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St. 50.
1898
Amtliches.
<^anö&ret0 /Mnau.
Bekaontmachungen des Königlichen Landrathsamtcs.
In Büdingen und Unter-Schmitten, Kreis Büdingen, ist die Schweinerothlaufseuche festgestellt und Gehöftsperre angeordnet worden.
Hanau am 28. Februar 1898.
Der Königliche Landrath
v. Schenck.
fischen Angelegenheiten schon längst fatal ist, nicht minder ist. fehlen, die nicht den Wunsch haben, China bei Fortschritten Ja, bei ihrer größeren Rührigkeit denken die Japaner, trotz- in der Kraft und Zivilisation zu unterstützen, sondern die dem eS sich ja nicht unmittelbar um sie handelt, eher an daran denken, daß ein mächtiges China mit seiner zehnfach einem Geg ncoup, als d-e Chinesen. Mit einem Worte, man so großen Bevölkerung, wie Japan, gar leicht die Rolle des denkt in Japan stärker als je an eine chinesisch-japanische Schützlings mit der des Herrn zu vertauschen geneigt sein Allianz. Als vor drei Jahren, zur Zeit der deutsch- würde. Immerhin aber ist es wohl zu beachten, daß eine französisch-russischen Entente in dem chinesisch-japanischen derartige Strömung in Japan besteht, und daß hochgestellte Streite, ein großer, japanischer Würdenträger davon sprach, - ö 1
daß in Japan der Gedanke einer solchen Allianz viel Anhänger habe, glaubten wir, wie wir offen gestehen, darin wohl nur eine Drohung gegenüber der Entente der drei
einem Geg ncoup, als d-e Chinesen.
und einflußreiche Männer ihr angehören.
Tagesschau.
Dicllstnachrichtcil aus dem Kreise.
Verloren: Ein werthvoller breiter goldner Ring mit 2 blauen und 1 rothen Stein.
Hanau am 1. März 1898.
^taötorßie ^anau.
GrkaMlmschuugea des Oberbürgermeisteramtes.
Am Mittwoch den 2. März d. Js., nachmittags von 4^2 Uhr ab, findet im oberen Sitzungssaale des Neustädter Rathhauses, Zimmer Nr. 9, öffentliche Sitzung des Ge- Werbegerichts statt, in welcher Partheien etwaige Streitig-
europäischen Mächte sehen zu brauchen. Daß aber die Worte
Der Kaiser hat, wie noch nachträglich bekannt wird, I der Metzer Deputation gegenüber einige ganz bemerkenswerthe Aeußerungen gethan. Nachdem der Monarch die künstlerisch auSgeführle Dankadresse der Stadt Metz mit sichtlichem Jn- i keresse aus den Händen der Deputation entgegengenommen hatte, sprach er sich ganz besonders anerkennend über die herrliche Arbeit aus und sagte u. A.: „Ich freue mich sehr,
keiten, Klagen rc. zur Schlichtung anbringen können. Hanau am 28. Februar 1898.
Der Vorsitzende des Gewerbegerichts Dr. Gebeschus.
3020
des japanischen Diplomaten einen ernsthaften Hintergrund hatten, zeigt sich daran, daß eine sehr hochstehend« japanische Persönlichkeit, der Präsident deS japanischen Oberhauses Prinz Konoye, in einer der angesehensten japanischen Zeitschriften, in einem längeren Artikel einer chintssich-japanischen Allianz das Wort redet. Bei der hohm Stellung des Verfassers ^H Un° • ^ ^ *39»«“ mich sehr,
es begreiflich, daß dieser Artikel in Japan außerordentliche ^ A ^P Jufgeben einer geschlossenen ^tadtumwollung, Beachtung findet, und es ist deshalb, auch wohl nicht «nanJ™“‘
gebracht, bin Gedankengang des Artikels kurz wied-rzugeben.! -L ■.-.$ ^ ^ !s ^ff^S ^de ge-
Der prinzliche Verfasser gebt davon aus, daß eine Allianz ^ n ^«A^ ^'^ ^ ^.^.Beseitigung der Um-
zwischen den beiden Staaten erforderlich sei, um den Angriff ^°^"?^ die gedeihliche Entwickelung der
der westlichen, d. h. der europäischen Nationen und ihrem
Stadt im Frieden bedeutsame Fortschritte machen wird. Allerdings dürfen die militärischen Interessen trotz des gewährleisteten Friedens nicht außer Acht gelassen werden." Diese Kaiserlichen Worte werden sicherlich in der ganzen zivilisirten nicht nur etwa ein Kampf rivalistrender europäischer Mächte !®e^ mächtigen Widerhall finden und allgemeine Beruhigung sein. Wohl könnten zeitweilige diplomatische Erwägungen zu ^Erv^rru en.
Kombinationen führen, die Chinesen und Japaner ihren ge-
wachsenden Einflüsse in Ostasien gegenüberzutreten. Nach seiner Auffassung wird sich der Kampf der Zukunft in jenen Gegenden zwischen der weißen und der gelben Rasse abspielen, und
Das indnstrielle Renommee Deutschlands wird meinsawen Ursprung vergessen lassen könnten, aber das seien i kürzlich miter dem uutel „Berlin und seine Arbeit" bloße Zwischenfälle, die von dem großen Streite ^en her * ^B-rlmer Gew-ibeau«Mung
weißen und ter gelben Rasse losgelöst seien; in diesem ichw^cheUasier Beleuchlung vorgefuhrt.
großen Streite aber wussten sich Chinesin und Japaner auf «/ter ^L J” ^anneiung btmgt, fanden 1896 in derselben Seite befinden, die europäischen Nationen sehen dtr j M^ s ° ein ach emere Fachau^nellungen statt, außerhalb gelben Rassen nicht etwa mit denselben Augen an, wie sie die "^'^ Aur.andmcht weniger
wilden Völker Afrikas oder anderer Theile der Erde unsren; i ^JU^L^ W °uch ^r unmittelbare m-tenelle - ~ - - • - - 1 v ' Erfolg des Unternehmens fein befriedigender sein konnte, so
hat doch, wie der Bericht betont, die Ausstelluvg in anderer, weitergehender Beziehung das durchaus geleistet, was sie sollte: Die Besucher, die aus allen europäischen Ländern und achten vorgeben. Nichts wäre thörichter, als'wenn die Ja- ^^t anläßlich der 1896er Aus-
paner über einen eventuellen Untergang Chinas jubeln Berlin gekommen sind, haben hier nicht nur
wollten, denn das Schicksal Chinas hängt mit dem Japans ^ erheb.ich gekanst und bestellt, sondern, was weit wichtiger zusammen, deshalb sollten die Japaner das @cf4Aer n°n Fieundschaft gegen ihre Nachbarn pflegen, ihnen helfen, sie bei jedem Fortschritte an Kraft und Civilisation ermuthigen.
79, 116, 285, 310, 349, 376, 400, 779 Insbesondere sollten sie bei den Chinesen das Gefühl der Eifersucht und des Mißtrauens gegen Japan beseitigen. Der Prinz glaubt annehmen zu dürfen, daß sich in der letzten Zeit schon eine Aenderung der Haltung Chinas gegenüber Japan vollzogen habe. Zwar sei die Regierung in Peking noch immer so unwissend und arrogant wie früher und halte sich von Reformen so fern, wie nur je zuvor, trotz ihrer Niederlagen in ihrer gegenwärtigen schwierigen Situation, aber jenseits der Wälle von Peking wachse unter den Chinesen von Einfluß und Intelligenz die Fähigkeit, die wahre Lage des Landes und die Absichten der europäischen Regierungen zu würdigen und diese Kreise erkennten mit Mißbehagen die Schwäche der chinesischen Regierung. Zu der hierzu gehörigen Klasse der Chinesen rechnet der Prinz besonders den Vizekönig Chans-Chi-kuna und er be- r- -
merkt, daß diese Auffassung sich besonders bei denen in der ^^ ^ ^ Stlmmenglelchhert abgelehnt worden. ,- Umgebung von Shanghai lebenden Ch nesen geltend mache. 96e^ Ps^st verließ am Sonntag J>en Mont Valerien. Prinz Konoye verlangt, daß die Leiter der javanischen Politik ^ ^ tnJcni-er Wohnung zahlreiche Lympathlebezeugungen China besuchen, um sich an Ort und Stelle mit dem Stande ^r^e' -he ^n ^hr hart. Er hat weder
der Dinge vertraut zu machen, sich mit einflußreichen Chinesen cm ^e^ "^,.^^^^ nf^ barf er Uniform tragen. Pic- in Verbindung zu setzen und die politischen Ansichten mit ^ ^^ wichtig vorausgesehen, als er vor einigen Tagen rm ihnen auszulauschen. 8cm rft f,i ,7ch ch mich L-n^ ?W^ agtc: .Ich merk aus der Arm« gejagt wer- i-----l - J . p. > J den, und Esterha-y wird mit allen Ehren in die Armee zu-
Avltihku der Stadt Kanau.
Ziehung vom 30. September 1897.
Auszahlung am 31, März 1898.
I. Anleihe vom 30. September 1880 (Privilegium vom 30. Juni 1880) I. Reihe zu 4% (XVII.
Lit.
Ziehung):
A. No. 103, 132, 148 ä 1000 Mk.
B.
6.
„ 23, 77, 92, 98, 126, 221, 269, 290 ä 500 Mk.
„ 79, 123, 176, 254, 256, 297, 302, 333, 470, 473, 581, 769 ä 200 Mk.
Rückständig: Lit. C. Nr. 760 ä 200 Mk.
II. Anleihe vom L April 1888 (Privilegium vom
30. Juni 1880) II. Reihe zu Wlo (VIII.
Lit. *
Ziehung):
A. Nr. 5, 77, 134 ä 1000 Mk.
97, 128, 260, 296 ä 500 Mk.
B.
C.
ä 200 Mk.
Rückständig: Lit. C. Nr. 54 ä 200 Mk.
III. Anleihe vom 1. Oktober 1889, II. Serie
3'/?/° (VIII. Ziedung):
Lit.
* w w
A. Nr.
B.
C.
D.
v
zu
120 ä 2000 Mk.
157, 176, 182, 288 ä 1000 Mk.
291, 313, 329, 343 ä 500 Mk.
256, 265, 308, 395, 407, 417, 427,485 ä 200 Mk.
Rückständig: Lit. D. Nr. 372, 426 ä 200 Mk.
IV. Dieselbe Anleihe, I. Serie (VI. Ziehung):
Lit. A.
„ B. v 0. „ D. Hanau
Nr.
M den
94 ä 2000 Mk.
4
76, 98 ä 113, 150 40, 133, 4. Oktober Der
1000 Mk.
ä 500 Mk.
155, 175, 211 ä 200 Mk.
1897.
Stadtrath
Heraeus.
Der Gedanke einer chinesisch-japanischen Allianz.
Man schreibt uns:
Die Nachrichten aus Ostasien lauten für China wieder weniger erfreulich. Daß die Russen sich in Port Arthur dauernd festfitzen wollten und nicht blos für den Winter, hatte man in politischen Kreisen wohl von vornherein angenommen, aber der Augenblick, in dem dies zur feststehende« Thatsache wird, ist doch für China nicht erfreulich, dazu kommt, daß die Russen besondere Vollmachten für die russischen der chinesischen Armee zugetheilten Milittrbeamten fordern; dazu kommt weiterhin, daß Frankreich daran geht, sein Gebiet an der chinesischen Grenze zu erweitern.
Kein Wunder, daß man darüber in China beunruhigt ist, kein Wunder, daß man es in dem benachbarten Japan,
ihre Verachtung gegen die gelbe Rasse sei mit Furcht gc- mischt. Der Prinz wendet sich scharf gegen die"Japaner, insbesondere gegen seine in China lebenden Landsleute, die, dem Beispiele der Europäer folgend, den Chinesen zu ver-
japanische Zeitschrift, der „Konkunnin", denselben Gegenstand behandelt, und ebenso verlangt, daß Japan gegen China die Politik Preußens gegen Oesterreich nach dem Jahre 1866 be- jakgen solle, daß es die Wunden zu heilen suchen und zwischen den beiden Ländern eine politische und kommerzielle Allianz herzustellen suchen solle.
ist, von unserer industriellen Entwickelung den Gesammtein- druck mitgenommen, daß hier mit Ernst und Ausdauer, mit der unseren Mitbewerbern so unangenehmen Zähigkeit, mit Geschmack und Geschicklichkeit eine tüchtige Arbeit geleistet wird, die den Durchschnitt weit überragt und sich daher immer mehr den ausländischen Markt erabert. AlleS in
Allem: die Ausstellung 1896 hat einen neuen starken Beweis dafür erbracht, »aß der amerikanische Botschafter White Recht hatte, als er vor einigen Jahren schrieb: „die Deutschen sind kein gehendes, sondern ein kommendes Volk!"
Zum Zola-Prozetz. Zola und Perreux haben am Samstag um 11 Uhr auf der Gerichtsschreiberei des Kassationshofs ihr Revisionsgesuch unterzeichnet. Dasselbe ist, wie mehrere Mitglieder dieses Gerichtshofs gesprächsweise verkündeten, völlig aussichtslos, da der Kaffationshof die Wiederholung der politischen Aktion nicht zugeben könne. Das „Journal des Döbats" will wissen, von den 12 Geschworenen hätten 8 die Schuldfrage bejaht; die Zubilligung wildernder
rückkehren." Picquart soll angeblich die Absicht haben, in türkische Dienste zu treten; gut dotirte Zivilstellen, die ihm von mehreren Seiten an geboten wurden, habe er ausgeschlagen.
Deutscher Reichstag.
(Sitzung vom 28. Februar.)
Der Reichstag setzte heute seine Berathung beim Etat des Reichseisenbahnamtes fort. Hierzu liegt eine
Vom japanischen Standpunkte aus sind diese Auffassungen keineswegs unberechtigt. Es ist nur zu stark zu bezweifeln, daß sich die Wünsche des Prinzen Konoye werden realisiren lassen. Diejenigen Chinesen, die auf dem von ihm ange- u^»^«». ^». ......—, — ..huu,™,
gebenen Standpunkte stehen, sind denn doch wohl nur eine dahin zu wirken, daß in Ausführung der § 48 der ReichS- verschwindende Minderheit, und die Macht in China ist einstweilen noch in den Händen derer — und sie wird es wohl auf absehbare Zeit auch noch sein — die Japan mißtrauen.
Resolution Pach nicke vor, den Reichskanzler zu ersuchen,
Verfassung und des § 4 des Gesetzes betr. Errichtung des Reichseisenbahnamls Maßregeln getroffen werden, im a) einer Häufung von Eisenbahnunsällen wirksam zu begegnen und
XXJUnUCV^ vup mwu v» «Vft^VWit ^VU UUty liviy |ClH -- ^upuil UllpUUUClU J^UM|Uliy VVil VSVJCllUUym4K| UUCU LUUL|Um ju OtQCQlKU nnö
dem daS Eingreifen der europäischen Mächte in die chine-iZu dem wird es wohl auch in Japan nicht an Politikern b) die Leistungsfähigkeit der Bahnen zu erhöhen. — Abg.