückgabe der für den seitherigen Unteragenten Georg Tissot hier bei der Kgl. Reg/Haupt­kasse zu Cassel hinterlegten Kaution beantragt hat, wird dieses in Gemäßheit des § 14 der Verordnung vom 22. Februar 1853 mit dem Bemerken zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß etwaige Ansprüche, welche der Rückgabe der Kaution entgegengesetzt werden sollen, innerhalb sechs Monalett, vom Tage des Erscheinens dieser Bekanntmachung an gerechnet, mit dem Nachweis hier anzumelden sind, daß wegen solcher Ansprüche Klage bei Gericht erhoben ist.

Hanan am 3. Mai 1898.

Königliche Polizeidirektion.

P. 3871 I. A.: Dr. Becker, Reg.-Assessor.

^.an^^ret^ ^anau.

GtAsMtmülhullgell des Königlichen Landrathsamtes.

In der gestrigen Kreistagssitzung wurden

1? der unterzeichnete Landrath,

2. Herr Bürgermeister S t r o h - Marköbel,

3. Laubach-Eichen

zu Kommunallandtags- Abgeordneten, sowie

1. Herr Hofmarschall von Strahl-Philippsruhe,

2. Fabrikdirektor Dr. Hoffm ann-Mainkur zu Kreisdeputirten für die nächste 6sährige Wahlperiode ge­wählt, sodann ~

die Errichtung einer Sammelwasenmeisterei in Gemein­schaft mit dem Stadtkreis Hanau beschlossen.

Hanau am 6. Mai 1898.

. Der Königliche Landrath

A. 1867 v. Schenck.

In Spielberg im Kreise Gelnhausen ist unter den Schafen die Räude und in Hailer unter den Schweinen die Rothlaufseuche ausgebrochen.

Hanau am 7. Mai 1898.

Der Königliche Landrath

v. S ch e n ck.

M^taMMrew ^anau«.

^e.te des Oberbürgermeisteramtes.

Bekanntmachung.

Nachdem durch Kaiserliche Verordnung vom 22. d. Mts. bestimmt worden ist, daß die Neuwahlen für den Reichstag am 16. Juni d. Js. vorzunehmen sind, setze ich auf Grund des § 2 des Reglements vom 28. Mai 1870 (Bundesgesetz­blatt S. 275) den Tag, an welchem die Auslegung der Wählerlisten zu erfolgen hat,

auf den 18. Mai d. 3s.

hierdurch fest.

Berlin den 24. April 1898.

Der Minister des Innern.

Vorstehende Bekanntmachung wird mit dem Bemerken ver- ostentlicht, daß die Wählerlisten für den Stadtbezirk Hanau om 18* Mai d. Js. ab acht Tage lang während ver Stunden von 812^ Uhr vormittags «nd Ll« Uhr nachmittags im Zimmer Nr. 2 des Neustadter Rathhanses (parterre) zu Jedermanns Einsicht ausliegen.

Einsprachen sind binnen 8 Tagen nach Beginn der Aus­legung bei dem Magistrat anzubringen. Nur diejenigen Personen sind zur Theilnahme an der Wahl berechtigt, welche m die Wählerliste ausgenommen sind.

Die Abgrenzung der 8 Wahlbezirke wird demnächst naher bekannt gemacht werden.

Hanau den 27. April 1898.

Der Oberbürgermeister ^^

Dr. Gebeschus.

Jmpfordnung

der im Stadtkreise Hanau im Jahre 1898 auszuführenden öffentlichen Impfungen.

Montag den 9. Mai, nachmittags 3 Uhr, Vor­stellung derjenigen Kinder, deren Jmpsfahigkeit zwecfe - Die heutige 9t

hast ist, oder deren Zurückstellung gewünscht wird. Jmpflokal: Altstädter Rathhaus.

@r flimpfitng.

2. Dienstag den 10. Mai, nachmittags 3 Uhr, Impfung der im Jahre 1897 geborenen impspflichtigen Kinder, sowie der im Januar und Februar 1898 geborenen Kinder, deren Impfung gewünscht wird. Nachschau Dienstag den 17. Mai, nachmittags 4 Uhr. Jmvf- lokal: Älistädtkr Rathhaus.

3. Dienstag den 17. Mai, nachmittags 3 Uhr, Impfung der im Jahre 1896 oder früher geborenen, bis jetzt noch nicht oder noch nicht mit Erfolg geimpften Kinder. Nachschau Dienstag den 24. Mai, nachmittags 3 Uhr. Jmpflokal: Altstädter Nathhaus.

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4. Knadenmittelschule: Samstag den 7. Mai, nach­mittags 3 Uhr, Impfung; Samstag den 14. Mai, nachmittags 3 Uhr, Nachschau. Jmpflokal: Knaben- mittelschule.

5. Knabenvolksschule: Erste Hälfte: Mittwoch den 11. Mai, nachmittags 3 Uhr, Impfung; Mittwoch den 18. Mai, nachmittags 3 Uhr, Nachschau. Zweite Hälfte: Mittwoch den 11. Mai, nachmittags 5 Uhr, Impfung; Mittwoch den 18. Mai, nachmittags 5 Uhr, Nachschau. Jmpflokal: Knabenvolksschule.

6. Mädchrumittelschule: Montag den 16. Mai, nachmittags 4 Uhr, Impfung; Montag den 23. Mai, nachmittags 4 Uhr, Nachschau. Jmpflokal: Mädchen- mittelschule.

7. Mädcheuvolksschule: Erste Hälfte: Mittwoch den 8. Juni, nachmittags 3 Uhr, Impfung; Mittwoch den 15. Juni, nachmittags 3 Uhr, Nachschau. Zweite Hälfte: Mittwoch den 8. Juni, nachmittags 5 Uhr, Impfung; Mittwoch den 15. Juni, nachmittags 5 Uhr, Nachschau. Jmpflokal: Mädchenoolksschule.

8. Oberrealschule und) Samstag den 11. Juni, nach-

9. Gymnasium: J mittags 3 Uhr, Impfung; Samstag den 18. Juni, nachmittags 3 Uhr, Nachschau. Jmpflokal: DbetrealiCiule.

10. Höhere Mädchenschule undj Samstag den 11.

11. Dadidsohn'sche Schule: J Juni, nachmittags 4'/» Uhr, Impfung; Samstag den 18. Juni, nachmittags 41 /s Uhr, Nachschau. Jmpflokal: Höhere Mädchenschule. Die vorstehenden Jmpftermine sind außerdem noch durch Aushang am Neustädter Rathhaus bekannt gemocht.

Zur Impfung haben die Kinder in reinen Kleidern und mit frisch gewaschenen Armen zu erscheinen.

Besonders machen wir darauf aufmerksam, daß den- jeuige« Impflingen, sowie allen anderen Per­sonen, welche mit ansteckenden Krankheiten

(Scharlach, Masern, Diphtheritis, Croup, Keuch­husten, Flecktyphus, Rose oder roseartigen Ent­zündungen)

behaftet sind, oder in Häusern wohnen, in denen zur Zeit der Impfung solche Krankheiten herrschen, oder kurz vorher vorgekommen sind, das Betreten der Jmpflokale untersagt ist.

Die hier in Betracht kommenden Impflinge sind dem Jmpfarzt möglichst unter Vorlage eines ärztlichen Zeug- HiffeS vor oder alsbald nach dem Jmpstermin anzumelden.

Den Angehörigen der Erstimpflinge werden Seitens der Königlichen Polizeidirektion Verhaltungsvorschriften für die öffentlichen Impfungen und über die Behandlung der Impf­linge während der Entwickelung der Jmpfblattern zugestellt, auf deren Beachtung wir ausdrücklich Hinweisen.

Exemplare dieser Verhaltungsvorschriften können außerdem auf Verlangen bei hiesigem Standesamt entgegengenommen werden.

Hatt«» den 28. April 1898.

Der Magistrat

Dr. Gebeschus. 6666

Dicllstllachlichten aus dem Kreise.

Luaefloaen: Eine Brieftaube mit d.n Zeichen: an der inneren Seite des linken Flügels:Bitte um Rückgabe 8. 106 W.; am rechten Fuß ein weißer Ring mit V. 32 ., 489. Eine blaugraue Brieftaube mit schwarzen Leisten, am reckten Bein ein Ring, daraufApolda 97. .596 , und am linken Bein ein Ring mitL. Lederer. 9. Frankfurt

Vom Wasenmeister ein gefangen: Ein gelber Pinscher

m. Geschl.

immer umfaßt außer dem Untevhaltungsk

Verloren: Ein kleiner Hundemaulkorb.

Gesunden: Ein Knabenstrohhut, ein schwarzer Herrn­hut (aus der städtischen Sparkasse liegen geblieben). Ein Notizbuch für Schüler mit der AufschriftStahl". Ein Zeichenheftvon V. Stoppel, Lehrer". Ein kath. Gebetbuch. Ein Zanellaregenschirm. Eine Peitsche (Bogenpeitsche). Eine Wagenkapsel; Empfangnahme beim Schmied Koch zu Marköbel. Hanau am 7. Mai 1898.

Grundstücksverpachtung.

Von dem in der Gemarkung von Hanan belegenen Domanialgrundbcsitz Karte F. F. Nr. 123/327, Acker im netten Mühlfelde, sollen die folgenden Flächen, als: Abtheilung 6 u. 7 42 a 75 qm, 8 = 37 97 9 36 46 10 = 43 37 , ii 11 52 37 ii 12 = 53 50 13 = 55 15

Überhaupt 3 ha 21 a 57 qm, auf sechs Jahre öffentlich meistbietend verpachtet werden.

Termin hierzu ist auf Mittwoch den 1t. dieses Monats, vormittags 11 Uhr, in das SLlchen der Kaiserlichen Bierwirthschaft in der Altstadt dahier anberaumt.

Auf angemessene Gebote erfolgt der Pachtzuschlag ohne Abhaltung eines weiteren Termins.

Hanau am 6. Mar 1898.

Der Königliche Domänenrath

Bell. 7160

Tagesschau.

Von der Marine. Laut telegraphischer Meldung an das Ober-Kommando der Manne ist die zweite Division des Kreuzer Geschwaders S. M. SchiffeDeutschland", Kaiserin Augusta" undGefion", Chef: Kontre - Ad­miral Prinz Heinrich von Preußen, Königliche Hoheit, am 5. Mai in Kiautichou eingetroffen.

Klagen über das Lehrerbesoldungsgesetz. Das Bert. Tagebl." sucht vereinzelte K-aacn aus Lehrerkreisen über die Durchführung des Lehrerbesoldungsgesetzes gegen die konservative Partei, insbesondere gegen die Oberpräsidenten von Köller und von Puttka«er auszunutzen. Sollte das edle Blatt vergessen haben, daß das ärmste und kleinste ostelbische Dorf für seine Lehrer verhältnißmäßig besser ge­sorgt hat als das freisinnige Regiment der Reichshauptstadt?

Der Wahlaufruf der freisinnigen Volkspartei ist gestern veröffentlicht worden. Er enthält nichts Neues und nichts Besonderes. Das einzig Bedeutsame ist die scharfe Gegnerschaft gegen die nationale Wirthschaftspolitik, die aus dem Aufrufe spricht.

Die Nationalsozialen erkläre« in ihre« Wahlaufruf, daß sie für das allgemeine gleiche direkte Wahlrecht, für UN- beeinträchtigte Koalitionsfreiheit, für Freizügigkeit, Preßfreiheit und Versammlungsfreiheit eintreten wollen. lieber die Stel­lung der Nationalsoziale« zur Sozialdemekranr heißt es: Die Sozialdemokratie steht allen Machtarrfordenrngen des deutschen Volkes feindlich gegenüber. Sie ist gegen die Monarchie, sie will kein leistn«gsfähiges Heerwesen. Sie schädigt damit den deutschen Staat, sie schädigt ebenso die Lebensintereffen »er aufwärts strebenden Volksmenge. Darum bekämpfen wir die Sosialdemokratie.

Franzosett und Spanier. Die Franzosen stellen über das Unglück der Spanier schwermüthige Betrachtungen an, nicht bloß, weil sie selber davon Schaden leiden, sondern auch, weil sie im spanischen Spiegel ihr eigenes Schicksal er­kennen. In einem derT. R." zugehenden Pariser Briefe wird dies wie folgt a»Sgeführt: Noch nie hat sich dcr Mcwgel an Selbstvertrauen, der trotz aller Ruhmredigkeit seit 1870 im Grunde der französischen Seele liegt, so deutlich ausge­sprochen, wie jetzt. Man möchte sogar sagen; die Franzosen sind zu verzagt und unterschätzen sich selber. Fortwährend liest man in den Zeitungen jetzt »omNiedergang der lateinischen Völker", obgleich Frankreich doch in mancher Hin­sicht noch höher steht, alS Spanien und selbst als Italien. Aber jeder Schicksalsschlag, der das stammverwandte Nachbar­land trifft, erinnert die Franzosm an eigene Erlebnisse und macht sie um die eigene Zukunft bange, weil sie im eigenen Charakter die Fehler erkennen, um derenwillen ihre spanischen latt 14 Seiten.