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Hanauer Anzeiger

23 April

Worteswiderruflich". Abg. v. Tzschoppe bemängelt an dem lich sei, ob damit geholfen werde, da es schließlich doch auf Anträge Sattler, daß die Kirchengesetze das WortBeihilfen" f das liberale Ermessen des Ministers ankommen werde. Da-

haben und es nicht rathsam sei, an dem Kirchengesetz zu gegen wendet er sich gegen den Antrag Seydel, weil dieser ändern. Abg. Jrmer unterstützt den Antrag Seydel, will !

aber die Einfügung bei den Art. 4 und 7 bewirken. Abg. Haacke meint, die Widerruflichkeit liege in der Hand deS Finanzministers ohne causae cognitio. Der Regierungs- kommifsar bezeichnet diese Auffassung als unrichtig, da nach Art. 4 und 7 die Kirchenbehörde darüber entscheide unter Zustimmung des Regierungspräsidenten. Bewilligung und Versagung schließe den Widerruf ein. Zu derselben Auf- faffung bekennt sich Abg. v. Heydebrand. Die weitere Debatte wird sodann auf Freitag Vormittag 11 Uhr vertagt.

Gestern Vormittag wurde die vorgestern Abend abgebrochene Berathung bei Artikel 3 des Staatsgesetzes für die evan­gelischen Pfarrer, betr. Gewährung von wiederruflichen Bei­hilfen an leistungsunfähige Gemeinden fortgesetzt. Abg. Haacke erläutert nochmals seinen Antrag, der bezwecke die Widerruflichkeit der Beihilfen zu beschränken auf den Fall, daß die Gemeinde leistungsfähig werde. Auf das Wohl­wollen der Regierung will er sich nicht verlassen. Er ent­nimmt dem Bericht eines Superintendenten, wie ver­kehrt die Regierung in Beurtheilung der Leistungsfähigkeit verfahre und dabei zu Mißgriffen gelange. Deswegen wünsche er eine legale Grundlage zu schaffen. Abg. Dr. Dittrich (Z.) meint, da die Beihilfe widerruflich sein solle, erscheine es zweckmäßig, sie auch offen zu bezeichnen und nichtVerstecken zu spielen". Abg. von Heydebrand spricht sich in demselben Sinne aus. Er will bei Art. 4 die Sicherung für eine gute Praxis schaffen und erklärt sich im Prinzip für den An­trag Seydel. Er will aber durch einen weiteren Zusatz zu Art. 4 für die Bemessung der Leistungsfähigkeit eine sichere Handhabe gewinnen und schlägt folgenden Absatz zu Art. 4 vor:Bei Prüfung der Leistungsfähigkeit sind neben der Steuerkraft auch die vorhandene Belastung zu öffentlichen Zwecken und die gesammte wirtschaftliche unb kirchliche Lage der Gemeinde zu berücksichtigen." Abg. Dr. Sattler will widerruflich" beibehalten und den Antrag Seydel zu Art. 4 dahin ergänzen, daß er nebenWiderruf" dort setzen will: ober Kürzung". Abg. Haacke zieht darauf seinen Antrag zu Gunsten des Antrags Seydel zurück. Abg. Seydel nimmt den Zusatzoder Kürzung" in seinen Antrag auf und er-; klärt sich nun für Beibehaltung des Worteswiderruflich" im Artikel 3 unter Zurückziehung seines Streichungs- antrages.

Der Regierungskommissar führt aus: Seit 15 Jahren sri behufs Einrichtung der Alterszulagen zwischen Regierung und Kircheubehörden über die Heranziehung der Gemeinden verhandelt worden. Man habe Schwierigkeiten darin ge­

funden, den Gemeinden eine nach den Altersstufen wechselnde , _ . , ______ .... ,., . ________

Leistung zuzumuthen. ^Nun sei durch die Vorlage ein Aas- keit auf den verschiedensten Gebiete«, namentlich aber auf stelle alsbald Rechwchen an und es getan/ ihm/ in Fechm-

Heim den Dieb ab zufassen. ES war der mit zahlreichen

weg gefunden. Die Regierung habe Gemeinde für Gemeinde denen des Handels, eine hochgeachtete Stellung erworben jeden Pfennig berechnet, der ihnen fehlte, und stellte diese hat, aber seine nie erlahminde Kraft und regen Geist auch fehlenden Beträge in einer Gesammtsumme den Kircheubehörden in den Dienst der Allgemeinheit stellte. Welches Vertrauen die Bürgerschaft in Herrn Döring setzte, beweist der Umstand, daß der Verstorbene auf eine 21jährige Thätigkeit in den

zur Verfügung. Er mahnt, diese liberale Off rte der Re­gierung anzunehmen, denn sonst müsse die Verpflichtung der Gemeinden, für das Bedürfniß der Pfarrgchälter aufzukommen, dazu führen, daß sie für das Bedürfniß in vollem M rße her­angezogen würden. Dann werde man in den Kirchen viel­leicht nothgedrungen dazu übergehen, die reichen Pfründen mit den anderen in einen Topf zu werfen. Man gefährde also durch Ablehnung der Vorlage die gewünschte Beibehaltung des Pfründensystems. Die Leistungsfähigkeit genau zu um­schreiben, sei nicht mörlich, sondern müsse von Fall zu Fall

beurtheilt werden. Die liberale Praxis dieser Beurtheilung Kreisen ein unauslöschliches bleiben.

solle beibehalten werden. Gegen den Antrag von Heydebrand i * Von der Landwirthschaftskammer. In seiner sei deshalb auch nichts Wesentliches einzuwendm, aber frag- letzten Sitzung beschlog der Vorstand des Vereinsausschusses,

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der 1809 dem schwedischen Throne entsagte. Er war 1799 geboren, nahm 1829 den Namen Prinz von Wasa an und vermählte sich im Jahre 1830 mit Prinzessin Louise, der Tochter des Großherzogs von Baden. Prinz von Wasa stand im österreichischen Dienste um war Generalmajor, als am 5. August 1833 die kleine Prinzessin geboren wurde. Da sich die Prinzessin Louise fast nur in Oesterreich, auch nach der Trennung von ihrem Manne, dem Prinzen von Wasa, aufhielt, so ist es kein Wunder, wenn sie beinahe zur Oesterreicherin wurde. Auch König Albert hatte viel Freunde in Oesterreich, vor allem den Prinzen, jetzigen Kaiser Franz Josef, mit dem ihn seit dem zehnten Jahre eine enge.Freund­schaft verband. Der Aufenthalt in Österreich unr die dortigen Einflüsse sind wohl auch der Grund gewesen, daß die protestantische Prinzessin Carola von Wasa zur katholischen Kirche übert at. Erst nachdem dieser Schritt schon längst geschehen war, lernte sie Köaig Albert in Marr- witz kennen und verlobte sich mit ihr, und am 18. Juni 1853 fand die Vermählung statt, die dem Sachsenvolke eine geradezu von ihm vergötterte spätere Königin brächte.

Es liegt in der Natur der Sache, daß König Albert als Prinz wenig herosrtrat, und daß sich auch seine reichen Geistesgaben nur im Kampf bethätigen konnten. Im Krieg war er zuerst Soldat und als solcher zeichnete er sich denn auch schon 1849 vor Düppel aus. Und Soldat ist er mit Leib und Seele. Ein kleiner Zug auS seinen Jugendjahren ist uns erhalten geblieben, der Beweis, wie der damals zehn­jährige Prinz Albert sich, wie alle deutsche Jangen, mit Vor­liebe dem Soldatenspiel ergab, denn so militärisch wie heute die Fürstenerziehung ist, war sie damals noch nicht. Bis zum vierzehnten Jahre war das Soldatenspiel eben Spiel. Es wird daher auch nicht Wunder nehmen, wenn man er­fährt, daß der soldatische Lehrherr des späteren deutschen Fels- marschalls ein armer Feldwebel, NamenS Klemm war, der

eine Prinzip widrige Gestaltung der Vorlage enthalte. Nämlich,

wenn die Gemeinde dadurch einen Rechtsanspruch erlangen solle, andernfalls, wenn das nicht damit gemeint sei, komme man mit diesem Anträge auch nicht weiter.

Aus Stadt- And Saa-rrsis HarrsN, Hochdruck unserer Lokalartikel nur mit Qaelleuauzabr ,Hru Ärz' gestattet.

* Personalien. Die durch Pensionirung ihres bis­herigen Inhabers erledigte Stelle des Königlichen RentmeisterS der Kreiskaffe in Reifungen ist dem Rentmeister D i e d e r i ch in Hünfeld und dessen bisherige Stelle dem früheren Rent- metster, jetzigen Regieruugs-Sekretär bei der aiglichen Direk­tion für die Verwaltung der direkten Steuern in Berlin Neuendorff, die erledigte Stelle des Rentmeisters der Königlichen Kreiskaffe in Fulda dem Rentmeister B a ch m a nn zu Wolfhagen und dessen bisherige Stelle dem früheren Rent­meister, j-tzigen Regierungs- Sekretär Faust in Wiesbaden verliehen worden.

* Reichstagswahlen. Der Minister des Innern hat dnrch Erlaß an sämmtliche Landräthe, O beramtmänner, Ober- bez«. Ersten Bürgermeister der kreiseximirten Städte rc. an- geordnet, daß mit den Vorbereitungen zur Wihl für den Reichstag ohne Verzug vorzugehen ist. JaLbesondere wird darauf hingewiesen, daß die Abgrenzung der Wahlbezirke un­verzüglich herbeizufüjren ist. Hierbei wird darauf aufmerk­sam gemacht, daß in richtiger AuSlegung des § 1 deS Wahl­gesetzes Jeder, der bis zum Wahltage daS 25. Lebensjahr zurückgelegt hat, Anspruch darauf hat, in die Wählerliste aus­genommen zu werden. Die Festsetzung des Tages, an wel­chem die AuSlegung der Wählerlisten zu erfolge« hat, sowie die Mittheilung über den Wahltag bleibt Vorbehalten.

* Frühjahrs - Kontrolversammlung. Am 2 5.

April 1898, vormittags 81/* Uhr, in Fechenheim der Turnhalle der Turngemeinde Hanau die zweite Vor- (Lindenplatz evt. zur Stadt Offenbach), für Fechenheim, Jahr- turnerstunde des GaueS ^Offenbach-Hanau" unter der Leitung ginge 18851891 (einschl. Ersatzreserve). Vormittags 10*/» des Gauturnwartes Gerhardt Hanau statt. Zu derselben haben Uhr, in Fechenheim (Lindenplatz eot. zur Stadt Offen- die Turnwarte aller Turngemeinde« zu erscheinen. Dabei

bach), für Fechenheim, Jahrgänge 18921897 (einschl. Ersatz werden auch verschiedene Turnübungen für das deutsche Turn- resere). Nachmittags 2^2 Uhr, in Bergen (vor der fest in Hamburg geübt.

schönen Aussicht eot. Gasthaus zur schönen Aussicht), für j

Bergen - Enkheim. Sämmtliche Reservisten, Landwehrleute I Unverbesserlicher, und Ersützreservistev.

* Kommerziearath K. H. Döring t» Heute Als er in Bergen angekommen, nach feinem Fuhrwerk sah, Morgen verschied einer unserer geartetsten Mitbürger, Herr mangelte er eine Mahne voll Butter, in der etwa 3035 Karl Heinr. Döring, der sih durch seine rastlose Thätig- Pfund enthalten waren. Der sofort benachrichtigte Gendarm

städtischen Körperschaften zurückblicken konnte. Von 1863 bis 1878 war er Mitzlied des außerordentlichen Ausschusses, von 1878 bis 1884 Mitglied des Stadtrathes. Eine im Jahre 1884 erfolgte Wieaerwrhl lehnte er ab. Seine Ac- beitätraft und seinen Schatz an Erfahrung'« hat der nur mehr Verschiedene auch dem verein, evang. Waisenhause ge­widmet, dessen Vorsteheramt er 10 Jahre hindurch angehörte. Das Andenken an den Heimgegangenen wird darum in weiten

ben Dienst der Pomonniere an der Elbsahre in Pöllnitz ver­sah. Dieser alte Graubart hatte den Prinzen in die Ge­heimnisse des Schanzenbaus eingeweiht. Zwischen den mit verschnittene« Hecken eingefaßten Rasenplätzen des Schloß- gartens entstand unter den Händen des Prinzen und seiner Äl führten ein regelrechtes Erdschanzwerk. Dann schenkten die Eltern den Söhnen, nämlich Prinz Albert, dem später verstorbenen Prinzen Ernst, Prinz Georg und ihren Freunden Uniformen, die nach dem Muster der alten Dresdener Schloß zarde, rothe Röcke und weiße Beinkleider, ««gefertigt wurden. Die jungen Soldaten waren mit Striaschloß- gewehren ausgerüstet und übten unter dem Kommando deS Prinzen Albert, der als Sergeant die Abzeichen seiner Würde trug. Es lag zwischen diesem Spiel mit Steiaschloßzewehren ano dem großen Kriege nur eine Spanne von dreißig Jahren und diese Spanne Zeit enthält eine Entwicklung Sachsens und Deutschlands, die märchenhaft erscheint. Wir erwähnten schon, daß Prinz Albert im schleswig holsteinische« Kriege 1849 bei dem Sturm der Sachsen auf Düppel die Feuer­taufe empfangen hatte; als daher 1864 die BundeS- kontingente nach Schleswig-Holstein beordert wurden, hätte man anuehmen können, daß Prinz Albert die sächsischen Expeditioastruppen begleiten würde; es war dies nicht der Fall. Erst im preußisch-österreichischen Kriege konnte er sein Fetdhrrrntalent zeigen. Am 15. Juni 1866 übergab Preußen in Sachsen, Hannover und Kucheffen das Ultimatum, und schon am Tage darauf zog die sächsische Armee nach Böhmen, da es der Wunsch des unglücklichen Benedek war, die ganzen Streitkräfte zu tonzentriren, und die österreichische Mobil­machung noch lange nicht beendet war.

Nach Abzug der Truppen wurde Sachsen von den Preußen besetzt. Am 28, Juni erhielt Kronprinz Albert von Benedek die Depeshe:Ich sehe mich genöthigt, meine Be­wegung gegen die Jser zu sistiren; die Armee wird im Laufe

für die diesjährige Generalversammlung und Bezirksthierscha zu Eschwege die Tage vom 8. bis 10. Juli vorzuseh« Die Tagesordnung wird vorläufig folgende Punkte umfassen. 1)Ueber das neue bürgerliche Gesetzbuch und seine Beziehungen zur Landwirthschaft"; Berichterstatter: LandgerichtsrathSchneider- Cassel oder Professor Dr. Lehmann-Marburg; 2)Ueber Fütterung des Milchviehs"; Berichterstatter Professor Dr. Albert-Halle oder Professor Dr. Lehmann-Göttingen.

* Neue Züge. Der am 1. Mai in Kraft tretende Sommerfahrplan der Eisenbahndirektion Frankfurt a. M. bringt, abgesehen von den regelmäßig im Sommer stattfinden- den Zugeinlezungen und Zagverschiebungen, folgende neue Züge: Zug 234, Hanau Ostbh. ab 9°° abends, Frankfurt Hptbh. an 9*5, a« Sonn- und Feiertagen, Fortsetzung des Zuges 234 Elm ab 720, Hanau Ostbh. an 865. Zug 369, Hanau Ostbh. ab 640 abends, Afchaffmburg an 7", Zug erhält in Hanau Anschlüsse von den Zügen 369 von Frank­furt Ostbh., 219 von Offcnbvch und 202 nou Bebra, sowie in Aschaffenburg an Sonnabenden und an Tagen vor Fest­tagen an Zug 488 nach Lohr. Zug 372 Aschaffenburg ab 744 abends, Hanau Ostbh. an 823; Zug erhält Anschluß in Hanau Ostbh. an die Züge 372 nach Frankfurt Ostbh. unb 234 und 174 nach Frankfurt Hpibh. Sonn- und Feiertagszüge 383, Hanau Westbh. ab 20S, Aschaffenburg an 248, 394 Aschaffenburg ab 6", Hanau Ostbh. an 654. Schnellzug 837, Hanau ab 8SS abends, Friedberg an 907, Zug erhält in Hanau Ostbh. Anschlüsse von den Zügen 174 von Stuttgart über Eberbach, 372 von Aschaffenburg, 223 'von Frankfurt Hptbh. und 371 von Frankfurt Ostbh. sowie in Friedberg an die Züze D 75 nach Hamburg und 778 nach Frankfurt. Zug 838, Friedberg ab 10" abends, Hanau Ostbh. an 11"; Zug erhält Anschlüsse in Friedberg ;oom Zug D 74 von Hamburg und in Hanau Ostbh. an die

Züge 400 nach Frankfurt Ostbh., 214 nach Frankfurt Hptbh., 215 nach Gelnhausen und 169 nach Aschaffenburg, die Züge 837 und 838 werden an Sonn- und Feiertagen nach und von Rauheim durchgeführt. Zug 839 Helden- bergen-Windecken ab 509 morgens, Friedberg an 54e.

* Vortttpnevstttnde. Sonntag Nachmittag findet in

):( Strafkammer. (Sitzung vom 22. April.) Ein

Am 1. März d. I. fuhr ein

i Butterhändler von Rodenbach (Kreis Büdingen) nach Bergen.

Zuchthausstrafen vorbestrafte Schreiner Kreß aus . Ulmbah, dem sich erst im vergangenen Sommer die Pforten des Zuchthauses geöffnet hatten, wo er wegen Diebstahls zuletzt 6 Jahre domilizirt hatte. Er hatte auf offener Strafe am Hellen Tage die Mahne mit Butter von dem Wagen genomnen und in Fechenheim einen Theil derselben schon verkauft. Das Urtheil lautet: 1 Jahr 5 Monate Zuchthaus, 5 Iihre Ehr­verlust uno Zulässigkeit zur Stellung unter Polizeiaufsicht. Gebührenüberhebung. W -gen zahlreicher Fälle vollendeten und versuchten Betrugs, Urkundenfälschung und Vergehen im Amt hat sich der 28 Jahre alte Lademeister­diätar Weynen ron Schlächtern vor der Strafkammer zu verantworten. Es handelt sich nur um Uuterschlaguag von Prioatgrloern, andernfalls W. vor den Geschworenen zu er­scheinen hätte. Der Angeklagte wurde 1892 als Ganzinvalide

deS heutigen Tages die in der Beilage ersichtliche Aufstellung nehmen. Ew. Königliche Hoheit wollen Ihre zur Vereinigung mit dem Gros der Armee begonnene Bewegung danach ein­richten und fortsetzen, bis die Vereinigung erfolgt ist, jedoch größeren Gefechten ausweichen." Als Kronprinz Albert diese Depesche erhielt, befand er sich gerade bei Gitschin im Feuer­gefecht mit den Preußen, und da Aasstht schien, daß das österreichische III. Armeekorps in denKampf eingreifen würoe, so stellte sth die Lage der Truppen als ziemlich günstig dar. Da kam diese Nachricht; nun mußte der Kimpf abgebrochen werden, und die Armee sth zurückziehen. Wis damals ist der Seele des Führers der sächsischen Truppen vorgeganzeu sein mag, das ist nicht bekannt geworden, aber bitter muß ihn die Nachricht gewiß berührt hrben. Am 3. Juli fand die Entscheidungsschlacht bei Königgrätz statt. Von der Ober­leitung waren ganz verkehrte Maßregeln angeordnet worden, und das Ende war, daß kurz nach Mittag die Oesterreichs zurückgehen mußten, und sich auch die Sachsen zurückziehen mußten.Von Zeit zu Zeit halten, um wieder anzuschließen, und im Schritt auch Kavallerie und Artillerie zurückgehen"/ so lautete Der Befehl des Kronprinzen Albert, und er wurde von den braven sächsischen Truppen getreulich befolgt. Außer einem durch Achsenbruch unbrauchbar gewordenen Geschütz, be­fand sich unter den von den Preußen eroberten 188 Ge­schütz!» kein sächsisches! Die Kaltblütigkeit, mit der hier der Füzrer der sächsischen Armee verfahren war, zeigte seine großt militärische Befähigung, und Moltke schrieb damals kurz nah der Schlacht:Daß die Sachsen sich überall uno besondtt^ bei Problus ausgezeichnet geschlagen haben, daS wissen Sie auch daß sie die einzigen waren, die in der großen Ent­scheidungsschlacht nicht vom panischen Schrecken ergriffen den, der die Niederlage der Oesterretcher in w lde Flucht ver­wandelte. Eine geschlagene Armee, die, dem Unvermeidlichen sich fügend, ruhig und geordnet daS Schlahtseld verläßt, kann