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Amtliches (Argan für Staöt- unö Lanölirers Hanau.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

Mittwoch den 16. März

1898

Amtliches.

Kt«»H1Kvois ^atutu.

BekasutMachungeu des Oberbürgermeisteramtes.

Bekanntmachung.

Der VereinLiederkranz" hat infolge seiner Auflösung das vorhandene Vermögen im Betrage von 2862 M. 61 Pf. der Stadt Hanau zwecks Zuführung zum Kapitalstock der Lucan-Stiftung überwiesen. Die städtischen Behörden haben den überwiesenen Betrag angenommen und ertheile ich namens derselben hierdurch Quittung über den Empfang unter dem Ausdruck des herzlichsten Dankes für die Zuwendung.

Hanau am 8. März 1898.

Der Oberbürgermeister

Dr. Gebeschus. 3865

Dicnstilachrichten aus dem Kreise.

Gefunden: Ein Gebund Schlüssel (5 Stück). Ein silbernes Reifarmband. Ein Geldstück. Drei einzelne schwarze Handschuhe. Eine Visttenkartentasche mit Inhalt.

Hanau am 16. März 1898.

Tagesschau.

Das Standbild des Prinzen Friedrich Karl in Metz ist jetzt aus dem polirten Syenitblock daselbst aufge­stellt worden. Die Statue, von Professor von Millor-Mün- chen modellirt und auch in München in Bronze gegossen, ist drei Meter hoch und zeigt den Prinzen in der bekannten Husaren-Uniform, die linke Hand auf den Säbelknauf gestützt. Die feierliche Enthüllung des Denkmals findet am 20. d. M. statt. Vertreter des Kaisers ist bei der Feier der einzige Sohn des Prinzen Friedrich Karl, Prinz Friedrich Leopold von Preußen. Das Programm für die 12 Uhr mittags be­ginnende Enthüllungsfeier umfaßt: Festrede, Enthüllung des Denkmals, Salut der BesteFriedrich Karl", Präsentsten der in Parade stehenden Garnison, Geläute der Glocken, Ueber- gabe des Denkmals an die Stadt Metz durch den Prinzen Friedrich Leopold, Hoch auf den Kaiser, Salute, Präsentire« und Singen der Nationalhymne.

Dem Deutschen Kriegerbund ist folgendes Dank­schreiben des Finanzministeis von Miquel zugegangen:Dem hochverehrlichen Vorstände des Deutschen Kriegerbundes für den freundlichen Glückwunsch zu meinem 70. Geburtstage meinen aufrichtigsten Dank zu sagen, ist mir ein Herzensbe­dürfniß, welchem ich leider aus Mangel an Zeit erst heute genügen kann. Wenn es auch mir nicht vergönnt war, mit den Waffen für das Vaterland zu streiten, so fühle ich mich

Fenilletsn

Frithjoss-Sagr.

m. Hanau, 16. März.

Die Sage von dem norwegischen Helden Frithjof, dem Starken, ist durch das auf der alten, vermuthlich zu Ende des 13. Jahrhunderts niedergeschriebenen, ihres Ursprungs nach aber bedeutend älteren Heldensage aufgebaute schöne Ge­dichtFrithjofs Saga" Esaias Tegners Gemeingut fast aller Gebildeten geworden.

Szenen aus derselben hat Max Bruch für Soli und Manuerchore kompomrt und zwar in einer Vollendung der Form und des musikalischen Empfindens, die dieser Komposition nur weniges Ebenbürtige unter den Werken unserer neueren deutschen Komponisten an die Seite stellen läßt, ^n der Behandlung des Stoffes bieten sich aber auch dem Kompo­nisten eine Fülle von Gelegenheiten. Alle Register mensch licher Leidenschaft, Liebe und Haß, Sehnsucht, Samerz und Trauer sind in dem Leben des Helden vertreten.

Frithjof liebt Jngeborg, die schöne Tochter König Bele's. Aber die Brüder derselben verweigern sie ihm. Während Frithjof die an die Erringung der Heißgeliebten geknüpften Thaten verrichtet, wird Jngeborg durch deren Brüder Helge und Halfdan dem alten König Kring zur Ehe gegeben. Der heimkehrende, siegesfrohe Frithjof, der eine harrende, fröhliche Braut zu finden vermeint, nimmt Rache an seinen Feinden und erschlägt Helge. Verbannt und landesflüchtig zieht er hmaus, ein echter Wikinger, um sich ein neues Reich zu er­obern.

Der Komponist findet für alle diese, das Menschenherz durchtobenden Gefühle die richtigen Töne. Die Freude des Mr Heimath zurückkehrenden Frithjof, das düstere Gemälde ^ ^ Hochzeit ziehenden Jngeborg, die tiefempfundene Ton- alercl der nordischen Landschaft, das alles bringt Bruch zu

doch mit dem Deutschen Kriegerbunde in den Gefühlen der Liebe zum Vaterlande und der unauslöschlichen Treue zu Kaiser und Reich innig verbunden, und bin seit 50 Jahren bewirbt gewesen, so weit meine s? wachen Kräfte reichten, für die Wiederaufrichtung unseres deutschen Reiches, seinen starken Neubau und die Herstellung fester, unerschütterlicher Grund­lagen des deutschen Staates zu wirken und den Geist der Königstreue und den Sinn für gesetzliche Ordnung zu kräf­tigen. Um so werthvoller ist wir der Gruß von deutschen Patrioten, welche ihr Höchstes eingesetzt haben für des Vater­landes Freiheit und Selbstständigkeit, gewesen, und ich kann nur schließen mit den besten Wünschen für das weitere Ge­deihen des Kriegerbundes und das feste Zusammenstehen seiner Mitglieder in Königs treue und Vaterlandsliebe.

Die Kronprinzessin Sophie von Griechenland richtete, wie die Athener Akropolis mitthült, nach dem ein­getroffenen Glückwunsch Kaiser Wilhelms zu der Errettung des Königs Georg aus der Gefahr des Meuchelmordes an ihren Kaiserlichen Bruder einen Brief, in welchem fie den­selben bittet, von deutscher Seite jeden Widerstand gegen den russischen Vorschlag der Kandidatur des Prinzen Georg fallen zu lassen. Die Kronprinzessin spricht in dem Schreiben die Ueberzeugung aus, daß im Verfolg der Ernennung des Prin­zen zum Gouverneur von Kreta die antidynastischen Beweg­ungen im Lande erlöschen würden.

Kronprinzessin Sophie von Griechenland wird demnächst deutschen Boden wieder betreten, und zwar zum zweiten Male, seitdem sie in Athen wohnt. Bekanntlich reiste sie vor mehreren Jahren mit ihrem Gemahl über Berlin nach Kopenhagen zu den Königlichen Großeltern, hielt sich aber nur wenige Stunden im Neuen Palais auf jetzt ist in Friedrichshof und Schloß Rumpcnheim ein Aufenthalt von mehreren Tagen geplant, und in beiden Schlössern werden die Vorbereitungen zum Empfange des Kronprinzlichen Paares getroffen. Kaiserin Friedrich hat ihre Tochter in der Zwischen­zeit in Aihen besucht. Prinzessin Margarete, die Lieblings­schwester, mit der sie Unterricht und Spiel getheilt, ist voll Liebe bestrebt, ihrer Schwester Sophie jede denkbare Erinnerung an die Kindheit und Jugendzeit in Rumpenheim lebendig werden zu lasten.

Politische «nd unpolitische Nachrichten.

(Depeschen-BureauHerold".)

Berlin, 15. März. Die Reise des Kaisers nach Regensburg am 22. d. M. unterbleibt, wie dieNordd. Allgem. Ztg." berichtet, auS dem Grunde, weil für diesen Tag bereis andere Dispositionen getroffen waren. Mit der Vertretung des Kaisers ist Prinz Friedrich Heinrich von

lebendiger Geltung. Mit hinreißender, überwältigender Kraft schildert der große Chor in der dramatisch am höchsten stehen- den Szene IV den tempelschändcrischen Frevel Frithjofs. Der Ausdruck der Trauer des Helden am Schluß dieser Szene ist mit eineder schönsten Stellen des ganzenWerkeS, die Perle desselben, des wunderbar schönen QuartettsSonne so schön" nicht zu vergessen. In einem Schlachtgesang, der Ahnung späterer Siege, klingt die Komposition aus. Die 'Soli Frithjof und Jngeborg sind ebenfalls voll dramatischer Kraft und dabei, unter Verzicht auf alle- Gekünstelte, doch so reizvoll und poetisch schön, daß sie ebenfalls zu den Perlen der Par­titur zählen.

Unsere heurige Konzertsaison hat uns in ihrem Verlauf mehr als sonst gebracht. Viel Gutes, aber auch manches trotz großer Mache recht Mittelmäßiges.

Einen besseren Abschluß könnte sie jedoch kaum finden, als durch die Aufführung dieses Werkes, mit großem Or­chester, durch unsere Weinser. Es sind schon über 16 Jahre her, seit uns dieser Verein, damals zum ersten Male, die Komposition brächte. Dieselbe öfters zu wiederholen ist trotz der großen Schönheit kaum gut möglich. Die Einstudirung erfordert rückhaltlose Hingabe des Säugers und stellt große An­forderung an den Dirigenten. Gerade hierin bietet uns aber der Verein die beste Gewähr, sodaß uns am 24. d. Mts. jedenfalls ein hoher Kunstgenuß in Aussicht steht.

Unser kunstsinniges Hanauer Publikum wird es den Weinsern zu Dank missen, daß ihm Gelegenheit geboten ist, das große Werk in jedenfalls künstlerischer Weise zu hören.^u»,» , nq «» "-" ------ 77"'-'-"'

Wir wünschen dem strebsamen Verein und seinem uns Ha- volution haben, andere Leute haben sie auch!" Der Fürst nauern ticbaewordenen Dirigenten als Anerkennung einen behielr den nothwendigen würdevollen Ernst, nickte freundlich * und erklärte:Gut, die sollt ihr auch haben!"H»ch lebe

der Fürst!" klang es durch die feuchte FrühlingSluft wieder

vollbesetzten Saal.

Aus Kunst und Leben. und wieder, der Fürst dankte, die Lipper Nationalhymne wurde

Der Tod durch elektrische Schlä--. Ueber die! gesungen, und dann war die 1848er Revolution in Lippe

nächste Ursache des Todes durch starke elektrische Ströme ist beendet, man noch im Unklaren. Nach dem hervorragenden Pariser^

Preußen, der Sohn des Prinz-Regenten von Braunschweig, beauftragt worden.

Berlin, 15. März. Zu der Meldung mehrerer ameri­kanischer Zeitungen, die Regierung der Vereinigten Staaten habe auf eine Anfrage über die Stellung der europäischen Mächte für den Fall eines Konfliktes zwischen der Union und Spanien, von dem Berliner Kabinet eine wenig ver­bindliche Antwort erhalten, schreibt dieNordd. Allg. Ztg.", daß eine Umfrage dieser oder ähnlicher Art überhaupt nicht erfolgt ist.

Berlin, 15. März. Bezüglich der Aussichten der Flottenfrage erfahren wir von zuverlässiger Seite, daß die Nachricht, im Centrum seien nur die Bayern gegen die An­träge Lieber, unrichtig ist. Ein großer Theil der Mitglieder des Centrums wird gegen diese Anträge stimmen, darunter Oberlandesgerichtsrath Rören, Geheimer Ober-Justizrath Rintelen, Schmitt-Mainz u. A. Diese Gruppe vertritt den Standpunkt: Keine Bindung des Etatsrecht- weder durch Septenat, noch durch Sexteuat und auch nicht durch Aeternat, sondern alljährliche etalsmäßige Bewilligung, ferner gesetz­liche Lösung der Deckungsfrage durch Besteuerung der höheren Einkommen.

Berlin, 15. März. Nachdem nunmehr von sämmt­lichen Bundesregierungen Erklärungen zu den Anträgen vor­liegen, welche in der Budgetkommission des Reichstages in Betreff der Deckungssrage der Marine-Vorlage gestellt wur­den, wird morgen oder übermorgen in der Kommission eine formulirte Erklärung des Bundesraths in dieser Angelegen­heit abgegeben werden. Es bestätigt sich, daß der Antrag Lieber einstimmig als unannehmbar bezeichnet wurde. Die Erklärung des Bundesraths wird im Sinne des Vorschlages Bennigseu-Hammacher gehalten sein.

Berlin, 15. März. Die Budgetkommission des Reichs­tags erledigte heute einige kleinere Etats und den Etat der Ver­waltung der Eisenbahnen. Dabei erklärte Minister Thielen, daß die Einführung der Kilometerhefte bei unS aus technischen Gründm nicht möglich sei. Der Etat wurde unverändert genehmigt. Morgen wird bereits die Drckungsfrage der Marine-Vorlage in der Kommission berathen werden.

Berlin, 15. März. DemReichsanzeiger" zufolge wurde dem deutschen Botschafter in Paris, Grafen Münster, das Großkreuz der französischen Ehrenlegion und dem Unter- staatssekretär Freiherrn v. Richthofen das Komthurkreuz des­selben Ordens verliehen.

Berlin, 15. März. Eine hiesige Korrespondenz meldet, es sei dem Generalarzt der Armee von Coler gelungen, die Ursache der Typhus-Epidemie beim 70. Infanterie-Regiment in Saarbrücken zu ermitteln. Er hätte konstatirt, daß die

Physiologen d'Arsouval, der sich sehr viel mit den Wirkungen der Elektrizität auf den thierischen und menschlichen Körper beschäftigt hat, wird zuerst das Athmungscentrum gelähmt und Mensch oder Thier erstickt. Nach einer anderen Ansicht tritt ein plötzlicher Stillstand des Herzens ein, und diese scheint nach neueren Versuchen die richtige zu sein. Mau fand, daß in einzelnen Fällen Athmung und Herzschlag gleichzeitig auf- hörten, meist aber setzte sich die erstere noch eine kurze Zeit nach dem Stillstand des Herzens fort. Die also zuerst ein­tretende Herzlähmung macht ein Wiedererwecken bewußtlos Gewordener bedeutend schwieriger, als eine bloße Unterbrechung der Athmung tbun würde.

Ein kritischer Tag war am 10. März vor 50 Jahren für das Fürstenthum Lippe Detmold, aber es lief alles gut

ab. In Hellen Schaaren kamen die getreuen Unterthanen Sr. Durchlaucht nach Detmold vor das Schloß gezogen und riefen:Fürst, komm riutl* Se. Durchlaucht ließ sich durch einen Schloßbeamten unter der Hand erkundigen, was die Leute wollten, und als er zufriedenstellende Nachrichten er­halten hatte, erschien er freundlich grüßend auf dem Balkon des Schlosses. Die Menge rief:Hoch lebe der FürstI* Mit dieser Begrüßung war es ober nicht abgethan, das Volk hatte revolutionäre Gedanken im Kopfe und rief: Fürst, wir wollen eine Eisenbahn haben, andere Leute haben sie auch I* Ohne sich zu bedenken, sagte der Fürst:Gut, die sollt ihr haben*Hoch lebe der Fürst!" klang es auS der Menge heraus. Aber damit war eS noch nicht genug:

Fürst", rief man aus lauter Kehle,wir wollen eine Rt- .