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Hanauer Anzeiger
2 Mai
welche am nächsten Sonntag Abend unserem scheidenden Ober- birten als Abschiedsgrus der Stadt Fulda inszmirt werden soll. Fünf Säugerkorps bringen dabei ein vom Domkapitular H. F. Müller-Fulda eigens zu diesem Zweck gedichtetes unv komponirtes Lied zum Vortrag. Statt d:r Fackeln werden Lampions der Ovation einen magischen Glanz verleihen, deren feierlichster Moment die Ueberreichung des Ehrenbürgerbriefes durch den Oberbürgermeister an Dr. Komp bilden wird. Am Vormittag desselben Tages wird von den Kanzeln aller katholischen Kirchen des Fuldaer Bisthums ein Hirtenbrief verlesen, in welchem der Bischof Abschied nimmt vom Klerus und all seinen Diözesanen. Am andern Tage erfolgt die Abreise nach Mainz zu Dr. Haffner, welcher als ältester Bischof der oberrheinischen Kirchenprovinz am 12. Mai, vormittags 9 Uhr, dem Erzbischof Dr. Komp im Freiburger Münster das Pallin« anlegen wird.
— Kleitt-Krotzenburg. 1. Mai. Der verheirathete Schmied Jean Föllert aus Groß-Welzheim stattete am vorigen Sonntag seiner Heimathgemeinde Seligenstadt einen Besuch ab. Am Abend trat er den Heimweg an, ohne indeffen bis heute bei seiner Familie eingetroffen zu sein. Man vermuthet, demselben sei in der Dunkelheit ein Unfall zugestoßen. Die Nachforschungen über seinen Verbleib blieben während der verflossenen 8 Tage erfolglos.
Frankfurter Theater-Repertoir»
Opernhaus. Dienstag, den 3. Mai: ^ngo”. — Mittwoch, 4.: „Königskinder". — Donnerstag, 5.: „Fra Diavolo". — Freitag, 6.: „A Basso - Porto“. Hierauf: „Der Heiratbs - Automat". — Samstag, 7.: „Der Bajazzo". ~ Hierauf; „Neues Ballet - Divertissement". Zum Schluß: „Die Nürnberger Puppe". — Sonntag, 8.: „Die Regimentsrochter". Hieraus: „Der Heiraths -Automat". — Montag, 9.: Geschlossen.
Schauspielhaus. Dienstag, den 3. Mai: „Die Mittwoch, 4.: „Bartel Turaser".
versunkene Glocke" ....
— Donnerstag, 5.1 „Nathan der Weise". — Freitag, 6.: „Hagar's Liebe". — Samstag, 7.: „John Gabriel Bork" man*. — Sonntag, 8.: „Das Giück im Winkel". — Montag, 9.: Neu einstudirt: „Sohn der Wildniß".
Barometerstand
Mittags 12 Uhr am 30. 4.
2./4,
770
760
750
730
720
710
Sehr trocken Beständig
Schön Veränderlich
Regen (Wind)
Liel Regen
Sturm
770
766
756
740
730
720
71G
Patent-Ert Heilungen.
Nr. 97 864. Sammelmoppe. — W. Be ller u. Bel- ler's Registrator Compapnie, G. m. b. H., in Frank" fort a. M., vom 29. Dezember 1896 ab. Kl. 12.
Nr. 97 935. Verfahren zur Abscheidung der organischen Körper aus der Sulfitablauge. — Dr. C. Goldschmidt in Frankfurt a. M., Marienstraße 5, vom 24. Oktober 1897 ab. Kl. 12.
Nr. 97 847. Verfahren zur Abscheidung von o- und p- Nitrobenzaldehyd in Form von Benzylidenverbindungen aus den wässerigen Lösungen der Salze von o- und x-Nitroben zylideanitinsulsosäuren. — Farbwerke, vorm. Meister- Lucius u. Brüning in Höchst a. M., vom 3. September 1897 ab. Kl. 12.
Nr. 97 899. Verfahren zum Konserviren von Nahrungs" Mitteln mittels Schwefels. — P. Wohl u. Dr. Ch. Hetn- zerling in Frankfurt a. M., vom 27. August 1897 ab. Kl. 53.
Nr. 97 859. Das Unterbringen von Luftpumpe und
Verbandzeugbehälter im Diagonalrohr ermöglichende stütze für Fahrräder. — W. Maas in Frankfurt Bockenheim, Kirsstraße 36, vom 30. Juli 1897 ab.
Sattel- a. M.- Kl. 63.
G e b r, a u ch 8 m u st e r.
Nr. 91823. Jlluminationslämpchen mit perforirtem Schirm und farbigem Neberzug. Franz Emil Berta in Fulda, vom 9. März 1898. — B. 10 088. Kl. 4.
GchLMbericht.
Der Dampfer „Phoencia" ist am 29. April wohlbehalten in New-Ior! angeksmmen.
Hamburg, 30. April. Der Dampfer „Armesia" vov der Hamburg-Amerika-Linie ist gestern in Penang einge- troffen.
Bremen, 29. April. Der Dampfer des Norddeutschen Lloyd „Bremen" ist gestern in New Aork eingetroffen.
Philadelphia, 30. April. Der Dampfer „Switzrrland^ von der „Red Star Linie" ist von Antwerpen gestern hier angekommen.
Drahmachrichle« des „Hu. Än;."
Berlin, 2. Mai. Der deutsche Botschafter in Washington hat infolge erhaltenen Auftrages in Gemeinschaft mit seinen Kollegen gegen die neue Erhöhung des Tonnen- geldes Vorstellungen bei der amerikanischen Regierung erhoben. Der Sena: beschloß, die Vertreter der fremden Schifffahrts- gesellschaften zu hören.
Berlin, 2. Mai. Der Delegirtentag der national- liberalen Partei fand gestern hier statt. Gegen 400 Dele- girte waren aus ganz Deutschland erschienen. Die Begrüßungsrede hielt Dr. Hammacher. Hierauf ergriff Dr. Bennigsen das Wort zu einer längeren Ansprache, in welcher er die Bestrebungen und Ziele der Partei barlegte. Dem bisherigen Führer der Partei, der bekanntlich nicht wieder als Abgeordneter kandidiren wird, wurden große Ovationen dargebracht.
Berlin, 2. Mai. Nach einem Madrider Telegramm des „Kleinen Journal" unterhandelt die spanische Regierung mit einem Konsortium belgischer, französischer und englischer Kapitalisten, behufs Ankaufs' sämmtlicher Staatsbergwerke, wofür 2000 Millionen Gold franken verlangt werden.
Berlin, 2. Mai. Die gestrige Maifeier der Sozial- bemo&uten ist ohne Zwischmfall verlaufen. Mittags hielten die Gewerkschaften 15 Versammlungen ab, die durchw -g mäßig besucht waren. Nachmittags fanden die von den Wahlvereinen verunstalteten Versammlungen, in Berlin allein 25 und zahlreiche in den Vororten, statt. Dieselben waren zumeist über- füllt. Es wurde eine Resolution für bm Achtstundentag, die internationale Solidarität und den Völkerfrieden angenommen.
Wiesbaden, 2. Mai. Eine Vertrauersmänner-Ver- sammlung der freisinnigen Volkspartei stellte als Kandidaten für die Reichstagswahlen für den 2. nassauischen Wahlbezirk den gegenwärtigen Abgeordneten Wintermeyer-Wiesbaden auf.
Graudenz, 2. Mai. Die Ehefrau des Agenten Hoff- mann wuroe gestern Morgen im Bette todt aufgefunden. Die Leiche zeigte am Kopfe mehrere offene Wunden. Der Ehemann der Getodteten, der oftmals kränklich war, ist unter dem Verdacht des Mordes verhaftet worden. Die Eheleute lebten in beständigem Unfrieden.
Paris, 2. Mai. Sehr eingehende neue Erklärungen in der Dreysus- Affaire werden in der gestrigen Nummer des „Jour" zur Geschichte der für die Dreysus" Partei angeblich so kompromittirenden Moment-Photographiern gegeben. Oberst Picquart hat danach am 6. April bei dem Mandatar des Bankiers Schreiber in Karlsruhe eine längere Konferenz gehabt. Zwei Tage später will man Schwartzkoppen mit Pic- quart Arm in Arm gesehen haben. P.cquart, Schwartzkoppen und der genannte Mandatar sollen am 20. April in Karlsruhe beisammen gewesen sein. Dank einer Momentaufnahme werde der Generalstab die bedenkliche Rolle und das Einver- ftändniß der Familie Dreysus mit den Feinden Frankreichs vor Gericht beweisen können. Der Generalstab werde ferner beweisen, daß 162 Dokumente, welche Efterhazy an Schwartz- koppen ausgeliesert haben soll, von dem aus d.r Lebaudy" Affaire bekannten Casti gefälscht worden seien.
Konstantinopel, 2. Mai. Die Reise des deutschen Kaisers nach Konstantinopel wird bestimmt im Herbst statt- finden, trotzdem Intriguen von englischer Seite versucht haben, dieses Zeichen von Ententen Cordial zwischen Deutschland
und der Türkci zu verhindern.
Konstantinopel, 2. Mai. In Hadschas in Süd- arabien sind Unruhen auSgebrochen, zu deren Unterwerfung mehrere türkische Bataillone nach Jemen abgegangen sind. Die Aufrührer haben von englischen Emissionären Waffen und Geld erhalten, ein neuer Beweis dafür, daß die englische Hetzpolitik sich auch dieses Jahr wieder beim Eintritt der warmen Jahreszeit im Orient unangenehm bemerkbar macht. ।
Der spanisch amerikanische Krieg.
Madrid, 2. Mai. Bei Manilla fand eine große Seeschlacht statt.
NewDork, 2. Mai. Dem „Berl. Tagebl." zufolge meldet ein Washingtoner Bösentelegramm, daß die spanische Flotte vom Admiral Dewey theilweise zerstört w»rden sei. Die Spanier sollen 2000 Mann, die Amerikaner 2 Schiffe und 500 Mann verloren haben. Die Nachricht bedarf noch der Bestätigung. — Eine Washingtoner Meldung desselben Blattes lautet, das Marine-Departement sei nur Nachrichten über die Seeschlacht sehr zurückhaltend, es gibt eine solche zu und läßt durchblicken, daß dieselbe mit einem Siege für die Amerikaner geendet habe. Alles andere ist nur Gerücht.
Madrid, 2. Mai. Der Marineminister versendet ein Telegramm an die Behörden von Spanien, Kuba und Porto- rico über den Verlauf der gestrigen Schlacht bei Manila. In dem Telegramm heißt es: Unser Geschwader hat sich mit dem amerikanischen tapfer geschlagen. Das amerikanische Geschwader flüchtete sich hinter die Handelsschiffe. Wir haben ebenfalls schwere Verluste erlitten.
Madrid, 2. Mai. Heraldo, welcher den Marinechef beschuldigte, nicht rechtzeitig den Kohlenbedarf gedeckt zu haben, wurde beschlagnahmt.
Madrid, 2. Mai. In mehreren Städten fanden neuerdings Kundgebungen vor den Gebäudm der amerikanischen Versicherungs-Gesellschaften statt, welche beschuldigt werden, ihre Gelder der Washingtoner Regierung zur Verfügung gestellt zu haben.
London, 2. Mai. „Daily Mail" berichtet über die Schlacht bei Manilla über Madrid folgendes: Nach dem ersten Angriff zog sich das amerikanische Geschwader zurück, um seine Verwundeten im Westen von Manilla an Land zu setzen. Der Kreuzer Reine Christine wurde kampfunfähig.
Zwei andere Kreuzer Mtoa-Miudanao wurden schwer beschädigt. Man glaubt, daß der Kreuzer Jola de Kuba in die Luft geflogen ist. Der Kreuzer Reine Christine gerieth in Brand. Man nimmt an, baß auch der Don Juan d'Austria in die Luft geflogen ist.
Havanna, 2. Mai. Auf die Stadt Cienfuegos wurde gestern voa drei amerikanischen Schiffen geschossen. Die Geschosse richteten indeß keinen Schaden an, weil sie die Hafen- quais nicht erreichten. Deshalb wurde das Feuer auch von den Forts nicht erwidert. In der Stadt Cienfuegos herrscht vollkommene Ruhe, i
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Für die Monate Mai und Juni eröffneten wir ein zweimonatliches Abonnement aus den Hanauer Anzeiger",
welcher
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Derselbe bringt täglich die amtlichen Bekanntmachungen für den Madt- und Landkreis Hanau, hält seinen Leserkreis stets bezügl. der wichtigsten politischen und Tagesereignisse auf dem Laufenden, bietet Kurs» und Marktberichte, kirchliche, lokale und provinzielle Nachrichten, Auszüge aus den Verhandlungen des Reichs- und Landtags, aus denen des Provinzial- landtags, die Protokolle der Sitzungen der Handelskammer sowie des Gemeinde-Ausschusses, Ver loosungen, ferner Geschäfts- und Privat-Anzeigen, sowie die vollständigen Ziehungslisten König!» Greutz. Klassen-Lotterie. Das Unterhaltungs- blatt enthält «eben spannenden größeren Erzählungen kleinere Novellen und Abhandlungen sowie reiches Mannigaltige, auch bringt der „Hanauer Anzeiger" noch die im Laufe des Vormittags (am Tage der Ausgabe) beim Depeschen- Bureau Herold einlaufenden Drahtnachrichten.
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