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Jährlich 9 M. ^ Mhrl. 4 v« 5Ö ^.
yiertchährlich
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für Stadt- und Laich« kreis Hanau 10 ^ bw 4gespaltene Garmond» zeile oder deren Raum, für Auswärts 15 ^
Im Reklamentheil die Zeile 20 ^, für «uswärt, 30 ^
Amtliches Gvgan für SisSi- unS LauSKreis Hsnsu.
ErscheinttägUchmit Ausnahme der Sonn- und Feiertag«, mit belletristischer Beilage.
Donnerstag den 31. März
1898
StsHM^sis ^anau. RWZtMchnnZW des OLcMrgermeisteremtes.
Bekanntmachung.
Nachdem für die am 1. April d. I. ausscheidenden Beisitzer und Stellvertreter des Schiedkgerichts der Hessen- naffauischen landwirthschaftlichen BerufSgenossenschaft für den Stadtkreis Hanau Ergänzungswahlen stattqefnnde« haben, werden nachstehend die Namen der noch in Funktion befindlichen und der Neugewählten veröffentlicht:
A. Arbeitgeber:
1. Oekonom Georg Jung, Ir Beisitzer,
2. „ Philipp Emmerich, 2r „
I. Stellvertreter:
1. Oekonom Daniel Seitz,
2. Kunst- und HandelSgärtner Karl Rohde.
II. Stellvertreter:
1. Oekonom Christian Neuling,
2. Kunst- und Ha^delsgörtner Aug. Ferdinand Jäger.
B. Arbeitnehmer:
1. Oekovomirgehülfe Friedrich Hermann, Ir Beisitzer,
2. landwirthfchastl. Arbeiter Georg Bernges, 2r „
I Stellvertreter:
1. Knecht Daniel Zirkel,
2. Arbeiter Johann Hieser.
II. Stellvertreter:
1. Knecht Johann Friedrich,
2. „ Ludwig Semmel.
Hanau am 16. März 1898.
Der Sektions-Vorstand der heffen-naffauischen lanvwirthschaftl. Berufsgenossenschaft, Stadtkreis Hanau.
Dr. Gebeschus. 4815
Dicnstnachlichte» aus dem Kreise.
Gefunden: Ein braunes Kinderrädchen. Ein schwarzes Eiswolltuch. Ein Vordergestell nebst Hinterwagen mit 2 Rädern (vor längerer Zeit aus einem Acker liegen geblieben). Entflogen: Eine graue s. g. Eistaube. Eine schwarz und weiße englische Kropftäubin.
Verloren: Ein Portemonnaie mit 5 M. 70 Pf.
Hanau am 31. März 1898
Antrag annehmbar erscheine, und bestritt sowohl dem Reichs- tagsprästdenten das Recht, in einem solchen Falle den Reichstag zu vertreten, wie den Chefs der Rrichsämter die Befug- niß, einseitig, ohne Unterschrift, und ohne Mitwirkung des i Reichstags eine derartige Berichtigung vorzunehmen. Auf i Antrag des Abg. v. Bennigsen wurden schließlich beide An- । träge einstimmig der Geschäftsordnnngskommission zur näheren Prüfung der Angelegenheit überwiesen.
L K g r s s < a u.
Kaiser Wilhelm hat mit der Durchsetzung der Flotten- vorlage im Reichstage einen Triumph seiner eigensten Politik gefeiert, welchem alle jene Kreise der Nation, und das ist die weitaus überwiegende Mehrheit des deutschen Volkes, zujubeln, die Verständniß für das hervorragende Lebensinteresse bekunden, das sich an den Ausbau unserer maritimen Wehrkraft knüpft. Die von Reichstagsmehrheit in so erfreulicher Weise zur Verabschiedung gebrachte Flottenfrage hat den Parteien der grundsätzlichen Verneinung je länger desto schwerer auf dem Herzen gelegen. Sie geben jetzt zu verstehen, diese Frage scheide nach Annahme des Flottengesetzes auS dem Wahlkampfe aus. Offenbar ist hier der Wunsch der Vater des Gedankens. Die Opposition hat eben in der Marinefrage kein gutes Gewissen, deshalb möchte sie sich dieser unbequemen Belastung ihrer Marschausrüstung für den Wahlfeldzug auf gute Art entledigen. Die nationalen Parteien wären aber naiv, wenn sie den Gegnern diesen Gefallen thäten. Der gesunde poli- titche Verstand gebietet ihnen vielmehr, den Wählern die antinationale Gesinnung der Opposition in ihrer ganzen Un- verhülltheit vorzuführen, sowohl in Sachen der Marine- als der Sammlungspolitik.
Die Reichstag sferien sollen bis zum 26. April dauern. Nachher sollen dann noch die Justizgesetze, die Militär strafprozeßreform und der Nachtragsetat erledigt werden. In der Dienstagssitzung des Reichstages gab beim Etat des Reichskanzlers der Antrag der Sozialdemokraten, die Berichtigung im Reichs-Gesetzblatt zu der Gewerbeordnungsnovelle von 1891 als rechtsungültig zu erklären, Anlaß zu einer längeren Debatte. Staatssekretär Dr. Nieberding stellte fest, daß die Berichtigung im Einverständniß zwischen dem Reichs- justiz«mt, dem Reichsamt des Innern, dem Präsidenten des Reichstages und dem Referenten zu der in Rede stehenden Novelle erfolgt ist. Es handle sich um eine formelle Frage, deren Erledigung in der gedachten Weise ohne jedes Bedenken fbi. Der Abgeordnete v. Stumm beantragte die nachträgliche Zustimmung des Reichstages zu der Berichtigung. Der Abg. v> Benntgsen führte aus, daß weder der eine, noch der andere
Auf Anregung des Abgeordneten Kruse (natl.) beim Etat des Gesundheitsamtes erklärt Graf Posadowsky, es seien dem Reichskanzler keine Thatsachen bekannt geworden, welche die bei der zweiten Lesung des Justizetats gegen die Irrenärzte erhobenen- Beschuldigungen bestätigen. Er könnte den Irrenärzten auf Grund feiner eigenen langen Erfahrungen als Verwaltn« gsbeamter nur das beste Zeugniß ausstellen. Nach weiterer Debatte über diesen Gegenstand wird der Etat des Auswärtigen Amtes genehmigt. — Beim Kanalamt entg-gnet auf eine Beschwerde des Abgeordneten Lezien (Soz.) Staatssekretär Posadowsky, die Frage der Entschädigung von Anwohnern des Kanals werde stets mit außerordentlichem Wohlwollen beurtheilt. Des weiteren erklärt Redner noch, die vom Reichstage bei der zweiten Lesung vorgeschlagene Resolution betreffend anderweiter Zusammensetzung der Reichstazsbau- Kommission habe die Zustimmung des BundesrathS gefunden. Beim Militäretat erklärt Minister v. G o ß l e r, bei dem vom Abgeordneten Nebel neulich erwähnten Todesfall eines KürassirS, der apathisch und schon an einer Nieren-Affektion leidend ins Heer ei-getreten sei, seien Mißhandlungen als Todesursache nicht festzustellen gewesen. Ferner habe sich der Bechthold aus Kehl thatsächlich erhängt. Die Wunde am Hinterkopf rühre »icht von Mißhandlungen her. Der Minister macht noch Mittheilungen über die TyphuS-Epidemie in Saarbrücken. Ein Verschulden treffe niemand. — Abg. Bebel (Soz.) kommt nochmals auf die obigen Todesfälle von Soldaten zurück und bespricht glrichfslls die Epidemie in Saarbrücken, welche dadurch hervorgerufen worden sei, daß der Kartoffelschäler vorher mit gewissen Reinigungsarbeiten beschäftigt gewesen sei. Weiter erwähnt Redner eine Aeußerung des Grafen Dohna-Wen lacken, daß sozialistisch augehauchteS Gesinde! als Soldates aus dem Westen nach dem Osten geschickt würde. — Minister v. Goßler entgegnet, was die Saarbrückmer Angelegenheit betreffe, so beruhe sie auf einem Mißverständniß. Die Angaben über den Grafen Dohua habe er nur im „Vorwärts" gelesen, er glaube also, daß Graf Dohna Anl-ß haben werde gegen de« Vorwärts klagbar vor- zugehen. Auf eine auf der Tribüae unverstanden gebliebene j Bemerkung des Abg. Werner (Antis.) antwortet, unter lebhaftem Beifall der Rechten, der Minister von Goßler, ich möchte mir meine Antwort bis zur nächsten Etatberathung Vorbehalten. — Abg. Kardorff (R-ichsp.) will nur das eine bemerken, daß ihm eine solche dritte Etatberathung in seinem Leben noch nicht vorgekommen sei. (Lebhafter Beifall.) Unter überaus großer Unruhe rechts geht Abg. K u n e r t ( Soz.) nochmals auf die Submission für die sächsische Arm-e ein. Er bemerkt, Graf Vitzthum habe sich neulich die gröblichsten Unwahrheiten zu Schulden kommen laffen. Präsident o. Buo l rügt diesm Ausdruck. — Sächsischer Bevollmächtigter Graf Vitzthum weist den Vorwurf des Abgeordneten Kunertenergisch zurück. Auf eine Entgegnung des Abgeordneten Marbach entgegnet Abg. Kunert, dieselbe sei unter aller Kritik. Er wird dafür vom Präfidenten zur Ordnung gerufen. Die Debatte wird geschlossen. Es folgen persönliche Bemerkungen, in deren Verlauf Abg. Friedberz (natl.) die erneute Behauptung des Abgeordneten Bebel als ebenso unwahr bezeichnet, wie dessen Behauptungen überhaupt seien. (Rufe Frechheit, Unverschämtheit). Präsident Buol erklärt, diese Zurufe ernstlich rügen zu müssen. — Abg. Ahlwardt (Antis.) verbreitet sich über seinen Jude-flinten-Prozeß. Auf einen Zuruf aus dem Hause betreffend seine 20 Pfennig-Versammlungen antwortet Redner, man solle sich schämen. In Vollversammlungen ginge es anständiger zu als in diesem Hause. Der Präsident ruft ihn zur Ordnung. Nach einigen weiteren persönlichen Bemerkungen wird der Militär- und Marine- Etat genehmigt. Morgen 12 Uhr Forsetzung der Etatberathung.
Preußischer Lau-tus. Ahsepr-«-terrh«tts.
(Sitzung vom 30. März.)
Das Abgeordnetenhaus hat heule^ die dritte Lesung des Etats erledigt und den Etat bei der Gesammtabstimmung angenommen. Es begann alsdann die Berathung der Vorlage über die Erhöhung der Pfarrergehälter; dieselbe wurde nicht erledigt, sondern deren Berathung wird morgen fortgesetzt.
P-litisch- und unpolitische Nachrichten.
(Depescheni-Bureax „Herold".)
Berlin, 30. Mä z. Der Kaiser hat von Hombnrg v./H. aus ein Telegramm an die Hamburg-Amerikaliuie gerichtet, in welchem er seiner Freude Ausdruck gibt, daß die Verwaltung dieser Linie von der Wichtigkeit der Annahme des
Deutscher Reichstag.
(Sitzung vom 30. März.)
Tagesordnung; Fortsetzung der dritten Lesung des Etats, Etat des Reichsamts des Innern.
Abg. Bassermann (natl.) fragt beim Staatssekretär an wegen eines Befähigungsnachweises für Binnenschifffahrt. Staatssekretär Posadowsky verweist darauf, daß einschlägige Bestimmungen schon für Weser, Donau und Elbe bestehen. Was den Befähigungsnachweis für die Rheinschiffe anlange, so schwebten jetzt Verhandlungen über folgende Vorschläge : Für Dampfer siebenjährige Fahrzeit und ein Mindest- alter von 25 Jahren, für sonstige größere Schiffe 5jährige Fahrzeit und 23 Jahre. Für kleine Fahrzeuge zweijährige Fahrzeit und 18 Jahre. Sollte sich das als ungenügend erweisen, dann würden weit-re Erwägungen eintreten, auch über eine Schifferprüfung. Abg. Rettig (kons.) hält eine gründliche Revision der Ausführungsbestimmungen des Margarinegesetzes für unerläßlich. Staatssekretär P o s ad o w sky ent- gegnet, die Trennung der Geschäftsräume solle nur bezwecken, die Ermittlung von Fälschungen zu erleichtern. Die Polizei habe weder, wie man zn glauben scheine, Argusauge» noch Polypemrme, um alles zu sehen und alles zu soffen. Die Polizei sei ohnehin überlastet. So komplizirte Untersuchungen auf dem Gebiete des Nahrungsmittelwesens könnte die Polizei überhaupt nicht anstellen, dazu bedürfe es tüchtiger Spezial- chemiker. Abg. Rickert (freist Ver.) läßt sich zunächst über das Margarinegesetz und über seinen Antrag auf Wiederauf- Hebung der Bestimmung über Trennung der Geschäftsräume aus und nimmt sodann eine Hildesheimer Konservenfabrik in Schutz gegen den ihr früher vom Abg. Wurm gemachten Vorwurf, gesetzwidrig Arbeiterinnen zur Ueberzeit genöthigt zu haben. Nach einer Entgegnung des Abg. Wurm, welcher an seinen Angaben festhält, erklärt Staatssekretär Posadowsky, daß der von ihm befragte Landgerichtsprüstsent in Hildesheim von einem solchen Vorkommnisse nichts wisse. Abg. Prinz Schönaich-Karolath (wildlib.) beklagt die Art,wie Holland durch seine Raub-Lachsfischerei auf dem Rheine Deutschland schädige. Staatssekretär Posadowsky erwidert, die Rächsregierung werde ihre Bemühungen bei Holland fortsetzen, aber er mache unsere Fischer darauf aufmerksam, daß sie durch einen vertragslosen Zustand erst recht ruinirt würden, also sei Vorsicht geboten. Abg. Heyl von Herrnsheim (netl.) beklagt die Verunreinigung des Rheines durch die Petroleum-Tangschiffe. Staatssekretär P o s a d o w s k y bemerkt, das sei von den Regierungen, die er befragt habe, be- stritten worden. Einzelne derselben hätten eS allerdings zugegeben und darauf zurückgeführt, daß Tangschiffe im Rhein gereinigt würden. Er habe dies zum Gegenstand von Untersuchungen gemacht. Abg. Wurm (Soz.) weist hin auf die bekannte Flottenversammlung, welche von einer HsndelS- kammcr einberufen gewesen sei und zu der die Einladungen an alle Handelskammern ergangen seien, trotz deS § 8 des preußischen VereinSrechtes. Staatssekretär Posadowsky antwortet, es sei das nicht eine Versammlung von Vereinen, sondern von einzelnen Theilnehmern gewesen. (Lachen links.) Abg. Lütgenau (Soz.) verlangt Einsetzung von Unfall- verhütungskommissionen. Staatssekretär Posadowsky bezeichnet dies als LandeSsawe. Abg. Stadthagen (Soz.) verlangt Schutz von Reichs wegen. Er gerselt heftig den Egoismus der Unternehmer. Staatssekretär Posadowsky betont, soweit der Bergbau Anlaß zu Schutzmaßnahmen gegeben habe, werde die Sache schon jetzt einer sehr ernsten aber auch ruhigen Prüfung unterzogen. (Lachen links.) Abg. H a m m a ch e r (natl.) hält ein Reichsberggesetz für dringend nothwendig und in hohem Maße für nützlich. Die Aufsicht müsse Staatsbeamten übertragen werden und diesen Vertrauensmänner der Arbeiter als Hilfskräfte beigegeben sein. Beim Titel allgemeine Fonds geht Abg. R a d w a n s k i (Centr.) ausführlich auf die Viehseuchenfrage fin. Abg. Peuß (roz.) verbreitet sich über die lange Arbeitszeit für Kinder auf den Gütern im Anhaltischrn und über die Arbeitszeit bei den dortigen Ziegeleien. Staatssekretär Posadowsky entgegnet, die Kivderbeschästigung im Gewerbe trage doch einen। anderen Charakter, als die in der Landwirthschaft. Letztere sei nicht schädlich und auch im Allgemeinen ohne sittliche Gefahren.1