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2 t April

Hanauer Anzeiger

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t Hat", von einem Gendarmen aufgegriffen und nach Aman- villersbegleitet"; denn diesmal hat Planitz--seine | Legitimationen vergessen. Auf der Gendarmeriestation ange- U kommen, avavcirt derHerr Landstreicher innerhalb fünf Mi­ss nuten zum staatsgefährdenden Spion; denn man findet in seinen Taschen allerleihöchst verdächtige Skizzen" und No- tizeu über die Schlachtfelder, Grenzäcker, Landstraßen u. s. w. Alle Erklärungsversuche desAbgefaßten" treffen taube Ohren. Schon berathschlagt man seinen Transport nach Metz. Da kommt Planitz plötzlich eine grandiose Idee. Er rezitirt der versammelten Corona seinenSturm auf Vionville" und wie durch Zauber löst sich das Quiproqao in eine Reihe achtungsvoller Händedrücke der Herren Grenzwächter auf. Ja, einen derselben begeisterte er so, daß dieser ihn mit sich in eine Kneipe schleppt und demausgefranzten" Dichter trotz seines Straubens einen SchovpenRothen" bezahlt.

Der geprügelte Onkel. Ein ergötzliches Idyll aus dem sibirischen Bauernleben erzählt derSibirski Westnik". Zwei Bauern aus Akmolinisk, Onkel und Nksfe, die beide dem Alkohol bis zum Uebermaß zu stöhnen liebten, kamen endlich hinter die enorme Schädlichkeit desselben und beschlossen knrzer Hand, sich von feinem Einfluß frei zu machen. Zu dem Zwecke schloffen sie einen schriftlichen Kontrakt, in welchem sie festsktzten, daß, wenn Einer von ihnen wieder einmal zum Branntwein greifen würde, er verpflichtet wäre, dem Andern 10 Rubel Strafe zu zahlen und außerdem sich von ihm fünf­undzwanzig Prügelhiebe auf einen gewissen Körpertheil er­theilen zu lassen. Als aber die fröhliche Zeit der Butter- woche kam, als Alles ringsumher, Alt und Jung, voller Ver- : gnügen in reichem Maße vom Branntwein trank, konnte sich der arme alte Onkel nicht halten und brach sein Enthaltsam- keits-Gelübde. Seine gestrenge Gattin aber suchte flugs den schriftlichen Kontrakt hervor und bat nun ihren Reffen, in höchst eigener Person an ihrem unzuverlässigen Ehegemahl die Mr einen solchen Fall vereinbarte Strafe zu vollstrecken. Die 10 Rubel zu zahlen aber weigerte sich indessen der Onkel, weswegen der erzürnte Neffe die Sache vor's Gericht brächte mit dem Vermerk, daß der andere Theil des Kontraktes in Gegenwart von Frau und Kindern des Sünders gewissenhaft und feierlich vollzogen worden fei. Ob dieser öffentlichen Er­klärung fühlte sich nun wieder der Onkel ganz plötzlich in seiner Ehre, und Würde gekränkt, da die nette Geschichte schnell die Runde um die ganze Stadt machte und er viel­fach der Gegenstand heiteren Gespöttes wurde. In seiner Ratlosigkeit kam er auf den Gedanken, nun seinerseits den bösen Neffen wegen persönlicher Beleidigung und wegen Ver­gewaltigung gerichtlich zu belangen. Der zur Verantwortung gezogene Neffe bewies aber, daß er blos den Kontrakt erfüllt habe. Von einer Beleidigung könne nicht die Rede sein, da er seinen Onkel nicht ins Gesicht geschlagen habe! Im Ge- : gentheil! Auch bezeugten Frau und Kinder des Gestraften, daß die Prügelstrafe unter der Einwilligung des Straf­fälligen erfolgt sei. Er selbst hatte sich gutwillig auf die Bank gestreckt. Niemand hielt den Geprügelten, als er seine Schläge empfing, die Kinder aber zählten die Hiebe. Dem Friedensrichter aber blieb es erspart, einen Wahrspruch fällen zu müsfen, da sich beide Parteien vor Gericht versöhnten. Wahrscheinlich haben sich dann Beide aus Freude darüber einen gehörigen sibirischen Rausch angetrunken.

Ueber Todesahnungen vor Duellen erzählt Giarelli imCoffaro" interessante Details. So ist bekannt, f daß Cavalotti vor seinem verhängnißvollen Zweikampfe mit ; Macolo überzeugt war, daß er fallen würde, und daß ihn namentlich die Zahl 33 es war sein dreiunddreißigstes : Duell beängstigte. Der Tochter eines Freundes schrieb ' er ein Gedicht ins Album, das mit den Worten schloß: Ein dunkles Schicksal will, daß ich kämpfe und sterbe", und seinem Kollegen, Abgeordneten Booio sagte er bestimmt:In : ein paar Tagen wirst Du mir die Leichenrede halten." Giarelli's Freund, der Journalist Domenico Botto, der vor langen Jahren im Pistolenduell mit dem Direktor derGa­zette bei Popolo", Dr. Bottero, fiel, äußerte vor dem Duell: Ich gehe, mich todtschießen zu lassen."Unsinn!" erwiderte G. Ja wohl, todtschießen! und zwar bin ich daran zum Theil zelbst schuld. Ich habe das Ducll gerade auf Pistolen gewollt, ^ch werde also fallen."Was sagen Sie da für Thorheiten!" ,/Nem, meine Ahnung trügt mich nicht, Bottero wird mich erschießen." Und so war es; Tags daraus fiel Botto durch die Ki^el seines Kollegen Bottero. Bekannt in ganz Italien 93 dW Duell, in welchem der verrathene Gatte der ?b? ^"" seiner Frau, Guiseppe Bennati, ^ngel in den Unterleib tödtete. Vor dem Duell schrieb Bennaü einem Freunde seines Vaters, man werde ihn und Leiche von der Wahlstatt aufheben.

I genau so ächchah es. Der letzte von Giarelli zitirte Fall betrat das Mio* Duell zwischen Girardin und Armand Barrel. mles ^-avre, der noch vor der For­derung bei Carrel zu Tisch geladen war, erzählte später all seinen Freunden, während der Soiree hätten Carrel wie dessen Gattin die Vision von Carrel's in Trauerkleider aehüllter Mutter gehabt, die unter den Worten:Ich trauere um Dich!" entschwand. Am Morgen darauf fand die Forderung und in der Folge das Duell statt, wo Carrel durch Girardin's Sckuk

Als neues Mittel gegen Keuchhusten, das sich vorzüglich bewährt haben soll, wird in derPharm. öa§ Cygressenöl bezeichnet. Schon wenige Tage nach" An- Wendung des Mittels tritt bei dem Patienten eine Linderung Hustenreizes ein, und der Verlauf der Krankheit ist, falls keine besonderen Komplikationen eintreten, schnell und wild, /"'^wendet wird das Cypressenöl, indem man einige Tropfen gelben auf das Kissen desselben träufelt und im Kranken- häufige Zerstäubungen vornimmt.

G^^"^rffcherrmgsbank für Deutschland in

rya. Die vorgenannte älteste und größte deutsche Lebens-

Schiffsbericht.

Hamburg, 18. April. Der DampferArcadia" vor der Hamburg-Amerika-Linie ist vorgestern in Philadelphia eingetroffen.

Bremen, 18. April. Der Dampfer des Norddeutschen LloydPrinz-Regent Luitpold" ist gestern in Colombo ein- getroffen.

London, 18. April. Der Union-DampferSpartan" ist auf der Ausreise vorgestern in Kapstadt eingetroffen.

Drahtnachrichten desHan. Avz."

Berlin, 21. April. Die neueste hier eingetroffene Nummer des Oftasiatischen Llyod gibt die Nachricht eines chinesischen Blattes wieder, wonach in Fung Toscheng, Provinz Kiangsi, ein Pöbelhaufen die dortige römisch-katholische Misston angegriffen habe. Der Pöbel war mit Messern und Schwertern bewaffnet. Die dort lebenden französischen Missionare riefen eine Anzahl ihrer Konverditen zu Hilfe und es entspann sich ein Kampf, in welchem einer der Priester und drei Konverditen getödtm wurden. Eine Ab­theilung Truppen ist nach dem Orte des Aufruhrs abge­gangen.

Wien, 21. April. Spanien bereitet ein Rundschreiben an die Mächte vor, in dem es ausführt, daß es zum Kriege ge­zwungen sei und die vollste Verantwortung der Union zu- wälze. Amerika seinerseits wird keinerlei diplomatische Mit­theilungen an die Mächte gelangen lassen.

Brüssel, 21. April. DemSsir" zufolge verweigert der König die Sanktion des Gesetzentwurfes, welcher die vlämische Sprache als belgische Amtssprache der französischen gleichstellt. Der Entwurf war nach dem jahrelangen Kämpfen endlich zu Stande gekommen. Infolge dieser Nachricht herrscht in vlämischen Kreisen große Aufregung.

Brüffel, 21. April. Don Carlos traf in Ostende ein, wo er die weiteren Ereignisse in Spanien abwarten wird.

London, 21. April. Aus noch unbekannter Ursache entstand Feuer in dem berühmten Metropolitat-Tabernacle im Süden Londons, in welchem grade Gottesdienst abgehalten

Versicherungsanstalt, welche, wie bekannt, lediglich mit der Lebensversicherung auf den Todesfall sich beschäftigt, hat auch im Jahre 1897 wieder recht befriedigende Geschäftsergebnisse erzielt. Der Zugang an neuen Versicherungen war noch um 2,389,000 Mk. größer, als im Jahre 1896. Er belief sich auf 42,217,800 Mk. Der Verstcheruugsbeftand stieg auf 89,059 Personen mit 730,978,000 Mk. Versicherungssumme. Für eingetretene Sterbefälle waren 13,109,748 Mk. zu zahlen, während rechnungsmäßig eine Sterbefall-Ausgabe von 14,539,278* Mk. zu erwarten war. Die wirkliche Ausgabe für Sterbefälle ist also wieder sehr erheblich um mehr als 2,4 Millionen Mark hinter der rechnungsmäßigen Er­wartung zurückgeblieben. Bei Lebzeiten der Versicherten wur­den 2,271,100 Mk. Versicherungssumme fällig und zur Aus­zahlung gebracht. Der reine Jahres-Ueberschuß bezifferte sich auf 8,681,506 Mk. Dieses Ergebniß ist außer dem günstigen Verlauf der Sterblichkeit hauptsächlich dem Umstände zu ver­danken, daß die Bankfonds ungeachtet des niedrigen Standes des Zinsfußes immer noch einen den rechnungsmäßigen Be­darf übersteigenden Ertrag lieferten, und baß die Verwal­tungskosten auf dem außerordentlich niedrigen Satze von nur 5,02 Prozent der Jahres-Einnahme gehalten werden konnten. Die Fonds der Bank erreichten die Höhe von 231,166,238 Mk. Darunter sind 37,534,398 Mk. reine Überschüsse enthalten, die im Laufe der nächsten Jahre voll und unver­kürzt als Dividende an die Versicherten zurückgewährt werden. Im Jahre 1898 beziffert sich diese Dividende insgesammt auf 8,151,011 Mk. und stellt sich für die einzelnen Versicherten je nach der Art und dem Alter ihrer Versicherungen auf 30 bis auf 136 pCt. der im Jahre 1893 eingezahlten JahreL-Normalprämie.

Auszüge auS dem Amtsblatt Königlicher Regierung zu Cassel.

Oberdorfelden. Im Wege der Zwangsvollstreckung soll das im Grundbuche von Oberdorfelden auf den Namen des Heinrich Vetter (Jakobs Sohn), Ackermann zu Ober- dorfelden, eingetragene, in der Gemarkung von Oberdorfelden belegene Grundstück am 9. Juni 1898, vormittags 8 Uhr, vor dem Königlichen Amtsgericht zu Windecken versteigert werden.

Gebrauchsmuster.

Nr. 91 266. Aus einem mit Glasstücken s. dgl. gefüll­ten Rohr mit beim Steigen des kohlensäurehaltigen Wassers selbstthätig sich schließendem Sperrhahn und Luft- brzw. Kohlen- säureaustrittsentil bestehender Kohlensäure-Berieselungsapparat. G. F. Graf in Hanau a. M., vom 1. März 1898 ab. G. 4930. Kl. 12.

Nr. 91471. Schreibmaschine für Blinde mit Tasten, welche mit erhöhten Schriftzeichen versehen sind. Fuldaer Schreibmaschinen-Fabrik inFulda, vom 14. Januar 1898 ab. Sch. 7074. Kl. 15.

Nr. 91 202. Bogenlampe mit die Kohlenstifte und Koh- lenträger umfassender, das Licht gleichmäßig zerstreuender Glasglocke, deren Durchmeffer dem Kappendurchmesser nahezu gleich ist. August Schwarz in Frankfurt a. M., Kl. Schifferstraße 7, vom 25. Februar 1898 ab. Sch. 7300. Kl. 21.

Nr. 91493. Hutschweißleder mit Lüftungsschlitzen und umlegbarem Deckstreifen. G. F. Landauer-Donner in Frankfurt a. M., Stä)clsiraße 59, vom 15. Februar 1898 ab. L. 5029. Kl. 41.

wurde. Trotz gewaltsamer Anstrengungen der Feuerw-yr bräunte das Gebäude total nieder. Menschen wurden nicht verletzt und die Kirchenbücher und Gemälde konnten gerettet werden.

Mnrid, 21. April. In Regierungskreisen behauptet mau, daß trotz der momentanen Scheu, welche die Groß­mächte derzeit noch gegen die Union zeigen, Umstände ein­treten sönnen, wo Spanien nicht mehr allein sieht im Kampfe um sein gutes Recht. Zahlreiche Militärzüge gehen nach Kuba ab.

London, 21. April. Die Königin-Regentin verlas im Saale des Senats die Thronrede unter feierlicher Aufmerk­samkeit der Versammlung, zuweilen unterbrochen von dröhnen­dem Beifall. Als die Königin-Regentin den Saal verließ, erschollen tausendstimmige Hochrufe auf Spanien, das Heer, die Königin-Regentin und den König. Die Thronrede schil­dert eingehend die politische Lage und den Konflikt mit Amerika, enthält sich aber jeder kriegerischen Sprache. Eine halbamtliche Note bezeichnet die svanische Kriegsbereitschaft als vollendet. Auf Kuba stehen 150,000 Mann und auf Porto- rico 20,000 Mann schlagfertige Truppen. Man glaubt, daß der erste Kanonenschuß noch vor Samstag fallen wird, da Spanien das Ultimatum Mac Kiuleys sofort ablehnen dürfte, ohne erst den Ablauf der Frist abzuwarten.

Petersburg, 21. April. Die Kaiserin leidet neuer­dings an Seitenstechen, sodaß die Ausfahrten wieder einge­stellt worden sind. Fürst Ferdinand von Bulgarien, welcher Anfang Mai hier eintrifft, bleibt drei Tage hier. Zu Ehren des Gastes findet eine große Parade aller Garde- Regimenter statt.

Washington, 21. April. Präsident Mac Kinley hat die Unterzeichnung der bekannten Resolutionen des Kongresses gestern vollzogen. Die Abschrift des amerikanischen Ultima­tums wurde dem spanischen Gesandten überreicht, der darauf­hin seine Pässe überreichte. Die in dem Ultimatum Spanien zur Beantwortung gestellte Frist läuft bis Samstag Mitter­nacht ab. Der gestrige Kabinetsrath beschloß, daß das nord- atlantische Geschwader Havanna und alle anderen Häfen an der Nord- und Südküste Kubas blockiren und das fliegende Geschwader ebenso gegen die Häfen von Portorico Vorgehen soll, wenn Spanien dem Ultimatum Widerstand entgegen- st'tzen sollte.

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Derselbe bringt täglich die amtlichen Bekanni- machnngen für den Stadt- und Landkreis Hanau, hält seinen Leserkreis stets bezügl. der wichtigsten politi­schen und Tagesereignisse aus demLaufenden, bietet Kurs- und Marktberichte, kirchliche, lokale und provinzielle Nachrichten, Attszüge aus den Verhandlungen des Reichs- und Landtags, aus _bcnen des Provinzial- landtags, die Protokolle der Sitzungen der Handels­kammer sowie des Gemeinde-Ausschusses, Ber- loosnngen, ferner Geschäfts- und Privat-Anzeigen, sowie die vollständigen Ziehungslisten Königl. Preutz. Klassen-Lotterie. Das UnterhaltungS- blatt enthält neben spannenden größeren Erzählungen kleiner« Novellen und Abhandlungen sowie reiches Mannigaltige, auch bringt derHanauer Anzeiger" noch die im Laufe des Vormittags (am Tage der Ausgabe) beim Depeschen- Bureau Herold einlaufenden Drahtnachrichten.

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