MsEMeMK" Preis:
ISHrlich 9 * WMhcl. 4 Jt M ^ WerteljShrlich 2 ^ 25 ^
Mr auSwärtiz« mit dr» betteffraben Mauff^leg.
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Amtliches Srgan für SiaSt- und LsnöKrers Hanau.
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für Stadt- und 2a* kreis Hanau 10 ^ Mi 4gespaltme Garmond» zeile oder deren Raum, für Auswärts 15 ^.
Im ReklamentheU die Zeile 20 fÄ «uswärtS 30 ^
Erscheint täglich mit Aysnshme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.
M. 79. Montag den 4. April
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1898
SmMcher.
^anORrcio ^anau. BlLmiümachmgeii des Kömgiichea LandrathSamtes.
Anläßlich der in diesen Tagen beginnenden wöchentlichen Berufungsfrist wird darauf aufmerksam gemacht, daß Berufungen gegen die Veranlagung zur Einkommensteuer nicht nur schriftlich eingelegt, sondern auch im Burea« des Vorsitzenden der Veranlagungskommission mündlich zu Protokoll gegeben werden können.
Hanau am 1. April 1898.
Der Vorsitzende
der Einkommensteuer-Veranlagungskommission für den Landkreis Hanau.
J.St. 1091 I. V.:vr. Becker, Reg.-Assessor.
Die Herren Bürgermeister werden unter Hinweis auf meine Verfügung vom 26. März 1885, J. St. 1696, in Nr. 76 des Kreisblattes, veranlaßt, innerhalb 8 Tagen die Nach Weisungen der im Etatjahre 1897/98 vorgekommenen Wanderlager und Woneerauktiowen und der zur Gemeisdekasse eivgezogcrcn Wanderlagersieuern einzureichen oder Fehlanzeige zu erstatten.
Hanau am 1. April 1898.
Der Königliche Landratb.
J. St. 1092 I. V.: Dr. B e cker, Reg.-Assesisr.
Seitens des Herrn Regiernngs-Präsidentcn ist zunächst für dieses Jahr versuchsweise angeordnet worden, daß der Gründonnerstag nicht als Feiertag gemäß der Regierungs- Polizeiverordnung vom 31. Dezember 1896 gehalten werden soll.
Hanau am 4. April 1898.
Der Königliche Landrath
P. 3577 v. Schenck.
Dicustvachrichtm aus dem Kreise.
Entlaufen: Ein weiß und rother Foxterrier m. Geschl. Am 28. v. Mts. ein weißer Foxterrier mit schwarzgeflecktem Kopf, stumpfer Ruthe, w. @e|^L, auf den Namen „Flock" hörend; dem Wiederbringer eine Belohnung.
Hanau am 4. April 1898.
Rußland und England in Oftasien.
Das Tsungli Damen — der chinesische Ministerrath — hat sich nach einigem Sträuben damit einverstanden erklärt, daß die auf der Halbinsel Liatung «ahe bei einander gelegenen Häfen Port Arthur und Talierwan pachtweise zunächst auf
25 Jahre in russischen Besitz übergehen. Dieses Abkommen Vereins, des Bundes der Landwsrthe und des Hemwerker- WBaUMM—lllimiMW........IIMMHBMiiaMCBgaM^ ........■IBMMaEMaMMSMMKg^fSISMaiKBBalailgBmmmMB^^
FeirMetsn.
Stadttheater in Donau.
Hanau, 4. April.
Mit der gestrigen Auffühnm- des broHijtn Schwar keS »HanS Huckebein' von Blumemhal und Kadelburg haben die Vorstellungen im Stadttheater ihren Abschluß gefunden und eS bleibt uns noch übrig, kurz über die letzten Aufführungen zu berichten. Die MülwochS- vorsteüung brächte uns .Zwei Wappen" neu cinstudirt, wie uns der Zettel weitet, und ebenfalls eine Arbeit vorgenannter Antorenfirma.
^ll‘)sttt des Schwankes wurde gelegentlich seiner ersten Auf- 1er 5^ Jahren besprochen und darf als bekannt vorans- uiän h^k.t/r^^^ ^° Humor des Schwanke? vermochte damals beiden ^^ «zielen, weil die Vertreter der des btil’tn^imr^ ^ ^/stolzen Freiherr» von Wettingen und ^8 a^ Mffter Förster nicht den Beifall des Publi-
werden können, dem komisch tehtobentL ü£SlK Ä« ÄÄ »» Krause, sowie die Herren Steingötrer und D^ K Shn?^ des Herrn Gehrmann We.
Freitag eine Novität .Der neue Stistsarzt' von Bt und L Gstulber zur Aufführung. Wir wollen die Freude d.r so liebeuswürdioen Künstlerin, die sie an den zu ihrem Ehrenabend baroebradittu p>L palhiebeweiscn haben kann, nicht dadurch beeinträchtiaen dost wir das gewählte Stück einer cingeheudeu kritischen Bcirachtu'ua unterziehen. Ein Theil dcS Publikums hatte ja Gefallen an der rührend naiven Handlung des Lustspiels gesuuden, und ist es auch Sache der Kritik, den Erfolg richtig zu stellen, so kann am Schlüsse der Saison, da eine Wiederholung nicht zu erwarten ist, davon abgesehen werden. Frl. Krause bet die Rolle der .Mela" Eclegeuheit, ihr so oft gerühmtes Tarstelliingstalcnt für so kecke muntere Rollen zu verwerthen. Wenn von einem Erfolg des Abends gesprochen werden kann, so ist dieses einzig und allein das Verdienst derFrl. Krause, me ton einer erfrischenden Munterkeit im Spiel war. Daß Frl. Krause ein Liebling des Publilums geworden ist, bewiesen die
berührt deutsche Interessen in keiner Weise; wir sehen in ihm nur die natürliche Folge der Stellung, die Rußland bereits seit längerer Zeit in der Mandschurei einnimmt. Das Be streben der Macht, die den ganzen nördlichen Theil Asiens beherrscht, an der Ostküste einen Hasen zu erlangen, der nicht wie Wladiwostok im Winter monatelang zugefroren ist, wurde ; selbst von englischer Seite gelegentlich als berechtigt anerkannt. Rußland brauchte außerdem für das große Werk der transsibirischen Bahn einen südlichen Ausläufer, der ihm jetzt durch das Abkommen gleichfalls gesichert ist.
Noch Nachrichten aus Shanghai und Hongkong sind die englischen Ctreitkräfte in Ostasien in lebhafter Bewegung; es heißt, die Befestigungen von Hongkorg würden verstärkt, und ein großer Theil der Kriegsschiffe, deren England dort mehr als 30 hat, wäre zusammengezogen und nach Norden, 'man vermuthet zur Befestigung der Tschufan-Jnseln oder zu einer Demonstration im Golf von Petschili, dirigirt worden. Was daran Wahres ist oder wahr werden wird, muß sich bald zeigen. Einstweilen verräth sich in der Londoner Presse ein starker, zum Theil gegen das Ministerium Solisbmy gelichteter Mißmuih darüber, daß der englische Einfluß in Peking nichts gegen die russischen Forderungen aurgerichtet i bat. Die Chinesen sind der Meinung, daß England nicht zu ^thatkräftigem Vorgehen entschlossen sei u nd sich damit zufrieden ' geben werde, wenn der Grundsatz des offenen Thores, b. h. ! der Handelsfreiheit für alle Nationen, auch für die an Ruß- I land abgetretenen Gebiete Platz greife. In der That hat ! Rußland bereits erklärt, daß einer der beiden erworbenen Häfen, Salier man, dem Handel aller Nalionen offen sein soll, während das befestigte Port Arthur offenbar zum russischen Kriegshasen bestimmt ist.
Wir können uns damit begnügen, den Mißmuth in England einfach zu begreifen. Daß es in einem so großen Kolonialreich immer irgendwo Schwierigkeiten gibt, liegt in der Natur der Dinge. Gegenwärtig aber ist an vielen Punkten zugleich Streit entbrannt: In Egypten der Kampf gegen den Mahdi, in Südafrika der ««geschwächte Gegensatz zu Transvaal, in Westafrika die noch immer unausgeglichenen scharfen Differenzen mit Frankreich, in Indien der blutige, noch nicht ■ beendete Feldzug gegen die nördlichen Grenzstämme. Es würde deshalb ein ungewohnter Wcigewuth dazu gehören, wenn England in Ostasien in offenen Gegensatz zu Rußland träte. Unter diese« Umständen ist es kein Wunder, daß ein Theil der Londoner Presse die Jsolirung Englands nicht mehr „glänzend" findet, während der andere baldige energische Entschlüsse von der Regierung verlangt.
Die Bedeutung des Handels.
In einer gemeinsamen Versammlung des konservativen
Blumen und Geschenke, die in übereichem Maße ihr als Zeichen der Anerkennung zu theil wurden. Von den übrigen Darstellern zeichnete sich besonders noch Frau Lehmann als .Adelheid von Brühn* durch einfach vornehme Verkörperung ihrer Parthie aus.
Mus Kunst und Leben.
Ernst Formes, der beliebte Darsteller des Berliner Theater», ist Samstag früh in der Klinik des Professors von Bergmann in Berlin, in welcher er seit einiger Zeit krank dainiedcrlag, gestorben. Er war am 30 Januar 1841 als Sohn des berühmten Bassisten Karl Johann Forwes zu Mühlheim am Rhein geboren. Seine Kindheit verlebte er in Wien.' Im Jahre 1858 ging er gegen den Willen seiner Eltern zur Bühne und führte einige Jahre ein unstetes Wanderleben, bis er in Breslau, Wien und Wiesbaden feste Engagements fand. Im Jahre 1868 wurde er an das Berliner Kroll'sche Theater und später an das Wallner- Theater engagirt, dessen Glanzzeit er miterlebte, und wo er seriell die ab gemeine Gunst des Publikums Mann. Nach vorübergehender Thätigkeit am Dresdner Hoftheater gehörte er row Jahre 1878 ab dem Hamburger Thalia Theater lange Zeit als? Mitglied an, bis er im Jahre 1892 von Barnoy für das Berliner Theater gewonnen wurde, welchem er mit kurzer Unterbrechung durch ein Engagement am Schiller- Theater bis zuletzt verpflichtet blieb.
Kiautschorr als Au-rwartdetitneszi-l vorläufig nicht zu betrachten, rieth Herr Tarn Arr Tonng, Inhaber der Firma Tacn Arr-Hee, in einem Vorttage, den er Freitag in Berlin im „Verein der Deutschen Kaufleute" hielt. Nach der „Berl. Ztg." führte der Vortragende etwa siolgeudes auS:' Nach "sei dort alles im Werden und die deutsche Garnison zunächst der einzige Abnehmer für europäische Bedürfnisse. Wer von den jungen Heendelsbeflisstucn hinausgehen welle, müsse, trotzdem die Bucht deutsches Gebiet geworden,
vereins hielt vorgestern in Anclam der ReichstaMbgeordnete Herr Graf von Schwerin-Löwitz einen höchst interessanten, mit großem Beifall aufgenommenen Vortrag über: „Die wirthschaftliche Lage Deutschlands und die Politik der Sammlung", dem wir folgende bemerkenswerthe Ausführungen über die Stellung des Handels zu den produktiven Ständen entnehmen :
„Ich habe schon gesagt, daß m. E. der weit überwiegende Theil des Hantels zu den produktiven Ständen gehört. — Graf Posadowskp hat kürzlich dem Deutschen Handelstag ausgesprochen, „der Handel schaffe vielfach „neue Werthe". — Das ist vielleicht zu viel gesagt; ganz neue Werthe schafft er m. E. nicht; aber er erhöht — wenigstens der gesunde, reelle Handel erhöht den Werth der vorhandenen, produzirten, für den Konsum bereiten Waaren. — Denn eine gut sortirte — wo nöthig auch gut gemischte — gut verpackte, bis zu dem Augenblick des Bedarfs gut kon- servirte und vor allem an den richtigen Konsumenten gebrachte Waare wird nicht nur besser bezahlt, sondern hat thatsächlich einen höheren Gebrauchswerth als eine nicht so „behandelte" Waare; — der Ausdruck „behandelt" ist hier in seiner wörtlichsten Bedeutung anwendbar. Der Handel ist m. E. genau in dem Maße produktiv, als er sich in den Dienst der Produktion stellt; d. h. als er dem effektiven Waarenverkehr dient, — und er sängt da an unproduktiv zu werden und verliert damit jeden Anspruch auf staatliche Förderung, wo er diese seine Aufgabe, dem Waa- renverkehr zu dienen, vergißt und lediglich den Selbstzweck der Spekulation verfolgt. Man hat aus dieser volkswirth- schaftlichen Forderung, daß der Handel sich in den Dienst der Produktion zu stellen habe, thörichterweise eine Herabwürdigung — wenn nicht gar eine Beleidigung des Han- delsstaates zu konstruiren versucht. Das ist ebenso verkehrt, als wenn man etwa aus der Forderung, daß die Verkehrsmittel (Eisenbahnen, Post rc.) sich in den Dienst des Handels und Verkehrs stellen und nicht zum Selbstzweck werden sollen, eine Beleidigung der Eisenbahnverwaltung oder des Herrn v. Podbielski herleiten wollte. — Der unproduktive Spekulationshandcl mag privatwirthschaftlich unter Umständen seine volle Berechtigung haben, wenn Jemand Geld verlieren muß und durch eine richtige Spekulation mit einiger Sicherheit verdienen kann. Für den Volkswirth, dem der Schutz der vaterländischen Produktion das höchste wirthschaftliche Gesetz ist, hat dieser Spekala- tionshandel nicht den geringsten Anspruch auf staatlichen Schutz ober staatliche Förderung. — Ja! es verliert für ihn selbst der Handel, welcher dem effektiven Waarenverkehr dient, diesen Anspruch in dem Augenblick, wo es sich nicht mehr um inländische, sondern um ausländische Erzeugnisse handelt, wo also, wie beim Import ausländischer Erzeugnisse, der Handel sich nicht in den Dienst der vaterländischen,
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des Englischen vollständig mächtig sein. Auch solle er eine" KursuS deS Nordchinestschkn am orientalischen Seminar i» Berlin durchmachen. Denn mit dem einheimischen Konsumenten sich direkt verständigen zu können, biete natürlich einen großen Vortheil. Hierzu kommt, daß dieser Dialekt nicht nur in der Provinz Shantung, sondern auch in Petschili und in der Mandschurei gesprochen wird. Wer aber von den Kaufleute« sich selbstftanbig machen wolle, möge sich vor dem Wahne hüten, er könnte dies ohne genügende Kapitalien. Dem deutschen Handwerker bietet Kiautschou keinen goldenen Boden. Der Chinese ist ein ebenso geschickter Schuster, Schneider, Drucker, Maurer und Zimmermann wie nur ein Berliner Kollege, und nach den Modejournalen, die jede Post auch nach Kiautschou bringen kann, macht der chinesische Cchucider denselben Gigerlrock wie ein Marchand Tailleur Unter den Linden. Aussichten hat daher nach der Meinung des Vortragenden nur das Großunternehmerthum, die Industrie. Dem Großkapital eröffnet sich allerdings ein weites und lohnendes Feld. In erster Reihe durch die zahlreichen Arbeiten, welche die Anlagen eines Hafens, die Errichtung von Befestijuugswcrken, der Eisenbah«bau und die Eröffnung der Minen erfordern werden. Hier rathe er den Deutschen, nicht Alles der Regierurg zu überlassen, sondern selbst Hand mit angniegen und zwar ohne langes Zögern, damit das erglische Kapital nicht die Initiative ergreife. In vielen französischen Kolonien sei dies geschehen, z. B. in Tunis, daS sein Gaslicht durch eine englische Gesellschaft erhält. Die Anlage von Ziegeleien und einer Brauerei glaubt Herr Seen vor allem empfehle« zu dürfen. Eine Brauerei würde schon in den klimatischen Verhältnissen Unterstützung finden, weil daS Klima, dem deutschen ganz ähnlich, die Herstellung eines guten Stesses ermöglicht. Wie wenig der Vortragende aber auch dem Einzelnen goldene Berge zu versprechen vermochte, Kiautschou selbst stellt er das günstigste Prognostikon.