Einzelbild herunterladen
 

MonvementS.

Preis:

Jährlich 9 M. Mährl. 4 ^ 50 ^.

Lietteljährlich 2 M 25 ^.

Für auswärtige Mummten mit dem betreffenden Postaufschlag.

Die einzelne

Nummer kostet

10

Amtliches Organ für 5ia$f- unö Lnnöürcis Hanau.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

Einrückungs- gebühr

für Stadt- und Land­kreis Hanau 10 ^ Me 4gespaltme Garmond­zeile oder deren Raum, für Auswärts 15 ^.

Im Reklamentheil die Zeile 20 ^, für

Auswärts 30 ^.

Rl. 96

sjK^mys^^

Dienstag den 26. April

1898

Amtliche Beilage" Nr. 29.

«»t»«<».

Nachdem durch Kaiserliche Verordnung vom 22. d. M. bestimmt worden ist, daß die Neuwahlen für den Reichstag am 16. Juni d. J. vorzunehmen sind, setze ich aus Grund des § 2 des Reglements vom 28. Mai 1870 (Bundesgesetz­blatt S. 275) den Tag, an welchem die Auslegung der Wählerlisten zu beginnen hat,

auf den 18. Mai d. Js.

hierdurch fest.

Berlin am 24. April 1898.

Der Minister des Innern.

Kt^HlA^sis J^anau, OMMtWachlMM des ObLtbürgermeisteraAtes.

Bekanntmachung.

An Samstagen findet eine Entleerung der Latrinengruben wegen Reinigung der Dampfluftpumpen und Wagen nicht statt.

Hanau den 18. Apnl 1898.

Der Magistrat

Dr. Gebeschus. 6260

Bekanntmachung.

Das Reinigen der städtischen Straßen und Plätze soll vom 15. nächsten Monats ab bis zum 1. April 1899 neu vergeben werden. Bedingungen und Arbeitsplan liegen aus dem Stadtbauamt II in den Stunden von vormittags 10 12 V2 Uhr zur Einsicht aus. Ebendaselbst können Angebots­formulare in Empfang genommen werden. Bietungslustige werden eingeladen, bis Donnerstag den 5. n. Mts, morgens 11 Uhr, ihre Angebote auf dem Stadtbauamt II versiegelt und mit der AufschriftStratzenreinigung" versehen abzugeben. Zu dieser Zeit findet. die Eröffnung der Angebote statt, der die Bieter beiwohnen können.

Hanau den 22. April 1898.

Der Magistrat

Dr. Gebeschus. 6282

Das sächsischeKönigsjubitäuM.

Dresden, 23. April. Der Trinksprnch des Kaisers von Oesterreich bei dem Galadiner am 23. April hatte fol­genden Wortlaut:

Ich schätze mich glücklich, an der heutigen Feier eines Doppelsestes theilnehmen zu können, welches weit über diesen erlauchten und hochansehnlichen Kreis hinaus un­zählige Herzen mit gleichen Gejühlen und mit gleichen heißen Segenswünschen für den allverehrten Jubilar er­füllt. Was zu wiederholten Malen erhabensten Ortes in glänzender Weise hervorgehoben, was anläßlich der beiden hochbedeutenden Gedenktage an Huldigungen und Beweisen von Liebe und treuer Anhänglichkeit und dankbarster Er­gebenheit zum Ausdruck gebracht Worten ist, gestattet sich nunmehr der mit dem treuen, guten Freunde durch viel­fache Baute engverbundene Altersgenosse in unser Aller Herzenswunsch zusammen zu fassen: Möge der Allmächtige den gefeierten Monarchen in seinem bisher so reich be­gnadeten Regeutenleben in erneuter Kraft erhalten und durch alle Wechselfälle führen zu weiteren gesegneten Jubel- tagen. Seine Majestät der König Albert von Sachsen Hoch! Hoch! Hoch!

König Albert erwiderte:

Indem ich Ew. Majestät Meinen tiefgefühlten Dank sage für die gnädigen und freundlichen Worte, welche Sie mir bei Gelegenheit unseres Festes auszusprechen die Gnade hatten, schließe ich zu gleicher Zeit auch meinen Dank ein an Alle, welche in diesen Togen zu uns gekommen sind und theilgenommen haben an der Freude, die in Meinem Hause geherrscht hat; vor allen Dingen auch den Dank an Seine Majestät den deutschen Kaiser, den bei Allem, was uns angeht, bei traurigen, ernsten und freudigen An­lässen wir die Freude haben, hier bei uns zu sehen. Noch einmal: Auf das Wohl Ew. Majestät und Alle, die hier erschienen sind, Fürßlichkeiten und Abgesandten, fasse ich diesen Dank zusammen, indem ich Mein Glas leere auf meine Gäste. Sie leben Hoch! Hoch! Hoch!

Dresden, 25. April. Generalmusikdirektor Hofrath Schach wurde vom Kaiser von Oesterreich in den erblichen Adelstand erhoben.

Preußischer Landtag. Abgeordnetenhaus.

(Sitzung vom 25. April.)

Das Abgeordnetenhaus nahm heute in dritter Berathung den Gesetzentwurf, betr den Staatshaushalt an. Vor Eintritt in die Tagesordnung verwahrt sich der Abg. Dünkel b er g (natl.) gegen den Angriff, den der Landwiithschaflsminisier während der dritten Etatsberathung wegen seiner Haltung gegenüber den Generalkom- missionen gegen ihn gerichtet habe; er halte das, was er gesagt habe, vollkommen aufrecht. In der Generald^skusston erkennt Abg. Langer- Haus (M. Volksp.) den in der Vorlage enthaltenen Fortschritt an, kann aber wegen der im § 18 enthaltenen Erweiterung der Kron- rechte das Gesetz nicht a-nehmen. Auch der Abg. Rickert (freis. Ver) äußert Bedenken, hält diese aber nicht für schwerwiegend ge­nug, um das Gesetz abzulehnen. Abg. v. Woyna (freikons) hält den Gesetzentwurf, für eine Kodifikation der geltenden Praxis und freut sich über die in der Vorlage enthaltene Stärkung der Rechte der Krone. Abg Sack (kons) erklärt, daß er persönlich nicht für das Gesetz stimmen könne, da der § 18 nur auf dem Wege der Ver­fassungsänderung zu Stande kommen könne. Abg Jrmer (kons.) gibt der Zustimmung seiner Fraktion Ausdruck. Abg. v. Strom­beck (Ctr) spricht sich ebenfalls im Allgemeinen zustimmend aus, macht aber einige Bedenken geltend, namentlich bezüglich der Säkulari­sationsfonds Den weiteren Wunsch nach Vorlegung genauerer Bau­pläne stimmt Finanzminister Dr. v Miguel zu, die Rechte der Volksvertretung würden nicht be-inträchligt werden. Abg. Sattler (natl.) hat keine Bedenken mehr gegen die Vorlage. Abg Virchow (freis. Volksp,) wünscht gesetzliche Festlegung der Verpflichtung der Regierung zur Nachweisung der Niederschläge von Gefällen, erklärt sich aber für die Vorlage. Das Gesetz wird darauf mit großer Mehr­heit angenommen.

Es folgt die erste Berathung des Gesetzentwurfs, betr. die Er­weiterung und Vervollständigung des Staatseisenbahn­netzes und Betheiligung des Staates an dem Bau von Kleinbahnen. Abg v. Arnim (kons.) f'eut sich der ver­stärkten Unterstützung des Kleinbahnwesens und bemängelte die pro- jektirte Linie TreuenbrietzenNauen. Abg. Möller (nallib) ist damit einverstanden, daß die Vorlage nicht so viel neue Bahnlinien enthalte, und daß mehr Werth auf die Verbesserung des Betriebes auf den bestehenden Bahnen gelegt werde. Der Durchgangsverkehr durch Berlin auf den Hauptbahnen müsse entlastet werden. Abg. Sieg (natl.) dankt der Regierung für die Fürsorge für die Provinz Westpreußen, wünscht aber auch eine Berücksichtigung der Kreise Mewe und Neuenbura. Abg. Heye (natl) äußert einige Eisenbahn­wünsche für das nördliche Hannover Abg. Böttinger (natlib.) beklagt die Schwierigkeiten bei den Vorarbeiten und der Konzessions- ertheilung zu Kleinbahnen. Die Abgg. Witt (freikons.) und Jung- Henn-H aua n*) (natl.) bringen eine Reihe von Lokalwünschen vor. Abg v. Eynern (natl.) rügt die Vernachlässigung des Sekundär- bahnwesens, die in der Centralisation der Eisenbahnverwaltung ihren Grund habe. Die Jndustriebezirke des Westens seien gar nicht be­rücksichtigt worden Des Weiteren wünsche er, daß den kleinen Städten nicht so schwere Bedingungen bei den Kleinbahnbauten gestellt werden möchten. Minister Thielen bedauert, den 108 Rednern, die sich zum Wort gemeldet hätten, nicht einzeln antworten zu können, und tritt dann den Ausführungen des Abg. v. Eynern entgegen. Den technischen Instanzen sei jetzt mehr Selbständigkeit als je gewährt worden. Die Ausführung des Kleinbahngesetzes sei nicht sp leicht, das Einfachste sei noch die Konzessionsertheilung. Seit Inkrafttreten des Kleinbahngesetzes seien 180 Kleinbahnen von 3945 km Länge genehmigt worden, das beweise die Wirksamkeit des Gesetzes. Im weiteren Verlauf der Debatte bringen die Abgg. Gleim, Horn, Krawinkel (natl.). Conrad (Ctr), Prätorius, v. Banmbach, Knoch, Graf Rostiz (kons.), Seydel (natL) und Schmieder (freis. Volksp) eine Anzahl spezieller Wünsche vor. Abg Quast (kons.) tritt für eine große Privatgürtelbahn um Berlin ein. Minister Thielen erwidert, der durchgehende Güterverkehr einer so großen Gürtelbahn könne nicht einem Privatunternehmen überlassen werden, die Staatsbahn müsse doch in erster Linie ihr eigenes Interesse wahrnehmen. Näheres werde er in der Kommission darlegen. An der weiteren Debatte betheiligten sich die Abgg. Dasbach (Ctr.), Thies (natl.), Ba cn sch-S ch midtlein (freikons.), Schall, v. Kölichen (kons.), Bunzen (freikons.).

Nächste Sitzung Dienstag 11 Uhr: Fortsetzung der Berathung.

Politische und unpolitische Narrichien.

(DepesSen-Bureau »Herold'.)

Berlin, 25. Aptil. Das Staatsministerium trat heute Nachm trag 3 Uhr in seinem Dienstzebäude unter dem Vor­sitz des Reichskanzlers Fürsten Hohenlohe zu einer Sitzung zusammen. .

' Berlin, 25. April. DerReichsanzelger" schreibt: Prinz Heinrich von Preußen wird im Verlauf seiner ost- asiatischen Reise dem Kaiser von China in Peking einen Be­such abstatten. U-ber das bei dieser Gelegenheit zu beobach­tende Ceremoniell sind zwischen dem Gesandten in Peking und der chinesischen Regierung genaue Vereinbarungen gk- troffen worden, die nach telegraphischen Nachrichten die Ge­nehmigung des Kaisers von China erhalten haben. Prinz Hcinrich wird bei seiner Ai tunft auf dem Bahnhöfe in Pe­king von den kaiserlichen Prinzen empfangen und zur Ge­sandtschaft geleitet werden. Am Tage darauf wird Prinz Heinrich in Wan-Schau-Schan, der Sommer-Residenz des Kaisers, diesem einen Besuch machen. Der Kaiser wird sich erheben und der Prinz wir) sich auf den Ehrenplatz neben dem Kaiser setzen. Gleich nach dem Besuch wird der Kaiser

*) Näheres ist im lokalen Theil enthalten. D. Red.

seinen Gegenbesuch machen, und zwar in einem Gebäude innerhalb der Gärten von Wan-Schau-Schan, in welchem dem Prinzen für die Dauer seiner Anwesenheit temporäre Wohnung angewiesen werden soll. Die Kaiserin-Ex-Regentin bot von sich aus ebenfalls den Wunsch geäußert, dem Prinzen Heinrich zu empfangen und Befehl gegeben, dem Prinzen alle Palast-Anlagen zu zeigen, deren Betreten Earopäern bis dahin verboten war.

Berlin, 25. April. Zufolge telegraphischer Meldungen an das Ober-Kommando der Marine haben folgende Be­wegungen S. M. Schiffe im Auslande stattgefunden: S. M. S.Kaiserin Augusta", Kommandant Kapitän zur See Koellner, ist am 23. April von Hongkong in See gegangen. S. M. S.Cormoran", Kommandant Korvetten-Kapitän Brussatis, hat am 23. April die Reise von Shanghai nach Kiautschou angetrefn. S. M. S.Irene", Kommandant Korvetten-Kapitän Obenheimer, ist am 22. April in Foochow angekommen. S. M. S.Geier" Kommandant Korortten- Kapitän Jacobsen, ist am 23. April in Bahia angekommen und von dort am nächsten Tage nach St. Thomas (West- indien) ausgelaufen. S. M. S.Seeadler", Kommandant Koroetien-Kapitän Kindt, ist am 24. April in Majanga (Madagaskar angekommen und beabsichtigt, am 27. April nach Sansibar in See zu gehen.

Berlin, 25. April. Einer Bekanntmachung des Mi­nisters des Innern zufolge hat die Auslegung der Wähler­listen für die Reichstagswahlen am 18. Mai dieses JahreS zu beginnen.

Berlin, 25. April. Der Gesetzentwurf betreffend die Handelsbeziehungen zum britischen Reiche ist heute dem Reichstage zugegangen. Derselbe lautet: Der Bundesrath wird ermächtigt, den Angehörigen und den Erzeugnissen des Vereinigten Königreiches von Groß-Britannien und Irland sowie den Angehörigen und Erzeugnissen britischer Kolonien und auswärtigen Besitzungen für die Zeit bis zum 30. Juli 1899 diejenigen Vortheile einzuräumen, die seitens des Reiches den Angehörigen oder den Erzeugnissen der meistbe­günstigten Länder gewährt werden.

Berlin, 25. April. Die deutsch-chinesische Gesellschaft ist nunmehr ins Leben getreten. Zahlreiche hervorragende Mitglieder der hohen Aristokratie haben sich an der Bildung dieser Gesellschaft beseitigt. In den leitenden Ausschuß wur­den gewählt: das Mitglied des Herrenhauses, Reichstags­abgeordneter Graf Dönhoff Friedrichsteil^ der chinesische Ge­neral von Halunken, der Präsident Hentig-Donaueschingen, der General-Bevollmächtigte der fürstlich Fürstenbergischen Güter Graf Tiele-Winkler, der bekannte Großgrundbesitzer und Großindustrielle in Oberschlesien, und Andere.

Berlin, 25. April. DerPost" zufolge wird eine Neutralerktärung von Seiten Deutschlands angesichts des spanisch-amerikanischen Krieges nicht erlassen, werden, und zwar weil sich Deutschland durch irgend eine Form die Hände nicht binden lassen wolle.

Posen, 25. April. Die hiesige Strafkammer verur- tbeilte heute die Verlegerin des polnischen BlattesGoniec Wiettopolski", Frau Dr. von Rzepecka, wegen Aufreizung der Polen gegen die Deutschen zu Gewaltthätigkeiten durch die Veröffentlichung mehrerer Artikel in einem im Verlage des Blattes erschienenen Kalender zu 300 M. Geldstrafe.

Kiel, 25. April. Außer dem bereits hier eingetroffenen russischen Kriegsschiffe wurden noch zwei weitere russische Kriegsfahrzeuge angemeldet, sodaß dann im Ganzen 3 russische Kriegsschiffe hier anwesend sein werden.

Lemberg, 25. April. Auf der Station Lybianek kolli- dirten gestern Abend ein Personenzug mit einem Güterzuge. Ein Kondukteur wurde getödtet, ein Reisender schwer, drei leicht verletzt.

Venedig, 25. April. An Bord des Kriegsschiffes Amphitrite" trafen der griechische Kronprinz mit Gemahlin und Prinz Georg ein. Dieselben reisen heute nach Hom­burg ab.

Wetterbericht.

Voraussichtliche Witterung: Zunächst noch meist wol­kiges und ziemlich kühles Wetter.

AuS Stadt- und Landkreis Härmn.

* Frühjahrs - Kontrolversammlung. Am 2 7. April 1898, vormittags 8 Uhr, in Hanau (Infanterie- kasein), für Großauheim, Kesselstadt, Pulverfabrik, Philipps­ruhe, Fasanerie, Wilhelmsbad, Wilhelmsbaderhof. Sämmt­liche Reservisten, Landwehrleute I und Ersatzreservisten. Vormittags 10^ Uhr, in Hanau (Jnfanteriekaserne), für Oberrodenbach, Niederrodenbach, Großkrotzenburg, Mittel-