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Dienstag den 19. April

1898

AmMchts. KeKanntmachnng.

Nach den jetzt gültigen, im Centralblatt für das Deutsche Reich, Jahrgang 1836, S. 508 ff. veröffentlichten Aus­führungsbestimmungen zum Gesetze, betreffend die Statistik des Waarenverkehrs des Deutschen Zollgebiets mit dem Aus­lande, vom 20. Juli 1879, sind auch die Postsendungen aus dem freien Verkehr des Deutschen Zollge­biets nach den Deutschen Zollausschlüssen für die Waarenverkehrsstatistik anzumelden. Zur Ausführung dieser Vorschrift ist erforderlich, daß bin bei den Postanstalten im Zollgebiet eingelieferten Packeten an Empfänger in den Zollausschlüssen eine Erklärung über den Inhalt nach Art der den Serdüngen nach dem Auslande beizufügenden Zoll-Inhaltserklärungen beigegeben wird. Ausge­nommen von dieserVerpflichlung sind hiernach nur die zwischen den Zollausschlüssen untereinanderzurVersendung kommendenPackcte.

Zu den Zollausschlüssen gehören:

1. die Freihafengebiete bei Hamburg, Cux- Haven, Bremerhaven und Geestemünde,

2. die Insel Helgoland,

3. in den kadischen Kreisen Konstanz und Waldshut: der Ort Alb führen, Post Erzingen, die Gemeinde A l t e n b u r g, Post Jestetten,

Baltersweil, Niedern,

Berwangen, Niedern,

singen, Büsingen (Baden),

Dettighofen, Niedern,

Jestetten, Jestetten,

Lottstetten, Loitstetten, die Höfe Pittenhard (Büttenhard), Post Thengen.

Packetsendungen nach den vorgenannten Zöllausschluhge- bieten werden von den Postanstalten vom 1. Mai ab nur dann zur Beförderung angenommen werden, wenn sie von einer Inhaltserklärung begleitet sind; bei Packeten nach der Insel Helgoland ist außerdem nach wie vor für die Zwecke der Zollbehörde auf Helgoland eine kurze Angabe des Inhalts auf den Begleitadressen erforderlich.

Berlin W./8. April 1898.

Reichs-Postamt, I. Abtheilung.

K r a e t k e.

c^anS&rew ^anait, Nekanutmachuuge« des Königliche« Landrathsamtes.

Unter den Schafen zu Eidengesäß, Kreis Gelnhausen, ist die Räude erloschen und sind dieSchutzmaßrcgeln ausgehoben worden. Hanau am 18. April 1898.

Der Königliche Landrath

V. 4434 v. Schenck.

Polizeiverordnung.

Auf Grund der D 5 und 6 der Verordnung über die Polizeiverwaltung in den neu erworbenen Landestheilen vom 20. September 1867 wird hiermit für den Gutsbezirk Wil­helmsbad unter Aufhebung der Pslizeiverordnung vom 29» Mai d. I. folgende Polizeiverordnung erlassen.

§ 1.

Ebenso wie das Befahren der Promenadenwege und Plätze in den Parkanlagen mit Fahrrädern ist auch das Schieben der Fahrräder auf diesen Wegen und Platzen verboten.

§ 2.

An Sonn- und Feiertagen und Mittwochs in der Zeit vom 15. April bis 15. September ist von 2 Uhr nachmittags bis 10 Uhr abends das Befahren der Landstraßen

a) an der Häuserreihe entlang,

b) von der Burg nach dem Kurhaus mit Fahrrädern verboten.

Den Radfahrern ist es jedoch gestattet, das Fahrrad neben sich her zu führen.

8 3.

Fuhrwerke aller Art müssen auf den im § 2 bezeichneten Straßenthcilen und in den daselbst angegebenen Zeiten Schritt fahren.

8 4.

Zuwiderhandlungen werden mit Geldstrafe bis zu neun Mark bezw. entsprechender Haft bestraft.

8 5.

Diese Verordnung tritt mit dem Tage ihrer Verkündigung in Kraft.

Wilhelmsbad am 15. Juli 1897.

Der Ortspolizeiverwalter Bauer.

@rscöt£t

hat sich die erbetene Fahndung auf den Redakteur Otto Ed­mund Theodor Wittich und die Johanna Elise Wittich, geb. Boigtländer.

Das Ausschreiben vom 7. d. Mts. wird hiermit zurück­genommen.

Dresden am 14. April 1898.

Tagesschau.

Bon der Marine. Laut telegraphischer Meldung an das Oberkommando der Marine ist S. M. S.Geier", Kommandant Korvetten-Kapitän Jacobsen, am 16. April in Pernambuco ««gekommen und beabsichtigt, am 20. ds. Mts. nach Bahia in See zu gehen.

Der Wiederbeginn der parlamentarischen Thätigkeit führt naturgemäß auch zu einer Wiederbelebung

der politischen Erörterungen, fast ausschließlich unter dem wahlagitatorischen Gesichtspunkt. Die Klärung der Situation läßt noch vieles zu wünschen übrig. Fast jede Partei hat eine solche Menge kleiner und kleinster Wünsche vorzutragen, daß die großen Gesichtspunkte dahinter nur zu sehr zurück­treten und die große Masse der Wähler schwebt daher noch in hochgradiger Unkenntniß über das, worauf es bei den Wahlen in erster Linie ankommt: Bekämpfung der Sozial- demokratie durch das Zusammengehen aller positiv gerichteten Parteien und wirksamerer Schutz der nationalen Arbeit aller Produktivstände mittelst Ersetzung der jetzigen durch neue Handelsverträge, welche den Bedürfnissen des heimischen Er­werbslebens verständnißvolles Entgegenkommen bezeugen. Alles übrige hat im Vergleich hiermit nur nebensächliche Be­deutung.

Richtigstellung. Einige politische Zeitungen haben auffälligerweise die unrichtige Nachricht eines kleineren Ver- sicherungsfachblattcs übernommen, wonach am 29. März die Gewährung einer Staatshülfe an die im Konkurse befindliche Hagelversicherungsgesellschaft Ger­mania und die alsbaldige Einbringung einer Vorlage hierüber zwischen den betheiligten Ressorts beschlossen sein soll. In Wirklichkeit ist an diesem Tage öffentlich das Gegentheil regierungsseitig erklärt worden. Auf eine bei der dritten Lesung des Etats der landwirthschaftlichen Verwaltung von dem Abgeordneten Nadbyl gestellte Anfrage gab der Re­gierungskommissar nach eingehender Darlegung der Ent­wickelung jener nothleidenden Gesellschaft und der fortgesetzten, leider erfolglosen Bemühungen der Aufsichtsbehörde, die Gesell­schaft in geordneteren Bahnen zu erhalten, die Erklärung ab, daß eine finanzielle Staats Unterstützung wegen der daraus für andere Privatgesellschaften sich ergebenden Konsequenzen aus­geschlossen sei, und daß höchstens der Erlaß eines Theiles der Gerichtskosten in Frage kommen könne (Sten. Berichte S. 1946 bis 1949). Dieser Erklärung ist auch aus dem Abgeordnetenhause kein prinzipieller Widerspruch entgegenze- treten und die obige entgegenstehende Mittheilung ist daher vollkommen haltlos. Es ist von Wichtigkeit, dies richtig zu stellen, damit nicht die Mitglieder dieser Gegenseitigkeitsge- sellschaft durch die unbegründete Erwartung einer Staatshülfe sich verleiten lassen, der Zahlungsaufforderung des Konkurs­verwalters W derstand entgegenzusetzen und damit aufs Neue Weiterungen und Kosten herbeizuführen, die im Endergebnisse nur auf die Gesammtheit der Mitglieder zurückfallen können. Wie der Regierungskommissar mittheilte, ist der im Konkurse ausgeschriebene Nachschuß mit Rücksicht auf die nach den Er­fahrungen bei dem Liquidationsverfahren zu gewärtigenden Ausfälle auf etwa das Doppelte des wirklichen Bedarfes be­messen. Die überschießenden Eingänge werden selbstverständ­lich den Mitgliedern zurückerstattet, auch soll den Mitgliedern

FerriKstsn.

Bilder aus Kuba.

Von Otto Leonhardt.

(Nachdruck verboten.)

La siempre fldelisima Isla de Cuba die allezeit getreueste Insel; also wird Kuba in der feierlichen Sprache der amtlichen Welt genannt. Eine grausame Ironie liegt in dieser Bezeichnung einer Insel, die seit einem Jahrhundert peuor Einreise sich in furchtbaren Kämpfen gegen dasMutter- land" empört hat und jetzt voraussichtlich das Objekt eines großen Kruges werden wird, dessen Ergebniß seine Unab Hängigkeit in dieser oder jener Form bilden muß. Ja, die Perle der Antillen hat sicherlich die kastilische Krone am längsten geschmückt; und wenn man am Ende einer mehr- hundertjährigen Herrschaft die Frage stellt, was Spanien aus diesem köstlichen Btsitze gemacht hat, so entdeckt selbst der oberflächliche Beobachter zahlreiche Gründe sür eine sehr un­befriedigende Antwort. Man braucht nur die Hauptstadt Havanna eben zu verlosstn, um den schrecklichen Zustand der kubanischen Landstraßen kennen zu lernen: eS sind nichts als ausgefahrene Wagcugeleise mit tiefen Furchen und Löchern, die mit europäischen Chausseen keine Ähnlichkeit haben. So wenig wie zur Herstellung brauchbarer Straßen hat die spanische Verwaltung zur Erforschung dieses doch nur mäßig umfangreichen Landes Zeit gefunden; noch weisen die ossi- pcllen Karten der Insel "wüste und unerforschte Berggegenden (wovtes desiertos e incultos) auf, wie es denn überhaupt greßer Irrthum wäre, wollte man sich Kuba als ein reicher und entwickelter Bodenkultur denken. Nein; wenn man ton den schweren Verwüstungen absieht, "* Bürgerkrieg dem Landbau geschlagen hat, so bleiben

rauchenden Schornsteine und brummenden Maschinen die ganz verschiedene Art der Arbeit anzeigen, die der Zucker im Ver­gleiche zum Kaffee mit sich bringt. Wohl hätten sich auch die Bateys verschönern und landschaftlich schmücken lassen, aber der Kubaner besitzt nach Gallenga's Bemerkung, ebenso wie der Spanier und die meisten lateinischen Rassen, keine Liebe zum Lande; die Batey dient eben nur industriellen Zwecken und der Unterkunft des gelegentlich die Plantage inspizirenden und sonst in der Stadt hausenden Herren, und wo sich ein­mal eine Art Garten findet, muthet er wie eine kümmerliche Andeutung an.

Daß der Zucker der König von Kuba ist, merkt Jeder, der mit der Eisenbahn ein Stück in's Land hineinfährt. Rechs und links dehnen sich meilenlange Zuckerrohrfelder, hier und da tauchen die Schornsteine einer Plantage auf, man sieht schwerfällige Ochsenkarren ihres Weges ziehen und das Rohr der Mühle zutragen, an den einsamen Stationen lagern Vor- räthe von Zucker und Melasse, und mächtige Zuckerhüte em­pfangen «bknso den Reisenden, der in einem der Häfen deS ; Westens der Insel ani Land steigt. Die Zuckerselder und die Zuckerfabriken tödten die landschaftliche Schönheit um so mehr, als das Land hier durchweg flach ist. Nur die Palme, die ab und zu mit ihren adligen Formen des weite Meer der Halme überragt, der Orangenbaum mit seinen goldenen Bepfeln, der Kakaobaum mit seinen melancholisch hängenden Zweigen, die verwilderten Reste einer ehemaligen Kaffee­plantage oder die Strecken unbebauten Landes, weite Sa­vannen oder kleine den Jungeln ähnliche Gehölze, die hier die Stelle deS Waldes vertreten, sie unterbrechen die ein­tönige Landschaft. Die oft gepriesene Schönheit Kuba's nicht hier ist sie zu suchen, sondern an der Küste. Da treten malerische Hügel bis dicht an die See heran, durch schmale vielgewurd-ne Kanäle gelangt man in die schönen großen Häfen, und wer denn freilich in der funkelnden Tropennacht

noch weile Streckn Landes übrig, die nie der Pflugschaar unterworfen worden sind, große Savannen, die besonders dem von dem Eisenbahnnetze kaum erschlossenen Osten der Insel angehören. Und doch soll gerade diese Gegend die von der Natur am verschwenderischsten beglückte sein. Hier ver­breiten wasserreiche Bäche eine wohlthätige Frische, hohe Ge­birge hauchen kühlenden Athem aus, große Zedernwälder, an die die Axt nur selten gekommen ist, wölben sich zu natür­lichen Basiliken, deren wunderreiche Hallen nicht durch unent­wirrbare Schlingpflanzen, wie sie sonst der tropischen Vege­tation so oft eigenthümlich sind, unzugänglich gemacht werden. Diese großen Wälder sind eine Seltenheit auf Kuba. ES hängt mit der Entwickelung seiner Bodenkultur zusammen, daß der Reichthum an Bäumen in dem am meisten ausge- nutzten Westen der Insel überaus gering geworden ist.

Einst war der Kcffee Kubas hauptsächliches Erzeugniß. Da aber der Kaffee nur im Schatten wächst, so boten die Cafetals, die Kcffe« plantagen, den Anblick weit aukgedchuter parkähnlicher Gärten. Unter wundervollen Fruchlkäumen von tropischer Größe und Uippigkeit, die in langen Aveuüen angeordnet waren, gedieh der Kaffee, und das Bild war um so harmonischer, als die Kaffeekultur keinerlei Dampf­maschinen oder Fabrikanlagen nöthig mechte. Da erkannten die Kubaner ums Jahr 1835, daß Brasilien und einige Theile Westindiens ihrer Insel in der Kaffeesrodultion von Natur weit überlegen waren und sie gingen nun notgedrungen an die Umwandlung der Casetals in Jngenius, an den Ersatz des Keffees durch das Zuckerrohr. Dos Zuckerrohr aber verträgt keinen Schatten, die prächtigen Alleen fielen, meilen­weit bedeckten sich die Felder mit diesen mächtigen, bis zu zehn (engl.) Fuß aufschießerden Holmen, und ihre Eintönig­keit unterbrechen nur die Vaters, niedrige, flache Häuser in der flachen Landschaft, die den Zwecken der Verwaltung der Plantagen und der Fabrikation dienen, und durch ihre