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Amtliches Organ für StaSi- unS LanSKrels Hanau.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

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Rr. 60.

S38G

Amtliches.

^anötrei© j^anau.

Dtkarmtmachungen des Königliche» Landrathsamtes.

In Alzenau ist die Maul- und Klauenseuche ausgebrochen und Gehöftsperre angeordnet worden.

Zu Meisenhausen, Gemeinde Michelbach (Bezirksamt Alzenau), ist die Seuche erloschen und die Sperre aufgehoben worden.

Hanau am 11. März 1898.

Der Königliche Landrath

V. 2936/2937 n. Schenck.

। berechtigten innerhalb zweier Wochen nach Bekanntmachung des Wahlergebnisses bei dem Stadtrathe Einspruch gegen das

st altgehabte Wablverfahren erhoben werden. Hanau am 11. März 1898.

Der Stadtrath.

Dr. Gebeschus.

3730

^tabt^xew ^banau.

^aMt des Oberbürgermeisteramtes.

Bekanntmachung.

Das Ergebniß der in der Zeit vom 7. bis 10. März d. I. stattgefundenen engeren Wahl von 11 Stadtverordneten für die III. Wahlabtheilung ist folgendes:

Es erhielt:

1. Baader, Friedrich, Bierbrauereibesitzer, 3220 Stimmen,

Dicnstvachrilhten aus dem Kreise.

Entlaufen: Ein gelber Pinscher mit schwarzer Schnauze und neuem Halsband, m. Geschl.

Verloren: Ein Stück schwarzes breites Band.

Gesunden: Ein Gebund Schlüssel (3 Ltück). Ein Gebund Schluss-l (4 Stück).

Hanau am 12. März 1898.

2. Föll, Philipp, Metzgermeister,

3. Jost, Heinrich jun., Kaufmann,

4. Lucht, Karl, Dachdeckermeister,

5. Bailly, Jean, Kaufmann.

6. Hock, Adam, Kaufmann,

7. Glaser, Karl, Kettenfabrikant,

8. Körner, Friedrich, Schreinermeister,

9. Ohl, Karl sen., Spenglermeister,

10. Bier, Jakob, Privatier,

11. Meyer, Johann Dietrich, Gastwirth,

12. Aukamm, August, Goldarbeiter,

13. Craß, Karl, Goldarbeiter,

14. Kiefer, Friedrich, Privatier,

15. Hoch, Gustav, Schriftsteller,

16. Daßbach, Matthias, Cigarrenmacher,

17. Hoffmann, August, Möbelhändler,

18. Bürkle, Wilhelm, Schreiner,

19. Gräbener, Konrad, Cigarrenmacher,

20. Koburger, Peter, Kurzwaarenhändler,

21. Hüther, Albert, Schreinermeister, Ungültig war..... Gestrichen ohne Ersatz sind.

1800 1793 1792 1791

1786 1785 1781 1768 1757

1722 1562 1556 1518 1517

1514 1511

1504 1501

1499 1480

1

197

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Von ihrem Stimmrechte Gebrauch gemacht 3305 Wähler.

Gewählt sind die vorstehend unter Nummer 1 bis ein­schließlich Nummer 11 genannten Herren.

Gemäß § 29 Absatz 2 der Städteordnung für die Provinz HessewNassau vom 4. August 1897 kann von jedem Stimm- .-" .',> .................II 11BmmwMBMwwMMyM«

Feuilletsu

Plauderstündchen.

Hanau, 12. März.

Es ist bekannt und allerseits — von Jedem schon empsm den: — jedwede Zeit hat ihren Reiz — und ihre trüben Stauben 1— Doch ist der Frühlingsspender März — aus's Neue eingetroffen, — baun ist die Menschheit aller- warts erfüllt mit neuem Hoffen. — Fällt hier und dort auch Märzenschnee, er schmilzt nach kurzem Weilche», — bald reckt sich wieder in die Höd — das erste Märzenveilchen; — dann wandern wir in frohem Schwärm — hinaus z» Ab^l und Höhen und können wieder Arm in Arm — ve'gvügt spazieren gehen! — Noch freilich geht bit8 nicht so leicht, — noch heißt's geduldig ruhen, — der Weg ist naß, — die Menschheit schleicht — umher in Gummischuhen. — Dann kommt ein kleiner Lenzorkan — er braust um Dach und Thürme; — meist stürmisch bricht der Lenz sich Bahn — drum gibts auch Märzenstürme! — Ging auch ein großer Märzensturm — durchs Land vor 50 Jahren, — er brauste nicht um First und Thurm, — nein durch erregte Schaaren! — — Die Zeit verging, sie klärte viel, — längst wich des Siurmes Wolke, — nun winkt' ein ideales Ziel — dem deutschen Brudervolke! — Des Friedens goldne Sonne stieg empor in neuer Reinheit, — Alldeutschland kam zu Ruhm und Sieg — und zu ersehnter Einheit I — Und der ihr erster Hüter ward, — er lebt in aller Herzen, — der Kaiser dem Silberbart — war auch ein Kind des Märzen. — ^°ße Held, er hat erfüllt die alte deutfche Sage, — Hell strahlt sein unvergänglich Bild — in diese Märzentage.

und als der Edle sank ins Grab, — als seine Zeit ge- rommen, — ba wat’g {m März; — der einst ihn gab, —

Verkauf von Grundstücken, und zwar zum größten Theil Baugelände, in der Gemarkung van Großkrotzenburg.

Von dem in der Gemarkung Großkrotzenburg belegenen domäner fiskalischen Besitz sollen die folgenden, an die Dorflage unmittelbar angrenzenden Grundstücke, als:

Kartenbl. G. Nr. 118 — 7 ha 94 a 11 qm Acker, die Beur e, und „ G. „ 118b — — „ 39 „ 86 „ Acker, daselbst, zusammen 8 ha 33 a 97 qm, öffentlich meistbietend zum Verkauf gestellt werden, und zwar alternative in angemessenen Parzellen und im Ganzen.

in

Termin hierzu ist auf

Montag den 2t. dieses Monats, vormittags von 9 Uhr ab, die Gastwirthschaft „zum goldnen Schlüssel"

seuchenverdächtigen Ländern bei der Reichsregierung hinzu- wirten, die Vorschriften über die Seuchrnvrrschlcppung im Jnlande abzuändern und eine Vereinheitlichung in ganz Preußen und ganz Demschland herbeizusühren, der pathologi­schen Seuchenbekämpfung durch ausreichende Staatsmittel und Versuch- im Großen die Wege zu ebnen, ferner die Regie­rung zu er «chen, sofort nach dieser Session einen Gesetzent­wurf vorzulegen, wodurch die obligatorische Fleischbeschau nur für daS gewerbmäßig zum Verkauf gelangende Fleisch und im Uebrigen generell nach Maßgabe der am 1. Juli 1892 für die Provinz Hessen-Nassau erlassenen Verordnung in Preußen eingeführt und auf alle ausländischen Einfuhren von Fleisch und Fleischwaaren ausgedehnt wird; ferner auf die Errichtung lokaler Schlachtviehversicherungen mit Rückv.'rsiche- rungszwang und Unterstützung aus öffentlichen Mitteln sowie auf zweckmäßige Verwerthung der Konfiskate Hinzuwirken und im Bundekrath- gleichzeitig mit den obigen preußischen Maß­nahmen auf die Einführung einer gleichwerthigen Kontrole des Fleisches und der Fleischwaaren an den Grenzen Deutsch­lands hinzuwirken.

Maul- uns Klauenseuche. Am Schlüsse des vorigen MonatS herrschte die Maul- und Klauenseuche in Preußen in 643 Gemeinden und Gut-bezirken, während die Zahl der verseuchten Ortschaften am Ende des Januar 852 betrug. Frei von der Se»che waren die Regierungsbezirke Stralsund, Stäbe, Aurich und Osnabrück. Je eine verseuchte Gemeinde fand sich in den Regierungsbezirken Gumbinnen, Hannover, Lüneburg uvd Köslin, zwei bis fünf waren in Könnsberg, Frankfurt, Stettin, Oppeln, Erfurt und Schleswig vorhan­den. Die größte Zahl der verseuchten Gemeinden, nämlich 70, 68 und 66, wurde in den Regierungsbezirken Magde­burg, Posen und Breslau ermittelt.

in

Großkrotzenburg anberaumt.

Auf angemessenen Kauferlös erfolgt der Zuschlag sogleich im Termin.

Aus Verlangen haben die Bieter chre Zahlungsfähigkeit nachzuweisen.

Hanau am 10. März 1898.

Der Königliche Domänenrath Bell.

3662

T Ä g s s s ch a n«

Vieheinfuhr aus seuchenverdächtigen Ländern. Dem Abgeordnetenhause ging ein von den Konservative«, Freikonscroativen und Nationalliberalen unterstützter Antrag Rina Meudcl Steinfels zu, die Regierung zu ersuchen, auf die Revision der Bestimmungen über die Viereinfuhr aus

Deutscher Reichstag.

(Sitzung vom 11. März.)

Der Reichstag hat heute die zweite Berathung der Post- dampferoorlage fortgesetzt. Abg. H am mach er (natl.) führt aus, der Lloyd wäre ohne die Subvention nicht nur nicht in der Lage, den Verkehr weiter auszudehnen, sondern nicht einmal im Staude, die bisherigen Linien weiter zu unterhalten. Die Beihilfe sei um so nothwendiger, als auch die An­forderungen an die Bauart der Schiffe und an die Fahr­geschwindigkeit sich erheblich steigerten.

Abg. Richter (freis. Volksp.) sagt, auf unsere nationale Seeschifffahrt dürften wir lange vor dem Subventiousgesetz stolz sein, dank der Tüchtigkeit unterer Seeleute und der In­telligenz unserer Rheder. Daß insbesondere für die Sub- ventionirung der ostasiatischen Linie kein Grund vorliege, be­weise die Thatsache, daß eine Hamburg-Amerikanische Gcsell-

hat ihn uns auch genommen! — Doch ist des Glückes Unterpfand — uns in dem Trost geblieben: — Sein Erbe ruht in guter Hand, — kein Sturm soll uns betrüben. — Und ist der März im deutschen Land — aus's Neue einge- trcffen, — wir streben vorwärts unverwandt, — wir dürfen freudig hoffen! — ES regt und rührt sich üverall, — es knospen junge Triebe. — Der März erneut mit Jubelschall — des Daseins Lust und Liebe: — Doch wenn er Sturm und Regen schier — erwählt zum Pfadbereiter, — dann sitzen wir beim Schoppen Bier — und warteu's ab ganz heiter! —

Oculi — da kommen sie I So rufen die deutschen Waid­männer, die es gelüstet, die schmackhafte Schnepfe als Leute an ihre Jagdtasche zu hängen. In manchen Revieren sind sie aber dieses Jahr schon vor Oculi durchgestrichen und die Zeitungsspalten haben schon verschiedentlich von den „ersten" Schnepfen berichtet, wie in ihnen ja auch die „ersten" Schmetterlinge, Stare, Blüthenzweige und Maikäfer auf­tauchen, aber in unser, r Gegend wurde erst gestern und zwar im Langenselbolder Revier die erste Schnepfe geschossen.

Trotz Wind und Regen, Hagel und Schnee stellen sich die Frühlingsboten ein, sie haben den festen Glauben an die siegende Kraft des kommenden Lenzes, um es poetisch aus- zudrücken; oder ihre Zeit ist gekommen, um es naturalistisch realistisch materialistisch auszudrücken. Der lustig-pfeifende Star, der fröhliche Fink haben die Empfindung, daß nun ein wärmerer Hauch über die Fluren wehen wird, der um Zweige und Aeste einen grünen Flor webt und der die Märzveilchen und die Windröschen »der Anemonen zur Massenversammlung am Walkesrand ruft. Alle diese lieben Frühlingskinder er­scheinen jahraus jahrein in derselben Toilette, vom Hütchen herab bis zum Füßchen ist ihr Aussehen stets das gleiche und doch gefallen sie uns immer wieder, gefallen uns stets in demselben Kleide, ja ein anderes würden wir vielleicht an

Die heutige Nummer umfaßt außer dem Unterhaltungsblatt 14 Seiten.

ihnen gar nicht leiden mögen. Das ist eine sehr eindring­liche Lehre für alle jene Modepuppen, die stets etwas An­deres, etwas Nexes, womöglich recht Auffallendes und Sen­sationelles am Körper hängen haben möchten und die ihren Gatten mit Schneiderrechnungen plagen, daß er seufzt: Er­nähren könnte ich wohl zwei Frauen, aber kleiden nicht eine. Ja, sehet die Blumen an auf dem Felde! Einfach, geschmack­voll, sauber.

Historisch entwickelt bat sich nun auch die Verwendung des Namens Kraotschau. Hat man früher Fritz Reuter-Käle und Richard Wagner Schnup-tabak gebraucht, so ist das durch­aus nicht mehr zeitgemäß. Man ißt jetzt Kiaotschau-Reis, trinkt Kiaotschau-Likör, trägt Kiaotfchau-Hosenträger und allen- folls noch Klondyke-Strümpfe. Wenn nun noch der Kiaotschau- Tabak die Zola Zigarretten verdrängt, sind wir im Chine­sischen mitten drin, wenn es uns auch meist etwas spanisch vor kommt.

Vielleicht versucht es der Musikalienhandel bald mit dem Chinawann-Marsch, Kiaotschau-Fanfare, Oper Confutie in Konfusion oder der Zop^quadrille. Zöpfe haben wir ja ge­nügend, deswegen brauchen wir eigentlich nicht nach China zu gehe«. Der Musikalienhandel braucht aber eine Auffrisch­ung. Als Kuriosum und um zu zeigen, wie theilweise der Musikalienhandel „auf den Hund" gekommen ist, zeigt ein Inserat aus einer Fachzeitung, wonach eine Firma in Berlin ^/i Kilo Tänze und Märsche für Klavier, 2- und 4-händig, für 6.75 Mk." l-efert. Kleinere Posten werben pro Kilo mit 2.50 Mk. berechnet." Vielleicht beißt China darauf an. Man soll ja dort auch Wurstpapier gebrauchen.

Aus Kunst und Leben.

Hanau, 12. März.

8 Kunstnotiz. Unter dem mysteriösen Titel „Der Andere" wurde von Paul Lindau vor vier Jahren der