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Amtliches Organ für Hisöt- unö LanSkrers Hanau

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

Im Reklamentheil die Zeile 20 ^, für Auswärts 30 ^.

«r. 51

Mittwoch den 2. März

«M

Amtliches.

c^anö&reiö ^anau. Bekanntmachungen des Königlichen Laudrathsamtcs. W Nachdem die Schweineseuche in Niederrodenbach bis aus ein Gehöft erloschen ist, wird hiermit die unterm 23. Dezem­ber 1897 angeordnete Orts- und Gemarkungssperre aufgehoben.

Die Gehöftf^erre bei dem Weifbinder Heinrich Lud­wig daselbst bleibt vorerst noch fortbestehen.

Hanau am 2. März 1898.

8.

9.

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11.

12.

Desgl. von M. 50, Tit. III 1 u. 4 Sp.-E. Knaben­mittelschule pro 1897/98.

Kündigung bezw. Vermiethung von Räumlichkeiten im Schlachthof.

Verpachtung der Dungabfuhr daselbst.

Den Ueberschuß des Jubiläumsfestes mit 536,62 M. betr.

Rechnung des Stadtschlosses pro 1896/97.

13. Ehrenpreis für den Verein für Geflügel- und Sing-

14.

V. 2506

Der Königliche Landrath v. S ch e n ck.

15.

16.

In Klein-Krotzenburg, Kreis Offenbach, und in Albstadt, Bezirksamt Alzenau, ist die Maul- und Klauenseuche er­loschen und Gehöft- und Gemarkungssperre aufgehoben worden.

Hanau am 28. Februar 1898.

Der Königliche Landrath

V. 2353/2352 v. Schenck.

17.

vögelzucht.

Annahme von M. 2862,61 vom VereinLiederkeanz" zur Einverleibung in den Lukaufonds.

Verpachtung des Grundstücks F. F. 199/12.

Beschaffung eines Kafsenschranks für die Sparkasse, Tit.

IX pro 1898/99.

Nachverwilligung von M. 1550 Sielbetrieb, Tit. VI B. 5 pro 1897/98.

18. Verfügung des Provinzial-Schulkollegiums, die Ausführung

19.

20.

des PenstonsgesetzeS vom 27./3. 1872 betr.

Die Uebertragung der öffentlichen Impfungen betr.

Kautionsauflage für die Installateure bei den elektrischen

Dienstnachrichten aus dem Kreise.

Zügelaufen: Ein junger Dachshund m. Geschl.

Verloren: Eine vergoldete Schildkrothaarnadel.

Gefunden: Ein weißer baumwollener Herrenhandschuh.

Eine Jahresquittung für Justus Waller aus Langenselbold.

Ein Gummischuh.

Hanau am 2. März 1898.

Einführungen.

3046

1.

2.

3.

4.

5.

6.

Maöt&rgi^ ^anau.

MaMMachnnM des OberbürgerMeisteramtes Oeffentliche Sitzung des Gemeinde-Ausschuffes

Donnerstag den 3. März 1898,

nachmittags 5 Uhr.

Berathungs-Gegenstände: Kanalausfüllung in der Römerstraße M. 2500.

Deutscher Reichstag.

(Sitzung vom 1. März)

Der Richstag hat heute die Berathung des Etats für das Reich s eis enbahn am t fortgesetzt. Abg. Ham- macher (natlib.) betont, daß man sich das Reichseisenbahn- amt bei seiner Sch ffung anders gedacht habe. Die Eigen­schaft dieser Behörde als Ausstchtsinstanz müsse stärker betont werden. Aufsichtskommissarien des Reiches seien anzustellen; ein Reichseisenbahngesetz sei dringend nothwendig. Kein Staat sei in seinen Finanzen so abhängig von den Ueber- schüssen der Eisenbahnen wie Preußen; das sei geradezu ein gefährlicher Zustand, denn er füore zum Fiskalismus und zu einer Schwächung des Blickes dafür, was nothwendig sei im Interesse des Gemeinwohls. Jeder Tarifreform widersetze sich der preußische Fiskus. Es sei durchaus nicht auffällig, daß sich die Eisenbahnunfälle so vermehrt hätten, sie seien nur die

............. _ Fo'ge des Sparsamkeitssystems, daß auch bei der Besoldung Herstellung eines Gitters um das Grimmdenkmal M. 4500, der Unterbeamten zum Ausdruck komme. An Vorschriften und - ------- i Dienstinstruktionen fehle es nicht, es sei vielmehr eine Ver-

E.-O. pro 1898/99. _ .......

Entwässerung der Augustastraße M. 9200, E.-O. Tit. III einfachung und praktische Gestaltung der Vorschriften noth- pro 1897/98. i wendig. Wenn auch die jetzige Berathung keine sofortigen

Die Bedingungen für die Abgabe von Elektrizität betr. | positiven Ergebnisse haben werde, so werde sie doch dazu A> läge deS Blumenbeets im Stadtschloß M. 8000,. dienen, daß man allmählich zu einer schärferen Kontrolle des ~ ~ ------- Eisenbahnbetriebes gelange.

E.-O. pro 1898/99.

Neuwahl der Pferdemusterungs Kommission.

Abg. Roesike (b. k. F.) wendet sich gegen die gestrigen

in Preußen Plusmacherei treibe. Das fülle zwar dieStaats- kaffrn, verhindere aber alle Reformen. Wenn die Eisen­bahnen auf die Dauer den Güterverkehr nicht mehr bewäl­tigen konnten, müsse man eben zu Kanälen seine Zuflucht nehmen.

Abg. Frhr. w. Stumm (Reich sp.) sagt, unser Publikum sei durch die Berichte über die Eisenbahnunsälle viel zu nervös geworden. Wie der Präsident des Reichseifenbahnamts gestern ausgeführt habe, habe die Zahl der Unfälle im letzten halben Jahre noch nicht den Durchschnitt früherer Jahre erreicht. Klagen über einen Wagenmangel seien übertrieben. Durch eine Tarifermäßigung würde sich der Güter- und Personen­verkehr noch mehr steigern und damit auch die Beschwerden. Gegen eine Herabsetzung der Tarife manche sich sogar in industriellen Kreisen ein Widerspruch geltend. Daß das Staatsbahnsystem abgewirthschaftet habe, sei ganz falsch, auch seien unter diesem System die Vorkehrungen gegen Unfälle vermehrt worden.

Abg. Lenzmann (freist Volksp.) legt dar, Herr v. Stumm und seine Freunde sagten stets gern, wenn der arbeitende Staatsorganismus Fehler mache, daß die dadurch entstandene Beunruhigung des Publikums von den Berichten hierüber herrühre; aber das widerspreche den Thatsachen. Wegen der Eisenbahnunfälle sollte man nicht die unteren Be­amten, sondern die Eisenbahnverwaltungen anklagen. Der Brereaukratismus nehme da zu sehr überhand. In den Eisenbahndireklionen säßen zu viel Juristen, und das sei ein großer Uebelstand. Ebenso wie beim Postwesen sollte eine eigene Fachausbildung für die Eiseubahnkarriere eingeführt werden. Der Redner b.fürwortet ferner für den Fall, daß die Eisenbahnen den Verkehr nicht bewältigen sollten, die Be­nutzung von Wasserstraßen.

Abg. Graf Limburg-Stirum (kons.) tritt für das Staatsbahnsystem ein und widerspricht den Vorwürfen wegen des Wagenmangels. Der Verkehr habe in letzter Zeit einen großen Aufschwung genommen, der aber selbst nach dem Urtheil von Sachverständigen nicht vorhergesehen wer cn konnte. Bei dem System der Privatbahnen wären keine Lokalbahnen gebaut morsen, weil sie nicht rentirten. Die preußische Eisenbahnverwaltung sei noch immer die beste, die es gebe. Die Angriffe gegen die preußische Verwaltung seien dadurch zu erklären, daß die preußische Regierung eine starke Regierung und daher ihren Gegnern nicht sym­pathisch sei.

Abg. Jskrant (dtschsoz. Resp.) ist der Ansicht, daß das Reichseisenbahnamt aufgehoben werden solle, da es eine Be­hörde ohne Ressort sei. Seine Aufgabe bestehe darin, dem Reichstage alljährlich statistisches Material vorzulegen. So dank-nsaerth dies sei, so sei diese Arbeit mit einer Summe

7. Nachverwilligung von M. 170, Tit. V 2 Sp.-E. Ober- Ausführungen der Abgg. Gral Kanitz und Graf Stolberg 1 ; ' f "

realschule pro 1897/98. bezüglich der Exporttarife und führt sodann aus, daß mau hälter der Beamten dieser Behörde doch zu theuer bezahlt.

von mehr als 300 000 Mark so viel betrügen die Ge-

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Feirilletoir.

In Monte-Carlo.

Monte-Carlo, 26. Februar.

Monte-Carlo!! Was die Natur Großes, Schönes und Erhobenes, was das Glück seinen auserkorenen Günstlingen vnd 'hm rastlos rock jagenden Jägern bieten kann, was die menschliche Leidenschaft sucht und fast niemals findet, das alles vereint sich in diesem lleinen, vom Meer umspülten, von Felsen umgebenen und vom blauen Himmel übersparnten Paradies. Dieser Fleck Erde, so winzig er scheint, er ist das weite Land all der Freuden, «ach denen der Mensch sich sehnt, all der Enttäuschungen, welche die phartastischen Hoff nungen vom Glück und Reichthum tödten.

Jm Kefino und vor dem Kasino, auf diesen paar Metern spielt sich das ganze Leben und Treiben von Monte-Carlo ab, dieser Auszug von höchstem Raifinement und höchster Dummheit. Hier geht das Erstere mit der letzteren Hond in Hand, und wer hier z. B. dem Ralsirement her soge­nannten ersten Hotels nicht au8 dem Wege geht, der ver­dient wie ein Dummer behandelt zu werden. Vor dem Kafino sind gleichstm als warnende Filialen der alles ver­schlingenden Spielsäle jene eleganten Hot.ls errichtet, welche aus die Dummheit spekuliren. Gewiß kann mancher, der den Werth des Geldes nicht zu achten braucht, sich den Luxus ge­stalten, in einem dieser Hotels zu wohnen, aber die Meisten glauben, daß sie an ihrer Vornihmbeit Einbuße erleiden, wenn sie anderwörls ihr Quartier aus chlagen, und für diese Dun wen ist die höchste Rechnung als dann nur eine wohl­verdiente Abrechnung. Wer den Ehrgeiz nicht^mterdrückcn kann, im Hotel de Paris zu wohnen, daselbst für ein lleimS Zimmer 20 Frarcs und für ein halbwegs anständiges Diner

4050 Francs zu zable», der gehört zu denen, die nament­lich in Montc-Carlo nicht alle werden. Weder im Hotel de Paris noch in den andern Hotels ersten Ranges gibt es eine Speisekarte, auf der die Preise fixirt sind; der Kellner prasentirt die allerdings von der Kasse ausgestellte Rechnung, auf der man gar oft eine Suppe mit drei Frar cs und metzr xotirt findet. Einen Widerspruch gibt es nicht, und selbst jener sehr energisch austretende demsche Herr, der eine Cigarrette bestellte und hinterher das ganze Packet mit 25 Fr. berechnet sah, mußte trotz seines SträubenS die 25 Frcncs bezahlen; daß man hier das Couvert, d. h. die Serviette, daö für das Kühlen des Weites nottwendige Eis rc. extra honoriren muß, versteht sich von selbst. Das Geld, dem man in Monte-Carlo als höchstes Jedeal nachjagt, hat trotz­dem hier außerhalb des Cpielsacles eine geringe Schätzung; was kommt es auch darauf an, wenn man drinnen um Tausende spielt, ob mau draußen für ein Diner 5 Fr. oder 100 Fr. zablt?!

Das Hotel de Paris, in dem die hervorragendsten Spieler wohnen und wo infolgedessen hin und wieder einige interes­sante Selbstmorde vorgekommen sein sollen, ist Eigenthum der Kasinogesellschaft, d. h. jener Sozietät, welche Pächterin der Spielsäle ist. Die Sozietät hat natürlich das größte Jn- teresse daran, den Fremden hier den Aufenthalt so angenehm wie möglich zu machen, und daher die Verfügung getroffen, daß mindestens je 800 Dejeneur- und Diner-Eouverts & la table-dhöle zum Preise von 4 respektive 6 Fraucs servirt werden. Wer zu Hause durchaus erzählen möchte, er habe in Monte-Carlo im Hotel de Paris dinirt, der mache von dieser Vergünstigung den ergiebigsten Gebrauch, lcsse sich aber durch die angelegte Dinerstimmung nicht dazu verleiten, seine Verdauung durch die von der Sozi,tät beabsichtigte Bewegung an den Spieltischen zu fördern. Das eigentliche Dinertreiben entwickelt sich natürlich nicht im Table-dhöte^anm, sondern

in den unteren Speisesälen. Des Tages über wird in Moule Carlo kein Toileitenluxus getrieben, allein während der Duerstunden entfaltet sich in diesen glänzend ausgestatteten RärMtN ein Bild voll fesselnder und doch abstoßender Eleganz.

Neben jenen reichen amerikanischen und englischen Familien, die in Monte Carlo nur Erholung, nicht Erleichterung suchen, geben hier die Cocotten und ihre Freunde, die häufig wechseln und sich meistens aus Gewinnern rekrutiren, den Ton an. Was die Cocotte trägt, gilt als das Modernste und, es wag noch so überladen und prahlerisch sein, auch als daö Chicste. Die Diner- und Abendtoilette besteht aus Hellen Spiegel- sammetroben mit kleiner Schleppe aus weißen Crepe-Chiffon- Elcffcn oder aus schwarzem Tüll, der in sehr effektvoller Weise mit Silber, Gold und Stahlflittern besäet ist; den Besatz bilden schwarze oder weiße echte Brüsseler Spitzen, in denen ein so fabelhafter Aufwand getrieben wird, daß manche Toilette ganz aus diesen kostbaren Spitzen filiaranartig an- geferligl ist und, wenn sich von ihr das farbige, frou-frou- arlig rauschende Unterkleid schimmernd abhebt, allerdivgs auch den Laien zur Bewunderung hinreitt.

Wer im Genießen der Natur Befriedigung und in her Pflege der Kunst Anregung sucht, der findet in Montc-Carlo das Beste, was ihm Natur und Kunst bieten kann. Das Orchester, das fast täglich öffentlich konzertirt, ist aller­ersten Ranges, die von GLnrburg geleitete Oper, wasStars" anberriffe, wohl die glänzend» e in ihrer Persovalzusammen- setzung; die Bellincioni, die Höglon, Rose Caron, Tamagno und Kaschmann, der sich bekanntlich ohne Erfolg als Amfortas in den Beyreuther Porst'als, stspielen versucht hat und jetzt einer der elften italienilchen Bary onisün geworden ist, sie wirken nicht selten gemein am in einer Vorstellung. Tamagnos Stimme klingt auch biet namentlich in der Höhe so strahlend und so siegreich, ober auch so unrein wie* seiner Zeit in