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10 -A.

Amtliches Organ für Staöf- und Lauökreis Hanau

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

Nr. 91.

Mittwoch den 20. April

@3

Einrückungs- gebühr

für Stadt- und Land« kreis Hanau 10 ^ b« ^gespaltene Garmond­zeile oder deren Raum, für Auswärts 15 ^.

Im Reklamentheil

' die Zeile 20 ^, für Auswärts 30 ^.

1898

Amtliches, ^and&rei# ^anau.

BeksnutMachungen des Kömglicheu Lalldrathsamtes.

In Lindheim, Kreis Büdingen, ist die Maul- und Klauenseuche erloschen und sind die Sperr maßregeln wieder ausgehoben worden.

Hanau am 19. April 1898.

Der Königliche Landrath

v. Schenck.

DieMmchrichtni aus dem Kreise.

Gefunden: Ein goldnes Korallenarmband. Ein Flaschenbierkasten mit Einsätzen. Eine Briefmarke nebst einer Bescheinigung über die Endzahlen der Quittungskarte Nr. 7 für Karl Meisenbacher (von der Post). Eine Korallenkette. Ein Regenschirm. Eine große Milchkanne. Ein Handtuch (auf der städtischen Bibliothek liegen geblieben).

Zugelaufen: Ein gelber Pinscher und ein schwarzer Pinscher, beide m. Geschl.

Verloren: Ein Fünfzigmarkschein. Eine Kravatte mit goldner Nadel; dem Wiederbringer eine Belohnung.

Hanau am 20. April 1898.

sEin Franzose über das deutsche Militär.

In derRevue Bleue" veröffentlicht ein Ungenannter einen interessanten, unparteiischen und lobenden Artikel über die deutsche Armee, dem diePost" folgende charakteristische Stellen entnimmt:Das Leben des deutschen Soldaten ähnelt mehr dem eines Gymnasiasten, als dem eines französischen Rekruten. Eine Einschließung und Absperrung, wie sie bei dem deutschen Militär durchgeführt wird, wäre bei einer la­teinischen Kollektivität unmöglich . . . Aus einer Unterredung mit einem aus Heidelberg gebürtigen Unteroffizier, der in Mainz diente und an den ich mich mit Erinnerungen aus meinem Universitätsleben heranzudrängen vermochte, entnahm ich, daß die Leute gut genährt werden und mit der Kost recht zufrieden sind, wovon ich mich später selbst zu überzeugen Gelegenheit hatte.

Ich wußte meinen Mann durch zahlreiche Glas Bier ge­sprächig zu machen, ^als die Unterhaltung aus die von der französischen Presse gemachten sensationellen Mittheilungen von Soldaten-Mißhandlungen kam. Der Heidelberger Unter­offizier erklärte, nie dergleichen gesehen oder gehört zu haben. Es herrsche zwar eine eiserne Strenge, aber für den, der seine Pflicht thue, die strengste Gerechtigkeit. Andere Sol­daten, die ich bei später, n Gelegenheiten befragte, gaben mir dieselben Antworten. Ich habe nie eine genau formulirte Klage gegen Ausschreitungen der Offiziere zu hören bekommen.

Kleines Feuilleton

Aus Kirnst unb Leben.

Hanau, 20. April.

* Max Büdinger, der berühmte Wiener Historiker, feierte am 1. April seinen 70. Geburtstag. Wenn auch wir eingehender auf diese Feier zurückkommen, so geschieht es schon deshalb, weil der Gelehrte ein geborener Kurhesse ist (er erblickte 1828 in Cassel das Licht der Welt) und auch eine Hau au er in, Maihilde gebt Canthal zu Gattin hat. Das WienerFremdenblatt" schreibt bei Gelegenheit der dort o er an sichtetenBüdinger-Feier": Wenigen Auserlesenen ist es gegönnt, in voller körperlicher und geistiger Rüstigkeit im Alter von 70 Jahren auf ein Leben voll reicher und frucht­bringender Thätigkeit zurückzublicken und, selbst noch inmitten der liebgewordenen Werkstätte stehend, die eigenen Errungen­schaften durch selbsterzogene und begeisterte Mitarbeiter fort­gesetzt und über die armselig kurze Spanne der eigenen Lebens­zeit hinaus gesichert und gefördert zu sehen. Dieser Wenigen Einer ist unser derzeit ältester und gefeiertester Vertreter der historischen Wissenschaft an der Universität, Dr. Mox dinger, dessen Name, wiewohl der Charakter seines wissen­schaftlichen Schaffens und Süebens ein zurückgezogener, be­schaulicher, derhohen Göttin", der Wissenschaft um ihrer selbst willen dienender war, weit über die Grenzen Oester­reichs bekannt und zu einem der vornehmsten der modernen Geschichtsforschung geworden ist. Wer wollte auch dem be­scheidenen Gelehrten, der olltäglich, in sich gelehrt und nur rsenig nach seiner Umgebung blickend, mit einer unter seiner Hörerschaft sprichwörtlich gewordenen Pünktlichkeit durch den öefchässigkn Menschenstrom den Räumen unserer Alma mater äuetlt, an sehen, daß schon Tausende von Lernbegierigen aus

Und die Offiziere, die ich mit ihren eigenen Aussagen in schaft abgelehnt hat. Es ist nämlich Thatsache, daß die Widerspruch zu setzen versuchte, versicherten mir, als ich von Hamburg-Amerika-Linie den Vereinigten Staaten die drei den mir zu Ohren gekommenen Fällen sprach, daß es sich um ^».»k^ ®«:»* ^f»x-u mi=j«

ganz außergewöhnliche Erscheinungen handle/ die bereits zehn Jahre zurücklägen und nicht wieder Vorkommen würden. Die

dentschkn Offiziere haben eine erstaunliche Kenntniß der Ver- Hältviffe und Vorgänge im Auslande."

Der ungenannte Artikelschreiber erzählt dann von einem Besuche einer deutschen Kaserne, die ihm gestattet worden, lobt die Reinlichkeit, die Ordnung und Zucht, die er darin gefunden, erklärt, daßdie deutsche Kavallerie die besten Pferde der Welt habe," und ist besonders über die Familien- Gemälde entzückt, die die Kasernen bietm.Nirgends ist mir das militärische Leben unter väterlicheren Formen er­schienen !" ruft er aus.Die Einrichtung der Kantine mit den gesunden Getränken und Speisen, die für billiges Geld

verabfolgt werden, entzieht den Soldaten der fortwährenden Versuchung der Kneipe." Patriotische Beängstigungen hat der Verfasser beim Anblick der wohlgefüllten Magazine em­pfunden, da solche Anstrengungen und Geldopfir nothge- drungen zum Ausbruch des Krieges früher oder führen müßten.

später

LKges § ch a «.

Das Central - Wahlkomitee der national-

Feier z«r silbernen Hochzeit des Prinz Rs liberalen Partei für Westfalen hielt gestern eh e sehr genten von Brannfchweig. Aus Anregung des her- gut besuchte Versammlung ab. Eine Menge Abgeordneter zoglichen Staatsministcriums har, wie dieBraunschweigischen nahmen an den Berathungen theil. Nach einem Vortrage Anzeigen" melden, die Landesversammlung einstimmig be- des Abg. Möller-Brackwede entstand eine lebhafte Diskussion, schloffen, der Theilnahme d»s Landes an der Feier der worauf u. a. folgende Resolution zur Annahme gelangte: silbernen Hochzeit des Prinzen und der Prinzessin AlbrechtDie auf den Ausgleich der wirthschaftlichen Gegensätze^ge- in einer gemeinsamen Adresse des Landtages und des Ministe- richteten Bestrebungen begleitet das Centralkomitee^mit feinen riums Ausdruck zu verleihen, in der die innigsten Glück- vollsten Sympathien und "begrüßt den wirthschaftlichen Samm- und Segenswünsche ausgesprochen werden sollen. Die Landes- lungsaufruf als einen erfreulichen Schritt zur Erreichung Versammlung beschloß ferner, der Prinzessin Albrecht aus dieses Zieles. Das Komitee ist insbesondere damit einver- Staarsmitteln 50,000 Mark zur Verfügung zu stellen, umstanden, daß bei dem Abschluß künftiger Handelsverträge die sie den milden Stiftungen des Herzogthums zuwenden zu! Interessen der Landwirthschaft bester gewahrt werden wüsten können. Prinz Friedrich Heinrich hat es übernommen, die "als bisher. Die Erfahrungen, die in Landwirthschaft, Ja- Adresse, die in einer kostbar ausgestatteten Truhe ruht, zuidustrie und Handel mit den bestehenden Verträgen gemacht überreichen. Die Stadt Braunschweig sowie die übrigen' worden sind, müssen bei dem Abschluß neuer Verträge voll Städte des Herzogthums sandten ebenfalls kostbare Glück-! verwerthet werden. Es ist selbstverständlich, daß in der wunschadressen, desgleichen viele Vereine und Körperschaften.! gleichmäßigen Berücksichtigung von Landwirthschaft, Industrie,

Deutsche Dampfer und umerikunische Rüst- Handel und Gewerbe einschließlich der damit untrennbar ver- UNgen. DasB. T." schreibt: DieUnterhandlungen bundenen Jnteresten der Arbeiter ein gangbarer Mittelweg zwischen dem Berliner amerikanischen Militär-Attacha und der, gefunden werden muß."

Hamburg-Amerika-Linie wegen Ankauf des Schnelldampfers i In große Aufregung versetzt ist derVorwärts" Fürst Bismarck" sind dem Abschluß nahe. Offenbar sucht durch den Umstand, daß die Zweite sächsische Kammer in ge- die omerikanische Union jetzt noch an Dampfern zu erwerben, heiwer Sitzung vermuthlich über eine Festgabe -es Landes was sie nur irgend kann. Es hat auch den Anschein, als zum Jubelfeste König Alberts von Sachsen berathen hat. Das ob es ihr leid thut, daß sie das Anerbieten der Hamburg-; sozialdemokratische Blatt ärgert sich darüber, daß die Genossen, Amerika-Linie wegen Ankaufs dreier Dampfer dieser Gesell- die im sächsischen Landtage sitzen, nicht Gelegenheit gehabt

seinem freiten, durch rastlosen Fleiß erworbenen Wisteus- schatze und seiner unermüdlichen Lehrthätigkeit so mannigfache Kenntnisse und Anregungen zu selbständiger Arbeit gewonnen haben? Die eigentliche Feier gestaltete sich folgendermaßen: Der Jubilar wurde beglückwünscht vom Rektor Hofrath Pro­fessor Doktor Toldi im Namen der Wiener Universität, Ge­neralsekretär Hofrath Professor Dr. Huber im Namen der Akademie der Wissenschaften und des Wiener philosophischen Prosefforenkollegiums, von mehreren Univerfitäteprofessorm, darunter Hofrath Dr. Ritter v. Dittel, ferner von Ver­tretern des Akademisch-historischen Vereins und des Historischen Seminars in Wien rc. rc. Ueberaus herzlich gestaltete sich

der Verlauf der Huldigungskundgebung der Deputation der engeren Schüler des Meisters. Universitätsprofessor Dr. Adolf Bauer aus Graz beglückwünschte den Jubilar ramcns dessen Züricher und Wiener Schüler, sowie Freunde und Ver­ehrer, von dem viele an deutschen Universitäten und deutschen Mittelschulen in seinen Geiste erfolgreich wirken. Nach Ver­lesung der schwungvoll gehaltenen unb künstlerisch ausgestatteten Adresse, welche vierhundert Namen aus Deutschland, der ... _ .

Schweiz, Oesterreich, Italien, Spanien und Amerika enthält,^mäste. Es ist dasselbe Gift, welches in dem Koch'schen Tu- wurde dem Gefeierten eine von dessen Schülern gewidmete ge- berkulin enthalten ist, nur mit dem Unterschied, daß es etwa

haltreiche Festschrift überreicht. Professor Dr. Burlhardt achtzig- bis hundertmal wirksamer ist als das Tuberkulin.

von der Züricher Universität übe,brächte eine Adresse der Mit seinem Tuberkulosezift hat Behring Thiere immunisirt

ersten philosophischen Sektion der Züricher Universität, an und von ihnen ein neues Serum gewonnen, dessen Wirk-

der Büdinger elf Jahre, darunter zwei Jahre als Rektor, ge- samkcit zunächst dadurch erprobt wurde, daß man es, mit wirkt hatte. Professor Burkhardt hob hervor, daß Rankender anderthalb- bis zweifachen tödtlichen Dosis lebender und Böckh's Ar ffaffung durch Büdinger deffen Schülern über-! Tuberkel Bazillen vermischt, Meerschweinchen einspritzte, ohne mittelt worden sei. In bewegt,n Worten dankte Profi stor daß dieselben durch die Einspritzung zu Grunde gingen. Büdinger nud betonte, in den Werken seiner Schüler erkenne Beim Menschen hat dieses neue, von Säugethieren gewonnene er freudigst, daß seine Arbeit nicht vergebens gewesen sei. Heilserum sich nicht als anwendbar erwiesen, da es schon bei Um 1 Uhr mittags war die schöne Feier, die mit einem der t sehr geringer Dosis äußerst unangenehme Nebenwirkungen bei Deputation vom Jubilar gebotenen Dejeuner dinatoir schloß, | Tuberkulosen hervorrief. Es hat sich aber gezeigt, daß nicht zu Ende. Der akademische Verein deutscher Historiker an der das in dem Serum enthaltene Antitoxin (Gift) die Ursache

DampferNormannia",Columbia" undFürst Bismarck" zuerst angeboten hat. Da aber die Union das Anerbieten

ablehnte, erfolgte der Verkauf derNormannia" und der Columbia" durch die Vermittelung einer englischen Gesell­schaft an Spanien." Dazu bemerken dieBerl. N. N." zutreffend:Es würde in Deutschland wenig beifällig beur­theilt werden, wenn ein Schiff wie derFürst Bismarck" in den Besitz einer anderen Nation überginge. Das Be­streben der Hamburg-Amerika-Linie, sich so vorzüglicher Schiffe wie die genannten zu entäußern, muß allgemein auffallen; es ist daraus nur zu entnehmen, daß die Hamburg-Amerika- Linie ihre Flotte wohl für zu groß erachtet. Die genannten drei Schiffe sind aber auch Hilfskreuzer der deutschen Marine. Wir wissen nicht, ob der Verkauf unter Zustimmung der Marine-Verwaltung stattgefunden hat, müssen es aber als dringlich bezeichnen, daß iuZunkunft der Verkauf von Hilfs­kreuzern ins Ausland von der Zustimmung der Marine-Ver­waltung vertragsmäßig abhängig gemacht wird. Wir können in Deutschland doch nie wissen, was der nächste Tag oder doch die nächste Zeit etwa für uns bringt, und ob dann nicht etwa unsere ehemaligen Hilfskreuzer plötzlich unter feindlicher Flagge fahren."

Wiener Universität verunstaltete zu Ehren des Meisters am

Abend imHotel de France" einen Festkommers.

Professor Behring über ein neues Tuberkulose- Heilserum. Der, wie schon kurz gemeldet, Aussehen er­regende Bericht des Herrn Professor Behring auf dem inter­nationalen Kongreß für Hygiene und Demographie in Madrid hatte, nach einem Referat der WienerN. Fr. Pr.", folgen­den Inhalt. Der Herr Vortragende betonte, daß durch Koch's großartige Entdeckung, die Herstellung des Tuberkulins, eine neue Epoche begonnen habe, und daß alle neueren Arbeiten auf diesem Gebiete davon ihren Ausgang genommen haben. Hierauf kam Behring auf die Versuche zu sprechen, die er angestellt hat, um ein wirksames Tuberkulose-Antitoxin zu finden. Er hat aus Tuberkel-Bazillen durch verschiedene Extraktionsmethoden Fettsubstanzen und Schleimhauttheile ent­fernt, und zwar bis zu 40 Prozent, hierauf die Tuberkel- Bazillen fein verrieben und bei 150 Grad unter Luftabschluß mit Glycerinwaster «xtrahirt; durch weitere Behandlung und

endlich durch Zentrifugiren wurde eine Substanz gefunden, die zwanzigmal so giftig ist wie die ursprüngliche Bakterien-