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Utvnvement».

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Für auswärtige Wmnmten mit dem betreuenden Pestaufschlag.

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Amtliches Organ für Ktaöt- unö LanöKreis Hanau

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

EinrückuugS- gebühr

für Stadt- und 2a* kreis Hanau 10 ^ Wt ^gespaltene Garmond« zeile oder deren Raum, für Auswärts 15 ^

Im ReNamentheU die Zeile 20 4 fig

Auswärts 30 ^.

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Donnerstag den 5. Mai

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1898

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AMMchrs. ^an^v^w .^anau.

MKMtNachyNgeu des Nniglichea LandrathsaWtes.

Für die Sektion Hanau (Land) der Hessen nastauischen landwirthschaftlichen Berufsgen off mschüft sind für die Wahl­periode 1, April 1898/1900 zu Vertrauensmännern gewählt:

Amtsgerichisbezirr Harra«:

Vertrauensmann: Konrad Glaub II. in Bruchköbel, Stellvertreter: Bürgermeister Jean Baumann daselbst.

Amtsgerichtsbezirk Windecken:

Vertrauensmann: Bürgermeister Jakob Reul in Windecken, Stellvertreter: Leonhard Westphal halbst.

Amtsgerichtsbezirk Bergen:

Vertrauensmann: Landwirth Fuedr. Heinrich Schwindt in Bergen,

Stellvertreter: Bürgermeister Ludwig Klemann daselbst.

Amtsgerichtsbezirk Langerffelbold:

Vertrauensmann: Pimmermann Karl Ditzel in Langenselbold, Stellvertreter: Ackermann Hermann Lehr daselbst.

Hanau am 29. April 1898.

Der Vorsitzende des Sektionsvorstandes

TL 689 v. Schenck.

Diclistmchrichtcil aus dem Kreise.

Friedrich Seng IL von Dörnigheim ist zum Feldhüter der Gemeinde LDörnigheim bestellt und verpflichtet worden. Hanau am 30. April 1898.

Gefunden: Ein goldner Herrenktttenring.

Entflogen: Ein Paar schwarz und weiße Elster­tümmlertauben.

Hanau am 5. Mai 1898.

KtrLSM^S ^anau.

VMWtWachMM des Oberbürgermeisteramtes.

Jmpfordnung

der im Stadtkreise Hanau im Jahre 1898 auszuführenden öffentlichen Impfungen.

1. Montag den 9. Mai, nachmittags 3 Uhr, Bor- ftellttng derjenigen Kinder, deren Jmpffähigkeit zweisel- Haft ist, oder deren Zurückstellung gewünscht wird. Jmpflokal: Altstädter Rathhaus.

£r fftmyfitnc).

2. Dienstag den 10. Mai, nachmittags 3 Uhr, Impfung der im Jahre 1897 geborenen impfpflichtigen Kinder, sowie der im Januar und Februar 1898 geborenen Kinder, deren Impfung gewünscht wird. Nachschau Dienstag den 17. Mai, nachmittags 4 Uhr. Jmpf­lokal: Altstadt-r Rathhaus.

3. Dienstag den 17. Mai, nachmittags 3 Uhr, Impfung der im Jahre 1896 oder früher geborenen, bis jetzt noch nicht oder noch nicht mit Erfolg geimpften Kinder. Nachschau Dienstag den 24. Mai, nachmittags 3 Uhr. Jmpflokal: Altstädter Rathhaus.

^tederimpfungett.

4. Knabenmittelschule: Samstag den 7. Mai, nach- Mittags 3 Uhr, Impfung; Samstag den 14. Mai, Nachmittags 3' Uhr, Nachschau. Jmpflokal: Knaben- Mittelschule.

5- Knabenvolksschule: Erste Hälfte: Mittwoch rm 11. Mai, nachmittags 3 Uhr, Impfung; Mittwoch den 18. Mai, nachmittags 3 Uhr, Nachschau. Zweite Halste: Mittwoch den 11. Mai, nachmittags 5 Uhr, Impfung; Mittwoch den 18. Mai, nachmittags 5 Uhr, Nachschau. Jmpflokal: Knabenoolksschule. , 61 Madchenmittelschule: Montag den 16. Mai, nachmittags 4 Uhr, Impfung; Montag den 23. Mai, nachmittags 4 Uhr, Nachschau. Jmpflokal: Mädchen Mittelschule.

71 Mädchenvolksschule: Erste Hälfte: Mittwoch den 8. Juni, nachmittags 3 Uhr, Impfung; Mittwoch den 15. Juni, > achmittags 3 Uhr, Nachschau. Zweite Hälste: Mittwoch den 8. Juni, nachmittags 5 Uhr, Impfung; Mittwoch den 15. Juni, nachmittags 5 Uhr, Nachschau. Jmpflokal: Mädchenvolksschnle.

^8. Oberrealschule unto Samstag den 11. Jum, nach- 91 Gymnasium: j mittags 3 Uhr, Impfung; Samstag den 18. Juni, nachmittags 3 Uhr, Nachschau. Jmpflokal: Oberrealschule.

10. Höhere Mädchenschule unbl Samstag den 11.

11. Davidsohn'sche Schule: / Juni, nachmittags 41/r Uhr, Impfung; Samstag den 18. Juni, naSmittags 4^2 Uhr, Nachschau. Jmpflokal: Höhere Mädchenschule. Die vorstehenden Jmpftermine sind außerdem noch durch Aushang am Neustädter Rathhaus bekannt gemacht.

Zur Impfung haben die Kinder in reinen Kleidern und mit frisch gewaschenen Armen zu erscheinen.

Besonders machen wir darauf aufmerksam, datz den­jenigen Impflingen, sowie allen anderen Per­sonen, welche mit ansteckenden Krankheiten

(Scharlach, Masern, Diphtheritis, Croup, Keuch­husten, Flecktyphus, Rose oder roseartigen Ent Zündungen)

behaftet sind, oder in Häusern wohnen, in denen zur Zeit der Impfung solche Krankheiten herrschen, oder kurz vorher vorgekommen sind, das Betreten der Jmpflokale untersagt ist.

Die 91er in Betracht kommenden Impflinge sind dem Jmpfarzt möglichst unter Vorlage eines ärztlichen Zeug­nisses vor oder alsbald nach dem Jmpftermin anzumelden.

Den Angehörigen der Erstimpflinge werden Seitens der Königlichen Polizeidirektion Verhaltungsvorschriften für die öffentlichen Impfungen und über die Behandlung der Impf­linge während der Entwickelung der Jmpftlatkern zugestellt, auf deren Beachtung wir ausdrücklich Hinweisen.

Exemplare dieser Verhaltungsvorschriften können außerdem auf Verlangen bei hiesigem Standesamt entgegengenommen werden.

Hanau den 28. April 1898.

Der Magistrat

Dr. Gebeschus. 6666

T a g ^ s f ch a u.

Konservativer Wahlaufruf. Der Vorstand der deutschen konservativen Partei erläßt folgenden Wahlauf­ruf : Das Mandat des Reichstages ist demnächst abgelaufen. In wenigen Wochen wird das deutsche Volk an die Wahl­urne treten, um einen neuen Reichstag nach Berlin zu ent­senden, der für die nächsten fünf Jahre auf die Politik und Gesetzgebung des deutschen Reiches seinen verfassungsmäßigen Einfluß ausüben soll. Nicht ausschließlich wirtschaftliche Fragen sind es, welche bei den Wahlen ddr Reichstagsab­geordneten in Betracht kommen. In erster Linie ist es er­forderlich, Männer zu wählen, die mit voller Hingebung und Pflichttreue eintreten für die Grundlagen unseres Staats­wesens Religion, Monarchie, Familie für die Wahr­ung unserer Gesittung und nationalen Einheit und für die gleichmäßige Förderung der Wohlfahrt aller Volksklaffen. Nur auf dem Boden des wahren Christenthums und der monarchischen Staatsform ist es möglich, auch die wirthschaft- lichen und sozialen Probleme in gerechter und ersprießlicher Weise zu !öien. Die deutsche konservative Partei stellt die Erweckung, Erhaltung und Kräftigung der christlichen L-benr- anschauung an die Spitze ihrer Aufgaben. Treu der Ver­fassung und unter gleichmäßiger Hochhaltlinz der Kronrechte wie der persönlichen Frttheit tritt sie nach wie vor für die volle Wehrkraft des Volkes zu Lande und zu Wasser ein und sieht in derselben eine unerläßliche Bedingung für die deutsche Machtstellung und für die Elhtttung des Friedens in ganz Europa. Wir wollen, daß die deutsche Politik nach Außen wie im Innern eine durch und durch nationale sei. Darum erüreben wir men kräftigeren Schutz der nationalen Arbeit ohne Bevorzugung einzelner Erwerbsgruppw, aber unter besserer Berücksichtigung von bisher stiefmütterlich behandelten Gewerben. Wir werden daher Handelsverträgen, welche auf Kosten der Landwirthschaft einzelnen Exportindustrien Vor­theile zuwenden, keinenfalls unsere Zustimmung geben. Wir werden daraus dringen, daß Handwerk und Kleingewerbe kräftiger als bisher gegen großkapitalistische Auswüchse und undeutsche Verletzung von Treue und Glauben im Geschäfts - veikehr geschützt werden. Wir erwarten jedoch nur von dem Zusammenwirken all.r wirthschaftlichen Faktoren eine erfolg­reiche Förderung des Schutzes der nationalen Arbeit und der einzelnen Erwerbsgruppen. Wir bekämpfen demagogische Umtriebe j-der Art, welche darauf hinarbeiten, die Gesinnung weiter Kreise unseres Volkes durch Lug und Trug in Wort und Schrift irre zu leiten und zu vergiften. Wir erachten es als eine Hauptaufgabe der nationalen Politik, day der Kampf gegen die Sozialdemokratie in aller Scharfe geführt werde und fordern, daß dem Treiben gewerbsmäßiger Agi- taioren die jede göttliche und weltliche Autorität untergraben und auf die Zerstörung der christlichen Gesinnung im Volke

hinarbeiten, durch weiteren Ausbau der Gesetzgebung im Sinne der Allerhöchste« Botschaft vom 17. November 1881 sowie durch energische Handhabung staatlicher Machtmittel entgegen­getreten werden. Die deutsche konservative Partei ist ent- schloffen, in Vertretung dieser Grundsätze und Ueberzeugungen mit voller Selbständigkeit und unentwegt weiter ihren Dienst der Monarchie und dem Vaterlands zu weihen und reicht mit dem alten bewährten Rufe;Mit Gott für Fürst und Vater­land, für Kaiser und Reich!" denen die Hand, die in dem Kampfe zur Erreichung dieser Ziele helfen wollen.

Deutscher Reichstag.

(Sitzung vom 4. Mai.)

Der Reichstag hat heute zunächst die internationale Sanitätskonvention in dritter Lesung angenommen, sodann einige Rechnungssachen erledigt und hieraus dem Ge­setzentwurf, betr. die Ermächtigung des Reichskanzlers zur Bekanntmachung der Texte verschiedener Reichsgesetze, in zweiter L-sung zugestimmt. Es folgt die Verlesung der Inter­pellation Au er:Beabsichtigen die verbündeten Regier- urgcn angesichts der ungewöhnlich hohen Getreidepreise eine zeitweilige Aufhebung der Getreidezölle herbeizuführen?" Staatssekretär Frhr. v. Thielmann erklärt, daß die ver­bündeten Regierungen bereit seien, die Interpellation morgen zu beantworten. Der Präsident Frhr. v. Buol bemerkt, t daß er demnach die Jntepellation aus die Tagesordnung der morgigen Sitzung setzen werde.

Nächster Gegenstand ist die dritte Lesung der Militär­strafprozeßordnung. In der Generaldiskussion führt Abg. v. Levetzow (kons.) aus, daß viele feiner politischen Freunde die Nothwendigkeit einer Reform der Militärstraf- prozeßordnung nicht einsähen, weil die zunächst interessirten militärischen Kreise keine Klage hätten vernehmen lasten. Der größere Theil seiner Freunde werde aber für die Vor­lage stimmen, weil es gelungen sei, die größeren Parteien auf Kompromißanträge zu Bereinigen. Abg. Frohme (Soz.) betont, seine Partei werde gegen die Vorlage stim­men, weil diese nicht den modernen Rechtsanschanungen ent­spreche. Auch die Kompromißanträge änderten hieran nichts, sie gäben im Wesentlichen den Wünschen der Regierung nach. Das bayerische Militärstrasrecht sei weit bester als das hier vorgeschlagene. Für dieses Werk werde das Volk dem Reichs­tage und der Regierung nicht danken.

Preußischer Kriegsminister v. Goßler hebt hervor, er könne unmöglich auf alle von dem Vorredner ausgeführten Einzelh'iten, auf seine übertriebenen und unrichtigen Dar­stellungen eingehen, wenngleich er auch zuzebe, daß sich^die Sozialdemokratie dieser Borlage gegenüber in einer gewissen Verlegenheit befinde. Er glaube nicht, daß das Volk von der Vorlage nichts wissen wolle, es werde sich vielmehr wun­dern, daß die Sozialdemokratie auch hier ihre Mitwirkung versage.

Abg. Bassermann (natl.) sagt, er verstehe es, daß die Militärverwaltung in der Vorlage eine gewisse Vorsicht walten laste. Man könne nicht mit vollen Segeln in die Bestimmungen des bürgerlichen Strafrechts hineinfahren und sie einfach auf den Militärstrafprozeß übertragen. D^m stän­den die besonderen Einrichtungen der Armee entgegen. Tsie Borlage sei nicht, wie der Abg. Frohme behaupte, der Aus­druck deS preußischen Partikularismus, sondern im Gegentheil der Ausdruck der deutschen Rechts- und Reichseinheit. Die Nation werde es dankbar aufnehmen, wenn der Reichstag dieses Gesetz zu Stande bringe. Abg. Haußmann (südd. Dolksp.) erklärt, fline Partei werde die Vorlage ablehnen. Es fehle in ihr der Grundsatz der Ständigkeit des Gerichts, auch fei das Prinzip der Oeffentlichkit ungenügend durchge­führt. Die Vorlae sei keine Brücke von dem Festlande der bürgerlichen Gerichtsbarkeit zu der schwimmenden Insel der Militärjllstiz.

Ndg. Gröber (Ctr.) legt dar, das Gesetz enthalte ohne Zweifel einen großen Fortschritt, und wenn auch noch Manches zu wünschen übrig bleibe, so müsse man doch diesen Schritt nach vorwärts rasch machen. Das Gesetz sei in manchen Punkten besser als das bayerische Verfahren. Mündlichkeit und Oeffentlich- keit deS Verfahrens seien gewahrt, ebenso die Stellung des Ver­theidigers. Es sei leicht, hier schöne Reden zu halten, wenn man doch Alles ablehne. Das Volk würde es nicht verstehen, wenn man das hier gebotene Gute nicht annehmen wollte. Abg. Graf Limburg-Stirum (kons.) spricht sich im Ramm der Minderheit seiner Partei g'gen das Gesetz aus. Das jetzige Militärstrafversahren habe sich bewährt; es werde durch diesen Entwurf zu viel Autorität sowie zu viel militärische und monarchische Gewalt preisgegeben. Die Schablone der allge-