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Xt. 62
889
Amtliches
Steckbrief .......... WWWWW
J. II. 195/98. Gegen den unten beschriebenen früheren auch sein Antheil am Weltmarlt und im internationalen Spinner, zuletzt Korbmacher, Gustav Louis Wunderlich Weltverkehr immer kräftiger und größer werde. Die Regieaus Leitelshain, Krs. Crimmitschau in Sachsen, welcher flüchtig runaen seien der Ueberzeugung, daß der Handel damit der ist, ist die Untersuchungshaft wegm schweren Diebstahls ver-
hängt.
Es wird ersucht, denselben zu verhaften, in das nächste Gerichtsgefängniß abzuliefern und Nachricht anher zu den Akten J. II. 195/98 zu geben.
Hanau den 9. März 1898.
Der Königliche Erste Staatsanwalt P i n o f f.
Alter: 48 Jahre, geb. 18./4. 1849; Größe: 1 m 68 cm; gierung bis jetzt durchaus ohne Kenntniß der Ursache des ^Statur: sehnig, jedoch nicht besonders kräftig; Haare: fast Ursache des „Maine"-Unglücks sei und keinenB-richt irgend- dunkelblond, große Glatze; Stirn: hoch; Bart: blonder ziem- welcher Art von dem Untersuchungsausschüsse oder irgend lich starker Schnurrbart (Anlage zum Vollbart); Augenbrauen: jemand mit diesem im Zusammenhang Stehenden erhalten blond, buschig; Augen: graublau; Nase: gewöhnlich, etwas habe. Die in Lffsabo« liegenden amerikanischen Kriegschiffe aufgestülpte Nasenflügel; Mund: gewöhnlich; Zähne: (ver- ^Bancroft" und „Helena" haben Segelordre nach Key West muthlich Zahnlücke oben rechts); Kinn: rund; Gesichtsfarbe: und Florida erbalt-n. — Nach einem Telegramm aus Ha- blaß; Gesichtsbildung: etwas eingefallene runzelige Wangen, vanna hat die Kommission zur Untersuchung des „Maine"- sonst rund; Sprache: deutsch, sächsischer Dialekt, spricht lang- Unfalls ihre Arbeiten bereits beendet. Ihr Bericht, den man sam und leise. Besondere Kennzeichen: Angeblich ist das Demnächst in Spanien erwartet, soll an der Annahme einer Vorderglied des rechten Ringfingers gekrümmt bezw. steif.
.^U^t^mö ^banau.
MLMtmachuuze« des Oberbürgermeisteramtes-
Bekanntmachung.
Von der Königlichen Polizeidirektion ist die Abhaltung der Hanauer Viehmärkte nach dem Erlöschen der Maul- und
amerikanisches Gebiet anzugreifen; es würde ein Krieg mit • Kaperschiffen genügen, der den amerikanischen Handel zu
Klauenseuche in der Umgegend nunmehr wieder gestattet wor-, @tunbe ri(fiten mfabe. Die gesunde Venunft räth zum den, jedoch sind die für die Abhaltung der Märkte im Sommer„
1897 vorgeschriebenen Sicherheitsmaffregeln wieder zu beachten.' Die Kontrolstationen für die Untersuchung des eingebrachten!
Viehes an der Ehrensäule (Auheimerweg), an der Kinzizbrücke, und an der Wilhelmsbrücke werden wieder eingerichtet werden; - bis auf Weiteres darf das Vieh nur nach Besichtigung an ‘ diesen Stationen in die Stadt eingebracht werdeu. Es ist ; - . , -
verboten, Vieh auf anderen als den an den bezeichneten^^ Kultusetats berm Kapitel Elementarunterrrchtswrjen
Kontrolstationen vorüberführenden Wegen in die Stadt ein
zubringen. Den Anordnungen der Kontrolpersone» ist unbedingt Folge zu leisten.
Der nächste Viehmarkt findet statt am
Mittwoch den 23. März ds. Js., weitere Viehmärkte sind auf folgende Tage festgesetzt: 20. April, 4. Mai, 18. Mai, 15. Juni, 29. Juni, 13. Juli, 3. August, 17. August, 14. September, 5. Oktober, 19. Oktober, 2.
November, 23. November und 7. Dezember 1898.
Hanau am 14. März 1898.
Der Oberbürgermeister Dr. Gebeschus.
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Dicnstiiachrichtcn aus dem Kreise.
Gefunden: Ein goldnes Armband mit Anhängsel. Ein Geldstück. Ein Arbeitsbuch für den Bäckergesellen Otto Friedrich aus Steißlingen (Baden). Ein Portemonnaie mit 1 Schlüssel.
Hanau am 15. März 1898.
Tagssscharr.
Don der Marine. Laut telegraphischer Meldungen an das Oberkommando der Marine ist S. M. S. „Kaiserin Augusta", Kommandant Kapitän zur See Koellner, am 14. März von Kiaotschau uach Shanghai in See gegangen ; S. M. S. „Cormoran", Kommandant Korvetten Kapitän Brussatis, beabsichtigt, an 16 d. Mts. von Kiaotschau ebenfalls nach Shanghai in See zu gehen; S. M. S. „Charlotte", Kommandant Kapitän zur See Thiele (August), ist am 12. März in Dortmouth angekommen und beabsichtigt, am 21. März nach Kiel in See zu gehen; S. M. S. „Stein", Kommandant Kapitän zur See Oelrichs, ist am 13- März in Vlijfingen angekommen; S. M. S. „Seeadler", Kommandant Korvelten-Kapitän Kindt, ist am 12. März in Port Elizabeth angetoirmen und beabsichtigt, am 18. März »ach Sansibar in See zu gehen.
Deutscher Handelstag. A»t Montag trat in Berlin der deutsche Handelstag zu seiner 23. Plenarsitzung zusammen.
als Gast anwesende Staatssekretär Graf Posadowsly Lab in seiner Ansprache an die Versammlung die Versicherung
Dienstag den 15. März
ab, daß die verbündeten Regierungen ten aufrichtigen Wunsch haben, daß es dem teutschen Handelsstande gelingt, nicht nur wie bisher den heimischen Handel zu beherrschen, sondern daß
deutschen Industrie und dem heimischen Wahlstand einen
großen Dienst leisten wird und werden die Bestrebungen des Handelstages deshalb aus vollem Herzen unterstützen.
In den Beziehungen zwischen Spanien und
Nordamerika in eine Klärung immer noch nicht eingetreten. Wie ein Telegramm emS Washington meldet, ist nach einer
Konferenz, an der der Präsident Mac Kinley und die Staats- 3836 sekretäre des Krieges, der Marine und des Schatzes thril- ' nahmen, die nachdrückliche Erklärung erfolgt, daß die Re-
inneren Ursache der Explosion festhalten. In manchen spanischen Kreisen dauert inzwischen das Säbelrasseln fort. Die
Madrider Agercia Febra meldet: M@8 sind auf Kuba 83,000 bewaffnete Freiwillige vorhanden, die bereit sind, die spanische Souveränetät zum Aeußersten zu vertheidigen. Spanien wird keinen Krieg provoziren, aber wenn es herausgefordert wird, wird es nicht allein sein. Spanien würde nicht nöthig haben,
Preußischer Landtag. Abgeordnetenhaus. (Sitzung vom 14. März.)
Das Abgeordnetenhaus setzte heute die zweite Berathung
fort. Abg. Lückhofs (sreikons.) will die Pilzkunde mehr in
der Volksschule gepflegt haben, damit dem Genuß giftiger Pilze vorgebeugt werde. Abg. Dauzenberg (Ttr.) gibt zu, daß die gegenwärtige Untcrrichtsverwalmng die Bedeutung des kirchlichen Einflusses auf die Volksschule anerkenne, aber sie trage ihm noch nicht genügend Rechnung; die katholische Kirche sei dabei kein gleichberechtigter, sondern nur ein geduldeter Faktor. Das Schulinspektorenamt werde zum Theil von Männern verwaltet, die gar keine Stellung zur Kirche
bätten. Der {Religion! unterricht sei von den Religionszefill- . _ , , _ . _
schaften zu ertheilen, die Erziehung müsse eine religiöse sein Mußland seien sehr gespannt geworden. In der Umgebung nach den Grundsätzen der Konfession, der das Kind angeböre.: von Kars werden größere militärische Vorbereitungen getroffen. Kultusminister Bosse weist die Annahme zurück, daß dieser russische Vertreter chat Tefwik Pascha erklärt, daß, wenn preußische Volksschule keine christliche sei; wir zählten gegen die Türkei nicht sofort die Hälfte der Kriegsschuld zahle, 24 000 evangelische, 10 000 katholische und nur 660 Srmul- i Rußland fernerhin die regelmäßigen Zahlungsforderungen an ! tanvolksschulen. Die Schulräthe könnten bei dem vorhandenen dieselbe durch Anwendung- äußerster Mittel zu erzwingen ' suchen werde.
Personal nicht genau nach der Zahl der evangelischen und der katholischen Schulen geschieden werden; sonst müffe bie1 doppelte Zahl augestellt werden, uhb diese würden nicht ge*: nugend beschäftigt sein. Der Vorwurf, daß heimlich gegen: die katholische Kirche etwas unternommen werde, sei ungerecht-! fertigt, und die Unterrichtsverwaltung befinde sich mit den kirchlichen Oberen in vollem Frieden. Abg. Schroeder (Pole) schildert die Erfolge des Religionsunterrichts in den polnischen Gegenden als traurig, weil die Kenntniß der Mutter-' spräche fehle. Ministerialdirektor Kügler erwidert, daß die -—B..-,-. ,--------„
Ergebnisse in den Schulen bei Weitem nicht so gering seien, hat er noch nicht erklärt, daß ein Krieg zwlfcheu den Ler- und gibt Belege dafür, daß auch in polnischen Schulbüchern " ------w -------™
Verhetzung getrieben werde. Abg. Glattfelter (Ctr.) schließt sich den Ausführungen des Abg. Dauzenberg an und klagt über Nichtbeachtung der katholischen Feiertage, sowie über zu lange Schulpflicht. Abg. Arendt (freikons.) hält namens seiner Freunde an der Staatsschule fest und kommt auf die Ausführung des LehrerbesoldungsgesetzrS zurück, bei dem man dem Lehrer geben müsse, was des Lehrers sei, aber auch die Gemeinden leben lasfin müsse. Abg. Neubauer (Pole) will, daß die Schulpflicht nicht über den 14. Geburtstag ausgedehnt werde. Abg. Bueck (natlib.) bespricht die Feststellung der Lehrergehälter im Regierungsbezirk Düsseldorf, die hinter denen in Arnsberg zurückständen. Der Kultusmini st er antwortet, daß er erst den Bericht der Düssel- dorfer Regierung abwarten müffe. UebrigenS dürften die
1898
BWWBgMBKdMWEEiE’SM^^ WI IITiW' " '" 38 beiden Regierungsbezirke hinsichtlich der Lehrerbesoldung in der Monarchie an der Spitze stehen. Abg. Böttinger (natlib.) erörtert die staatlichen Zuschüsse an die Gemeindm, Abg. Wetekamp (freis. Volksp.) die in der Volksschule gepflegten Schriftarten und Rechtschreibung.
Nächste Sitzung heute Abend TVs Uhr: Fortsetzung der Berathung.
Politische und unpolitische Nachrichten.
(Depesche»-Bureau „Herold".)
Berlin, 14. März. In der spanischen Presse ist von hier aus die Meldung verbreitet worden, der Kaiser habe bei einem Familiendiner, das bei drr Prinzessin Heinrich von Preußen stattfand, sich Aeußerungen bedient, die auf eine scharfe Parteinahme Deutschlands in der kubanischen Verwicklung schließen lassen würden. Die „Nordd. Allg. 3tg.* ist zu der Erklärung ermächtigt, daß diese ganze Erzählung aus Erfindung beruhe.
Darmstadt, 14. März. Die lange Zeit in Auerbach vermißte Thusnelda Henkel wurde heute bei Griesheim von der Gendarmerie bei Zigeunern auf gegriffen.
Saardrücken, 14. März. Das Schöffengericht ver- urtheilte heute im Prozeß Stöcker gegen Schwuchow den Angeklagten unter theilweiser Freisprechung zu 200 Mark Geldstrafe. Schwuchow wurden ’/* der Kosten, Stöcker V« auferlegt. Dem Letzteren steht die Urtheilspublikation in der „Neuen Sambrücker Zeitung" und der „Kreuzzeitung" zu.
Wien, 14. März. Die Verhandlungen, welche Graf Thun in den letzten Tagen mit den verschiedenen Parlamentariern wegen der formellen Geschäftsführung, der Sicherung der Aktionsfähigkeit des Parlaments, insbesondere wegen Beseitigung der lex Falkenhain und Koustituirung des Parla- mentspräsidiums hatte, sollen, wie von unterrichteter Seite verlautet, zu einem befriedigenden Ergebniß geführt haben, sodaß die Regierung einer evcntl. Störung der parlamentarischen Thätigkeit durch die extremen Parteien leicht Herr zu werden hofft.
Paris, 14. März. Das „Journal" erfährt, daß wichtige Garnisonsveränderungen in den westlichen Distrikten stattfinden sollen, namentlich in Chalon, Toul, Verdun.
Wien, 14. März. Die Reise des Kaisers nach Territet unterbleibt.
Wien, 14. März. DaS hiesige Bezirksgericht Josephsstadt verurteilte heute den Sicherheitswachmann Glas, welcher bei den bekannter» Vorgängen im Abgeordnetenhanse den sozialistischen Abgeordneten Cingr beim Hinaus tragen aus dem Parlamentssaale geschleift und dadurch verletzt hat, zu 14 Tagen Arrest.
Madrid, 14. März. Die Abfahrt eines neuen Geschwaders von Cadix nach Cuba ist erfolgt.
Lsndon, 14. März. „Daily Chromcle" meldet aus
Konstantinopel, die Beziehungen zwischen der Türkei und
Wetterbericht.
Voraussichtliche Witterung: Bei wechselnder Bewölkung ziemlich kühles Wetter.
Auf des Messers Schneide
Plästdent Mac Kinley, der Mann mit dem starren, unbeweglichen Gesichte, hat endlich die Maske gelüftet. Wohl
einigten Staaten und Sparten unabwendbar setz aber er hat den Kampf zwischen den beiden Nationen für möglich erklärt.
Drei Jahre hindurch haben die Vereinigten Staaten mit Spanien grspielt, wie die Katze mit der Maus. Seit dem Beginne des kubanischen Aufftandes ist von dem amerikanischen Festlande aus die Revolution unterstützt worden. Die parlamentarischen Körperschaften der Vereinigten Staaten haben es .an chauvinistischen Kund- a-bnnge» durch die sowohl die kubanischen Revolutionäre, wie deren Freunde auf dem Festlande ermuthigt wurden, nicht fehlen lassen. Nur die Regierung verhielt sich vorsichtig, und mau muß anerkennen, daß darin Mac Kinle, dem von seinem Vorgänger Cleveland gegebene Beispiele folgte. Es lag im Interesse der amerikanischen Regierung, die Spanier erst all' ihre Mittel zur Bewältigung des Ausstandes er-