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Amtliches Organ für Stsöt- unö LsnöKreis Hsusu.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

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für Stadt- und 2a* kreis Hanau 10 ^ He 4gespaltene Garmoud« geile oder deren Raum, für Auswärts 15 ^,

Im Reklamentheil die Zeile 20 ^, ffa

Auswärts 30 ^.

Nr. 103. Mittwoch den 4. Mai

^<t^äk^ä®®sa®®^

1898

AmMcheS.

§taM&rew ^anau.

Die Maul- und Klauenseuche unter dem Viehbestände des Oekonomen Adolf Stettner dahier ist erloschen und die Gehöftsperre unterm heutigen Tage aufgehoben worden.

Hanau am 4. Mai 1898.

Königliche Polizeidirektion.

v. Schenck.

^anö&rew J^avuxxu BekaMtmechMgell des Königlichen Landrathsamtes.

Reichstagswahl betreffend.

Auf Grund des § 24 bei Wahlreglements vom 28. Mai 1870 zur Ausführung des Wahlgesetzes für den Reichstag des Deutschen Reichs vom 31. Mai 1869 habe ich zu Wahl- kommifsaren und deren Stellvertretern für die am 16. Juni d. Js. vorzunehmende Reichstagswahl ernannt:

1. 20.

8. für den 8. Wahlkreis, bestehend auS dcm Stadt- und Landkreise Hanau, dem Kreise Gelnhausen u«d den früher zu dem Kreise Hanau gehörenden Gemeinden Bockeuheim, Berkersheim, Eckenheim, Eschersheim, Ginnheim, Praun- Heim, Preungesheim und Seckbach, welche durch die Kreis­ordnung für die Provinz Hessen-Nassau dem Landkreise Frankfurt a. M. zugetheilt, aber in dem bisherigen Wahl- verbande belassen sind, den Königlichen Landrath von Schenck zu Hanau und zu dessen Stellvertreter den Königlichen Regierungs-Assessor Becker daselbst.

20.

Cassel den 26. April 1898.

Der Regierungs-Prästdent Haussonville.

Vorstehende Bekanntmachung bringe ich hierdurch zur öffentlichen Kenntniß.

Hanau am 29. April 1898.

Der Königliche Landrath

V. 5156. von Schenck.

Landwuthschastlichcr Kreisverein Hanau.

Nächste Versammlung Samstag den 7. Mai, nachmittags 2 Uhr, im Gasthaus zumgoldenen Löwen" in Hanau.

Tagesordnung:

1. Geschäftliche Mittheilungen.

2. Referat des Herrn Pfarrer Meyenschein überdie ländlichen Genossenschaften im Kamps mit der wirth- schaftlichen Noth."

S5

^mitteten

China's Kaiserstadt.

Eine Skizze zum Besuche des Prinzen Heinrich in Peking.

Von Rudolf Langenbach.

(Nachdruck verboten.)

Wer eine chinesische Stadt gesehen hat, der hat sie alle «'s v < Da? ist eine alte Erfahrung; aber Chinas Kaiser- bildet eine Ausnahme, vielleicht die einzige Ausnahme "erhält sich zu den übrigen Städten des Himm- jchen Reiches annähernd so, wie St. Petersburg zu den 2- ~- P-king ist plötzlich, auf den Befehl tnWr«7 .en' gebaut worden und verdankt auch seine Be- A ^"^allmächtigen Herrscherwillen, der von Ost ^otb und Süd seine Unterthanen zur Be- L . ^ ^f u^uen Stadt zwangsweise heranholte. Roch und M^s^'? Peking Chinesen und Mongolen, Tartaren t.bunt durcheinander und jede Provinz des p'^'chis isthier vertreten. Es war in einer Helden- bnd^. ^ chmesischm Geschichte, als Peking zur Residenz er- Und n^k^b "" ^eöe von Nanling, derSüdrestdeaz." $ ?Eute erzählen in und um Peking zahlreiche Zeug- Nlsse von einer großen Zeit.

., Da ffnd vor allem Pekings berühmte Stadtmauern. Un- gcyeuer überwältigend ragen sie dem, der sich der Haupt- Mdt nähert, entgegen. Sie sind 15 Meter hoch, ihre Dicke 5" dem Thorweg zu schätzen, der durch sie hiu- Uab ^^^ kein Ende nehmen zu wollen scheint. ch sehen sie gar kriegerisch auS mit ihren mächtigen Wacht- .^"^bn, die grüne Dächer von 56 Etagen tragen und ten züchtigen Granitfließen Mündungen von Ka- nenrohren zeigen. Aber, ach! die Kanonenrohre sind aus

3. Kassenabschluß resp. Ertheilung der Decharge an den Kassirer.

4. Vertheilung der Saatkartoffeln an die Mitglieder.

Der Vorstand.

Die Herren Bürgermeister des Kreises werden ersucht, obige Bekanntmachung des landwirthschaftlichen Kreisvereins in ihren Gemeinden in ortsüblicher Weise bekannt zu machen. Hanau am 2. Mai 1898.

Der Königliche Landrath

v. Schenck.

Dicnftachrichtm aus dcm Kreise.

Vom Wasenmeister eingefangen: Ein großer gelber Pinscher m. Geschl.

Gefunden: Einige Krankeukassenmarken. Ein goldner Trauring. Ein Bäckerbuch.

Verloren: Ein Schein zum Ansammeln von Knochen, Lumpen, Eisen rc., auf den NamenFranz Throm" lautend. Am 3. d. Mts. vormittags im Schloßgarten ein Portemonnaie mit 1 20-Markstück, 2 IO-Markstücken und verschiedener kleiner Münze.

Entlaufen: Ein brauner Doggenhund (Bulldogge) m. Geschl.

Hanau am 4. Mai 1898.

St^HLK^sr-s ^anau.

ZeiMtWschMgm des Oberbürgermeisteramtes.

Bekanntmachung.

Nach Vorschrift des § 65 des Kommunalabgaben-Gesetzes vom 14. Juli 1893 wird bekannt gemacht, daß im Steuer- jahre 1898/99 105% der Grund-, Gebäude-, Gewerbe- und Betriebssteuer, sowie 105% Zuschlag zu der Staatseinkommen- steuer als Gemeindeumlage zur Erhebung gelangen 100% Gemeindesteuer und 5% Bezirkssteuer.

Hanau den 2. Mai 1898.

Der Magistrat

Dr. Gebefchus. 7001

Bei der am 2. Mai d. Js. statt gefundenen Ersatzwahl von je drei Stadtverordneten für die I. und II. Wahl- abtheilung find folgende Herren mit absoluter Stimmenmehr­heit gewählt worden:

in der I. Wahlabtheilnng:

1. Fabrikant Heinrich Brüning,

2. Karl König,

3. Rentner Fritz Voltz.

Holz oder selbst nur an die Mauern angemalt, was die Chinesen so täuschend vollendet zu haben glauben, daß sie den ge­malten Schrecken zur Abwehr des Feindes für völlig ge­nügend erachten. Und das ist gewissermaßen ein Symbol für Alles, was den überraschten Reisenden hinter diesen im- ponirenden Mauern erwartet. Verfall und wieder Verfall das ist das Kennzeichen dieser Residenz, in der Niemand etwas zerstören und Niemand etwas wiederherstellen darf. Die Straßen waren einst gepflastert; heut sind die schönen breiten Fliesen mit einer uralten Schmutzkruste bedeckt, die überall dem Wanderer Hindernisse in den Weg stellt. Die großen öffentlichen Gebäude verfallen langsam; von den Wällen bröckeln die Sieine ab, die von Hause auS sehr schön an­gelegten Kanäle und Wallgräben füllen sich langsam aus, kurz, wohin man sieht: Ruinen, Ruinen! Und der Verfall ist leider nicht einmal malerisch. Es ist der schmutzige melan­cholische, abstoßende Verfall einer trägen, abgestorbenen Masse.

Freilich, wer in die Chiuesenftadt eintritt, dem einem Oblong gleichenden südlichsten Quartiere der Stadt, der wird, wenigstens was die Menschen angeht, von Trägheit nicht vül merken. Ein ungeheurer Menschenschwarm wälzt sich durch die engen und winkligen Gassen und Straßen: man ist ver­sucht zu glauben, daß irgend etwas Besondere» los sein müsse, was diese Menschenwogen herbeigelockt habe. Aber es ist nicht» Besonder» los; es ist das Bild des Tagesleben, das sich hier bietet. Durch diese dichten Menschenschwärme rasseln die chinesische« Wagenkarren, Marterinstrumente für jeden Europäer, sprengen zahlreiche Reiter, klingeln die Esel, und Alle» schreit und rennt und todt und wirbelt Staub auf, daß ein wildes ChaoS von Menschen, Stimmen, Gerüchen entsteht. Dazwischen arbeitet auf offener Straße ein Barbier an seinen Kunden herum, entsendet eine Garküche aus riesigen Pfannen den Geruch ranzigen Fettes und den Rauch ihres Feuers auch ihre appetitlichen Geschäfte vollziehen sich durchaus en

in der IL Wahlabtheilnng:

1. Rechtsanwalt Karl Eberhard,

2. BijouteriefabrikantFriedr. Kreuter jun.,

3. Rentner Ernst Treusch.

Gegen das stattgehabte Wahlverfahren kann nach § 29 der Städteordnung von jedem Stimmberechtigten innerhalb zwei Wochen nach Bekanntmachung des Wahlergebnisses bei dem Magistrate Einspruch erhoben werden.

Hanau den 3. Mai 1898.

Der Magistrat

7003 Dr. Gebeschus.

Bekanntmachung.

Das Verfüllen der alten Kanäle in der Römerstraße, Glockenstraße, Steinheimerstraße und Vor dem Kanalthor soll im Wege des öffentlichen Verdinges vergeben werden. Ar- beitsauszug, allgemeine und besondere Bedingungen liege« auf dem Stadtbauamt II (Langstraße Nr. 41) Zimmer Nr. 6 zur Einsicht während den Dienststunden von vormittags 10 bis 12% Uhr auf. Ebendaselbst werden auch Augebotsformulare abgegeben.

Bietungslustige werden eingeladen ihre Angebote bis Dienstag den 10. Mai lfd. Js., morgens 11 Uhr, aus genanntem Amte abzugeben, zu welcher Zeit im Beisein der etwa erschienenen Bieter die Eröffnung der Angebote erfolgt.

Hanau den 30. April 1898.

Der Magistrat

Dr. Gebeschus. 6950

Bekanntmachung.

Für die Neubauten des städtischen Elektrizitätswerkes sollen die nachbenannten Arbeiten und Lieferungen, nämlich:

1. Erd und Maurerarbeiten,

2. Steinhauerarbetten,

3. Walzeifenlieferung,

in öffentlicher Ausschreibung vergeben werden.

Pläne, Arbeitsauszüge und Bedingungen sind im Stadt­bauamt I, Zimmer Nr. 23, von heute an für Interessenten zur Einsicht aufoelegt und werden verschlossene Av geböte bis zum 12. d. Mts., dorm. 11 Uhr, bei genannter Amts­stelle entgegengenommen.

Die Eröffnung der eingegangenen Angebote findet im Zimmer Nr. 24 des Rathhauses um die obengenanute Zeit statt und sinnen die betr. Unternehmer derselben beiwohnen.

Hanau den 3. Mai 1898.

Der Magistrat

Dr. Gebeschus. 6969

ggw'1 ........................... «M" plein air, die Bettler lungern schmutzig und aufdringlich umher, und PekingS andere Plage, die Hunde, machen sich ebenfalls lästig. Kurz, es ist ein wahrer Höllenskandal, der sich hier Tag aus, Tag ein entfaltet. Bricht vollends die Dunkelheit herein, so erreicht die Verwirrung ihren Höhe­punkt. Denn die Beleuchtung der Restrenz besteht noch heut au» kümmerlichen Papierlaternen, die theils auf pyramiden­förmigen Pfosten stehen, theils von den Straßenpassanten in den Händen getragen werden.

Was den Aufenthalt in Peking für den Europäer wenigstens «och besonders erschwert, daS ist der furchtbare Staub, der sich überall geltend macht. In dichte Wolken hüllt er Mensch und Thier, Häuser und Läden ein. Tritt die Regenzeit ein, so ist man den Staub allerdings los, dafür aber ist die ganze Stadt in eine Art Schlammsee verwandelt, in dem man bis zum Knie waten muß. Allerdings hat die Weisheit der Behörden darauf Bedacht g-nommen, den Staub durch regelmäßige Besprengung zu bekämpfen. Aber den Tonnen, die allabendlich zu diesem Zwecke ersch.inen, entströmt eine Art Pestjauche. Denn die Reservoires, dmen dies angebliche Wasser entnommen ist, haben sich längst in Nnrathgruben schlimmster Art verwandelt. Einst freilich waren sie reinlich und gwßartig, aber sie sind verfallen, wie die Triumphbögen, die hier und dort über dcm tollen Treiben der Straße sich erheben, wie die Brücken, die einst so sauber und zierlich über die Kanäle der Stadt führten, wie die Instrumente, die Ludwig XIV. einst dem Bogdochan verehrte und die heut auf der Plattform des Observatoriums verstauben. Kein Wunder, daß diese Atmosphäre von Staub und Schmutz und Gestank den Europäer beengt, und dazu kommen noch die u«zeheuren Mauern, dir jeden Theil der Stadt umgeben und sie wie ein Gefängniß absperren, die Gitter, die vor alten Zeiten aufgeführt wurden, um im Fall eines Volksaufruhrs die Straßen mit ihnen zu sperren, heut freilich auch längst